Verkatert…

So. Jetzt ist es passiert.

Schwarze Katze Nr. 4 ist in der Nachbarschaft eingezogen. Mit unserem Kater streunen nun fünf zum Verwechseln ähnliche Viecher durch die Gärten.

Sicher,  diese Fünflings-Sache hat ihre guten Seiten. Kackt eine schwarze Katze irgendwo ins Blumenbeet, wird es schwierig, mit dem Finger auf den richtigen Besitzer zu zeigen und mit Anwälten zu drohen. Und auch die pausenlos alles anpinkelnden Kater sind nicht mehr so leicht als Müllers oder Schuberts Besitz zu identifizieren.

Andererseits galoppieren jetzt auch immer mindestens 2 Katzen herbei, wenn man abends am Gartentor steht und nach der Mieze ruft. Mit nachlassender Sehkraft wird es so schwierig, den richtigen Vierbeiner auszusuchen.

Auch Doppelfütterungem passieren immer wieder. Denn das liebevoll angerichtete Mittagsschälchen wird schon mal von fremden Katzen geleert, die sich rotzfrech durch die Katzenklappe schleichen und gnadenlos ausnutzen, dass sie von Weitem wie Müllers vierbeiniger Mitbewohner aussehen.

Schön aber sind die abendlichen Zusammenkünfte im Garten. Da treffen sich dann 5 schwarze Katzen und der taube Weiße mit dem blauen und dem grünen Auge, schweigen sich lange an und gehen irgendwann wieder ihrer Wege.

Womit eindeutig die Vorteile überwiegen.

Und mir fällt ein: Das Katzenfutter ist schon wieder alle…

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Endlich…

Es regnet. Endlich.

Gestern Abend, pünktlich zum Public Viewing, ging es bei uns los und hat bis jetzt nicht aufgehört. Die Natur saugt eifrig auf, was es die ganzen letzten Wochen über zu wenig gegeben hat. Und die Nachbarn stehen im Garten und freuen sich, dass sie Zeit haben. Zeit, die sie nicht mit Gießen zubringen müssen. Vielleicht wird aus dem grauen Etwas, das unsere Wiese ist, nun auch wieder ein grünes Etwas.

Für die Fußballgucker indes war der Regen jetzt vielleicht nicht der große Schuss. Etliche öffentliche Plätze, die eigentlich zum Gucken und Jubeln reserviert waren, wurden wegen der Gefahr von Unwettern vorsorglich geschlossen. Viele Fans haben die ersten Tore so unter Umständen gar nicht gesehen, weil sie damit beschäftigt waren, wieder nach Hause zu fahren. Und dann, gegen Mitternacht, zündete nicht einmal das vorbereitete Feuerwerk – es war einfach zu nass.

Die Katzen sitzen an der Terassentür und gucken beleidigt nach draußen. Den Katzen ist es wurscht, dass die Natur den Regen braucht. Die Katzen wollen Grashüpfer fangen, Hummeln tatschen und sich auf der rascheltrockenen Wiese wälzen. Abends wollen sie dann heimkommen, staubig und dampfig vom Sommer und sich Spelzen aus dem Pelz zupfen lassen. Die Katzen finden den Regen doof. Und tigern am Fenster auf und ab.

Glaubt man dem Wetterbericht, regnet es noch mindesten zwei Tage lang. Das sollte reichen, um die Akkus wieder aufzuladen. Und dann darf es auch wieder Sommer werden…

 

Es grünt… noch…

Der Garten des Müllerschen Ansehens sieht schon wieder aus wie Sau. Ich mühe mich redlich, ich schwöre es. Aber die Wiese will und will nicht schön werden. Wahrscheinlich auch deswegen nicht, weil ich mich immer noch weigere, Geld auf den Rasen zu schmeißen. Wo andere einen Brunnen haben, der sommers die dürstende Wiese versorgt, muss unsereins aus dem Wasserhahn gießen. Ab einer bestimmten Grundstücksgröße frisst so ein Garten dann das Portemonnaie leer.

Zumindest den Rasenmäher führe ich nun regelmäßig aus, was, will man den Gartengroßmeistern der Nachbarschaft glauben, für das perfekte Grün unabdingbar ist. Das fiese, böse Unkraut habe ich mittlerweile auch entfernt. Von unserem Grundstück marschiert nun ganz sicher kein Löwenzahn mehr in andere Gärten ein. Das wurde übrigens bereits wohlwollend zur Kenntnis genommen.

Fehlt nun rein theoretisch nur noch die regelmäßige Bewässerung. Und da grätscht mir die Natur rein. War letzten Sommer noch regelmäßig für kühles Nass von oben gesorgt, sieht es diesen Sommer wieder sommerlicher aus – und damit auch trockener. Das Fachgespräch mit Opa Meyer vom Ende der Straße war letztens allerdings dezent motivierend. „Also ich stelle den Rasensprenger nicht mehr an“ schimpfte er. Herrn Müllers Vorschlag, die Wiese zu betonieren und grün anzustreichen, ging ihm dann aber doch zu weit. Und auch die vielen mittlerweile täuschend echt aussehenden Kunstrasen-Angebote sind nicht so recht etwas für ihn. Weil man ja spätestens im Winter sehen kann, dass die ganze Wiese ein einziger Beschiss ist. Und am Ende muss man sich dann auslachen lassen… dann lieber sommers am Juli/August Dürre.

