Gestreikt…

Es geht ja stets noch ein bisschen fieser…

Erst streiken die Kindergartentanten. Dann stellt man auch bei der Bahn fest, dass es wieder einmal Zeit ist, die Arbeit niederzulegen und streikt ebenfalls – seit einem Jahr etwa geht das bei der Bahn so. Dass sich das ändern wird, davon geht mittlerweile eigentlich niemand mehr aus. Herr Weselsky wird es schon zu verhindern wissen, dass sich eine Einigung einstellt.

Bleibt die Frage, wozu man in Zukunft noch Kindergärten und Zugverkehr braucht, wenn man keinen Job mehr hat, mit dem man beides bezahlen kann. Sicher kann man es niemandem verdenken, wenn er für bessere Arbeitsverhältnisse kämpft. Bleibt nur die Frage nach der Verhältnismäßigkeit. Und die Frage, ob es nicht Sinn macht, neben den sicher berechtigten Gehalts- und Arbeitszeitforderungen auch einen kleinen Gedanken an die zu verwenden, die als Kollateralschaden nebenherlaufen – die Eltern, Berufstätigen und berufstätigen Eltern.

Letztens übrigens, das ist ein anderes Thema, geht jedoch in die gleiche Richtung, machte der Kindergarten mal wieder zu. An einem sogenannten „Brückentag“. Da ist ja schließlich jeder zuhause. Die Schließzeiten der KiTa, dies sei erwähnt, überschreiten auch ohne diese Brückentage bereits meinen Urlaub. Und da war noch kein Kind krank und musste daheim bleiben. Oder hatte Läuse und wurde für 10 Tage nach Hause geschickt. Auf diesen offensichtlichen Missstand angesprochen reagiert die KiTa-Leitung irritiert. Man könnte doch auch mal getrennt Urlaub machen. Ach und überhaupt: Was ist mit Oma und Opa? Und sei es nicht das Beste für das Wohl des Kindes, vielleicht auch im Job ein bisschen kürzer zu treten? Nicht zuletzt könne man ja auch einfach die Einrichtung wechseln, wenn man mit den Schließzeiten nicht einverstanden ist.

Und da steht man dann, sieht dem Kropf beim Wachsen zu und muss alles, was Wut ist, einfach hinunterschlucken. Denn wütend zu sein und sich zu beschweren ändern noch lange nichts an den Umständen. So wird zwar seit Jahren angefragt, ob man für die Zeit der Ferien eine Kindergartenbetreuung benötigt. Letztendlich ist das Ankreuen von „Ja“ aber nur Verschwendung von Tinte und Energie.

Seit dem Schuleintritt von Kind 1 allerdings wissen wir, wie entspannt Kinderbetreuung sein kann. Da besteht nämlich für alle Ferienzeiten Betreuungsmöglichkeit. Und zwar eine, um die man sich nicht prügeln muss sondern eine, die das Kind garantiert bekommt, wenn man sich beizeiten anmeldet.

Vielleicht kann ich meinen Ärger noch managen, bis auch Kind 2 in die Schule kommt. Vielleicht ändert sich beizeiten etwas an der Unflexibilität der Einrichtungen. Vielleicht lernt man den Begriff „Dienstleistungsgewerbe“ richtig zu deuten und sieht ein, dass Eltern ihre Kinder nicht in den Kindergarten geben, damit sie selbst mehr Freizeit haben. Vermutlich aber wird sich nichts ändern.

Wie bei der Bahn auch…

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Gastbeitrag: Die transparente Kita…

Heute schreibe nicht ich etwas zur Lage der Nation. Heute möchte ich einen Gastbeitrag veröffentlichen.

Max Dohna schreibt an der Universität Bonn eine Dissertation zum Thema „Transparenz in der Kinderbetreuung“ und benötigt Unterstützung bei seiner Arbeit. Hier kommen Sie ins Spiel. Lesen Sie sich den Artikel durch, denken Sie darüber nach, klicken Sie den Fragebogen an und helfen Sie dabei, Kinderbetreuung für Eltern durchschaubarer und vergleichbarer zu machen.

