Wöchentliches…

Das Badezimmer darf als fertig betrachtet werden. Oder dürfte – wenn da nicht der Wassereinbruch im Einbauschrank gewesen wäre.

Erst hatten wir nur Kondenswasser im Verdacht. Dann aber lief es derart munter die Wände herab, dass wir einen Einfluss von außen doch in Erwägung ziehen mussten. Die kontaktierte Bäderfachfirma, seinerzeit für den Einbau des Schrankes zuständig, kam denn auch flink vorbei und sägte den bombenfest in der Wand verbauten Schrank wieder frei. Bereits während der Befreiung bemerkten alle Anwesenden Nässe von oben. Nach erfolgtem Ausbau des Schranks war der Schuldige dann auch rasch ausgemacht – hinter dem Schrank verläuft nämlich ein Abluftrohr. Und weil das im Zuge der Umbauarbeiten im Müllerschen Bad verschoben werden musste, es aber offensichtlich nicht damit getan war, das Rohr einfach zu nehmen und nach rechts zu drehen, kam es zum Wassereintritt bei Regen.

Nun haben wir ein neues Entlüftungsrohr, durch das es garantiert nicht mehr reinregnet und warten darauf, dass man uns einen neuen Schrank liefert. Denn der alte hatte zuverlässig das getan, was Holz nunmal tut, wenn es nass wird und war rundherum aufgegangen wie Popcorn in der heißen Pfanne.

Nichtsdestotrotz freuen wir uns über unser neues Badezimmer und können gar nicht fassen, wie viel Platz wir plötzlich haben. Auch die verschwundene Badewanne vermisst niemand: Haben wir doch jetzt eine Dusche, in der man aufgrund ihrer Größe zur Not auch ein- oder zwei Kraulzüge machen kann…

Weil sich zu schönen Dingen aber stets auch Unbill gesellt:

Die Läuse sind zurück. Obwohl… eigentlich sind sie nie weg gewesen, wenn man den Betreuern im Hort glauben mag. Am Freitag bereits erreicht mich der Anruf: Sofort das Kind abholen! Ob man einer Arbeit nachgeht, ist verhältnismäßig irrelevant. Man hat alles von sich zu werfen und im Tiefflug das Kind einzusammeln. Ich tue, wie mir geheißen, allerdings erst mit einstündiger Verspätung. Im Schulhort angekommen, ist das Kind bereits komplett für den Heimweg angezogen. Und will wissen, warum es nach Hause gehen soll. Ich nehme den Nachwuchs mit und kläre auf dem Heimweg die Situation. Gleichzeitig erzählt das Kind, dass es nicht das einzige ist, das nach Hause gegangen ist. Offensichtlich wurden neben mir noch etliche andere Mütter verständigt. Die Rudelbelausung minimiert zwar das Stigmatitierende am Befall, ändert aber nichts an der Situation für die Betroffenen.

Seit über sechs Monaten laust es in Schule und Hort. Dass es unser Kind erst das zweite Mal erwischt hat, kommt einem Wunder gleich. Auf der Suche nach vorbeugenden Mittelchen bin ich nun auf Weidenrindenshampoo gestoßen. Das, so heißt es, soll präventiv vor Lausbefall schützen. Weil Läuse den Geruch nicht mögen. Ob das tatsächlich der Fall ist, wird die nun im Müllerschen Haushalt gestartete Testreihe ergeben. Man darf gespannt sein…

Darüber hinaus fällt nun langsam die Familie in den Vorweihnachtsstress ein. Habe bislang nur ich rotiert, will man plötzlich von allen Seiten wissen, wie es sich dieses Jahr mit den gegenseitigen Besuchen verhält. Ich verliere rasant den Überblick und kann nach dem sechsten Anruf nur noch abwimmeln. Denn wir haben nicht nur Familien. Auch Freunde, Kindergärten, Schulen und Vereine wollen an den noch verbleibenden Wochenenden besucht und gefeiert werden. Hinzu kommt, dass bereits alle Müllerkinder an Kunststücken proben, die es irgendwann demnächst vor Publikum vorzuführen gilt. Ob wir an diesen Terminen überhaupt Zeit haben, steht in den Sternen. Hauptsache das weihnachtliche Krippenspiel in der Schule steht. Die Frage nach Zweitbesetzungen werden mit hochgezogenen Augenbrauen beantwortet.

