Spätsommer, Spekulatius, Solar und Softeis…

Es spätsommert. Frauen ziehen Übergangsjacken an, der Handel räumt die Weihnachtsdeko raus und Spinnen werden sehr plötzlich sehr dick. Die Katzen gehen nicht mehr so gern raus und wenn doch, kommen sie mit Kletten im Fell wieder heim. Am Morgen, wenn unsereins mit tranigem Blick aus dem Fenster schaut, nebelt es nun meist. Und die Sonne sitzt gerade mal so am Horizont, als wüsste sie auch noch nicht so recht, ob es sich lohnt, heute noch aufzustehen.

Spätsommer kann sehr schön sein. Meist aber eher so gegen Nachmittag, wenn der Nebel sich verzogen hat, die Wiese wieder begehbar, weil trocken, ist und die Sonne noch einmal scheint, als gäbe es kein Morgen. Jetzt, in der Früh, ist Spätsommer eher so etwas wie Herbst-Light. Man weiß nicht, ob es heute noch regnen wird. Und noch weniger weiß man, was man anziehen soll. Denn natürlich ist es arschkalt, stellenweise sind wir schon bei einstelligen Temperaturen. Aber immer hat man im Hinterkopf, dass es später ja ziemlich sicher wieder warm werden wird. Und dann steht man da in seiner Jacke mit dem Fellkragen und muss sich von Passanten mitleidig belächeln lassen…

Der Supermarkt um die Ecke hat pünktlich zum ersten September auf Advent geschaltet. Auch das ist ein untrügliches Zeichen des Spätsommers. Herr Müller, immer für saisonale Scherze mit Bart zu begeistern, stellt denn auch gern mal die Frage, wo denn die Christbäume seien. Die Verkäuferinnen lächeln dann meist gequält. Ich packe derweil heimlich Baumkuchen in den Wagen. Ganz nach unten, unter die Eier und den Reibekäse.

Übrigens: Unsere Solaranlage ist im Eimer. Genau genommen der Temperaturfühler des Kollektors. Der zeigt nun entweder gar nichts an oder schlägt nachts um zwei Alarm, weil er 200°C im Kollektor vermutet. Was schon allein wegen der tageszeitbedingten Abwesenheit der Sonne unmöglich ist. Der flink kontaktierte Solaranlagenfachmann mutmaßt einen Marderschaden und rät dazu, den zweimal am Tag Alarm schlagenden Alarm auszustellen. Darüber hinaus werde schon nichts passieren und er käme dann „die Tage mal“ vorbei. Derweil rattert und bollert es im Keller, als hätte man dort gerade die Dampflok erfunden. Frau Müller, die immer gleich denkt, das Haus explodiere jeden Moment, lässt sich vom Ehegatten beruhigen. Das sei Wasserdampf in den Rohren. Na wehe, wenn nicht…

Das mit der Blog-Parade steht darüber hinaus auch noch an. Ich prokrastiniere etwas vor mich hin, was die Auswertung Ihrer Eisbecher anbelangt. Die Beteiligung war ja eher so mittel. Das könnte natürlich am diesjährigen Nichtsommer liegen. Aber ich will mir nichts vormachen. Wer hier nichts schreibt, darf auch nicht erwarten, dass jemand mitliest. Oder gar mitmacht. Die Auswertung also demnächst.

Und jetzt Kaffee…

 

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Fast Ende…

Jetzt ist unsere Urlaubswoche schon fast wieder vorbei. Und eigentlich haben wir auch alles geschafft, was so auf dem Plan stand.

Wir haben die Patenhühner beguckt. Ganz in der Nähe dieses ominösen Wurmloches. Die sind mittlerweile ausgewachsen und machen ordentlich Spektakel. Weshalb auch schon ein paar Hähne Frikassee geworden sind.

