Wieder nicht…

Halloween war dieses Jahr wieder der Burner. Kein Kind da! Wirklich nicht! Wenn man von den zwei Prinzessinnen absieht, die an der Tür geklingelt haben, noch bevor es überhaupt dunkel geworden ist. Tageslichtprinzessinnen gelten nicht! Bitte für die Zukunft merken!

Dabei waren wir äußerst nett: Haben Süßes gekauft, verstecken auch wirklich keinen Rosenkohl in Rocher-Papier und machen uns auch keinen Spaß daraus, Zahnbürsten und Zungenreiniger zu verteilen. Nein: Wir sind auf Horden unterzuckerter Winzlinge extrem gut vorbereitet. Mit gigantischen Schüsseln voller Kariesbomben und einem als Spiderman angemalten Kleinkind.

Und dann das: Nichts. In der kompletten Straße herrscht Totentanz (Achtung Halloween-Wortspiel). Vermutlich hat sich herumgesprochen, dass das Rentnergeschwader in unserer Gegend nicht gut auf Monsterkinder zu sprechen ist. Überhaupt muss man sich in der Hochzeit von Horrorclowns ja ungemein in Acht nehmen. Türen öffnen nach Einbruch der Dämmerung ist da nicht drin! Was es ziemlich sinnlos macht, sich als Kind zu uns ins Viertel zu verirren und nach Süßigkeiten zu fragen.

Das extra einstudierte „Süßes oder Saures? Dann hätte ich gern was Süßes.“ bleibt ungenutzt.

Also kein Halloween dieses Jahr. Auch gut. Essen wir die ganze Schokolade eben selbst. Ist auch viel zahngesünder. Zumindest für die nicht hier gewesenen Kinder…

Sei froh…

heinrich_joghurtHach ja, Kinder… schön…

Denkt man! Könnte man auch, wenn man diese friedlich schlummernden Sonnenscheinchen sieht, die im Arm ihrer glücklichen Mütter liegen. Weil sie so hübsch sind. Riechen tun sie angeblich auch toll. Überhaupt – alles ist schön an Kindern!

Aber sein wir mal ehrlich. Nix ist toll am Kinder haben. Schlimm isses! Nur hat sich bisher niemand getraut, das zuzugeben!

Einen schonungslosen Tatsachenbericht den eigenen Nachwuchs betreffend liefert nun Nils Heinrich ab: „Sei froh, dass du nicht Joghurt heißt.“

Alles beginnt mit alkoholfreiem Bier. Dann mutiert die eigene Frau zum lehrbuchfressenden Monster, gebärt ein Ding, das nichts kann als Milch in Kacke zu verwandeln. Und als wäre das nicht genug, krempelt dieses Ding das Leben seiner Ernährer um. Komplett und unumkehrbar. Beginnend beim Nachtschlaf, den man sich für den Rest seines Daseins abschminken kann. Dann die Sache mit dem kindlichen sauber werden (klappt nicht). Krabbeln (auch nicht). Sprechen lernen (nein). Zu allem Überfluss entwickelt das Kind Eigenarten, die man unmöglich in der Öffentlichkeit vorführen kann. Überhaupt: Das lästige Kinderturnen! Der Nachwuchs-Vergleich mit anderen Eltern! Lebensmittelfossilfunde an antiken Möbeln! Urlaub mit dem Nachwuchs!

Hach ja, Kinder… doof…

„Sei froh, dass du nicht Joghurt heißt“ ist ein amüsantes Buch übers Kinder haben und Eltern sein. Ganz ohne die übliche Zuckerwatte, die sonstige Elternbücher umgibt. Es beschreibt die Elternschaft kitschlos und zum Schreien komisch in all ihren lachhaften, irritierenden, schönen und auch blöden Facetten. Und mehr als einmal sieht man sich bei der Lektüre breit grinsend nicken – weil einem genau die gleichen Dinge, über die Nils Heinrich schreibt, jeden Tag selbst passieren. Nur so amüsant hat man´s bisher noch nie erzählt bekommen.

Nils Heinrich „Sei froh, dass du nicht Joghurt heißt“
erschienen im Satyr Verlag

Die B-Day-Frage

Geschenke finden: Ganz schwere Sache.

Die Geburtstage aller Kinder stehen an. Selbstverständlich ist die Wunschliste gigantisch. Alle möglichen Sachen stehen drauf: Vom Skateboard über Videospiele bis hin zur Mondrakete. Letztere in Grün. Hellgrün geht auch noch. Zur Not dunkelgrün. Dass das reine Gerät ein Ding der Unmöglichkeit ist, wird als unfair empfunden. Ob denn ein U-Boot gehe. Das dann gern auch in Blau. Auf meine Antwort hin ist weitere Kommunikation erst einmal nicht mehr möglich.

