Fußball…

Das Kind sitzt vor dem Fernseher und schaut zum gefühlten 20sten Mal das 2:0 Tor vom Schweinsteiger. Das ganze Spiel kann ich mittlerweile zitieren. Jede einzelne Minute. Kind 2 ist das egal. Es will Fußball sehen. Wieder und wieder. Und wir nehmen brav jedes wichtige Spiel auf und schreiben Ergebnisse in kleine Tabellen. Dem begeisterten Nachwuchs zuliebe. Es ist Fußball-Europameisterschaft.

Seit Kind 2 zwei Jahre alt ist, ist Fußball seine Welt. Schuld war damals im Jahr 2014 die WM. Obwohl keine Fans, haben wir damals ein Spiel im Fernsehen angeschaut. Und wurden Zeuge, wie Kind 2 vor dem Fernseher einfror und erst 90 Minuten später wieder zu sich kam. Seitdem hat Fußball unser Kind fest im Griff. Mit allen Konsequenzen. Sammelbilder, Poster, eine Kollektion von 8 Fußbällen, Shirts, Hefte, selbst Bettwäsche und überhaupt alles, was die Merchandise-Maschinerie nur bieten kann. Nicht zu vergessen das tägliche Gekicke im Garten, Park, im Wohnzimmer – einfach überall.

Jetzt, während der EM, ist das Kind im Fußball-Himmel. „Magst du Fußball?“ wird unlängst die Oma im Supermarkt befragt. Die guckt erst irritiert, wird sich dann aber bewusst, dass auf der Fernsehzeitung, die sie da gerade kaufen will, ein kleines Bild vom Neuer prangt.
„Du hast einen schönen Bart.“ hört der Vater von Jonas-Nero. „Wie der Zlatan Ibrahimovic.“ Nicht zu vergessen: „Hast du Fußball-Bilder?“ zur Kassiererin im Supermarkt. Natürlich hat sie.

Im Kindergarten werden derweil Sportlerbilder getauscht. Erwähnenswert sei an dieser Stelle, dass das Kind alle Namen der gefühlt 600 Spieler des UEFA 2016-Stickeralbums auswendig dahersprechen kann. Wir machen uns kurz Hoffnungen auf Hochbegabung, bis wir darüber aufgeklärt werden, dass Kinder noch ganz andere Sachen können. Und dass 600 Namen eben in erster Linie auf große Hingabe zum Hobby weisen.

Leider nehmen die drei Fußballvereine, die die Nachbarschaft anzubieten hat, noch keine Vierjährigen in ihre Reihen auf. Begeisterung hin oder her: Das Kind hat 6 Jahre oder älter zu sein. So bleibt uns nur das Kicken im Garten. Und der sehnsüchtige Blick auf die Vereinsspieler des Dorfes.

Frohe EM zusammen!

Frostig…

Minus 14°C.

Die Gartenamseln sitzen, zu grauen und schwarzen Puscheln geplustert, neben dem Futterplatz und warten auf ihre morgendlichen Rosinen. Mittlerweile machen sich die Tiere nicht einmal mehr die Mühe davonzufliegen, wenn man sich ihnen nähert. Papa-Amsel, im Sommer Chef im Revier, im Winter in erster Linie frierend, reißt kurz den Schnabel auf und schimpft. Dann beäugt er die Rosinen. Äpfel hätte er auch gern. Ach ja und vielleicht noch ein bisschen von den Haferflocken…

Morgens finden wir nun immer neue Spuren im Schnee. Amseln, Katzen, aber auch Mäusefährten. Auch am Vogelfutterhäuschen hangeln sich nun Mäuschen entlang – was man ihnen gar nicht übel nehmen kann. Jeder muss schließlich sehen, wo er bleibt.

Mäuse übrigens, haben auch den Dorfkindergarten für sich entdeckt. Bereits den zweiten Tag in Folge freuen sich die Kinder über umherflitzende Spitzmäuse. Weil als Nützlinge anerkannt, kann die Tierchen jeder leiden. Sie werden gefüttert, mit Ooohs und Aaahs bedacht und geben anschaulich Auskunft darüber, dass sie eben keinen Winterschlaf halten, wie von vielen angenommen. Nur den Weg, über den sie ins Haus finden, verraten sie nicht.

