Verkatert…

So. Jetzt ist es passiert.

Schwarze Katze Nr. 4 ist in der Nachbarschaft eingezogen. Mit unserem Kater streunen nun fünf zum Verwechseln ähnliche Viecher durch die Gärten.

Sicher,  diese Fünflings-Sache hat ihre guten Seiten. Kackt eine schwarze Katze irgendwo ins Blumenbeet, wird es schwierig, mit dem Finger auf den richtigen Besitzer zu zeigen und mit Anwälten zu drohen. Und auch die pausenlos alles anpinkelnden Kater sind nicht mehr so leicht als Müllers oder Schuberts Besitz zu identifizieren.

Andererseits galoppieren jetzt auch immer mindestens 2 Katzen herbei, wenn man abends am Gartentor steht und nach der Mieze ruft. Mit nachlassender Sehkraft wird es so schwierig, den richtigen Vierbeiner auszusuchen.

Auch Doppelfütterungem passieren immer wieder. Denn das liebevoll angerichtete Mittagsschälchen wird schon mal von fremden Katzen geleert, die sich rotzfrech durch die Katzenklappe schleichen und gnadenlos ausnutzen, dass sie von Weitem wie Müllers vierbeiniger Mitbewohner aussehen.

Schön aber sind die abendlichen Zusammenkünfte im Garten. Da treffen sich dann 5 schwarze Katzen und der taube Weiße mit dem blauen und dem grünen Auge, schweigen sich lange an und gehen irgendwann wieder ihrer Wege.

Womit eindeutig die Vorteile überwiegen.

Und mir fällt ein: Das Katzenfutter ist schon wieder alle…

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Nichtkatzen…

Die Babykätzchen schreien infernalisch. Jede Nacht. Sie müssen irgendwo in der Nähe des Hauses im Gebüsch hocken. Eine Mutter spürt so etwas. Und sie haben Hunger. Dem Gebrüll nach zu urteilen, ist ihre Katzenmama äußerst nachlässig und kommt nur etwa alle 18 Stunden einmal zur Versorgung vorbei. Die armen, armen Babykatzen. Ich muss sie retten.

Ich bin mit äußerst lebhafter Fantasie geschlagen. Ich schreibe absichtlich geschlagen, weil Fantasie nicht immer nur was Schönes ist. Ganz im Gegenteil, man kann sich mit ihr auch alle furchtbaren Dinge imaginieren, wie man sie so im wahren Leben nie auch nur ansprechen würde. Leidende und hungernde Katzenbabys gehören absolut dazu.

„Die Kätzchen sterben!“ weine ich eines Abends, da liegen Herr Müller und ich schon im Bett. Bereits seit Sonnenuntergang schreit es draußen. Der Versuch, die Fenster zu schließen, um den Lärm draußen zu lassen, bringt den Kopf nicht zur Ruhe. Ich wälze mich hin und her. „Die Katzenbabys!“ versuche ich es erneut. „Die haben Hunger!“ Herr Müller klappt die Augen auf. Kurz schaut er mich an. Denkt nach. Dann schwingt er sich aus den Federn. Und geht. Wortlos. Die Tür klappt, das Gartentor schwingt. Die Katzenbabys schreien.

Im Haus tigere ich auf und ab. Und male mir aus, wo die Kätzchen wohnen werden, wenn Herr Müller gleich mit einem Arm voller Fellknäueln wieder auftauchen wird. Zehn Minuten später dann klingelt endlich das Telefon. Herr Müller ist dran. Da wo er ist, das höre ich, schreit es.

„Und?“ frage ich, ganz bang.
„Deine Kätzchen,“ sagt er, „die sitzen sechs Meter über mir in den Bäumen.“ Herr Müller klärt auf. Er steht im Wäldchen, das sich direkt an die Siedlung, in der wir wohnen, anschließt. Und es rufen mitnichten Feline: Unsere Babykatzen sind junge Waldohreulen. Die rufen des nachts ganz ähnlich wie junge Katzen. Nur viel lauter.

Und die Fantasie, die lebhafte, ist beruhigt.

