Verkatert…

So. Jetzt ist es passiert.

Schwarze Katze Nr. 4 ist in der Nachbarschaft eingezogen. Mit unserem Kater streunen nun fünf zum Verwechseln ähnliche Viecher durch die Gärten.

Sicher,  diese Fünflings-Sache hat ihre guten Seiten. Kackt eine schwarze Katze irgendwo ins Blumenbeet, wird es schwierig, mit dem Finger auf den richtigen Besitzer zu zeigen und mit Anwälten zu drohen. Und auch die pausenlos alles anpinkelnden Kater sind nicht mehr so leicht als Müllers oder Schuberts Besitz zu identifizieren.

Andererseits galoppieren jetzt auch immer mindestens 2 Katzen herbei, wenn man abends am Gartentor steht und nach der Mieze ruft. Mit nachlassender Sehkraft wird es so schwierig, den richtigen Vierbeiner auszusuchen.

Auch Doppelfütterungem passieren immer wieder. Denn das liebevoll angerichtete Mittagsschälchen wird schon mal von fremden Katzen geleert, die sich rotzfrech durch die Katzenklappe schleichen und gnadenlos ausnutzen, dass sie von Weitem wie Müllers vierbeiniger Mitbewohner aussehen.

Schön aber sind die abendlichen Zusammenkünfte im Garten. Da treffen sich dann 5 schwarze Katzen und der taube Weiße mit dem blauen und dem grünen Auge, schweigen sich lange an und gehen irgendwann wieder ihrer Wege.

Womit eindeutig die Vorteile überwiegen.

Und mir fällt ein: Das Katzenfutter ist schon wieder alle…

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Neulich nächtlich…

Oma Hilde ist die Heldin des Rentnerviertels. Aber sowas von. Sie hat den Penner gestellt, der seit Tagen abends und nachts in ihrem Garten herumirrt und dabei Geräusche macht, als leide er unter schlimmem Asthma. Ihren Apfelbaum plündert er übrigens auch, der Vandale. Und wenn sie es nicht besser wüsste, sie würde sogar behaupten…

Aber von vorn:

Oma Hilde, gesegnete 82 Jahre alt, verwitwet, 2 Kinder, 3 Enkel, noch kein Urenkel, kann nicht mehr so gut gucken. Dafür aber hört sie wie ein Luchs. Außerdem schläft sie nachts immer bei geöffnetem Fenster, weil das vor allerlei Unbill schützen soll – allem voran Krankheit. Und so begab es sich, dass sie eines Nachts plötzlich unheimliche Geräusche hörte. Da schlich jemand herum. Ganz eindeutig. Jemand mit einem schlimmen Lungenleiden. Der flink telefonisch kontaktierte Nachbar indes fand niemanden vor. „Mach Fenster zu, Hilde!“ rief er noch, bevor er wieder seiner Wege ging.

Am nächsten Abend jedoch – wieder Lärm. Schnaufen. Rumpeln. Alles sehr unheimlich. Dieses Mal machte Oma Hilde das Fenster dann wirklich zu. Für den Fall, dass Einbrecher auch klettern können. Ruhiger schlief sie aber nicht.

Gerüchten zufolge soll sie eines Abends sogar Unflätiges aus ihrem Fenster gerufen haben – zur Abschreckung quasi. Genützt hat es aber nicht. Als der Abendgast dann auch noch anfing, das extra für die Nachbarskatze rausgestellte Trockenfutter zu klauen und das zum Mosten bestimmte Fallobst unterm Apfelbaum zu essen, wurde es ihr endgültig zu bunt.

Oma Hilde schnappte sich ihren Schrubber und eine Trillerpfeife (weil Gerüchte besagen, dass Gesindel sich am Besten mit wildem Getrillere vertreiben lässt. Das hatte damals auch schon bei den lästigen Werbeanrufern der Telekom bestens gewirkt) und wagte sich hinaus.

Und dort stellte sie ihn dann – die Nachbarn sind Zeuge – einen…

Igel.

Riesig sei er gewesen, hieß es später. Mopsgroß! Ungelogen! Und hätte Oma Hilde nicht todesmutig in ihre Pfeife gepustet, wer weiß, was passiert wäre… Der Stechling gab Fersengeld und Hilde musste erstmal einen Schnaps trinken. Auf Ex.

Seitdem ist sie die Heldin der Nachbarschaft. Denn ihre Geschichte schlägt sogar die von den kopulierenden Füchsen, die letztes Frühjahr beim Aldi für einen Polizeieinsatz gesorgt haben. So ein poppender Fuchs macht zuweilen nämlich Geräusche, die an ein Gewaltverbrechen denken lassen.

