Wieder nicht…

Halloween war dieses Jahr wieder der Burner. Kein Kind da! Wirklich nicht! Wenn man von den zwei Prinzessinnen absieht, die an der Tür geklingelt haben, noch bevor es überhaupt dunkel geworden ist. Tageslichtprinzessinnen gelten nicht! Bitte für die Zukunft merken!

Dabei waren wir äußerst nett: Haben Süßes gekauft, verstecken auch wirklich keinen Rosenkohl in Rocher-Papier und machen uns auch keinen Spaß daraus, Zahnbürsten und Zungenreiniger zu verteilen. Nein: Wir sind auf Horden unterzuckerter Winzlinge extrem gut vorbereitet. Mit gigantischen Schüsseln voller Kariesbomben und einem als Spiderman angemalten Kleinkind.

Und dann das: Nichts. In der kompletten Straße herrscht Totentanz (Achtung Halloween-Wortspiel). Vermutlich hat sich herumgesprochen, dass das Rentnergeschwader in unserer Gegend nicht gut auf Monsterkinder zu sprechen ist. Überhaupt muss man sich in der Hochzeit von Horrorclowns ja ungemein in Acht nehmen. Türen öffnen nach Einbruch der Dämmerung ist da nicht drin! Was es ziemlich sinnlos macht, sich als Kind zu uns ins Viertel zu verirren und nach Süßigkeiten zu fragen.

Das extra einstudierte „Süßes oder Saures? Dann hätte ich gern was Süßes.“ bleibt ungenutzt.

Also kein Halloween dieses Jahr. Auch gut. Essen wir die ganze Schokolade eben selbst. Ist auch viel zahngesünder. Zumindest für die nicht hier gewesenen Kinder…

Advertisements

Verkatert…

So. Jetzt ist es passiert.

Schwarze Katze Nr. 4 ist in der Nachbarschaft eingezogen. Mit unserem Kater streunen nun fünf zum Verwechseln ähnliche Viecher durch die Gärten.

Sicher,  diese Fünflings-Sache hat ihre guten Seiten. Kackt eine schwarze Katze irgendwo ins Blumenbeet, wird es schwierig, mit dem Finger auf den richtigen Besitzer zu zeigen und mit Anwälten zu drohen. Und auch die pausenlos alles anpinkelnden Kater sind nicht mehr so leicht als Müllers oder Schuberts Besitz zu identifizieren.

Andererseits galoppieren jetzt auch immer mindestens 2 Katzen herbei, wenn man abends am Gartentor steht und nach der Mieze ruft. Mit nachlassender Sehkraft wird es so schwierig, den richtigen Vierbeiner auszusuchen.

Auch Doppelfütterungem passieren immer wieder. Denn das liebevoll angerichtete Mittagsschälchen wird schon mal von fremden Katzen geleert, die sich rotzfrech durch die Katzenklappe schleichen und gnadenlos ausnutzen, dass sie von Weitem wie Müllers vierbeiniger Mitbewohner aussehen.

Schön aber sind die abendlichen Zusammenkünfte im Garten. Da treffen sich dann 5 schwarze Katzen und der taube Weiße mit dem blauen und dem grünen Auge, schweigen sich lange an und gehen irgendwann wieder ihrer Wege.

Womit eindeutig die Vorteile überwiegen.

Und mir fällt ein: Das Katzenfutter ist schon wieder alle…

Noch heißer… und so weiter…

Eins vorweg: Die 40°C hatten wir diesen Sommer schon. Am 05. Juli bereits hat das Thermometer die magische Grenze überschritten. Ich habe ein Foto gemacht, falls es jemanden interessiert. Heute nun, einen Monat später, stehen wir wieder da und machen uns auf 40°C gefasst. Obwohl so viel Panik vielleicht gar nicht angebracht ist – schließlich hat der nette Nachrichtensprecher im Radio heute „nur“ 39°C verkündet. Bleibt nun abzuwarten, was uns tatsächlich glüh… ähm blüht.