Hühner

Aber das Leben ist nun mal kein Ponyschlecken. Die Müllerschen Kindlein indes streichelten fröhlich Hühnchen und machten Abends noch  aufgeregt „Gack, Gack!“

Dann waren wir im Zoo. Kind 1 suchte sich als Abschluss-Souvenir eine ziemlich große und hässliche Gummispinne aus. So kennen und lieben wir unsere Brut. Kind 2 wollte dringend diese „Katze“:

Stinkkatze

Die Verwechslung aufzuklären erschien uns nicht relevant – sind ihr in der Vergangenheit doch schon ganz andere Persönlichkeiten anheim gefallen…

Schließlich haben wir noch kurz bei Mitblogger michmithund vorbeigeschaut, um zu überprüfen, ob Kind 1 mittlerweile dazu in der Lage ist, den Hund angemessen Gassi zu führen. Am Ende haben wir beschlossen, die Versuchsreihe vielleicht nächstes Jahr noch einmal durchzuführen.

Baden waren wir Dank eines lieben Gutscheingeschenks unserer Hühnerpflegerin auch und haben festgestellt, dass Freizeitbäder spätestens ab 13Uhr vor Überfüllung knirschen. Nichtsdestotrotz  hatten wir einen schönen Tag. Und jetzt vielleicht auch Fußpilz. Zumindest aber Wasser im Ohr.

Und last but not least fand sich dann noch die Zeit für ein Mount Everest-artiges Eisbecherfoto. Und Sie? Denken Sie auch dran?

 

Erschreckt…

Dahin… alle jahrelang mühsam erzielten Erfolge zerstört. Und das nur, weil Herr Müller das Klo repariert hat.

Spinnen und ich – wir haben eine eigenartige Beziehung zueinander. Früher fiel ich schon tot um, wenn ich nur das Wort hörte. Heute kann ich den einen oder anderen Achtbeiner schon mal sachte vor die Tür setzen. Bis gestern zumindest konnte ich das. Dann entschloss sich Herr Müller, die defekte Wasserspülung der Toilette zu reparieren.

Wer so einen Wasserkasten schon mal aufgemacht hat, der sieht vor allem eines: Kalkformationen. Je nach Härtegrad des örtlichen Wassers kann die Tropfsteinhöhle fotoverdächtig sein. Dachte sich auch Herr Müller, als er durchs Haus brüllte, ich soll doch mal zum Sehenswürdigkeiten gucken kommen. Ich, die immer gern glotzt, wenn es etwas zu glotzen gibt, kam natürlich prompt angesprungen. Und weil dies auch ein Service-Blog ist, wollte ich die mineralischen Gebilde fotografieren. Oder, wie Herr Müller sagte: „Dann haste was für´n Blog.“

Dummerweise machte ich den Versuch, so weit wie möglich in den in der Wand verbauten Wasserkasten hineinzukriechen, um auch ja eine möglichst dramatische Aufnahme zu machen. Das dann folgende Geschrei scheuchte zuerst die Katzen ins untere Stockwerk, dann die Kinder ins Treppenhaus und zuletzt den Gatten ins Bad. In umgekehrter Reihenfolge sahen sie dann die Dame des Hauses an sich vorbeigaloppieren. Der Grund für den sportlichen Elan fand sich im Wasserkasten. Rattengroß. Spinnig. Und ich schwöre, es hat mich angefaucht.

Logisch, dass alle erstmal gelacht haben, als sich herausstellte, dass ich nicht vor Bigfoot flüchte sondern „nur“ vor einer Spinne. Die stellte sich zwar auf den zweiten Blick als nicht ganz so riesig heraus wie zuerst angenommen, wurde von Herrn Müller dann netterweise aber trotzdem als „ausgewachsenes Exemplar einer Kellerspinne“ bezeichnet. Wenn einem so ein Krabbeltier aus 3 Millimeter Entfernung in die Pupille schaut, ist sie halt ein bisschen mächtiger als nur handtellergroß. Der Satz: „Die hat viel mehr Angst vor dir als du vor ihr.“ stimmt in so einem Moment übrigens nur bedingt. Um nicht zu sagen gar nicht. Im Gegenteil: Spinnie flitzte fröhlich durch den Wasserkasten, ging kurz baden und machte es sich schließlich auf dem Wassereinlassdingens bequem. Wo Herr Müller sich ihrer dann annahm.