Aber so ein schnaufender, Äpfel essender und Trockenfutter klauender Monsterigel toppt natürlich alles…

Fast Ende…

Jetzt ist unsere Urlaubswoche schon fast wieder vorbei. Und eigentlich haben wir auch alles geschafft, was so auf dem Plan stand.

Wir haben die Patenhühner beguckt. Ganz in der Nähe dieses ominösen Wurmloches. Die sind mittlerweile ausgewachsen und machen ordentlich Spektakel. Weshalb auch schon ein paar Hähne Frikassee geworden sind.

Hühner

Aber das Leben ist nun mal kein Ponyschlecken. Die Müllerschen Kindlein indes streichelten fröhlich Hühnchen und machten Abends noch  aufgeregt „Gack, Gack!“

Dann waren wir im Zoo. Kind 1 suchte sich als Abschluss-Souvenir eine ziemlich große und hässliche Gummispinne aus. So kennen und lieben wir unsere Brut. Kind 2 wollte dringend diese „Katze“:

Stinkkatze

Die Verwechslung aufzuklären erschien uns nicht relevant – sind ihr in der Vergangenheit doch schon ganz andere Persönlichkeiten anheim gefallen…

Schließlich haben wir noch kurz bei Mitblogger michmithund vorbeigeschaut, um zu überprüfen, ob Kind 1 mittlerweile dazu in der Lage ist, den Hund angemessen Gassi zu führen. Am Ende haben wir beschlossen, die Versuchsreihe vielleicht nächstes Jahr noch einmal durchzuführen.

Baden waren wir Dank eines lieben Gutscheingeschenks unserer Hühnerpflegerin auch und haben festgestellt, dass Freizeitbäder spätestens ab 13Uhr vor Überfüllung knirschen. Nichtsdestotrotz  hatten wir einen schönen Tag. Und jetzt vielleicht auch Fußpilz. Zumindest aber Wasser im Ohr.

Und last but not least fand sich dann noch die Zeit für ein Mount Everest-artiges Eisbecherfoto. Und Sie? Denken Sie auch dran?

 

Bruce…

Bruce Campbell sitzt beim örtlichen Supermarktbäcker und schlürft gelangweilt einen Latte Macchiato. Mein spontaner Impuls, mich in echter Fanmanier vor ihn hinzuschmeißen, wird jedoch prompt unterdrückt, als er anfängt, sich mit seinem Kumpel zu unterhalten. Diesen schlimmen fränkischen Einschlag hört man in seinen Filmen gar nicht raus…

„Hat Ihnen schon mal jemand gesagt, dass Sie aussehen wie Bruce Campbell?“ will ich wissen, als ich mit meiner Brötchentüte an ihm vorbeigehe. Er schaut auf.

„Ja, das höre ich öfter.

Aber wissen Sie, ich gucke zuhause nicht so viel Fernsehen. Und Dschörmennies next Topmodell interessiert mich jetzt auch nicht wirklich.“

Ach so…

Paul überall…

alles Pauls...Mittlerweile habe ich den Überblick verloren. Als Kind 2 letztens „das Buch mit Paul“ anschauen wollte, habe ich prompt das falsche gebracht. Und dann gab es Mecker…

Weil wir nämlich nicht nur ein Buch haben, in dem ein Paul vorkommt. Nein. Mittlerweile sind es acht. Nur drei Pauls sind Kinder. Die anderen sind Pferde, Bären, Hunde und etwas, das entfernt an einen Elefanten erinnert. Stehe ich dann da und soll aus der verwirrenden Anzahl an Pauls DEN Paul herausfischen, kann ich nur daneben greifen. Denn mit einem Kind, dessen Alter nicht in Jahren sondern noch in Monaten benannt wird, darüber zu fachsimpeln, welcher Paul nun der richtige ist, ist schwierig.

Lustig sind nämlich alle. Klein auch. Viele fahren Bobbycar oder ein entsprechendes Pendant. Oder besuchen die Oma. Schlafen gehen am Ende der Geschichte auch alle. Wir könnten natürlich nach Farben gehen. Allerdings sind dann immer noch drei Pauls Blau. Zählen wir die Beine, kommen wir auch nicht weiter. Der Versuch, den Paul mit der Latzhose zu identifizieren, ging letztens promt in die selbige. Sie glauben gar nicht, wie viele Pauls Latzhosen tragen. Und „der mit der Mama“ ist auch kein Ausschlusskriterium.