Wenigstens das Wetter entspannt uns ein bisschen. Den wochenendlichen zweistelligen Temperaturen sei Dank war sogar noch ein bisschen Sonnenbräune drin. Man gönnt sich ja sonst nichts…

Turbulent…

Hier regiert das Chaos. Wer ein Badezimmer und Gästeklo sanieren lässt, muss mit Trubel rechnen. So geben sich seit Tagen wechselnde Gewerke die Klinke in die Hand.

Erst kloppen zwei Hünen mit schwerem Gerät alles aus dem Badezimmer, was nicht unmittelbar zum Haus gehört. Nach einem Tag haben sie es geschafft. Nebenher muss auch der Estrich dran glauben, von dem wir eigentlich gehofft hatten, er würde es noch machen. Tut er leider nicht. Beim Entfernen der Bodenfliesen löste sich der Estrich in Staub auf.

Dann erscheinen Elektriker und Sanitärhelden und verlegen Leitungen neu. Beim Bohren in die Wände löst sich dann auch gleich der Putz von der Schlafzimmerwand im Zimmer nebenan. Das läuft als Kollateralschaden und irritiert bis auf die Dame des Hauses niemanden. Auch die Tatsache, dass man durch die Löcher in der Wand die eingebohrten Schraubenspitzen sehen kann, ist nur ein Achselzucken wert. „Machwawiedazu.“ höre ich und gebe mich damit zufrieden. Eine Woche später sind die Löcher immer noch da. „Machwanächsewochezu.“ werde ich vertröstet und beschließe, daran zu glauben.

Später dann kommen erst die Trockenbauer, denn die Decke muss neu gemacht werden. Die gehen aber gleich wieder. Weil erst der Fliesenleger kommen muss. Der klärt nämlich, wo an der Dachschräge er aufhört zu fliesen und wo der Gipskarton angeschraubt wird. Der Fliesenleger kann schnell klären, allerdings erst am nächsten Tag. Dafür erklärt er sich bereit, den Estrich neu zu verlegen. Nebenbei bereitet er auch die Wände auf die neuen Fliesen vor.

Kaum ist der Estrich trocken (die Müllerschen Katzen verewigen sich noch schnell darin und latschen stoisch ein paar Runden durch den Raum), können auch die Trockenbauer weitermachen und schrauben fleißig an der Decke. Nebenbei versenken sie noch einen Schrank im Kniestock der Dachschräge. Das ist so bestellt. Weil Einbauschränke der letzte Brüller sind und auch wir einen haben wollen. Außerdem lässt sich so der tote Raum unter der Dachschräge wunderbar nutzen – irgendwo müssen schließlich alle 327 Fläschchen und Tiegel, die Frau Müller dazu benötigt, um das Altern aufzuhalten, verstaut werden.

Dann kommt nochmal der Fliesenleger. Als der am Abend die Baustelle verlässt, sieht das Badezimmer schon fast wieder wie eines aus. Was fehlt, sind Duschwanne, Kloschüssel, Heizung, Spiegel und Waschtische. Der Spiegel wird direkt in die Wand verbaut und schließt plan mit den Fliesen ab. Die Hausherrin hat sich das so gewünscht. Einen Spiegelschrank wollen wir nicht mehr und schicke Spiegel mit Licht kosten mitunter ein kleines Vermögen. So machte der Bäderprofi im Rahmen der Sanierungsgespräche seinerzeit den Vorschlag, den Spiegel gleich fest an der Wand zu integrieren und mit einer Lichtleiste zu versehen. Da sieht nicht nur gut aus: Der neue Spiegel wird auch wesentlich größer als handelsübliche Modelle – und das bei einem Bruchteil der sonst üblichen Kosten.