Das Auto will bei den derzeitigen Temperaturen erstmal gar nicht anspringen. Obwohl bei neueren Dieselmotoren die obligatorische Rudolf-Diesel-Gedenkminute keine Rolle mehr spielt, starte ich den Wagen jetzt erst, nachdem ich einmal bis 10 gezählt habe. Weil ich mir einbilde, dass das dem Auto guttut.

Die Autoscheiben allerdings sind jeden Morgen zugefroren. Von innen. Schon mal mit einem Eiskratzer Autoscheiben von der falschen Seite freigekratzt? Nein? Dann haben Sie es gut. Aufgrund der sanften Wölbung einer jeden Autoscheibe geht das nämlich nicht. Wer über eine Standheizung verfügt, hat es gut und kann im Gefährt für Tauwetter sorgen. Wer nicht, der nicht. Gegen die inwendig gefrosteten Scheiben wird mir nun allerorten ein Luftentfeuchter empfohlen. Oder die Gesetze der Natur. Will heißen: Auto innen aufwärmen, dann beim Aussteigen alle Türen aufreißen, warme feuchte Luft rauslassen und fertig. Eine handelsübliche Klimaanlage tuts allerdings auch. Die entfeuchtet die Luft auch, was verhindert, dass sich Niederschlag an die Scheiben legen kann.

Apropos Niederschlag: Kind 2, das aufgrund seines Alters einen so richtig kalten Winter bislang noch nicht mitgemacht hat, freut sich wie Bolle. Weil man nun besonders am frühen Morgen den Atem sehen kann. „Ich kann´s!“ schallt es jeden Morgen durchs Dorf. Denn der kleine Herr Müller stößt Rauchwolken aus wie dereinst der Vater von Grisu.

Zumindest der Schneemann im Garten hat nichts gegen die Kälte. Ganz im Gegenteil: Endlich tauen ihm keine Extremitäten mehr weg. Leider lässt sich der Schnee bei diesen Temperaturen nicht mehr dazu zu verwenden, ihm eine Schneefrau zu bauen. Aber man kann ja nicht alles haben.

Murmeltiergrüße und anderer Kram…

Schon wieder Streik. Oder immer noch. Man kennt sich gar nicht mehr aus. Während man kurz hoffte, die Bahn käme wieder zu sich, liegt nun wieder alles darnieder. Die Kindergartentanten streiken auch noch. Und jetzt auch die Post. Wenn nun auch die Recken vom REWE ihre Arbeit niederlegen und sich die Lehrer anschließen, wird man nur noch langsam bis 30 zählen können. Dann implodiert der Planet. Ich wette mit Ihnen!

Dann stehen schon wieder Ferien an. Pfingstferien! Wir sind im Freizeitstress. Bei Omas und Tanten kann man die Kinder nicht abwerfen. Die wandern nämlich entweder auf Korfu oder stiefeln in Bergschuhen durch die Schweizer Alpen. Und können/wollen da auf keinen Fall Kinder mitnehmen. Zwei Wochen lang will Kind 1 nun bespaßt werden. Zum Glück springt rechtzeitig der Betreuungsreigen des Schulhorts an und bietet vierzehn Tage lang Wald-, Bade- und Basteltage. Die eine oder andere Mutter würde da sicher auch gern – zumal besonders die Aussicht auf Glitzerkram in Woche 2 verheißungsvoll scheint. Ich beauftrage das Kind, Armband und Kette zu basteln und ernte einen Blick, der an Fremdscham alles ausdrückt, was man mit 7 Jahren nur zustande bringen kann…

Weil das selbstverständlich noch nicht genug Spaß für die ganze Familie ist, ist der Kater krank. Magenkrank. Die letzte Maus muss wohl schlecht gewesen sein. Anders lässt es sich nicht erklären, dass der Kater, unabhängig von Magenfüllung, Tageszeit und Schmusebedarf derzeit unfassbar fies um sich kotzt. Gern auch ohne Vorwarnung. Zum Beispiel beim Kuscheln auf dem Sofa. In diesem Zusammenhang kann ich versichern: Lachen werden garantiert alle – nur Sie nicht. Sie haben nämlich Vorverdautes auf der Brille und müssen sich zusammenreißen, um nicht selbst spontan den Magen zu entleeren. Der Kater guckt derweil nicht im Mindesten peinlich berührt, setzt sich dafür aber auf den Teppich und fährt mit pumpendem Geräusch und passender Körperrhythmik mit der Entleerung fort.

