Wieder nicht…

Halloween war dieses Jahr wieder der Burner. Kein Kind da! Wirklich nicht! Wenn man von den zwei Prinzessinnen absieht, die an der Tür geklingelt haben, noch bevor es überhaupt dunkel geworden ist. Tageslichtprinzessinnen gelten nicht! Bitte für die Zukunft merken!

Dabei waren wir äußerst nett: Haben Süßes gekauft, verstecken auch wirklich keinen Rosenkohl in Rocher-Papier und machen uns auch keinen Spaß daraus, Zahnbürsten und Zungenreiniger zu verteilen. Nein: Wir sind auf Horden unterzuckerter Winzlinge extrem gut vorbereitet. Mit gigantischen Schüsseln voller Kariesbomben und einem als Spiderman angemalten Kleinkind.

Und dann das: Nichts. In der kompletten Straße herrscht Totentanz (Achtung Halloween-Wortspiel). Vermutlich hat sich herumgesprochen, dass das Rentnergeschwader in unserer Gegend nicht gut auf Monsterkinder zu sprechen ist. Überhaupt muss man sich in der Hochzeit von Horrorclowns ja ungemein in Acht nehmen. Türen öffnen nach Einbruch der Dämmerung ist da nicht drin! Was es ziemlich sinnlos macht, sich als Kind zu uns ins Viertel zu verirren und nach Süßigkeiten zu fragen.

Das extra einstudierte „Süßes oder Saures? Dann hätte ich gern was Süßes.“ bleibt ungenutzt.

Also kein Halloween dieses Jahr. Auch gut. Essen wir die ganze Schokolade eben selbst. Ist auch viel zahngesünder. Zumindest für die nicht hier gewesenen Kinder…

Wichtel…

Sie da! Schon mal gewichtelt? Ja? Im Kindergarten? Der Grundschule?

Wie lustig in diesem Zusammenhang, dass wir heuer wieder wichteln. Unter den Kollegen nämlich. Wer nicht weiß, worum es geht, dem sei kurz erklärt: Wichteln ist eine Form des (vor-)weihnachtlichen Schenkens. Jeder zieht aus einem Topf einen Namen, denkt sich für diese Person etwas Schönes aus und beschenkt sie, zum Beispiel zur Weihnachtsfeier. Alles ganz anonym. Niemand erfährt, wer wen beschenkt hat.

Wichteln kann super sein. Zieht man den Namen einer Person, die man mag, findet sich meist auch eine schöne Kleinigkeit. Fällt einem jemand zu, der nicht der eigenen Wellenlänge entspricht, kann sich die Geschenkefindung unter Umständen dramatisieren. In diesem Zusammenhang ein Tipp: Es hat sich bewährt, das Prinzip der strikten Geheimhaltung dezent zu untergraben. Sei es, dass man bei Leuten, die der gewichtelten Person näher stehen als man selbst, nachfragt. Oder man tauscht gleich. Macht man das oft genug, hat man am Ende seinen Traumkandidaten und findet das perfekte Geschenk.

So. Und das war die Theorie.

Die Praxis sieht in der Regel so aus, dass sich erst einmal alle angucken und ein bisschen Angst haben. Dann zieht man grundsätzlich den eigenen Namen. Leider darf man sich nicht selbst beschenken, weshalb man den Zettel zurück in den Hut schmeißt und einen anderen Namen zieht. Nun beginnt die Zeit der Ratlosigkeit.

Eins vorweg: Nett bleiben ist das oberste Prinzip. Geschenke sollen Geschenke sein und keine Belehrung, Veralberung oder im schlimmsten Fall Beleidigung. Damals in der Schule hatten wir einen Kandidaten, der grundsätzlich auf Unzulänglichkeiten herumtrampelte und Deos, Minzbonbons und ähnlichen Unsinn verschenkte. Macht man nicht. Das Warum erklärt sich von selbst.

Dann geht es weiter: Gehört sich Schokolade? Darf ich einen Schal stricken? Wird mit Liebe Selbstgemachtes überhaupt gewürdigt? Gehört Erbauliches wie Musik oder Literatur ins Wichtelpäckchen oder fällt das in die Kategorie Bevormundung? Was schenkt man dem Vorgesetzten, was dem Azubi? Und wie schaffe ich alles mit dem kleinen Schein, der als Maximalbetrag vorgegeben wurde?

Fragen über Fragen.

Und ganz am Schluss, wenn es ans Auspacken geht: Haltung bewahren. Und sich immer vor Augen führen, dass es der Gedanke ist, der zählt. Es sei denn natürlich, man hat ein Bombengeschenk bekommen. In diesem Fall kann man nur hoffen, dass man selbst etwas bombenmäßiges verschenkt hat und sich die andere Person ähnlich freut wie man selbst. Andererseits aber kann man beruhigt bleiben: Schließlich ist alles ganz anonym gewesen. Wenn sich alle dran gehalten haben…

(…was in der Realität übrigens nie passiert.)