Noch während des Badaufbaus am folgenden Tag stellt sich heraus, dass die Unterschränke für die Waschtische fehlen. Auch einen Spiegel sehen wir erstmal nicht. Und die Deckenbeleuchtung muss ebenso auf sich warten lassen. Dann die ganzen Kleinigkeiten wie Klopapierhalter und „Bürstengarnitur“. Die sind zwar bestellt, aber unauffindbar. Ach und wenn wir schon dabei sind: Die Duschwand gibt es erst in vier Wochen. Die muss nämlich erst bestellt und von Hand in den Glasbrüchen im Milaner Umland aus dem Fels gehauen werden.

Dafür dürfen wir am Abend schon duschen. Leider stellt sich in diesem Zusammenhang heraus, dass das Gefälle der Duschwanne nicht ganz so ist, wie man es erwarten sollte – das Duschwasser läuft nämlich zielsicher in die falsche Richtung. Der Bauunternehmer, der kontaktiert wird, macht einen Termin mit dem Herrn des Hauses aus. Entweder die Dusche wurde blöd eingebaut oder die Duschwanne ist verzogen oder an der Physik in Familie Müllers Haus ist etwas faul.

Und dann ist da noch diese Sache mit den Türen. Im Zuge der Bauarbeiten haben wir sowohl Bad- als auch Gästeklotür samt Zarge entfernen lassen. Die Dinger müssen eh erneuert werden – warum also nicht gleich im Zuge der Sanierungen. Der zum Zwecke eines Türneueinbaus kontaktierte Schreiner bleibt eine Woche lang verschwunden. Die Hausfrau beauftragt Firma Nr. 2, aber auch die ist derzeit schwer beschäftigt und kann erst in einer Woche mal gucken kommen. Türen aus dem Baumarkt verbieten sich aus unterschiedlichen Gründen – u.a. haben alle Türen aus was weiß ich welchen Gründen Sondermaß und können nicht einfach aus dem Baumarkt nach Hause getragen werden. Drei Wochen lang duschen und pinkeln wir daraufhin mit einem Loch in der Wand. Merke in diesem Zusammenhang: Ein Vorhang ist zwar schön – nützt aber wenig, wenn das Essen mal gut gewürzt war.

Tja – und was noch?

Fast fünf Wochen lang duze ich beharrlich jeden Handwerker, dem ich über den Weg laufe und werde ebenso beharrlich fast fünf Wochen lang zurück gesiezt. Mein Selbstbild des jugendlichen Fegers bröckelt. Mit fast vierzig muss man sich eben manchmal auch von Dingen verabschieden. Der Einbildung von Geschmeidigkeit zum Beispiel. Möglicherweise vermutet man hinter meinem jovialen Gequatsche aber auch eine Falle – womöglich petze ich dem Chef am Ende, dass ich mich vom Personal nicht ernstgenommen fühle.
Wie es auf Baustellen so üblich ist, höre ich auch sämtliche Handwerker-Sprüche, die es so geben mag. Angefangen bei allen Variationen für Kaffeebestellung (schwarz und bitter – wie meine Seele; ich mag den Kaffee wie meine Frauen – heiß, blond und süß) und aufgehört bei AZUBI-Verscheißerungen vom Feinsten.
Ich werde abwechseld „Chefin“, „Sie da“ und „Frau Wagner“ gerufen.

Fertig ist noch immer nicht alles… Aber das wird noch. Ganz bestimmt…

Länge: Doch entscheidend…

Mit Brettern ist das so eine Sache: Die sind wie Röcke – entweder zu kurz oder zu lang.

Die Renovierung am Haus ist abgeschlossen, was fehlt, sind einige Bretter am Carport, die erneuert werden müssen. Diesbehuflich wurden bereits vor geraumer Zeit vom Schreiner unseres Vertrauens Kiefernbretter herangekarrt, die der Malermeister unseres Vertrauens liebevoll und fachrecht farbtongenau angestrichen hat. Heute sollten die Bretter montiert werden. Es erscheinen also wieder die Mannen von der Schreinerei. So weit, so unspektakulär.

Sie schrauben, sägen und werkeln dann auch eine Stunde vor sich hin und ich bin bester Hoffnung, dass unser Haus auch im Eingangsbereich bald wieder schick sein wird. Dann klingelt es.

