Wie das Salz in der Suppe…

Letztens: Ein fremdes Kind bei Müllers zuhause. Durchaus regelmäßig haben wir ja Besuch von besten besten Freunden aus dem Kindergarten. Da wird dann gespielt, getobt, Pudding gegessen und Spielzeug vorgeführt.

Dann, beim Abendessen: „Du da! Mama von Kind 1! Wir können die Nudeln jetzt aber nimmer essen!“
Oha, jetzt gibt´s Mecker. Eine Mutter spürt das. „Warum nicht?“ frage ich vorsichtig.
„Der Jesus hat da keinen Segen drüber getan. Das schmeckt jetzt nimmer!“
Erstarrend stellen wir fest: Wir haben das Tischgebet vergessen…
In meiner Verzweiflung wage ich schließlich einen riskanten Schritt: „Magst du dann ein bisschen Salz drüber?“
Das Kind überlegt schwer, wir verharren gebannt. Dann: „Na gut.“
Da haben wir wohl gerade nochmal die Kurve gekriegt…

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Ach, übrigens. Oma ist jetzt doch noch persönlich vorbeigekommen, um ihr TNT abzuholen. Wir hatten ein ernstes Gespräch. Sie gelobt Besserung.

jetztoma

(Screenshot: Hay Day)

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U-Irgendwas…

Termine beim Kinderarzt. Das ist ja für alle Beteiligten stets ein diffiziles Thema.

Zuallererst für die Mutter: Die kriegt bestimmt Mecker und hat zur Beruhigung vorsorglich Baldriantropfen intus. Das Kind kann nämlich gar nichts: Spricht nicht. Sitzt nicht und überhaupt…

Dann für den Arzt: Der weiß ganz genau, dass da schon wieder so ein trutscheliges Frauenzimmer angestapft kommt, das der Meinung ist, dass Javen-James-Tiberius mindestens ein Wunderkind ist. Und einen derartigen Irrglauben aus einer Mutter auszutreiben, ist quasi unmöglich.

Und schließlich für das Kind: Wochenlang hat Mutter mit der Brut trainiert und dann, wenn die große Stunde des Kindes kommt, hat es alles vergessen. Liegt platt auf dem Rücken herum und guckt grimmig vor sich hin. „Mach doch mal!“ ermuntert Mutti, aber alles, was Sohnemann zustande bringt, sind Spuckeblasen.“Das werte ich als Verschlusslaut.“ sagt der Kinderarzt und macht ein Häkchen auf seiner Liste.

Dann soll das Kind kleine Würfel in die Hand nehmen. Das scheitert aber daran, dass Würfel an sich schon mal pupslangweilig sind. Als Motivationshilfe springt Mutti im Hintergrund ein bisschen durch die Kulisse. Prompt greift sich das Kind den roten Würfel und schmeißt ihn. Dann packt es den gelben Kubus, speichelt ihn kräftig ein und feuert ihn ebenfalls in Mutters Richtung. Die daraufhin vom Arzt angebotenen Chetons werden flink von links nach rechts gewechselt und dann mit lautem Geschrei in Richtung Tanzmama geschmissen. Merke: Manchmal hat es auch sein Gutes, dass Eltern ihren Kindern schnell peinlich werden…

„Wie hat er´s mit dem Drehen?“ will der Arzt dann wissen.

„Gar nicht!“ sagt Mama herausfordernd und funkelt das Kind  an. Der lässt sich das nicht zweimal sagen und macht geschwind eine Rolle. So kann man auch durch konsequente „Du kannst das eh nicht“ Haltung Erfolge erzielen.

Am Schluss macht das Kind dann noch den obligatorischen Pipi-Springbrunnen, den Ärzte immer so lustig finden und den Mütter gern mit Ohgottohgottmachterzuhausenie kommentieren. Dabei wissen alle Beteiligten: Zuhause ist es noch viel schlimmer. Da macht das Kind sogar Kacka!