Und dann hatten wir, weil aller guten Dinge Pech sind, noch Läuse… aber davon demnächst…

 

Gestreikt…

Es geht ja stets noch ein bisschen fieser…

Erst streiken die Kindergartentanten. Dann stellt man auch bei der Bahn fest, dass es wieder einmal Zeit ist, die Arbeit niederzulegen und streikt ebenfalls – seit einem Jahr etwa geht das bei der Bahn so. Dass sich das ändern wird, davon geht mittlerweile eigentlich niemand mehr aus. Herr Weselsky wird es schon zu verhindern wissen, dass sich eine Einigung einstellt.

Bleibt die Frage, wozu man in Zukunft noch Kindergärten und Zugverkehr braucht, wenn man keinen Job mehr hat, mit dem man beides bezahlen kann. Sicher kann man es niemandem verdenken, wenn er für bessere Arbeitsverhältnisse kämpft. Bleibt nur die Frage nach der Verhältnismäßigkeit. Und die Frage, ob es nicht Sinn macht, neben den sicher berechtigten Gehalts- und Arbeitszeitforderungen auch einen kleinen Gedanken an die zu verwenden, die als Kollateralschaden nebenherlaufen – die Eltern, Berufstätigen und berufstätigen Eltern.

Letztens übrigens, das ist ein anderes Thema, geht jedoch in die gleiche Richtung, machte der Kindergarten mal wieder zu. An einem sogenannten „Brückentag“. Da ist ja schließlich jeder zuhause. Die Schließzeiten der KiTa, dies sei erwähnt, überschreiten auch ohne diese Brückentage bereits meinen Urlaub. Und da war noch kein Kind krank und musste daheim bleiben. Oder hatte Läuse und wurde für 10 Tage nach Hause geschickt. Auf diesen offensichtlichen Missstand angesprochen reagiert die KiTa-Leitung irritiert. Man könnte doch auch mal getrennt Urlaub machen. Ach und überhaupt: Was ist mit Oma und Opa? Und sei es nicht das Beste für das Wohl des Kindes, vielleicht auch im Job ein bisschen kürzer zu treten? Nicht zuletzt könne man ja auch einfach die Einrichtung wechseln, wenn man mit den Schließzeiten nicht einverstanden ist.

Und da steht man dann, sieht dem Kropf beim Wachsen zu und muss alles, was Wut ist, einfach hinunterschlucken. Denn wütend zu sein und sich zu beschweren ändern noch lange nichts an den Umständen. So wird zwar seit Jahren angefragt, ob man für die Zeit der Ferien eine Kindergartenbetreuung benötigt. Letztendlich ist das Ankreuen von „Ja“ aber nur Verschwendung von Tinte und Energie.

Seit dem Schuleintritt von Kind 1 allerdings wissen wir, wie entspannt Kinderbetreuung sein kann. Da besteht nämlich für alle Ferienzeiten Betreuungsmöglichkeit. Und zwar eine, um die man sich nicht prügeln muss sondern eine, die das Kind garantiert bekommt, wenn man sich beizeiten anmeldet.

Vielleicht kann ich meinen Ärger noch managen, bis auch Kind 2 in die Schule kommt. Vielleicht ändert sich beizeiten etwas an der Unflexibilität der Einrichtungen. Vielleicht lernt man den Begriff „Dienstleistungsgewerbe“ richtig zu deuten und sieht ein, dass Eltern ihre Kinder nicht in den Kindergarten geben, damit sie selbst mehr Freizeit haben. Vermutlich aber wird sich nichts ändern.

Wie bei der Bahn auch…

Weiter…

So, nachdem das neue Jahr schon vor ein paar Tagen begonnen hat, beginnt nun auch für uns wieder der Ernst des Lebens. Schule, Kindergarten, sogar die Arbeit hat wieder geöffnet.

Als Erste verließen heute Herr Müller und Kind 1 das Haus. Der Erste zum Bahnhof, das Zweite zur Schulbushaltestelle. Kind 2 erwachte zu diesem  Zeitpunkt gerade aus dem Schlaf und beschwerte sich lautstark über fehlenden Apfelsaft. Kaum eine halbe Stunde später, Kind 2 hatte sich für einen blauen Pulli mit Automotiv entschieden und verlangt, dass auch ich einen anziehe (was in Ermangelung von Autopullovern in meiner Größe ausfallen musste), waren wir auch schon auf dem Weg in den Kindergarten.