„Wissense,“ höre ich. „Wir wären ja jetzt schon fertig. Aber die Bretter… na ja… also, wissense… die Bretter…“

„Jaaaaa?“

„Sind zu kurz!“

Betretenes Schweigen auf den Rängen. Ich kann mir ein irres Lachen gerade noch verkneifen. Tief hinten in den dunklen Räumen meines Langzeitgedächtnisses erinnere ich mich an einen Mann mit Zollstock, der unseren Carport ausgemessen hat. Noch weiter hinten erscheint ein Bild von zwei Herren einer Dachdeckerfirma, die seinerzeit die Bedachung des Carports erneuern sollten und – oh Wunder – am Ende auch „zu kurz“ waren. Das kann also nur am Autounterstand selbst liegen. Der ist wahrscheinlich noch im Wachstum…  Womit am Ende keiner Schuld ist. Gott sei Dank.

Nicht nass und so weiter…

Hurra, wir sind nicht untergegangen! Das Haus steht, kein Hochwasser in Sicht. Womit wir ziemlich zufrieden sind, denn einige Dörfer weiter steht die Suppe teilweise kniehoch. Unsereins freut sich nun über das etwas entspannte Wetter, denn seit zwei Tagen scheint plötzlich die Sonne. Ich habe auch sofort den klassischen Kopfschmerz, genannt Sommerschädel bekommen. Der tritt immer auf, wenn das Wetter ganz plötzlich auf lieblich umschaltet… Die Verwandtschaft ruft indes stündlich an und erkundigt sich nach dem Stand der Dinge. Weiter im Norden mutet es nämlich an, als herrsche in ganz Bayern derzeit Land unter. Gestern wurde im Fernsehen übrigens zugunsten einer Flut-Sondersendung auf „Die Rosenheim-Cops“ verzichtet. Dafür gab es Bilder vom real exisitierenden Rosenheim. Nur Land unter. Das nenne ich ausgleichende Fernsehgerechtigkeit. Man hat also nicht einmal groß das Thema wechseln müssen…

Unser Häuschen übrigens ist derzeit liebevoll in Folie gepackt. Das sieht nicht nur lustig aus, es raschelt auch munter. Die Fenster sind ebenfalls verklebt, was im Haus den Eindruck entstehen lässt, man befinde sich mitten in einer Lichtbox. Allerdings hatte nicht Christo seine Hände im Spiel sondern die wackeren Mannen der Malerfirma, die seit Montag unser Haus anstreichen. Ich für meinen Teil freue mich nun auf zwei Dinge: 1.) Ende der Woche das neue Haus bewundern zu dürfen und 2.) Endlich mal wieder zu lüften. Momentan reiße ich zweimal am Tag die Haustür auf, um Luft herein- und Mief herauszulassen.

Kind 1 indes bietet derzeit Grund zur Sorge. Stellt sich die Brut doch gestern vor mich hin und sagt: „Du, wenn du tot bist, kriege ich dann dein ganzes Geld?“ Was soll man davon halten…

Kind 2 wechselt dafür momentan zwischen Schlafen und Kotzen. Der Magen-Darm-Virus ist möglicherweises bereits an mich weitergegeben worden, inkubiert aber offensichtlich noch. Spätestens morgen sollte, nach Adam Riese, die innere Selbstreinigungsfunktion anspringen.

Ich werde berichten…

Manchmal Pech…

Seit Wochen sind Handwerker am Nachbarhaus zugange. Obwohl das eigentlich im Detail falsch ist. Vielmehr waren sie vor Wochen zugange, hörten mittendrin mit der Arbeit auf und erscheinen nun noch ab und zu auf der Bildfläche. Da fachsimpelten sie dann mit den Hausbesitzern mal mehr mal weniger laut über Fachkräftemangel, Nachschubprobleme und Meisterlöhne. Irgendwas läuft da wohl gewaltig schief.