Ein Gutes hat der heiße Sommer: Ich kann endlich alle 52 Kleider, die sich im Laufe der Jahre im Schrank angesammelt haben, tragen. Selbstverständlich nacheinander. Eigenartigerweise stellt sich trotz Dauerbeinfreiheit keine Sonnenbräune ein. So bemerkte letztens auch Opa Schröder, ich könne auch Neonröhren im Lampengeschäft verkaufen. Das ist nicht nett, zeigt aber deutlich, wie weiß meine Beine im August noch sind. Andererseits ist vornehme Blässe etwas, gegen das ich nichts habe.

Ganz nebenbei ist dann auch schon fast die erste Woche der Sommerferien geschafft. Das große Kind musste diese Woche wegen zwei arbeitender Eltern zusammen mit ihrem kleinen Bruder in den Kindergarten. Dort betreut man im Bedarfsfall auch mal Grundschulkinder. Spaß gemacht hat dem Kind vor allem der morgendliche Weg in den Kindergarten. Der fand nämlich auf Rollerskates statt. Merke: Wer täglich einen Kilometer skatet, hat´s spätestes am dritten Tag voll drauf. So bekam das Kind heute von den morgendlich am Fenster ausschauenden Rentnern schon ein „Daumen hoch“. Und freute sich.

Fünf Wochen Sommerferien stehen uns nun noch bevor. Drei davon haben wir Urlaub. Wir haben, ich gebe es zu, ein bisschen Angst vor den zwei Kindern. Die wollen nämlich bespaßt werden. Und das nonstop. Eine Freundin rief mich gestern an und erklärte, die Oma hätte schon nach der ersten Woche keinen Bock mehr auf Ferienbetreuung. Und wir lassen uns jetzt einfach mal überraschen. Wenn es in den nächsten Wochen nicht unbedingt weiter so ballerheiß bleibt, kann man sicher auch den einen oder anderen Ausflug machen…

 

 

Nicht telefoniert…

Hundertmal hat er schon angerufen. Mindestens. Wenn nicht noch öfter. Aber keiner ruft ihn zurück. Was denn mit uns los ist?
Ich muss mich gar nicht ahnungslos geben: Ich bin ahnungslos. Unser Telefon interessiert es nämlich nicht, wer wann anruft und einfach ohne Nachricht auflegt. Es speichert keine Nummern.
„Warum sprichst du nicht auf den Anrufbeantworter?“ will ich wissen.
„Ne, mach ich nicht!“ höre ich.
Ach so.“Aber dir ist schon klar, dass dich keiner zurückrufen kann, wenn du nicht auf den Ah Beh sprechen willst.“
„Doch, du siehst doch meine Nummer!“
„Nein, sehe ich nicht.“
„Doch!“
„Nein. Nur wenn du auf den Anrufbeantworter sprichst.“
Doch, bei mir ist das immer so. Ich sehe sogar am Computer, wer angerufen hat.“
„Das ist schön für dich, aber bei uns musst du schon auf den Anrufbeantworter sprechen, wenn du willst, dass man merkt, dass du angerufen hast.“
„Aber das mache ich grundsätzlich nicht!“
„Dann bist du einfach mal selbst schuld.“
„Aber warum seht ihr denn nicht, wer anruft? Habt ihr noch so ein Telefon mit Wählscheibe oder was?“
Ich seufze. Sehr laut. Das Augendrehen kann ich gerade noch unterdrücken. Aber auch nur, weil ich die Augen zumache.
„Außerdem seid ihr immer da, aber keiner geht ans Telefon.“
„Wir sind mitnichten immer da.“
„Doch, das Auto steht immer vor der Tür.“
„Wahrscheinlich deshalb, weil wir mit dem Zug zur Arbeit fahren.“
„Aber die Fenster sind auch immer offen!“
Das stimmt jetzt schon wieder nicht, aber wir drehen uns in unserer Ja-Nein-Doch-Diskussion ohnehin längst im Kreis. Ich setze dieses unverbindliche Lächeln auf, dass ich gern benutze, wenn ich Gespräche beenden möchte.
„Na, ruft ihr denn nun mal zurück?“
„Wenn du auf den Ah Beh sprichst.“
„Das mache ich nicht!“
Tja dann…

