Immer oll…

Kindern sagt man nach, dass sie unfassbar schnell krank werden. Besonders in den ersten Lebensjahren. Mit einer Rotznase kommt so ein Kind ja meist schon zur Welt. Nur dafür hat die Papierindustrie den 100er Pack Einmaltaschentücher erfunden. Da zupft man sich im Vorbeigehen ein Tüchlein raus, fängt sein Kind ein und putzt ihm den Schnodder vom Näschen. Das Kind rudert dabei mit Armen und Beinen und brüllt infernalisch. Aber das nur am Rande…

Eins unserer Kinder ist wieder einmal krank. Obwohl „wieder einmal“ unfair ist. Denn eigentlich verfügt unsere Brut über ein bemerkenswertes Immunsystem. Was nur bedeuten kann, dass es tatsächlich Sinn macht, die Wohnung nicht jeden Tag porentiefrein zu putzen. Weil das abhärtet.

Leider nähert sich der Winter. Und der ist Garant für Unwohlsein. So war Kind 2 vor einer Woche bereits fiebrig und musste daheim bleiben. Nun hat es auch Kind 1 geschafft, sich ein Wehweh zuzuziehen. Der gestern kontaktierte Mediziner guckte am Kind rauf und runter und sagte dann etwas, das Mütter nur sehr ungern hören: „Scharlach!“

„Scheiße!“ kommentierte ich alliterarisch korrekt, aber erziehungsrechnisch unkonform.

„Du hast einen Ausdruck gesagt!“ merkte das Kind sofort auf. Der Doktor musste kurz lachen, hatte sich aber schnell wieder im Griff. Ausdrücke gehören sich nicht. Das stimmt. Kind 1 kriegte Gummibärchen fürs Petzen. Ich bekam einen gespielt strengen Blick und schämte mich aufrichtig. Ausgestattet mit einem Rezept für ein Antibiotikum gingen wir dann heim.

Und sitzen jetzt hier rum.

Kind 1 ist, das nur nebenbei, topfit. Zwar fiebert es vor sich hin und ist lustig gesprenkelt. Aber es langweilt sich auch. Unsereins legte man früher ja noch ins Bett, sagte „schlaf dich mal schön gesund“ und machte die Tür zu. Die heutige Pädagogik vertritt die Auffassung, dass man auch ein krankes Kind nicht ins Bett legen sollte, wenn es da nicht hin will. Und so läuft unser krankes Kind nun durchs Haus und will bespaßt werden.

Ja, man kann so ein Kind natürlich vor den Fernseher setzen. Da kommt auch edukativ ungeheuer förderliches Zeug. Aber stundenlang hält das nicht einmal ein Kind aus. Also müssen wir uns etwas anderes ausdenken.

Malen zum Beispiel. Kind 1 malt gern. Viel, bunt und ausdauernd. Da trifft es sich gut, dass – und hier lenke ich Sie auf eine externe Seite – im Blog von Pixum gerade dazu aufgerufen wird, Schutzengel zu malen. Pixum möchte nämlich einen Kalender für 2015 erstellen, in dem es vor Schutzengeln nur so wimmelt. Wenn Sie also ein Kind haben, das genauso gern malt wie unsere Brut, machen Sie doch einfach mit. Bis 07.11. sollten sie allerdings mit Malen fertig sein. Dann ist Einsendeschluss. Wir machen jedenfalls mit. Kind 1 tuscht gerade hoch konzentriert Flügel aus.

Schönen Freitag zusammen! Und bleiben Sie gesund!

 

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Fremdlesen…

Welch Erleichterung. Bücher muss man jetzt nicht mehr selbst lesen. Schon gar nicht die langweiligen…

Das geht aber nur, wenn Sie einen eBook-Reader besitzen. Da soll es nämlich Modelle geben, die bei langweiligen Stellen für Sie weiterlesen und sich mit akustischem Signal melden, wenn es wieder spannend wird.

Aber lesen Sie selbst. (Das müssen Sie jetzt aber allein tun.)

Ich muss in meinem Reader die langweiligen Stellen noch überblättern. Das ist echt lästig…

Was soll das heißen: Das kommt Ihnen wie Satire vor?

Geschichten…

So ein Vater hat es schon nicht leicht… Da hat er es endlich geschafft, das Kind halbwegs pünktlich ins Bett zu bringen, hat das gesamte abendliche Unterhaltungsprogramm abgespult und dann will die Brut auch noch eine Geschichte hören.

Macht Papa ja gern.

„Welche Geschichte denn?“
„Eine Schöne!“
„Ok.“
„Eine mit Knutschis und den lila Menschen auf dem Berg…“
???

Papa müht sich redlich. Er saugt sich eine Geschichte mit lila Bergmenschen und ominösen Knutschis aus den Fingern und das Kind hört ergriffen zu. Manchmal lacht es laut, oft ergänzt es wichtige Passagen um fehlende Gegenstände (meist Eis oder Colalutscher) oder Figuren (so tauchen gern aus dem Nichts Polizisten auf) und am Ende der wirklich sehr langen und sehr spannenden Geschichte schaut es den Erzähler lächelnd an.

„Papa?“
„Ja?“
„Das war laaaangweilig!“