„Weißte“, sagte Herr Müller dann noch. „Spinnen sind ja eher Einzelgänger. Da ist also garantiert keine zweite drin.“ Was mir wurscht sein kann, denn ich stecke den Kopf garantiert nie wieder in Wasserkästen. Oder sonst irgendwohin. Meine Therapieerfolge sind nun erstmal dahin. Aber Herr Müller konnte in aller Ruhe die Wasserspülung reparieren. Ohne Angst vor Krabbelvieh zu haben. Ist doch auch was. Gern geschehen…

Beute…

Gespannt gucken wir jeden Morgen ins Bad und lassen uns überraschen, was die Badewanne dieses Mal eingefangen hat. Seit es draußen kälter wird, trägt die Wanne nämlich aktiv zum Lebensunterhalt der Familie bei und liefert wöchentlich Proteinhaltiges.

„Ieh! Eine Spinne!“ kräht Kind 1.

„Das ist ein Käfer.“ klugscheißere ich.

„Ein Laufkäfer!“ springt Herr Müller in die selbe Bresche. Wir stehen und gucken interessiert, wie der Käfer in der Wanne herumflitzt. Der hat ordentlich Ausdauer, was besonders Kind 1 Spaß macht. Die sieht sich schon als Rennkäfertrainerin und feuert den Jogger fleißig an.

Ich platziere schließlich ein Blättchen Klopapier in der Badewanne und scheuche den wild hakenschlagenden Käfer auf die Unterlage. Nach einem bisschen Gehetze (Käfer) und Gekichere (Kind) lässt sich das Insekt auf dem Papier nieder. Dann geht die Reise durchs Fenster in die Freiheit.

Weniger entspannt geht es zu, wenn wir einem Achtbeiner begegnen. Da muss Herr Müller ran. Schließlich ist er für die Erlegung von Raubtieren zuständig.

Kind 1 bietet sich nun regelmäßig zur Käferpflege an. Ein leeres Marmeladenglas wurde bereits in der Speisekammer ausgemacht, darüber hinaus wurden letztens von draußen Blätter mitgebracht. Jedem Käfer, den wir nun in der Badewanne ausmachen, wird flink ein Name gegeben. Einen „Joschi“ schmeißt man eben nicht so einfach raus in den kalten Herbst. Mein Vorschlag, kleine Käferschals zu stricken, wird lapidar als „Quatsch“ abgetan. Wir haben also noch Redebedarf.

Wird es draußen übrigens wieder wärmer, lässt der Jagdtrieb der Badewanne wieder nach. Dann müssen wir selbst auf Käferjagd gehen… Man kann ja nicht alles haben.

Geträumt…

Herr Müller hat geträumt. Das ist an sich nicht ungewöhnlich und passiert statistisch gesehen jede Nacht mehrfach. Was allerdings Anlass zur Sorge gibt, ist der Inhalt des Traumes. So haben sich mitnichten Scarlett Johansson und Megan Fox in Hühnchenkostümen gegenseitig mit Wackelpudding beworfen, wie es zu erwarten gewesen wäre.

Nein, Herr Müller hat von mir geträumt.

Erst waren wir essen, aber es hat nicht geschmeckt.

Dann sind wir in ein rotes Auto gestiegen, hatten aber wegen eines falsch geparkten Zirkuselefanten eine Panne und mussten mitten auf der Straße aussteigen und zu Fuß weitergehen.

Und jetzt kommt´s: „Du hattest zwei Handtaschen dabei! Und hast beide am Straßenrand abgestellt, ihnen eine gute Nacht gewünscht und bist weggegangen.“

Sowas Unrealistisches! Jeder Mensch weiß doch, dass frau ihre Handtaschen nie allein in der Wildnis zurücklassen würde… Womit soll ich um mich hauen, wenn Herr Müller plötzlich von Zombies träumt? Oder noch schlimmer: Von Spinnen!

Das große Krabbeln…

Der Herbst steht vor der Tür. Zeit für die Kellerspinnen, sich in wärmere Gefilde aufzumachen – will heißen: In die oberen Etagen der Müllerschen Villa…

Neuerdings gesellen sich beim abendlichen Fernsehvergnügen wieder Achtbeiner zu uns. Meist machen sie auf sich aufmerksam, indem sie im Halbdunkel knapp am Gesichtsfeld vorbeihuschen, aber schon verschwunden sind, wenn man den Kopf gedreht hat. Lediglich die Tatsache, dass mindestens eine Katze erfreut aufspringt und in irgend eine Ecke hüpft, zeigt uns, dass wir keiner Sinnestäuschung erlegen sind. Frau Müller zieht dann die Beine an, Herr Müller seufzt.

