Katzennichtritt…

Seit Tagen warte ich darauf, dass ich endlich das ultimative Foto schießen kann. Das Foto von der Katze, die auf dem Staubsauger durch die Wohnung reitet.

RupertLeider werde ich auf dieses Bild wohl lange warten müssen. Der Staubsauger, der seit Kurzem selbstständig bei uns für Ordnung sorgt und aussieht wie ein Ufo im Tiefflug, ist den Katzen nicht geheuer. Dabei ist Rupert (wir nennen ihn Rupert) äußerst diskret. Er ist leise, er putzt dienstbeflissen Staub, Fussel und Haare weg und dreht zur allgemeinen Belustigung immer mal wieder Pirouetten auf dem Teppich. Manchmal versteckt er sich auch unter dem Schrank und weigert sich dann, wieder hervorzukommen. Aber daran arbeiten wir noch. Wenigstens ruft er um Hilfe, wenn er feststellt, dass er keinen Ausgang mehr findet. Meist macht er aber nur sehr sehr gründlich unterm Schrank sauber und verendet dann an erschöpfter Batterie.

Die Katzen, um mal aufs Thema zurückzukommen, verfolgen Rupert nun stets in sicherem Abstand durch die Wohnung. Staubsaugt er gerade im Wohnzimmer, hocken sie sich an den Rand des Teppichs und gucken sparsam. Rollt er vertrauensvoll auf sie zu, stehen sie betont gelassen auf und schreiten davon. Von einem Ritt auf dem Staubsauger sind wir weit entfernt. Allmählich nachlassendes felines Interesse wird es zudem in Zukunft unmöglich machen, ein Staubsauger-Katzen-Foto zu schießen. Es sei denn, ich klebe die Katzen oben auf den Staubsauger drauf. Aber das verbietet sich. Aus offensichtlichen Gründen.

Die Kinder, das kann ich Ihnen versichern, würden sofort aufsitzen. Leider macht Rupert die Grätsche, wenn sich jemand, der keine Katze ist, auf ihn drauf setzt. Dann macht er Geräusche, als hätte sich jemand auf ihn drauf gesetzt und will nicht weiterfahren.

Vielleicht kaufen wir uns, wenn wir mal gar nicht mehr wissen, wohin mit unserem Geld, einen dieser selbstständigen Rasenmäher. Auf den kann man dann sicher auch ´ne Katze setzen und lustige Bilder machen. Bis dahin sollten die Katzen hinreichend desensibilisiert sein. Oder alt und taub genug, dass sie nichts mehr aufregt… Schauen wir mal.

Übrigens, dieser Blog hat heute seinen 4. Geburtstag. Schön, oder?

BDayBlog

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Das große Krabbeln…

Der Herbst steht vor der Tür. Zeit für die Kellerspinnen, sich in wärmere Gefilde aufzumachen – will heißen: In die oberen Etagen der Müllerschen Villa…

Neuerdings gesellen sich beim abendlichen Fernsehvergnügen wieder Achtbeiner zu uns. Meist machen sie auf sich aufmerksam, indem sie im Halbdunkel knapp am Gesichtsfeld vorbeihuschen, aber schon verschwunden sind, wenn man den Kopf gedreht hat. Lediglich die Tatsache, dass mindestens eine Katze erfreut aufspringt und in irgend eine Ecke hüpft, zeigt uns, dass wir keiner Sinnestäuschung erlegen sind. Frau Müller zieht dann die Beine an, Herr Müller seufzt.

Normalerweise wäre jetzt alles gut. Wenn die Katze die Beute erspäht hat, braucht man nur noch zu warten, bis es irgendwann lustig knuspert. Dann weiß man: Der Kater hat ein wenig arachnoide Proteine zu sich genommen und Familie Müller ist wieder sicher. Neuerdings stellt sich unser Kater aber pingelig an. Möglicherweise hat die letzte Spinne nicht geschmeckt. So stellt er die Beute zwar nach wie vor, bleibt dann aber hocken und guckt sie sich erstmal ganz genau an. Will sie wegrennen, tappt er einmal mit der Pfote oben drauf. Die Spinne gibt dann in Stoßdämpfermanier ein wenig nach und federt wieder nach oben.

Katze zwei kommt hinzu, guckt aber auch bloß. Wahrscheinlich werden nun Wetten abgeschlossen: „Wetten, dass du dich nicht traust, den fetten schwarzen Eumel da zu essen?“ Sie vermuten richtig: Keiner traut sich.

„Ich hole den Staubsauger.“ seufzt Herr Müller und schwingt sich genervt vom Sofa. Frau Müller stellt derweil sicher, dass die embryonale Schutzhaltung, in der sie sich mittlerweile befindet, ja keine Lücken aufweist. Poltert Herr Müller nun mit dem Staubsauger gen Getieransammlung, macht unser Kater meist genau das Falsche. Er bringt seine Beute in Sicherheit, indem er sie mit einem eleganten Pfotenschwung unter den Schrank schießt. Wäre ja noch schöner, wenn wir hier einfach Spielzeug einkassieren.

Wir können uns nun aussuchen, ob wir mit dem Staubsauger ein wenig unter dem Schrank herumstochern wollen. Die Chancen, eine Spinne auf diese Weise zu erwischen, liegen bei unter 20 Prozent. Dafür finden sich allerlei andere nützliche Dinge an: Stifte, Murmeln, ein halber Keks. So bleibt uns denn nichts anderes übrig, als den Staubsauger zu Abschreckungszwecken im Wohnzimmer stehen zu lassen und zu hoffen, dass es dem Viechzeug in Zukunft eine Lehre ist…

Dingdong…

Guten Tag, ich komme von der Firma Vorwerk.
Oh, das  tut mir leid.
Ist denn die Hausfrau da?
Wer?
Die Dame des Hauses.
Sowas haben wir hier nicht!
Und Ihre Mutter?
Ja, die ist zuhause, aber die wohnt hier nicht. Ich kann Ihnen gern die Adresse…
Nein, danke…
… wenn Sie die Mühe auf sich nehmen wollen, 400 Kilometer…
Brauchen Sie denn Ersatzteile?
Nein, ich halte nichts von Schönheitsoperationen.
Vorwerk verkauft Staubsauger, wissen Sie.
Haben wir, sowas.
Darf ich Ihnen vielleicht…
Ne…Aber was ich schon immer fragen wollte: Kann man davon leben?
Äh, dann lasse ich mal ein paar Broschüren da.
Ne, lassen Sie mal.

Klamotten des Schreckens: Kapitel 4…

Guten Tag, ich bin von der Firma Vorwerk und möchte Ihnen gern unser neuestes Exemplar eines Hochleistungs-Atomantrieb-Staubsaugers vorstellen. Darf ich eintreten?

Nein, dürfen se nich!

Himmel nochmal, wer zieht Sie eigentlich an? War das Muddi? Oder kaufen se Ihre Sachen am Ende selber? Soll ich ma mitgehen und mit Ihnen ein schickes Sacko aussuchen? Vielleicht eines, das nich so aussieht, als wäre vor zwanzig Jahren Opa drin beerdigt worden? Wär schön, wa?

Kommen se ma mit, wir gehen ma los und gucken ma. Da findet sich sicher was, das Ihrem jugendlichen Chic, Ihrem Elan und Ihrer unterschwelligen Erotik gerecht wird. Sie sind doch jung und dynamisch und Sie sehen so gut aus, warum haben se denn den ollen Lappen an?

Und wenn wa dann schon ma so weit sind, dann suchen wir Ihnen auch gleich einen neuen Job. Also los jetzt! Auf!