 

Kalendert…

Heute Früh musste ich wieder einmal feststellen, wie lächerlich wenig Schokolade so ein Adventskalender enthält. Hat man mit Mühe das ohnehin schon winzige Türchen aufgeknibbelt, bekommt man lediglich ein klitzekleines Stückchen Kalorie. Wenigstens ein nettes Relief ist aufgedruckt. Leider ist das Motiv aufgrund der mangelnden Größe des Schokolädchens nicht zu erkennen.

Wesentlich gehaltvoller sind da andere Kalender. So bekam ich unlängst von einer Freundin einen Brausekalender geschenkt – Sie wissen schon, die roten Dosen mit dem Koffein drin. Da hat man wenigstens etwas in der Hand, wenn das Türchen erfolgreich geknackt wurde. Und zwar etwas, das man auch wiederfindet, wenn es aus Versehen unter den Schrank fällt.

Der schnuckelige Kosmetik-Kalender, den ich mir von Herrn Müller habe schenken lassen, hielt heute etwas für die Pediküre parat. Was im Sommer vielleicht mehr Sinn macht, denn jetzt, kurz vor dem Winter, zeigt man ja eher selten Fuß. Aber wir wollen mal nicht so sein.

Und dann, das habe ich heute allerdings erst gehört, gibt es noch einen Firmen-Advents-Kalender. Den muss ich aber erst abholen. Oder mir mitbringen lassen. Drin ist auch wieder Schokolade. Was vielleicht, zusammen mit den beiden obigen Kalorien-Kalendern, eine vernünftige Tagesbilanz schafft.

Den Kindern übrigens zu erklären, dass am Adventskalender jeden Tag nur ein Türchen geöffnet werden darf, ist auch dieses Jahr wieder schwierig. Besonders Kind 2 ist in den Feinheiten hiesiger Adventsbräuche noch nicht hinreichend geschult und beschwerte sich heute bereits ausgiebig über den Betrug mit der Schokolade. Nur so ein winziges Stückchen zu bekommen, obwohl doch offensichtlich ist, dass da noch mehr ist, empfindet das Kind als Beschiss.

Womit sich der Kreis wohl schließt…

 

Countdown: Jetzt…

Ob wir es nun wahrhaben wollen oder nicht: Der Weihnachtscountdown läuft. Und das bereits länger, als Sie vielleicht glauben.

Bereits im September habe ich Adventsmarmelade gekocht. Wer nicht spätestens Ende des Sommers damit anfängt, läuft nämlich Gefahr, dass es keine Pflaumen mehr für die raffinierte Wintermarmelade gibt. Am Ende muss man dann schnöde Zimtapfel-Marmelade stümpern wie die anderen… weil: Äpfel gibt es immer. Das kann jeder.

Dann gilt es, die besten Plätzchen und Kekse für die Feiertage zu finden. Zu diesem Zweck wird seit Wochen immer mal wieder gebacken. Beim nachmittäglichen Kaffeekränzchen gilt es dann, die Gesichter der Lieben richtig zu interpretieren, damit am Ende der ultimative Weihnachtskeks übrig bleibt. Nun haben wir das Problem, dass beide Kinder – völlig kinderuntypisch – keine Süßnasen sind. Ihnen ist ein zünftiges Wurstbrot lieber als jeder Keks. Was es schwer macht, das ultimative Kleingebäck zu finden. Andererseits muss man es vielleicht pragmatisch sehen: Was die Familie als lecker erachtet, ist es dann auch tatsächlich.

Die Kindergartenmaiden übrigens haben mich heuer auf eine ganz neue Idee gebracht: Pralinen! So bekomme ich seit einigen Tagen immer mal wieder Ansichts… oder warten Sie… Geschmacksproben überreicht. Ob ich innerhalb der nächsten vier Wochen allerdings eine Chocolatöse werde, lasse ich mal dahingestellt. Bislang bleibt es beim ambitionierten Gerühre und mäßig begeisterten Gesichtern beim Probieren.

Ach und die Geschenke. Sicherlich, wir schreiben noch nicht einmal den 1. Advent. Nichtsdestotrotz lohnt es sich, jetzt bereits nach Wunschzetteln zu fragen. Kinder sind da immer sehr dankbar: Die wünschen sich einmal durch die Auslage und erwarten dann, dass sie auch ja alles bekommen. Omas und Opas sind da schon schwierigere Kunden: Die wünschen sich nämlich generell nichts. Weil sie nämlich a) doch nichts brauchen, b) doch schon alles haben oder man sich wahlweise c) doch keine Mühe machen soll. Und dann steht man da und hat die Wahl, strickt man einen schönen Schal oder schöne Socken? Oder kauft man einen Schlafanzug? Nichtswünscher müssen nehmen, was sie kriegen. Und wehe, sie freuen sich am Ende nicht!