Ich blicke nun täglich hoffnungsvoll zum Himmel und warte auf Regen. Noch sieht die Müllersche Wiese nämlich grün aus. Noch…

Startschuss…

Jetzt geht er wieder los, der Stress. Da wünscht man sich doch fast den Winter zurück.

Seit zwei Tagen: Startschuss Gartensaison. Kaum stiegen die Temperaturen auf einen zweistelligen Betrag, konnte man allerorten die Rasenmäher hören. Man kann ja nicht früh genug anfangen mit der Disziplinierung des Grüns. Auch ich bin da keine große Ausnahme, wenn ich es auch nicht so mit dem Rasenmähen habe. Für unsere Wiese werden wir wohl auch dieses Jahr den Preis für den Nichtrasen des Jahres bekommen. Aber sei´s drum. Zumindest bei dem ganzen Gartenrest bemühe ich mich um Ansehnlichkeit. Das fängt im Frühjahr mit Krokussen, Narzissen & Co. an, geht nahtlos über in die Zurschaustellung besonders ausgefallender Tulpenkreationen und rutscht dann so rüber ins sommerliche Blütenmeer. Spätestens im Herbst ist der Garten dann ein Selbstläufer… Zumindest den Strauchschnitt habe ich dieses Jahr pünktlich geschafft. Da haben mir die Ordnungsmannschaften im Kindergarten bestens beim richtigen Timing geholfen, denn eines schönen Tages haben die auf dem gesamten KiGa-Gelände alle Sträucher gestutzt. Da wusste ich: Wenn ausgebildete Fachkräfte das jetzt dürfen, darf ich das auch. Nur Herr Müller hatte wieder die Arschkarte gezogen: Der musste das ganze Grün nämlich mit der Familienkutsche abtransportieren…

Startschuss Nr. 2: Bikinisaison. Man sollte ja meinen, dass man irgendwann ein Alter erreicht hat, in dem einem Waschbrettbäuche und Knackärsche egal sein können. Im wirklichen Leben sieht es leider anders aus. Da klettert man zur Probe mal in ein Sommerkleid und wundert sich, dass das Teil plötzlich so komisch sitzt. Dann klettert man, auch zur Probe, auf die Waage und macht vor Schreck schnell die Augen zu. Die böse Zahl hat man aber – wie sollte es anders sein – trotzdem gesehen. Dann fragt man sich, ob an dem Gerücht, dass Kinder einem die Figur ruinieren, etwas dran ist, besinnt sich aber rechtzeitig auf die Wahrheit: Der Kühlschrank ist´s, der ruiniert. Und schon dreht man jeden Keks zweimal um…

Startschuss Nr. 3: Frühjahrsputz. Das tun ja eigentlich nur die, die sonst nie putzen. Ist so eine alte Weisheit. Leider ist an Weisheiten oft nicht viel dran, so dass alle Welt, kaum dass die Sonne zwischen den Wolken hervorblitzt „Oh Gott, die Fenster!“ ruft. Gestern wurden im Rentnerviertel dann auch kollektiv die Putzlappen geschwungen. Nur bei mir nicht. Ich lasse die Fenster noch ein wenig Fenster sein. Noch fällt schließlich Licht durch. Und Besuch kriegen wir auch ganz selten. Außerdem sehen die Fenster vom Gartenzaun aus blitzsauber aus. Überhaupt… Fensterputz. Schlimmste Strafarbeit gleich nach Bügeln.

Und Sie so? Auch den Schuss gehört?

Hexenring…

„Frau Müller, Sie haben Hexenringe im Garten!“ Opa Schorsch schaut misstrauisch über den Zaun und piekst mit dem Finger auf die Pilzpopulation auf unserer Wiese. In Verbindung mit meiner täglichen farbenfrohen Montur fällt ihm auch gleich ein lustiger Witz ein.

„Feiern Sie da mit Ihren Freundinnen wohl heute Nacht so ein Hexenritual?“ will er wissen.

Wir beide kichern. Er aus Schadenfreude, ich aus Nettigkeit.

„Nein,“ gebe ich zurück. „Derzeit gibt es Lieferengpässe bei den Opferziegen.“

Schorsch geht seiner Wege. Mit mir macht Spässle machen anscheinend keinen Spaß…

Wieder nix…

Wir haben das Wettrennen um den schönsten Vorgarten verloren – zum siebten Mal in Folge. Der Rasen sieht aber auch aus! Eigentlich ist das gar kein Rasen mehr. Nein, es ist eine Wiese, wie die Nachbarn es gern nennen – und das dürfen Sie jetzt keinesfalls als Kompliment verstehen. Nein, Wiese ist ein Böses Wort im Kosmos des Kleingärtners. Wiese heißt, dass man seinen Garten nicht im Griff hat und Unkräuter zulässt. Gänseblümchen zum Beispiel. Oder noch schlimmer, weil Pfui, Löwenzahn. Löwenzahn kommt einer Kriegserklärung gleich und ist schlimmer als Ah-Ah im Briefkasten… Doch, das können Sie mir glauben. Das müssen Sie sogar….

Wir jedenfalls sind wieder einmal durchgefallen. Nix mit Aushängeschild der Siedlung… Oooooooch.

Sind Sie auch so enttäuscht? Nein? Jetzt schämen Sie sich aber!