Was mich sofort zum heutigen Thema überleiten lässt: Fast jeder hat ja schon mal stümpernde Handwerker im Haus gehabt. Ihren Gatten, meine Damen, müssen Sie da leider außen vor lassen. Heute sprechen wir nur über Meisterbetriebe, die man für die Ausführung handwerklich kompetenter und fachlich richtiger Arbeit engagiert und bezahlt. Heute soll es nicht um den Ich-kann-alles-ich-habe-schließlich-ein-Y-Chromosom-Zauberer im eigenen Haushalt gehen. Darüber berichte ich später einmal.

In der Mehrheit haben wir Glück gehabt mit unseren Handwerkern. So schlecht ist es um das deutsche Handwerk also nicht bestellt. Aber manchmal hat man eben einfach Pech.

Da dallern dann zwei Hanseln eine Woche lang im Eigenheimkeller herum und beschweren sich am Ende noch, dass man ihnen kein Bier gereicht hat. Oder man wartet geschlagene 9 Monate darauf, dass ein nicht eingebautes Dichtungsventil bestellt und fachgerecht eingebaut wird. Ruft man dann im Meisterbetrieb an, um nachzufragen, was der Auftrag macht, bekommt man folgende Antwort: „Hamwa nie erhalten, den Auftrag!“ Eine kompetent wirkende Telefondame verspricht Abhilfe und schnellstmöglichen Rückruf durch den zuständigen Kollegen vor Ort. Vier Tage später fragen wir dann zur Sicherheit noch einmal nach, wo der Rückruf bleibt. Der wird – von der gleichen Telefondame – prompt zugesichert. Währenddessen gehen weitere acht Tage ins Land. Wir machen uns den Spaß und rufen noch einmal an. Die Telefondame ist zerknirscht. Und verspricht hoch und heilig… Sie ahnen es. Und kommt der Rückruf? Selbstverständlich! Nicht! Auch die eigentlich bestellten Teile werden, obwohl wir noch einmal auf den bestehenden durch den vorgesetzten Meister unterschriebenen Auftrag hinweisen, mitnichten bestellt. Wir geben schließlich auf…

Zwischenzeitlich tun sich anderswo neue Baustellen auf. Unter anderem benötigen wir zur Sicherung eines Marderschadens am Dach Hilfe vom Dachdecker. Der kommt zwar, hält lange Vorträge über Dachschindeln, die wir nicht brauchen und macht einige Tage später sein Angebot. Selbiges nehmen wir wohlwollend zur Kenntnis und vergeben am gleichen Tag den Auftrag. Zum Dank hören wir nie wieder voneinander.

Die Arbeiten am Carport, die notwendig werden, weil ein Sturm die Bedachung entfernt hat, werden hingegen blitzschnell ausgeführt. Dummerweise hat sich kein Mensch die Mühe gemacht, die korrekten Maße der Bedachung zu nehmen. Stattdessen verlässt man sich auf das per Telefon übergebene „Ich glaube, das Dach hat so 7 x 4 Meter, vielleicht aber auch nicht.“ Selbstverständlich bekommen wir den Anschiss, als das neue Dach nicht passt…

Und bei Ihnen so? Erzählen Sie doch mal!

 

 

Faschingspapstfastenmalerei…

Hammse schon gelesen? Der Papst schmeißt hin. Oma würde da jetzt sagen: „Junge, was machse denn für Sachen?“ Ich weiß ja, dass die Neuigkeit keine mehr ist, weil Sie das alles schon seit gestern wissen, aber ich für meinen Teil musste erstmal sacken lassen. Bin ich doch immer davon ausgegangen, dass der Papst nur von seinem Chef persönlich abgesetzt werden kann. Aber scheinbar geht´s auch ohne offizielle Abberufung und Begleitung durch Gevatter Tod. Nun denn, wünschen wir dem Joseph einen geruhsamen Lebensabend. Hat er sich verdient. Bleibt die Frage, ob die BLÖD-Zeitung nun „Wir waren Papst“ auf Seite 1 verkündet. Das wäre nur konsequent, wenn Sie mich fragen…