Lotti im Katzenhimmel

Lotta1Leider ist unsere Katze, das geliebte Lottchen, noch im vergangenen Jahr kurz nach den Weihnachtsfeiertagen an den Folgen ihrer Lungenentzündung gestorben. Das liebe Vieh, das eigentlich anders hieß, aber immer nur die Lotta war, hat 4 Wochen tägliche Arztbesuche tapfer überstanden, während fast der gesamten Zeit aber weder freiwillig gefressen noch getrunken. Eine Zeit lang haben wir das Tier mit Hilfe des Veterinärs noch mit Kalorien und Nährstoffen versorgen können. Und eine Zeit lang sah es gut aus. Spätestens als Lotta aber anfing, sich in der Wohnung unter Tischen und Schränken zu verstecken, mussten wir uns mit dem Unausweichlichen befassen… Auch die Versuche, aus dem Haus zu fliehen und sich unter der dichten Hecken im Nachbargarten zu verkriechen, waren sichere Zeichen. Lotta wollte nicht mehr. Am 27.12. dann wars zuende.

Lotta war Herrn und Frau Müllers erstes gemeinsames Kind, wenn der Vergleich gestattet ist. Sie kam zu uns, da waren wir erst wenige Tage ein Paar. Da wohnten wir noch nicht einmal zusammen. Auch Lotta war ein Grund, ganz schnell zusammenzuziehen.

Jetzt, fast 15 Jahre später, steht Kind 2 immer wieder im Garten, guckt in den Himmel und will wissen, wie man jetzt die Katze füttern soll, wenn sie da oben auf der Wolke sitzt. Auch die Frage, wann das liebe Vieh denn wiederkommt, wird öfter gestellt, als es mein Gemüt derzeit noch zulässt. Und warum wir jetzt nur noch eine Katze haben? Das Konzept „Tod“ ist dem Kind noch nicht schlussendlich klar.

Kind 1 indes hat den Verlust anders weggesteckt. Die beste Freundin wurde zum Katzengrab im Garten geführt und in der Schule hat sie, als alle zum Thema „Mein Erlebnis im Weihnachtsurlaub“ ein Bild malen sollten, die Lotta gemalt. Mit einer Blume auf dem Grab. Seitdem spricht Kind 1 nicht mehr von der Katze. Getröstet hat sie mich noch, als ich einmal aus Versehen zwei Schüsselchen mit Futter rausgestellt hatte und heulen musste. Per se aber scheint der Trauerprozess abgeschlossen.

Bleibt uns Paul. Nun Einzelkatze, ist Paul ein Charmeur geworden, der viel spricht, viel schmust und ab und zu nachts auch wieder ins Bett kommt. Er macht einen entspannteren Eindruck, jetzt, wo kein anderer Vierbeiner mehr da ist. Er lässt sich jetzt Zeit bei den Mahlzeiten, er pinkelt nicht mehr unkontrolliert das Haus an, er geht aber auch nicht mehr so viel spazieren wie früher. Paul ist ruhiger.

Lotta2Uns bleiben die schönen Erinnerungen an Müllers Katze. Die Begeisterung, wenn Frau Müller Pullis strickte, die Assistenz beim Nähen und Kochen. Der Spaß an menschlicher Gartenarbeit inklusive aktiver Hilfe beim Unkrautzupfen. Das Heimbringen von Käfern, Schmetterlingen, Libellen und Spinnen. Der angeekelte Blick, wenn mal das falsche Futter im Schüsselchen landete. Das Kopfstupsen, das abendliche Putzen der menschlichen Familie und das überlaute Geplärre, wenn es der Katze mal nicht schnell genug ging. Schön wars mit Lotta.

Und eine „Ersatzkatze“ – nein, die wird es nicht geben.

Murmeltiergrüße und anderer Kram…

Schon wieder Streik. Oder immer noch. Man kennt sich gar nicht mehr aus. Während man kurz hoffte, die Bahn käme wieder zu sich, liegt nun wieder alles darnieder. Die Kindergartentanten streiken auch noch. Und jetzt auch die Post. Wenn nun auch die Recken vom REWE ihre Arbeit niederlegen und sich die Lehrer anschließen, wird man nur noch langsam bis 30 zählen können. Dann implodiert der Planet. Ich wette mit Ihnen!