Mit Beginn des neuen Jahres, das vorweg, verändert sich für Kind 2 so einiges. Schnullis werden nur noch in akuten Notsituationen verwendet und die Krippengruppe wird endlich gegen eine angemessene Kindergartengruppe getauscht. Kind 2 ist jetzt nämlich groß und will mit den Babys nichts mehr zu tun haben. Bereits im letzten Jahr hatte es sich erfolgreich aus seiner Babygruppe herausgequengelt und selbst entschieden, wer seine neuen Kumpels sein sollten. Ganz erwachsen reichte mir mein Sohn, kaum hatte er heute Früh seine neue Gruppe inspiziert, denn auch die Hand, sagte „Machs gut, Mama“ und ging spielen. Und ich stand da, ein bisschen bedröbbelt und ließ mir die Tür zeigen.

Mit Müh und Not konnte ich mich dann, frisch den Arbeitsplatz erreicht, an das Passwort für meinen Rechner erinnern. Das Phänomen kennen Sie sicher: Da tippt man monatelang blind und ohne Einsatz der Großhirnrinde absolut treffsicher Passwörter in Arbeitsrechner. Aber kaum ist man zwei Wochen damit beschäftigt, daheim Monopoly zu spielen und schlechte Filme zu gucken, fällt einem die relevante Information nicht mehr ein. Mit Glück wissen die Finger noch, welche Buchstaben sie sonst immer gedrückt haben. Meist aber muss man in einem Stapel gelber Klebezettel nach dem ultimativen Hinweis auf die Zugangsdaten suchen…

Und hier sitze ich jetzt, bin durch die Mails der letzten zwei Wochen durch und gerade wieder auf dem Laufenden. Jetzt noch ein Kaffee und dann… na los! Lesen Sie hier nicht so rum! An die Arbeit!

Wichtel…

Sie da! Schon mal gewichtelt? Ja? Im Kindergarten? Der Grundschule?

Wie lustig in diesem Zusammenhang, dass wir heuer wieder wichteln. Unter den Kollegen nämlich. Wer nicht weiß, worum es geht, dem sei kurz erklärt: Wichteln ist eine Form des (vor-)weihnachtlichen Schenkens. Jeder zieht aus einem Topf einen Namen, denkt sich für diese Person etwas Schönes aus und beschenkt sie, zum Beispiel zur Weihnachtsfeier. Alles ganz anonym. Niemand erfährt, wer wen beschenkt hat.

Wichteln kann super sein. Zieht man den Namen einer Person, die man mag, findet sich meist auch eine schöne Kleinigkeit. Fällt einem jemand zu, der nicht der eigenen Wellenlänge entspricht, kann sich die Geschenkefindung unter Umständen dramatisieren. In diesem Zusammenhang ein Tipp: Es hat sich bewährt, das Prinzip der strikten Geheimhaltung dezent zu untergraben. Sei es, dass man bei Leuten, die der gewichtelten Person näher stehen als man selbst, nachfragt. Oder man tauscht gleich. Macht man das oft genug, hat man am Ende seinen Traumkandidaten und findet das perfekte Geschenk.

So. Und das war die Theorie.

Die Praxis sieht in der Regel so aus, dass sich erst einmal alle angucken und ein bisschen Angst haben. Dann zieht man grundsätzlich den eigenen Namen. Leider darf man sich nicht selbst beschenken, weshalb man den Zettel zurück in den Hut schmeißt und einen anderen Namen zieht. Nun beginnt die Zeit der Ratlosigkeit.

Eins vorweg: Nett bleiben ist das oberste Prinzip. Geschenke sollen Geschenke sein und keine Belehrung, Veralberung oder im schlimmsten Fall Beleidigung. Damals in der Schule hatten wir einen Kandidaten, der grundsätzlich auf Unzulänglichkeiten herumtrampelte und Deos, Minzbonbons und ähnlichen Unsinn verschenkte. Macht man nicht. Das Warum erklärt sich von selbst.

Dann geht es weiter: Gehört sich Schokolade? Darf ich einen Schal stricken? Wird mit Liebe Selbstgemachtes überhaupt gewürdigt? Gehört Erbauliches wie Musik oder Literatur ins Wichtelpäckchen oder fällt das in die Kategorie Bevormundung? Was schenkt man dem Vorgesetzten, was dem Azubi? Und wie schaffe ich alles mit dem kleinen Schein, der als Maximalbetrag vorgegeben wurde?