Elan… noch…

Im Garten bin ich dieses Jahr gut dabei – so gut, dass gleich zwei Nachbarn anfragen, ob sie nicht langsam ihr „Zeug“ aus unserem Garten hinausschaffen sollen. Ich bin einigermaßen irritiert – normalerweise kenne ich das Spiel anders herum: Dass nämlich angefragt wird, was ich denn gegen den über den Zaun greifenden Wildwuchs zu tun gedenke. Diese Saison nun werde ich beim Fegen des Weges angesprochen. Die Blüten der Japanischen Zierkirsche, die auf dem Nachbargrundstück steht, liegen nämlich in einem dicken Teppich bei uns.

„Ich mache Ihnen das alles weg!“ bietet sich Opa Hein schuldbewusst an. „Ist ja auch mein Baum.“
„Ne, müssen Sie nicht,“ winke ich ab. Meine Ablehnung irritiert. Ebenso die Tatsache, dass ich weiter meinen Weg fege.
„Ist doch aber unser Baum,“ höre ich noch einmal.
„Aber mein Garten.“
Opa Heim schlurft seiner Wege. So richtig zufrieden scheint ihn das Gespräch nicht gemacht zu haben. Er seufzt hörbar.

Ich sehe es generell so, dass alles, was über den Zaun wächst, hängt oder fliegt, mein Tanzbereich ist. Ich klingle nicht bei Nachbarn und beschwere mich darüber, dass der Südwind Laub über meinen Zaun geweht hat. Ich erwarte auch nicht, dass Nachbarn ihren Rasen wöchentlich mähen oder ihre Beete unkrautfrei halten. Und schon gar nicht gehe ich davon aus, dass Nachbarn ihr Laub aus meinem Garten sammeln. Ich habe nichts gegen Löwenzahn. Und Klee blüht auch ganz schön.

Dieses Jahr habe ich nun wieder etwas mehr Zeit für den Garten. Kind 2 kann sich, zumindest kurzzeitig, selbst beschäftigen. Und Kind 1 will ohnehin immer weniger betüddelt werden. Ich kann also den Garten wieder zum Hobby erklären und an den Wochenenden immer wieder mal raus und hier ein wenig zupfen, dort mähen und da Zweige knipsen. Gepflanzt und gesät habe ich auch schon ganz viel und im Frühbeet gedeit junges Gemüse. Alles sieht gut aus. Nicht perfekt, aber gut. Und die Ecken, die noch nicht gut aussehen, sind später mal dran. Laufen ja nicht weg…

Ob sich der Garten-Elan die ganze Saison über halten wird, weiß kein Mensch. Am wenigsten ich selbst. Spätestens die sommerlich stetige Wasserknappheit wird zuverlässig dafür sorgen, dass zumindest die Wiese dahin geht. Und ob die Beete, die im Frühjahr eigentlich immer hübsch sind, im August oder September immer noch gut aussehen, ist auch eine Frage für die Kristallkugel. Zumal ja auch die Spinnen im Laufe des Jahres wieder richtig fett werden. Und dann muss ich eigentlich auch nicht mehr so recht durchs Kraut kriechen und Achtbeiner stören.

Aber noch, noch habe ich richtig Bock auf Garten. Und noch kann man das sehen…

Neu…

Frohes Jahr 2015 zusammen!

Silvester wäre auch geschafft. Aus unerfindlichen Gründen befand sich das Epizentrum des nächtlichen Raketenangriffs nicht in unserer Gegend. Zwar wandelten auch bei uns einige Gestalten durch die Nacht und schossen Feuerwerk in den Himmel. So richtig gekracht hat es aber nicht. Die Rentner, die hier im Viertel trotz des Zuzugs von Jungfamilien noch stark in der Überzahl sind, blieben lieber daheim und guckten sich die diversen Silvesterstadl auf den Öffentlich-Rechtlichen an.