Heute ist übrigens – Achtung Themenwechsel – nochmal närrisches Treiben. Rein theoretisch, versteht sich, denn praktisch ignoriere ich Karneval nach wie vor beharrlich. Weil der eigene Nachwuchs meine ignorante Ader aber nicht geerbt hat, habe ich aus dem Kind heute nochmal ein kleines Zombie-Gespenst-Vampirchen „mit Schimmel, aber ohne Blut“ gebastelt und in den Kindergarten geschickt. Da wird am Faschingsdienstag übrigens seit Jahren dicht gemacht. Lediglich Eltern, die ausdrücklich „Arbeitszeit“ abzuleisten haben, dürfen ihre Brut in eine sogenannte Bedarfsgruppe bringen. Die macht allerdings auch schon gegen Mittag wieder zu. Der Hinweis, dass ich deshalb einen halben Tag Urlaub opfern muss, wird weggelächelt: „Aber es ist doch Fasching!“ Das ultimative Argument – auch in Nichtfaschingshochburgen…

Da fällt mir ein, ich muss heute nochmal dem Malermeister schreiben, der uns letztens dieses Angebot für den Neuanstrich unseres Hauses dagelassen hat. Und der darf sich nicht mit Fasching rausreden, wenn ich ihn darauf hinweise, dass er a) die Hälfte vergessen hat und wir b) durchaus gern wüssten, was die einzelnen Posten auf seinem Angebot denn nun genau kosten… Unter Umständen wollte er es mir beim Lesen einfach nicht so schwer machen und mich nicht mit Zahlen verwirren. Aber ich bin ja schon groß und kann Zahlen durchaus als solche identifizieren. Auch die mehr als Zweistelligen.

Ach ja: Morgen wieder Fastenzeit. Vielleicht essen Sie heute noch schnell alle Kekse auf. Und die Schokolade. Und vielleicht auch die Gummibärchen, die Sie als eiserne Reserve ganz hinten im Schrank deponiert haben…

Das Handwerk: Tratsch von nebenan…

Das örtliche Handwerk soll man ja unterstützen. Das stärkt die ansässige Wirtschaft, macht einen unglaublich guten Eindruck und – das ist wohl der wichtigste Punkt – man wird gratis über das derzeit aktuelle Nachbarschaftsgerede informiert. So kürzlich passiert beim Einholen eines Angebots für die längst fällige Erneuerung der häuslichen Fassade.

„Ham Sie das gekauft, das Haus?“ will der Malermeister wissen. Ich bejahe verwirrt.
„Ach Sie war´n das!“ Er grinst stolz.
Waren was?
„Da hat´s ja so ein Gerangel gegeben. Erst war das doch schon verkauft. Und dann sind die abgesprungen, wegen der ganzen… naja…. Und dann… wir haben ja auch mal geguckt, aber nicht für den Preis! Haben Sie dann?“
Bitte was?
Ich muss wohl reichlich irritiert dreinschauen, denn der gerade Fahrt aufgenommen habende Meister hält kurz inne. „Neee, passt schon, der Preis.“ sagt er besänftigend und wird mir bestimmt gleich die Hand tätscheln. „Ist ja nicht so einfach mit den Immobilien heute…“ Er lächelt. Dann zwinkert er.
„Wir haben unser Haus vor acht Jahren…“ beginne ich ernst und sehe nun seinerseits Verwirrung aufziehen. Er guckt mich an. Dann blättert er in seinen Unterlagen.
„Ach soooooo…“ nuschelt er, das letzte Wort künstlich in die Länge ziehend. Er guckt sich nochmal um. Sehen ja auch alle gleich aus, diese Häuser hier… kann schon mal passieren.
„Sie meinen bestimmt den Nachbarn da.“ lächle ich, zeige hinter mich und möchte nun meinerseits tätscheln. Aber dem Meisterling ist das Gespräch schon unangenehm. Er beginnt damit, wichtig um das Haus herumzulaufen und sich Notizen zu machen.
„Jetzt erzählen Sie doch mal!“ laufe ich hinterher. Aber er kneift.
Feigling!
Dann muss ich die nötigen Infos eben woanders ertratschen. Über die Grundinformation verfüge ich ja jetzt.