Fragen über Fragen.

Und ganz am Schluss, wenn es ans Auspacken geht: Haltung bewahren. Und sich immer vor Augen führen, dass es der Gedanke ist, der zählt. Es sei denn natürlich, man hat ein Bombengeschenk bekommen. In diesem Fall kann man nur hoffen, dass man selbst etwas bombenmäßiges verschenkt hat und sich die andere Person ähnlich freut wie man selbst. Andererseits aber kann man beruhigt bleiben: Schließlich ist alles ganz anonym gewesen. Wenn sich alle dran gehalten haben…

(…was in der Realität übrigens nie passiert.)

 

Schlecht: Immer…

Die schlechteste Mutter der Welt zu sein ist ganz einfach. Es ist sogar so einfach, dass ich den Titel quasi als Dauerpokal mit mir herumtrage.

Neuester Grund zur Verleihung: Weihnachtsfeier(n).

Einem lustigen Zufall haben wir es zu verdanken, dass am Tag vor Nikolaus alle relevanten Weihnachtsfeiern auf einen Tag fallen. Und wir sprechen immerhin von drei Stück. Einerseits begeht der Hort der Schule eine Weihnachtsfeier, die sagenhafte 3 Stunden dauern soll und neben Kinderpunsch und Lebkuchen auch ein Rahmenprogramm beinhaltet, das die Kinder selbst gestalten. Aber auch  der Kindergarten hat an diesem Tag eine Feier geplant. So wandern Kinder und Eltern durch den Wald zum Haus des Nikolaus (fragen Sie nicht) und holen dort ihre Geschenke ab. Zu guter Letzt nun ist auch im Sportverein der Tochter Nikolaustreiben angesagt. Zu allen Festivitäten sind wir eingeladen. Und haben die Qual der Wahl.

Ich als Mutter denke da in erster Linie rational: Welche Feier geht mir am meisten auf den Senkel? Eindeutig der dreistündige Singspiel-Marathon. Drei Stunden sitze ich nur dann freiwillig in einem Saal voller Menschen, wenn „Herr der Ringe“ läuft. Ich unterschreibe also einen Zettel, auf dem wir versichern, dass wir leider nicht kommen können und gebe ihn der Tochter mit. Für Sportverein und Kindergarten losen derweil die Erziehungsberechtigten aus, wer welches Kind begleitet.

Gestern dann will ich Kind 1 im Hort abholen und werde zum Gespräch gebeten. Das Kind hat die Absage nämlich nicht abgegeben sondern mitgeteilt, dass man mit mir doch noch mal ein Gespräch führen muss. Dies tut nun die Hortbetreuerin. Das Kind hat sich nämlich justament für einen  Rolle im Singspiel gemeldet. Und will zur Weihnachtsfeier.

Ich weise auf die beiden anderen Festlichkeiten hin, auf die wir ebenfalls eingeladen sind. Da liegt Kind 1 aber schon am Boden und heult. Kind 2, das immer gern mitmacht, wenn Theater gespielt wird, fällt prompt ins Konzert ein. Um Schlimmeres zu verhindern, raffe ich meine Brut an mich und verlasse den Ort des Geschehens. Daheim angekommen kläre ich Kind 1 über die Alternativen auf. Interessiert nicht. Wir brechen das Gespräch ergebnislos ab.

Heute Nacht um 2 Uhr dann steht Kind 1 auf dem Flur und heult. Im kurzen Gespräch kann geklärt werden: Das Kind will jetzt nicht mehr auf die Schulfeier sondern lieber auf die im Sportverein. Zum Glück kann man das Kind wieder ins Bett bringen, bevor der Rest des Hauses aufwacht. Am Morgen beim Aufstehen ist sich das Kind dann nicht mehr ganz sicher über die eigenen Prioritäten. Bricht aber zur Sicherheit in Tränen aus.

Und hier stehen wir nun. Die Erwachsenen wollen am liebsten zuhause bleiben. Die Kinder am liebsten alle Weihnachtsfeiern gleichzeitig besuchen. Letzteres geht mit großen Emotionen einher. Besonders deshalb, weil es Kinderpunsch gibt. In zwei Tagen müssen wir uns entschieden haben. Und wir wissen bereits jetzt: Wir können nur verlieren…