Rechtzeitig zum Fest…

Machen wir uns nichts vor: Weihnachten steht vor der Tür. Glauben Sie nicht? Sollten Sie. In 9 Wochen wird es ernst. Zeit also für die nötigen Vorbereitungen.

Lebkuchenteig, meine Lieben, sollte vor dem Backen einige Wochen lagern. Und wer an Weihnachten Stollen essen will, muss auch jetzt schon mit dem Teig beginnen. Erst wenn alle Zutaten ausreichend miteinander geschlummert haben, schmeckt so ein Gebäck überhaupt nur.

Und die Weihnachtsmarmelade? Die will jetzt gekocht werden. Genau jetzt. Denn Pflaumen gibt es im Dezember nicht mehr. Und Marzipan-Apfel-Marmelade sollte auch ein Weilchen durchziehen, damit sich das Marzipan-Aroma anständig durch den Apfel kämpfen kann.

Rumtopf fürs Besäufnis nach der Bescherung? Jetzt ansetzen. Sonst hat am Ende keiner ´nen Schwips und die Kirschen schmecken noch nach Obst.

Auch die Pullis, mit denen alle Verwandten und Bekannten beschenkt werden wollen (ohne Rentier-Rollkragen-Strick ist es kein Weihnachten) sollten sich jetzt schon im Entstehungsprozess befinden.

Natürlich: Dass sich um diese Jahreszeit noch niemand etwas wünscht, liegt in der Natur der Sache. Nichtsdestotrotz kann es sich lohnen, die Familie im Telefongespräch heilsschwanger auf das
nahende Christkind vorzubereiten. Zwar wird es auch dieses Jahr nichts werden mit dem Wunschzettel von Mutter, Vater und Oma. Aber man sollte die Hoffnung nicht aufgeben, dass der Großmutter doch noch ein Geschenk aus dem Hirn fällt. Donna Leon hat ja vielleicht gerade wieder ein Buch verbrochen… Nur dass der Simmel nichts mehr schreibt, ist ein bisschen doof.

Ich für meinen Teil habe mein Weihnachtsgeschenk bereits im August erhalten. Da habe ich mich in ein Fitness-Gerät verguckt, das ich unbedingt haben musste, um der Versüdlichung von Bauch- und Arschfett entgegenzuwirken. Herr Müller guckte kurz, sagte „Weihnachten“ und das Ding war geritzt. Was auch heißt, dass ich mir nun nichts mehr aus den Fingern saugen muss, wenn man mich fragt, was ich denn unbedingt haben will. Zum ersten Mal in meinem Leben fällt mir nämlich ums Verrecken kein Geschenk ein. Womit sich bei mir wohl ein Phänomen manifestiert, das ich seit Jahren bei allen Verwandten beobachte: Ich hab doch schon alles.

Je weiter das Alter voranschreitet, so scheint es, desto wunschloser wird man. Aber auch deshalb ist es wichtig, rechtzeitig zu Weihnachten Lebkuchen, Marmelade, Rumtopf und Strickpullis parat zu haben – als Nichtgeschenke nämlich.

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Bitte mitgeben…

Gesundes Essen steht weit oben auf der Liste der Lehrinhalte in der Schule. Im Unterricht soll jetzt, so werden wir auf einem kleinen Zettel informiert, gemeinsam ein Obstsalat zubereitet werden.

„Bitte geben Sie Ihrem Kind ein paar Utensilien mit, damit wir gemeinsam unser Frühstück gestalten können.“ steht auf dem Zettel.
Lieblingsobst – Banane, Apfel, Trauben… (Check!)
Ein Schälchen. (Check!)
Ein kleines Brettchen. (Check!)
Ein Messer. (Che… huh?)

Herr Müller lacht schallend. Dass es zu unseren Lebzeiten noch passieren würde, dass man die Eltern dazu auffordert, ihren Kindern ein Messer mit in die Schule zu geben, damit konnte schließlich keiner rechnen…

Auswärts…

Ginge es nach der Müllerschen Brut: Man könnte die Tagesration an Kalorien nur noch aus dem Garten zusammenfuttern. Zum Glück gibt die Jahreszeit genug Essbares her. So kann man jeden Morgen die eine oder andere Handvoll Erdbeeren aus der Obst- und Gemüseecke des Gartens ernten. Auch die wilden Erdbeeren, die sich im Laufe der Jahre überall im Garten ausgebreitet haben, laden immer wieder zum Abfressen ein.

Ach und der Kirschbaum! Der trägt diese Saison zwar eher leicht an seiner Obstlast. Aber für ein Körbchen und anschließendes Kirschkernweitspucken reicht es.

Die Johannisbeeren sind auch schon gut. Merke in diesem Zusammenhang: Im Haus sind Johannisbeeren widerlich und werden grundsätzlich verschmäht. Hängt die Frucht aber noch am Strauch, ist sie stetiger Anlaufpunkt für kleine Obstesser. Sogar die schwarzen Beeren, die sonst eher in die Kategorie „Special Interest“ gehören, werden mit großen Enthusiasmus verspeist.