Die knallbunten Bodenkissen, die wir bereits ausgesucht und gekauft haben, damit sich kein Kind mehr auf dem Teppich wälzen muss, wenn „Phineas & Ferb“ im Fernsehen kommt, sind derweil auf dem Postweg verschwunden. Die Kommunikation mit dem Verkäufer ist zwar freundlich, aber wenig zielführend. Denn der Verkäufer beharrt auch nach 10 Tagen nicht zugestellter Ware und trotz eindeutigem Status der DHL-Sendungsverfolgung darauf, dass das Paket sicher nicht verschwunden ist und keine Notwendigkeit besteht, einen Nachforschungsantrag zu stellen. Mit Geduld werde die Sendung ganz bestimmt noch zugestellt… Auch ein erneutes Versenden der Ware wird abgelehnt. Weil wir zu hibbelig sind. Wir stellen beim übergeordneten Versender derweil einen Garantieantrag, damit wir im Falle des Falles wenigstens unser Geld wiedersehen.

Um auf die Geburtstage an sich zurückzukommen: Die Frage, wo denn die Feier stattfinden soll, führt eher zu Unruhe. Schwimmbad geht nicht. Zumindest nicht mit Geburtstagsgästen. Weil man uns als Eltern nicht zumuten kann, auf sieben Kinder aufzupassen, von denen 5 nicht richtig schwimmen können. Kino geht, aber nur mit verminderter Anzahl an Gästen. Wegen des kleinen Autos und der Tatsache, dass das nächste Kino zu Fuß nicht erreichbar ist. Der Indoor-Spielplatz? Geht. Auch mit einer ganzen Horde Kinder. Und der Zoo? Siehe Kino.

Die Entscheidungsfindung ist noch nicht abgeschlossen. Uns als Eltern wäre der Indoorspielplatz selbstverständlich am Liebsten. Aus verschiedenen ganz praktischen Gründen: Die Verpflegung der Geburtstagsgäste übernimmt das gewählte Etablissement. Ebenso die Bespaßung. Wir als Eltern kümmern uns lediglich um die Aufsicht. Und spielen dürfen wir auch – wenn auch nicht im Bällebad, wie wir es gern hätten.

Zum Glück ist das Spieleparadies nach wie vor der Favorit aller, auch eingeladener, Kinder. Da kann man also nicht so wirklich viel falsch machen.

Nichtsdestotrotz: Es bleibt noch Zeit für Diskussionen.

Und ob die Bodenkissen noch ankommen? Wir werden sehen…

Noch heißer… und so weiter…

Eins vorweg: Die 40°C hatten wir diesen Sommer schon. Am 05. Juli bereits hat das Thermometer die magische Grenze überschritten. Ich habe ein Foto gemacht, falls es jemanden interessiert. Heute nun, einen Monat später, stehen wir wieder da und machen uns auf 40°C gefasst. Obwohl so viel Panik vielleicht gar nicht angebracht ist – schließlich hat der nette Nachrichtensprecher im Radio heute „nur“ 39°C verkündet. Bleibt nun abzuwarten, was uns tatsächlich glüh… ähm blüht.

Ein Gutes hat der heiße Sommer: Ich kann endlich alle 52 Kleider, die sich im Laufe der Jahre im Schrank angesammelt haben, tragen. Selbstverständlich nacheinander. Eigenartigerweise stellt sich trotz Dauerbeinfreiheit keine Sonnenbräune ein. So bemerkte letztens auch Opa Schröder, ich könne auch Neonröhren im Lampengeschäft verkaufen. Das ist nicht nett, zeigt aber deutlich, wie weiß meine Beine im August noch sind. Andererseits ist vornehme Blässe etwas, gegen das ich nichts habe.

Ganz nebenbei ist dann auch schon fast die erste Woche der Sommerferien geschafft. Das große Kind musste diese Woche wegen zwei arbeitender Eltern zusammen mit ihrem kleinen Bruder in den Kindergarten. Dort betreut man im Bedarfsfall auch mal Grundschulkinder. Spaß gemacht hat dem Kind vor allem der morgendliche Weg in den Kindergarten. Der fand nämlich auf Rollerskates statt. Merke: Wer täglich einen Kilometer skatet, hat´s spätestes am dritten Tag voll drauf. So bekam das Kind heute von den morgendlich am Fenster ausschauenden Rentnern schon ein „Daumen hoch“. Und freute sich.