Dann stehen schon wieder Ferien an. Pfingstferien! Wir sind im Freizeitstress. Bei Omas und Tanten kann man die Kinder nicht abwerfen. Die wandern nämlich entweder auf Korfu oder stiefeln in Bergschuhen durch die Schweizer Alpen. Und können/wollen da auf keinen Fall Kinder mitnehmen. Zwei Wochen lang will Kind 1 nun bespaßt werden. Zum Glück springt rechtzeitig der Betreuungsreigen des Schulhorts an und bietet vierzehn Tage lang Wald-, Bade- und Basteltage. Die eine oder andere Mutter würde da sicher auch gern – zumal besonders die Aussicht auf Glitzerkram in Woche 2 verheißungsvoll scheint. Ich beauftrage das Kind, Armband und Kette zu basteln und ernte einen Blick, der an Fremdscham alles ausdrückt, was man mit 7 Jahren nur zustande bringen kann…

Weil das selbstverständlich noch nicht genug Spaß für die ganze Familie ist, ist der Kater krank. Magenkrank. Die letzte Maus muss wohl schlecht gewesen sein. Anders lässt es sich nicht erklären, dass der Kater, unabhängig von Magenfüllung, Tageszeit und Schmusebedarf derzeit unfassbar fies um sich kotzt. Gern auch ohne Vorwarnung. Zum Beispiel beim Kuscheln auf dem Sofa. In diesem Zusammenhang kann ich versichern: Lachen werden garantiert alle – nur Sie nicht. Sie haben nämlich Vorverdautes auf der Brille und müssen sich zusammenreißen, um nicht selbst spontan den Magen zu entleeren. Der Kater guckt derweil nicht im Mindesten peinlich berührt, setzt sich dafür aber auf den Teppich und fährt mit pumpendem Geräusch und passender Körperrhythmik mit der Entleerung fort.

Und dann hatten wir, weil aller guten Dinge Pech sind, noch Läuse… aber davon demnächst…

 

Katzennichtritt…

Seit Tagen warte ich darauf, dass ich endlich das ultimative Foto schießen kann. Das Foto von der Katze, die auf dem Staubsauger durch die Wohnung reitet.

RupertLeider werde ich auf dieses Bild wohl lange warten müssen. Der Staubsauger, der seit Kurzem selbstständig bei uns für Ordnung sorgt und aussieht wie ein Ufo im Tiefflug, ist den Katzen nicht geheuer. Dabei ist Rupert (wir nennen ihn Rupert) äußerst diskret. Er ist leise, er putzt dienstbeflissen Staub, Fussel und Haare weg und dreht zur allgemeinen Belustigung immer mal wieder Pirouetten auf dem Teppich. Manchmal versteckt er sich auch unter dem Schrank und weigert sich dann, wieder hervorzukommen. Aber daran arbeiten wir noch. Wenigstens ruft er um Hilfe, wenn er feststellt, dass er keinen Ausgang mehr findet. Meist macht er aber nur sehr sehr gründlich unterm Schrank sauber und verendet dann an erschöpfter Batterie.

Die Katzen, um mal aufs Thema zurückzukommen, verfolgen Rupert nun stets in sicherem Abstand durch die Wohnung. Staubsaugt er gerade im Wohnzimmer, hocken sie sich an den Rand des Teppichs und gucken sparsam. Rollt er vertrauensvoll auf sie zu, stehen sie betont gelassen auf und schreiten davon. Von einem Ritt auf dem Staubsauger sind wir weit entfernt. Allmählich nachlassendes felines Interesse wird es zudem in Zukunft unmöglich machen, ein Staubsauger-Katzen-Foto zu schießen. Es sei denn, ich klebe die Katzen oben auf den Staubsauger drauf. Aber das verbietet sich. Aus offensichtlichen Gründen.

Die Kinder, das kann ich Ihnen versichern, würden sofort aufsitzen. Leider macht Rupert die Grätsche, wenn sich jemand, der keine Katze ist, auf ihn drauf setzt. Dann macht er Geräusche, als hätte sich jemand auf ihn drauf gesetzt und will nicht weiterfahren.

Vielleicht kaufen wir uns, wenn wir mal gar nicht mehr wissen, wohin mit unserem Geld, einen dieser selbstständigen Rasenmäher. Auf den kann man dann sicher auch ´ne Katze setzen und lustige Bilder machen. Bis dahin sollten die Katzen hinreichend desensibilisiert sein. Oder alt und taub genug, dass sie nichts mehr aufregt… Schauen wir mal.

Übrigens, dieser Blog hat heute seinen 4. Geburtstag. Schön, oder?

BDayBlog

Fast Ende…

Jetzt ist unsere Urlaubswoche schon fast wieder vorbei. Und eigentlich haben wir auch alles geschafft, was so auf dem Plan stand.