Normalerweise wäre jetzt alles gut. Wenn die Katze die Beute erspäht hat, braucht man nur noch zu warten, bis es irgendwann lustig knuspert. Dann weiß man: Der Kater hat ein wenig arachnoide Proteine zu sich genommen und Familie Müller ist wieder sicher. Neuerdings stellt sich unser Kater aber pingelig an. Möglicherweise hat die letzte Spinne nicht geschmeckt. So stellt er die Beute zwar nach wie vor, bleibt dann aber hocken und guckt sie sich erstmal ganz genau an. Will sie wegrennen, tappt er einmal mit der Pfote oben drauf. Die Spinne gibt dann in Stoßdämpfermanier ein wenig nach und federt wieder nach oben.

Katze zwei kommt hinzu, guckt aber auch bloß. Wahrscheinlich werden nun Wetten abgeschlossen: „Wetten, dass du dich nicht traust, den fetten schwarzen Eumel da zu essen?“ Sie vermuten richtig: Keiner traut sich.

„Ich hole den Staubsauger.“ seufzt Herr Müller und schwingt sich genervt vom Sofa. Frau Müller stellt derweil sicher, dass die embryonale Schutzhaltung, in der sie sich mittlerweile befindet, ja keine Lücken aufweist. Poltert Herr Müller nun mit dem Staubsauger gen Getieransammlung, macht unser Kater meist genau das Falsche. Er bringt seine Beute in Sicherheit, indem er sie mit einem eleganten Pfotenschwung unter den Schrank schießt. Wäre ja noch schöner, wenn wir hier einfach Spielzeug einkassieren.

Wir können uns nun aussuchen, ob wir mit dem Staubsauger ein wenig unter dem Schrank herumstochern wollen. Die Chancen, eine Spinne auf diese Weise zu erwischen, liegen bei unter 20 Prozent. Dafür finden sich allerlei andere nützliche Dinge an: Stifte, Murmeln, ein halber Keks. So bleibt uns denn nichts anderes übrig, als den Staubsauger zu Abschreckungszwecken im Wohnzimmer stehen zu lassen und zu hoffen, dass es dem Viechzeug in Zukunft eine Lehre ist…

Erstens…

So, da sind wir nun. Fremdes Haus…

Blumen soll ich gießen, steht da. Und die Katzen füttern. Ach und die Aquarien bitte auch nicht vergessen – die Fische seien gefräßiger, als sie aussehen. Der Garten darf so bleiben, wie er ist, es sei denn, es wollen Tomaten geerntet werden. Oder der eine oder andere frühe Apfel. Und überhaupt, warum ist der Garten da so viel toller als meiner? Und wieso haben die einen Wintergarten und ich habe keinen? Die Welt ist ungerecht. Obwohl… die haben keinen Keller. Den haben nun wiederum wir. Andererseits sollte man vielleicht nicht unbedingt stolz darauf sein, ein extra Geschoss nur für Spinnen zu haben…

Wir haben eben noch schnell Lebensmittel eingekauft. Jetzt liegen alle Kinder im ohnmächtigen Mittagsschlaf, denn so ein Supersupermarktbesuch kommt schon einer kleinen Wanderung gleich. Und Herr Müller und ich sitzen den Wintergarten ein. Der leicht grüne Neidstich in meinem Gesicht verleitet Herrn Müller zu der Aussage, er kann mir daheim auch vier Fenster auf die Terrasse betonieren. Da könne ich mich dann dahinter hocken und mir zumindest einbilden, ich hätte einen Wintergarten…

Die Katzen mögen uns übrigens noch nicht so richtig. Die verstecken sich derzeit. Eine unterm Gästebett, eine irgendwo im Haus. Beide Katze tarnen sich so gut, dass wir ihre Anwesenheit nur am stetig abnehmenden Katzenfutterpegel in der Küche erkennen können.

Heute Nachmittag gucken wir dann mal, ob die Ostsee noch genügend Wasser enthält.

Fotos kriegen Sie dann, wenn ich die Kamera wiedergefunden habe.