Ich bitte außerdem um zahlreiches Weitersagen.

Vielen Dank!

 

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Studie zu Transparenz in der Kinderbetreuung

Stellen Sie sich bitte vor, Sie suchten ein Hotel für den nächsten Familienurlaub. Wenn Sie die wichtige Entscheidung über den Urlaubsort getroffen haben, können Sie sich im Internet stundenlang über jede Strandhütte informieren. Ich gebe zu, die Aussage anderer Gäste, dass das Essen toll war, lockt einen gerne mal ins Pommes- und Pizzaland, aber man bekommt wenigstens eine grobe Ahnung, ob man den wertvollen Urlaub in dieser oder jener Unterkunft zur Erholung nutzen kann. Besser wird es beim Autokauf, denn hier sind sogar echte Profis am Werk. Neben Freunden und Kollegen, von denen immer einige heimliche Experten sind, kann man sich sowohl online als auch analog auf vielen Seiten und in Magazinen mit Tests und Empfehlungen professioneller Tester versorgen.

Was hat das nun mit der Suche nach Kinderbetreuung zu tun? Leider nicht viel. In meiner Dissertation zum Thema „Transparenz in der Kinderbetreuung“ beschäftige ich mich mit der Frage, was Eltern bei der Suche nach Kinderbetreuung beschäftigt und welche ihrer Fragen sie mit vertretbarem Aufwand beantwortet bekommen. Vor meiner Promotion habe ich als Gründer und Leiter eines Kindergartens mit Schrecken festgestellt, wie undurchsichtig der Kinderbetreuungsbereich für Eltern ist. Für die Jugendämter übrigens auch. Auf meine Frage, ob Besuche vom Jugendamt unangekündigt stattfinden, bekam ich von der zuständigen Dame ein überraschtes „Nein“ zu hören. Man ist ja schließlich unter Kollegen…

Seit Ende letzten Jahres bin ich kein Kindergärtner mehr und gehe das Thema nun wissenschaftlich an. Leider ist die Situation hier kaum besser. Wissenschaftler in Deutschland forschen an pädagogischen Standards oder volkswirtschaftlichem Nutzen der Kinderbetreuung. Die Perspektive der Eltern, ihre Wünsche und Bedürfnisse, ist bisher nicht nennenswert erforscht worden. Dabei sind sie es, die in den meisten Fällen tatsächlich das Beste für ihre Kinder wollen und stellvertretend für sie die Entscheidung treffen, ob, wo und wie betreut wird. Mehr Betreuungsplätze wären dabei schon einmal hilfreich. Ohne die notwendige Transparenz bliebe den Eltern jedoch trotzdem noch eine zeit- und nervenaufreibende Suche.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ohne einen persönlichen Besuch vor Ort sollte niemand eine Kinderbetreuung aussuchen. Es sollte aber möglich sein, die denkbaren Alternativen vorab ohne Besuch näher kennen zu lernen und sich so auf die konzentrieren zu können, die zu den eigenen Vorstellungen passen. Dazu muss als erstes erforscht werden, welche vergleichbaren Faktoren Eltern überhaupt interessieren.

Ich wäre Ihnen überaus dankbar, wenn Sie an meiner Studie teilnehmen würden und auch andere Eltern darauf hinweisen. Der Fragebogen dauert etwa 25 Minuten und richtet sich an alle, die zur Zeit oder bald eine Kinderbetreuung suchen oder in den letzten 6 Jahren gesucht haben. Ihre Zeit ist gut investiert, denn ich werde anhand der Studie klare Empfehlungen an die Politik sowie Jugendämter und andere relevante Stellen abgeben. Je mehr Eltern teilnehmen, desto eher finden wir Gehör.

 

Sie finden den Link zum Fragebogen und weitere Informationen unter www.transparente-kita.de.

 

Familie Müller danke ich sehr für die großartige Unterstützung!

Max Dohna