Kind 1 kam letztens dann mit Stachelbeeren an. Da musste ich tatsächlich kurz nachdenken. Und kam schlussendlich zum Ergebnis, dass beim Nachbarn auch schon Erntezeit ist. Und der Kinderarm ist gerade lang genug, um den Stachelbeerstrauch des Nachbarn durch den Zaun hindurch halbseitig abernten zu können. Das Gleiche gilt übrigens für Johannisbeeren – wenn unsere Sträuche leergeräubert sind. Da sind mit dem Nachwuchs also noch Fachgespräche über die „Do´s“ und „Dont´s“ der Gartennutzung nötig.

Bei der Sache mit den Melonen muss ich allerdings tricksen. Die kaufe ich nämlich still und leise im Supermarkt um die Ecke. Die Bananen übrigens auch. Oder den einen oder anderen Apfel. Aber wir wollen mal nicht so sein. Und so lange Käsebrot noch nicht am Baum wächst, ist das mit der Alleinversorgung aus dem Garten eh so eine Sache…

Gegessen…

Herr Müller kann wieder Obst essen. Für jemanden, der so ziemlich gegen alles allergisch ist, was dieser Erdball produziert, kommt das einem kleinen Wunder gleich. Prompt werden alle Kirschen und Erdbeeren der Stadt aufgekauft, denn endlich kann sorglos vitaminisiert werden. Lediglich der Nachwuchs sieht die Entwicklung mit Sorge – bleibt doch nun weniger zum selber essen übrig.

Mit Allergien ist das ja so eine Sache. Manche haben ihr ganzes Leben keine einzige. Andere schlagen sich bereits in jungen Jahren mit allerlei Reaktionen auf Alltägliches herum. Äpfel, Nüsse, Erdbeeren. Tierhaar aller Couleur. Viechzeug, das im Meer schwimmt. Eier, Körner, Milch und Nüsse. Und nicht zu vergessen alle Reproduktionsanschubser, die Mutter Natur in Form von Pollen jedes Jahr in Massen losschlägt. Ach und die Kleinsten darf man nicht außer acht lassen, auch wenn man sie gar nicht sehen kann – Milben & Co, Schimmelsporen… Im Alltag eines jeden von uns wimmelt es nur so von Allergenen und solchen, die es werden wollen.

Nichtsdestotrotz können Allergien auch wieder verschwinden. Manchmal sogar von heute auf morgen. Gerade mit zunehmendem Alter ist das etwas, das man nicht selten beobachtet. So erklärt letztens ein Kumpel, der seit Jahrzehnten lästige Heuschnupfen wäre bereits das zweite Jahr in Folge nicht mehr zu spüren. Oder eben Herr Müller, der wieder sorglos ins Früchtekörbchen greifen kann… Vielleicht ergeben sich in diesem Zusammenhang ja noch andere Spontanheilungen. Wünschenswert wäre es – vor allem, was die allergische Rhinitis anbelangt. Denn die ist wirklich kein Spaß, weil sie quasi das ganze Jahr über anhält.

Natürlich könnte Herrn Müllers Spontanheilung auch einen anderen, viel banaleren, Grund haben. So nehmen mit fortschreitendem Lebensalter ja die Wehwehchen zu. Gleichzeitig geht der Blick fürs Detail verloren. Ab einem bestimmten Alter zwickt es nämlich mehr nicht nur im Lendenwirbelbereich. Nein, gleich der komplette Rücken tut weh. Genauso könnte es sich mit den Allergien verhalten. Die sind zwar nach wie vor da, treten im Rahmen der übrigen altersbedingt zunehmenden Beschwerden aber in den Hintergrund und werden als Solche nicht mehr wahrgenommen. Eine Art Placebo von Mutter Natur sozusagen. Als Ausgleich für den ganzen Schietkram, den sie einem sonst so aufbürdet.

Oder? Ich finde schon, dass man diese Theorie ernsthaft in Betracht ziehen sollte… doch, doch…

Pictures on the wall…

Dass mir das jetzt aber nicht einreißt… wir haben nach der Renovierung des Schlafzimmers tatsächlich noch die Küche weiß gestrichen. Und all das nur, weil ich mir eins dieser total angesagten Wandtattos eingebildet habe… und sowas kann man ja schlecht an eine  olle Wand kleben. 

Im Internet habe ich beim Stöbern diverse Wandverschönerungen gefunden. Mein Gatte will allerdings keinen Lobster an der Wand. Er meint, das würde nur Erwartungen wecken, die kein Mensch erfüllen kann (oder will). Hühner sind ihm zu morbide. Und eine Kuh gefällt jetzt auch nicht so recht. Wir werden uns also noch etwas Mühe geben müssen, bis die Entscheidungsfindung abgeschlossen ist.

Obwohl… Obst wäre nett…. oder Gemüse… Das hat sowas Gesundes. Oder vielleicht irgendwas mit Kaffee? Oder ist das zu plakativ?