Das leidige Thema des Vorführens der Silbendopplung erledigt sich übrigens oft schon am Anfang des Termins von ganz allein. Meist reicht es aus, dass das Kind vermessen und gewogen werden soll, um wütendes Bababamamadadagaaaaaaaaaaaaaaa zu provozieren….

Muttern geht nun also mit einem halbwegs gut gemachten Kind wieder nach Hause und geht im Kopf nochmal durch, was im nächsten halben Jahr für die U-Irgendwas eingeübt werden muss. Ein Stress immer, diese TÜV-Termine mit der Brut…

Geguckt…

Gestern gucke ich das Dschungelcamp und stelle erschüttert fest, dass es Leute gibt, die trotz eines nicht vorhandenen Hirns aufrecht gehen können. Aber darum soll es heute nicht gehen, denn ich möchte… überhaupt, werden Kinder heutzutage nicht mehr über das Leben im Allgemeinen und die Besonderheiten von Gottes großem Zoo im Besonderen aufgeklärt? Ich meine, wie kann ein Neunzehnjähriger allen Ernstes glauben, dass eine seit Jahrzehnten in der Öffentlichkeit als Transe bekannte Transe eine Frau ist? Das kann doch nur passieren, wenn man sein Leben auf einer Matratze im Keller neben dem Heizkessel zugebracht hat. Aber schön, dem Kopf beim Grübeln zuzusehen. Und vor der halben Welt von einem Mann im Fummel aufgeklärt zu werden, ist auch etwas, das nicht auf jedem Lebenslauf steht.

In diesem Zusammenhang wichtig: Merkt Euch, liebe Kindlein: Drogen und Alkohol machen saudoof. Gerade in sehr jungen Jahren, wo das Hirn noch nicht so fest im Kopf angewachsen ist… Der Joey soll Euch eine Warnung sein!

Aber egal, ich wollte ja eigentlich… hat die Bätschelertorte jetzt nun endlich mal was gerissen in der Dschungelprüfung? Weil, so lange bin ich dann doch nicht aufgeblieben. Und hat die rothaarige Hexe wieder gekotzt? Ich habe nach den Schwarzer-Panther-Schlachtrufen dieses Blankziehers nämlich ausgemacht. Ich hoffe, der böse Mann mit der lustigen Mütze hat der Iris nix getan. Ich fürchte nämlich, wenn er dürfte, würde er… Sie wissen schon. Obwohl die ihn wahrscheinlich ohne mit der Wimper zu zucken k.o. schlagen würde. In der Hinsicht muss ich mir um Danis Mama wohl keine Sorgen machen.

Ne, jetzt aber mal zum eigentlichen Thema, das ich heute mit Ihnen… aber sagen Sie mal, wann fliegt eigentlich der erste raus? Und glauben Sie auch, dass es dann dieses eigenartige blonde Gespenst ist, das nie etwas sagt und immer nur ab und zu am Bildschirmrand erscheint? Wie heißt die eigentlich? Sie wissen schon, diese Blonde, Dünne… diese… Dings…

Na toll, jetzt wollte ich mit Ihnen… aber Sie interessieren sich nur für dieses Prekariatsfernsehen… da kann ich natürlich nicht mit hochgeistigen Themen… na ja, vielleicht morgen…

Die Mama…

Ist Ihnen das auch schon mal aufgefallen? Frauen beginnen, sobald sie Mutter sind, von sich selbst in der dritten Person zu sprechen. Vorbei sind die Zeiten von „Ich“. Ab jetzt gibt es nur noch „die Mama“.

„Die Mama geht jetzt, kommst du mit?“

„Willst du das der Mama geben?“

„Das macht die Mama aber traurig.“

„Was hat die Mama gesagt?“

Diese Phase dauert etwa vier bis fünf Jahre an, dann wird aus Mama wieder ein Individuum, das sich stolz als solches versteht. Es sei denn, es kommt ein neues Kind dazwischen…

Die Mama für ihren Teil muss jetzt die Brut versorgen…