Fünf Wochen Sommerferien stehen uns nun noch bevor. Drei davon haben wir Urlaub. Wir haben, ich gebe es zu, ein bisschen Angst vor den zwei Kindern. Die wollen nämlich bespaßt werden. Und das nonstop. Eine Freundin rief mich gestern an und erklärte, die Oma hätte schon nach der ersten Woche keinen Bock mehr auf Ferienbetreuung. Und wir lassen uns jetzt einfach mal überraschen. Wenn es in den nächsten Wochen nicht unbedingt weiter so ballerheiß bleibt, kann man sicher auch den einen oder anderen Ausflug machen…

 

 

Heimflug…

Wir sind zurück in heimatlichen Gefilden. Nachdem das Auto in dieser kleinen mecklenburger Werkstatt rubbeldiekatz repariert werden konnte (Diagnose: Kühlmittelpumpe in ano), konnten wir mit einer Verspätung von nur 24 Stunden wieder heimreisen. Unsereins fährt ja sowieso gern nachts. Da sind die Straßen leer, die Kinder schlafen und eine sechsstündige Autofahrt lässt sich mit minimaler Rastplatzfrequentierung absolvieren. Das alles natürlich rein theoretisch. Denn selbstverständlich schläft kein einziges Kind. Im Gegenteil: Alle Kinder wollen entweder in fünfzehnminütigen Abständen pinkeln oder rufen laut „Kacka-Popo!“, was beides einen sofortigen Boxenstopp bedeutet. An der Raststätte angekommen, geht Kind 1 brav zum Klo. Kind 2 legt den Kopf schief und fragt unschuldig: „Jetzt Pommes essen?“

Nur 4 Stopps später haben wir die Nase dann auch schon voll und verweigern das nochmalige Aufsuchen von Raststätten. Die Kinder entwickeln daraufhin Hunger und fressen die Vorräte leer. Dann ist ihnen schlecht und sie müssen anhalten. Ein letztes Mal stoppen wir den Wagen. Dann streichen wir Essen und Trinken vom Speiseplan. Zumal es mittlerweile dunkel ist. Und das heißt: Schlafenszeit.

Selbstverständlich schläft kein Kind. Stattdessen werden Lieder gesungen, Autos gezählt und in den Sitzritzen nach TicTacs gekramt. Das Ganze unterhält uns fast zwei Stunden lang. Dann wird es hinten merkwürdig still. „Dass eins klar ist, ich schlafe nicht!“ lässt Kind 1 verlauten. Kind 2 kann ich zu diesem Zeitpunkt schon zudecken. Zwei weitere Wachheitsbeteuerungen später ist auch Kind 1 eingeschlafen…

Kurz nach Mitternacht sind wir daheim. Beim Umbettprozedere vom Auto ins Haus werden beide Kinder wach und verlangen unisono Abendbrot, eine Geschichte, ein Lied und überhaupt. Aufs Zähneputzen dürfen wir aber verzichten. Da sind die Kinder nicht so. Gegen 2 Uhr, gleich wird die Sonne wieder aufgehen, liegen dann alle im Bett. Aber sowas von…

Schlimme Dinge…

Heute habe ich etwas ganz Schlimmes getan. Ich habe – und wenn Sie schwache Nerven haben, lesen Sie jetzt bitte weg – mein Kind gezwungen zu Basteln!

Unbestätigten Gerüchten zufolge nähert sich nämlich wieder ein Großereignis, in dem wahlweise ein Mann mit weißem Bart vorkommt oder ein blonder Knabe mit lockigem Haar.

Da Nachwuchs im Vorschulalter nun nicht stundenlang auf Stühlen festgehalten werden kann, ohne dass er sich a) daran festklebt oder b) die Tischdecke mit Bastelpapier verwechselt, dosiere ich die Bastelnachmittage derzeit schonend.

Bis Weihnachten müssen alle Omas, Opas, Onkel, Tanten, beste Freunde, Mamas, Papas… anständig beschenkt werden. Was gibt es schließlich Schöneres, als etwas Selbstgebasteltes. Und damit da am Ende wenigstens eine Träne der Rührung zu sehen ist bei der Oma, sollte das Geschenk schon schön sein.

„Nein, das Herz sollst du ausschneiden. Das sieht doof aus, mach´s nochmal. Nochmal! Konzentrier dich! Das üben wir, bis es schön aussieht…“

Noch sind´s ein paar Wochen. Vielleicht schaffen wir es ja, bis dahin etwas Anständiges zu kreieren. Wenn nicht, tue ich an Heiligabend einfach so, als hätten wir nicht seit Wochen gemalt, geklebt und gefaltet. Ich mache mich doch nicht lächerlich, weil das Kind am Ende nur so hässliches Zeug zustande gebracht hat…