Unser DVD-Player allerdings hat pünktlich am letzten Tag des Jahres und zum Start des geplanten Dr. Who-Marathons die Hufe hochgerissen. Wir besitzen das Gerät seit 4 Jahren, was wohl auch bedeutet, dass die (Gerüchten zufolge) verbauten Kaputtgeh-Bestandteile nun einfach dran waren. So eine Sollbruchstelle kann sich schließlich nicht ewig zurückhalten. Nun spielt zwar zum Glück auch die Spielekonsole DVDs ab. Leider hat sich der Hersteller unserer Konsole seinerzeit aber gegen das BluRay-Format entschieden und beschlossen, lieber bei HD-DVD zu investieren. Dass das nach hinten losging, wissen wir heute. So mussten wir kurzfristig umschwenken und haben uns Herrn Kalkofes Jahresrückblick des schlechten Fernsehens gegönnt. Auch schön. Doch doch… Nebenher gab es Raclette – das ist so Tradition zu Silvester. Den Geruch wieder aus dem Haus zu kriegen ist dann die erste Challenge des noch jungen Jahres.

Kind 1 wurde dann pünktlich um Mitternacht geweckt. Es kam zwar aus seinem Zimmer, wollte dann aber doch nicht das Haus verlassen. Stattdessen trank es Zitronenbrause aus einem Sektglas und guckte dem Herrn des Hauses dabei zu, wie er im Garten das eine oder andere bengalische Feuer entzündete. Kind 2, von dem wir fest angenommen hatten, dass es vom Lärm der Silvesternacht schon aufwachen würde, schaltete auf Durchzug und schlief einfach weiter. Weil wir glauben, dass ein noch nicht Dreijähriger nicht unbedingt in der Nacht für Leuchtraketengucken aufstehen muss, haben wir den Nachwuchs weiterschlafen lassen. Kind 1 war´s nur recht – gab es doch so mehr Brause.

Pünktlich eine halbe Stunde nach Mitternacht war es dann wieder totenstill im Rentnerviertel. Was vielleicht auch damit zusammenhängen könnte, dass Regen einsetzte. Nichts fegt Straßen schneller leer als eiskalter Regen in der Nacht. Kind 1 wurde wieder ins Bett verfrachtet, was es hörbar doof fand. Frau Müller putzte sich schon mal die Zähne und Herr Müller stellte die Sektgläser in die Spülmaschine. Und dann war es rum, unser Silvester.

Ach und unser Vorsatz? „So oder besser!“

Der Schnee, der an Weihnachten gefallen ist, ist übrigens mittlerweile wieder geschmolzen. Dafür regnet es nun. Aber man kann ja nicht alles haben.

Ihnen ein schönes Jahr 2015. Machen Sie was draus!

Frau Müller seufzt…

Nachbarn zu haben ist zuweilen irritierend… besonders dann, wenn es sich um streitbare Solche handelt. So finden wir heute wieder einmal einen Zettel an unserem Auto. Selbstverständlich anonym. Wie beim letzten Mal. Worum genau es geht, ist uns nicht sofort klar. Denn offensichtlich wurde der Zettel irgendwann nachts hinter den Scheibenwischer geklemmt. Dass es zwischenzeitlich geregnet hat, macht es quasi unmöglich, den Grund des Schreibens auszumachen. Lediglich Hinweise auf die Straßenverkehrsordnung und die Ankündigung einer nun endlich zu erstattenden Anzeige lassen uns aufmerken.
Weil das Schreiben ohne Absender nicht das erste seiner Art ist, habe ich mich heute spaßenshalber auf die Suche gemacht und ein paar Nachbarn befragt. Selbstverständlich nur die, die mir ohnehin über den Weg liefen. Große Augen auf allen Seiten, gezuckte Schultern, Kopfschütteln. Gewesen sein will es keiner. Natürlich nicht.

AutozettelUm zu verhindern, dass sich unser Zettelschreiber erneut anonym über uns ärgert, haben wir nun unsereins einen Brief ans Auto gehängt. Und um ein persönliches Gespräch gebeten. Weil wir nämlich weder beißen noch sonst irgendwie zu Bosheit neigen. Und man mit uns sprechen kann. Zumal uns durchaus interessiert, was der persönliche Grund für die wiederholten Klemmzettel sein könnte. Vom Ärgern seiner Mitmenschen vielleicht mal abgesehen…