Und Sie so? Auch schon im Weihnachtsstress?

Schokomaus…

Ich mag Sachen, die klein sind, kuschelig und Kopfaugen haben. Mäuse zum Beispiel. Sie haben kleine Schnuppernasen, waschen sich mit ihren Pfötchen das Gesicht und stehen im Ruf, intelligente kleine Wesen zu sein.

Leider wohnen in unserer Umgebung saudumme Mäuse. Mäuse, die sich durch extra zu ihrem Schutz installierten Maschendraht knabbern, sich in den Lichtschacht unserer Kellerfenster abseilen und dann feststellen, dass es dort nicht nur nichts zu essen gibt, sondern dass sie auch irgendwie nicht wieder nach oben kommen. Leider klopfen nur die wenigsten Mäuse ans Glas und machen auf sich aufmerksam. Und wenn sie es doch tun, flüchten sie vor der rettenden Hand und stopfen sich selbst in winzig kleine Löcher, aus denen man sie nicht herauspuhlen kann, ohne sie kaputt zu machen. Dann hat man die Wahl: Man lässt die Maus Maus sein und wartet, bis sie mangels Futter und Wasser vor ihren Schöpfer tritt (was in der Regel ziemlich flott geht). Oder man versucht das blöde Vieh zu retten, in der Hoffnung, dass es so etwas wie eine kosmische Liste gibt, auf der man Pluspunkte sammeln kann.

Gestern war es dann wieder so weit. Während ich auf dem Laufband durch meinen Keller hampelte, machte eine Maus durch wildes Gehüpfe gegen das Fensterglas auf sich aufmerksam. Befreien lassen wollte sie sich dann aber doch nicht. Da könnte ja jeder kommen. Stattdessen schlug sie wilde Haken und verschwand schließlich irgendwo zwischen Iso-Folie und Plastikverkleidung des Lichtschachtes… womit sich das Thema Kleinviehrettung erst einmal erledigt hatte.

MäusemüsliWeil gestern noch keine sinnvolle Alternative vorhanden war, den dummen Nager aus seinem Gefängnis zu befreien, habe ich (das ist das mütterlich Sorgende  an mir) ein paar Haferflocken in einen Eierbecher gefüllt, ein Träubchen dazugelegt und es der Maus hingestellt. Netterweise hat das Vieh die Traube gefressen und auch ein paar Haferflocken genascht. Zutrauen hat es deshalb aber noch lange nicht gefasst.

Herr Müller, der zwar theatralisch mit den Augen rollen kann, aber trotzdem kein Unmensch ist, hat heute dann flink eine Lebendfalle besorgt. Der Eisenwarenhändler, bei dem die Falle erstanden war, ließ es sich nicht nehmen, auf einen mittelgroßen Hammer hinzuweisen, der das Mäuseproblem viel effektiver lösen würde. Aber Herr Müller entschied sich für einen kleinen Drahtkäfig, der, mit einem entsprechend leckeren Köder bestückt, so eine Maus auch lebend fängt. Und nebenbei viel weniger Sauerei anrichtet.

Umfangreiche Recherchen im Internet ergaben schließlich, dass so eine Maus keinen Käse isst, weil ihr davon schlecht wird. Speck wäre, wie das Sprichwort schon so schön verheißt, aber eine gute Alternative. Weil wir allerdings derzeit nichts Speckiges im Haus haben, musste der nächste ultimative Tipp herhalten: Schokolade. Süßes mit Süßem zu fangen erscheint mir persönlich ziemlich logisch, weshalb die Lebendfalle flugs mit bester Schweizer Schoki ausgestatte wurde.

Schokofalle

Und nun steht das gute Stück im Keller und harrt der Maus, die da kommt.

Wir nehmen Wetten an.

Kein Mett…

Es gibt Dinge, die liest man und dann freut man sich. Warum? Weil man endlich einmal das Gefühl hat, dass man erhört wurde. Dass man Teil eines großen Ganzen ist und dass sich guter Geschmack endlich durchgesetzt hat.

Ritter Sport Mett zum Beispiel. Sieht man im Online-Shop. Freut sich ´nen Ast ab…

… und muss dann feststellen, dass es sich lediglich um einen Aprilscherz handelt. Es ist halt nicht schön, wenn man sich eingestehen muss, dass andere mit den eigenen Gefühlen und Sehnsüchten spielen.

Wie es sich mit den Aprilscherzen anderer verhalten hat, lesen Sie am Besten selbst bei HEISE nach.