Wir haben die Patenhühner beguckt. Ganz in der Nähe dieses ominösen Wurmloches. Die sind mittlerweile ausgewachsen und machen ordentlich Spektakel. Weshalb auch schon ein paar Hähne Frikassee geworden sind.

Hühner

Aber das Leben ist nun mal kein Ponyschlecken. Die Müllerschen Kindlein indes streichelten fröhlich Hühnchen und machten Abends noch  aufgeregt „Gack, Gack!“

Dann waren wir im Zoo. Kind 1 suchte sich als Abschluss-Souvenir eine ziemlich große und hässliche Gummispinne aus. So kennen und lieben wir unsere Brut. Kind 2 wollte dringend diese „Katze“:

Stinkkatze

Die Verwechslung aufzuklären erschien uns nicht relevant – sind ihr in der Vergangenheit doch schon ganz andere Persönlichkeiten anheim gefallen…

Schließlich haben wir noch kurz bei Mitblogger michmithund vorbeigeschaut, um zu überprüfen, ob Kind 1 mittlerweile dazu in der Lage ist, den Hund angemessen Gassi zu führen. Am Ende haben wir beschlossen, die Versuchsreihe vielleicht nächstes Jahr noch einmal durchzuführen.

Baden waren wir Dank eines lieben Gutscheingeschenks unserer Hühnerpflegerin auch und haben festgestellt, dass Freizeitbäder spätestens ab 13Uhr vor Überfüllung knirschen. Nichtsdestotrotz  hatten wir einen schönen Tag. Und jetzt vielleicht auch Fußpilz. Zumindest aber Wasser im Ohr.

Und last but not least fand sich dann noch die Zeit für ein Mount Everest-artiges Eisbecherfoto. Und Sie? Denken Sie auch dran?

 

Proteinreiches…

Sollten Sie sich Sorgen darüber machen, dass aufgrund des milden Winters zu viel Ungeziefer überlebt hat, kann ich Sie beruhigen: Müllers Katzen sorgen zuverlässig dafür, dass das Krabbelvieh nicht Überhand nimmt. Besonders die Tigerin hat mit enormer Freude festgestellt, dass mit den wärmeren Temperaturen auch die Käfer wieder unter´m Stein hervorkriechen. Das Gemüsebeet steht derzeit hoch im Kurs. Da wächst seit Jahren Rosenkohl. Und zieht Scharen von Kohlweißlingen an. Weil Schmetterlinge keine Vögel sind, trifft es sich gut, dass die Tigerin nicht so gern rennt. An Schmetterlinge muss man sich außerdem nicht umständlich anschleichen. Man geht hin, schnappt sich einen dieser Flatterviecher, isst ihn auf und wartet in aller Ruhe auf den nächsten Schmetterling. Krabbelt in der Zwischenzeit ein Käfer vorbei, wird auch der nicht verschmäht. Die proteinreiche Insektennahrung sorgt gleichzeitig dafür, dass man die abendliche Katzenfutterration einschränken kann. Auf diese Art profitieren wir alle vom Frühling.

Ein paar Unannehmlichkeiten muss man allerdings in Kauf nehmen. So produziert die Katze in regelmäßigen Abständen Gewölle, die einem Uhu alle Ehre machen. Neben Grashalmen, undefinierbaren Körnchen und Stöckchen finden sich auch die grünen Flügelklappen von Rosenkäfern, halbe Wanzen und diverse Beine. Manchmal entdeckt man auch Flügelreste, obwohl die Katze selbige normalerweise vor dem Essen abzupft. Spinnen scheinen übrigens nicht zu schmecken, die werden in der Regel nur ans andere Ende des Beetes gekickt. Alles übrige, das kreucht und fleucht, muss allerdings sehr lecker zu sein.

Begebe ich mich nun zur Gartenarbeit nach draußen, habe ich stets einen Begleiter. Denn das Ausrupfen von Unkraut produziert immer auch ein unglaubliches Gerenne. Und während sich der Kater faul in der gerade um Wachstum bemühenden Katzenminze wälzt, nimmt sich die Tigerin der davoneilenden Käfer an. Wenn wir so weitermachen, ist der Garten in zwei Wochen ungezieferfrei. Wir kommen dann auch gern vorbei, wenn Sie Hilfe bei Ihren Gartenkäfern brauchen.