Um die Verwirrung komplett zu machen, gibt es sogar mittlerweile zwei Bücher, in denen „Paul und Klara“ vorkommen. Dass die einen Geschwisterkinder und die anderen Kuh und Esel sind, macht es nicht gerade leichter.

Bleibt mir nur, die Bücher zu nummerieren und dem Kind schnellstens das Zählen beizubringen. Was dann auch viel lustiger ist, wenn das Kind ein Buch anschauen will. „Einmal die sechs! Aber pronto!“

Schon wieder…

Manchmal hat Wahnsinn Methode. So bekam ich ja bereits vor geraumer Zeit eine ominöse Anfrage, ob ich mich nicht endlich um diverse Abrechnungen kümmern möchte. So gar nicht vertraut auf dem Gebiet des Rechnungswesens, schob ich die Bitte seinerzeit zurück zum Absender.

Heute bekomme ich eine Mail vom gleichen Absender. Nur geht es diesmal um vage Details einer Betriebsprüfung. Erneut verweise ich auf meine absolute Unkenntnis in diesen Dingen und schicke die Mail, versehen mit einem Grinsegesicht auf die Reise.

Dann aber werde ich nachdenklich. Manchmal, das wird mir kurz darauf bewusst, schickt einem das Universum Botschaften. „Mach was anderes!“ lauten diese kosmischen Glückskekszettel. „Ändere Dein Leben!“ etwa. Oder „Gehe auf Weltreise!“ „Backe mal einen Kuchen mit Zucchini!“

Warum meine kosmische SMS allerdings: „Werde Buchprüfer!“ heißt, ist mir ein Rätsel…

Heike…

„Heike!“ plärrt es durch den Supermarkt. „Heike, warte doch mal!“

Manche Leute haben echt kein Gespür für Anstand, denke ich und schiebe mein Wägelchen weiter. Herr Müller ist gerade bei den Wurstwaren verschwunden und ich muss dringend noch Müsli…

„Heike! Mensch!“ Eine Frau stellt sich mir in den Weg. Ich will dezent links vorbei, aber die menschliche Barriere macht flink noch einen Schritt auf mich zu. Dann greift sie nach mir. „Wir haben uns aber lange nicht… Mensch Heike! Kennste mich noch? Renate! Du bist so dünn!“ Ich blicke verwirrt hinter mich, aber da steht keine Heike. Deshalb suche ich Augenkontakt mit der lauten Person vor mir. „Sie verwechseln…“ beginne ich, aber der Satz hat schon zu umständlich begonnen.

„Wo ist denn der Thomas?“ will Renate wissen und schaut suchend in die Runde. Den Thomas habe ich vor hundert Jahren zugunsten von Herrn Müller verlassen. Aber das kann die da nicht wissen. Wir kennen uns nämlich nicht. Ich bin offensichtlich das Opfer einer Verwechslung. Oder Kandidat bei „Versteckte Kamera“. Nichtsdestotrotz bin ich kurz verwirrt, wie das oft der Fall ist, wenn Fremde mit scheinbaren Interna aus dem eigenen Leben auftrumpfen.

„Meeeensch,“ sagt Renate wieder, meine Irritation ausnutzend. „Wohnst du noch bei der Vogelbrücke? Da wird ja jetzt gebaut wie bekloppt, da ist es bestimmt immer sehr laut. Wir müssen unbedingt mal eine Kaffee zusammen trinken.“

„Ich bin nicht….“ versuche ich nochmal, aber meine neue Freundin lässt sich nicht unterbrechen. „Haste nochmal ´n Kind gekriegt!“ freut sie sich. „Ist dem Thomas wie aus dem Gesicht geschnitten.“ (Dass mir das bloß keiner Herrn Müller erzählt.) „Ist das nicht schwer mit drei Kindern? Und der Thomas? Immer noch bei Siemens?“

Herr Müller biegt mit einem mittelgroßen Wurstpaket um die Ecke und stellt sich neben mich. Die Frau schaut umständlich an ihm hoch. Dann wandern ihre Blicke zu mir. „Mein Mann,“ stelle ich vor. Herr Müller gibt brav die Hand. „Wir müssen dann auch…“ beeile ich mich. „War schön, dich mal wieder…“ Dann schiebe ich eilig meinen Wagen beiseite und nehme Fahrt auf.

„Wer war denn das?“ will Herr Müller wissen.

Ich zucke die Schultern. „Na die Renate!“ sage ich. „Kennste nich?“

Er schüttelt den Kopf.

„Dann geht´s dir wie mir…“