Die B-Day-Frage

Geschenke finden: Ganz schwere Sache.

Die Geburtstage aller Kinder stehen an. Selbstverständlich ist die Wunschliste gigantisch. Alle möglichen Sachen stehen drauf: Vom Skateboard über Videospiele bis hin zur Mondrakete. Letztere in Grün. Hellgrün geht auch noch. Zur Not dunkelgrün. Dass das reine Gerät ein Ding der Unmöglichkeit ist, wird als unfair empfunden. Ob denn ein U-Boot gehe. Das dann gern auch in Blau. Auf meine Antwort hin ist weitere Kommunikation erst einmal nicht mehr möglich.

Die knallbunten Bodenkissen, die wir bereits ausgesucht und gekauft haben, damit sich kein Kind mehr auf dem Teppich wälzen muss, wenn „Phineas & Ferb“ im Fernsehen kommt, sind derweil auf dem Postweg verschwunden. Die Kommunikation mit dem Verkäufer ist zwar freundlich, aber wenig zielführend. Denn der Verkäufer beharrt auch nach 10 Tagen nicht zugestellter Ware und trotz eindeutigem Status der DHL-Sendungsverfolgung darauf, dass das Paket sicher nicht verschwunden ist und keine Notwendigkeit besteht, einen Nachforschungsantrag zu stellen. Mit Geduld werde die Sendung ganz bestimmt noch zugestellt… Auch ein erneutes Versenden der Ware wird abgelehnt. Weil wir zu hibbelig sind. Wir stellen beim übergeordneten Versender derweil einen Garantieantrag, damit wir im Falle des Falles wenigstens unser Geld wiedersehen.

Um auf die Geburtstage an sich zurückzukommen: Die Frage, wo denn die Feier stattfinden soll, führt eher zu Unruhe. Schwimmbad geht nicht. Zumindest nicht mit Geburtstagsgästen. Weil man uns als Eltern nicht zumuten kann, auf sieben Kinder aufzupassen, von denen 5 nicht richtig schwimmen können. Kino geht, aber nur mit verminderter Anzahl an Gästen. Wegen des kleinen Autos und der Tatsache, dass das nächste Kino zu Fuß nicht erreichbar ist. Der Indoor-Spielplatz? Geht. Auch mit einer ganzen Horde Kinder. Und der Zoo? Siehe Kino.

Die Entscheidungsfindung ist noch nicht abgeschlossen. Uns als Eltern wäre der Indoorspielplatz selbstverständlich am Liebsten. Aus verschiedenen ganz praktischen Gründen: Die Verpflegung der Geburtstagsgäste übernimmt das gewählte Etablissement. Ebenso die Bespaßung. Wir als Eltern kümmern uns lediglich um die Aufsicht. Und spielen dürfen wir auch – wenn auch nicht im Bällebad, wie wir es gern hätten.

Zum Glück ist das Spieleparadies nach wie vor der Favorit aller, auch eingeladener, Kinder. Da kann man also nicht so wirklich viel falsch machen.

Nichtsdestotrotz: Es bleibt noch Zeit für Diskussionen.

Und ob die Bodenkissen noch ankommen? Wir werden sehen…

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Katzennichtritt…

Seit Tagen warte ich darauf, dass ich endlich das ultimative Foto schießen kann. Das Foto von der Katze, die auf dem Staubsauger durch die Wohnung reitet.

RupertLeider werde ich auf dieses Bild wohl lange warten müssen. Der Staubsauger, der seit Kurzem selbstständig bei uns für Ordnung sorgt und aussieht wie ein Ufo im Tiefflug, ist den Katzen nicht geheuer. Dabei ist Rupert (wir nennen ihn Rupert) äußerst diskret. Er ist leise, er putzt dienstbeflissen Staub, Fussel und Haare weg und dreht zur allgemeinen Belustigung immer mal wieder Pirouetten auf dem Teppich. Manchmal versteckt er sich auch unter dem Schrank und weigert sich dann, wieder hervorzukommen. Aber daran arbeiten wir noch. Wenigstens ruft er um Hilfe, wenn er feststellt, dass er keinen Ausgang mehr findet. Meist macht er aber nur sehr sehr gründlich unterm Schrank sauber und verendet dann an erschöpfter Batterie.

Die Katzen, um mal aufs Thema zurückzukommen, verfolgen Rupert nun stets in sicherem Abstand durch die Wohnung. Staubsaugt er gerade im Wohnzimmer, hocken sie sich an den Rand des Teppichs und gucken sparsam. Rollt er vertrauensvoll auf sie zu, stehen sie betont gelassen auf und schreiten davon. Von einem Ritt auf dem Staubsauger sind wir weit entfernt. Allmählich nachlassendes felines Interesse wird es zudem in Zukunft unmöglich machen, ein Staubsauger-Katzen-Foto zu schießen. Es sei denn, ich klebe die Katzen oben auf den Staubsauger drauf. Aber das verbietet sich. Aus offensichtlichen Gründen.

Die Kinder, das kann ich Ihnen versichern, würden sofort aufsitzen. Leider macht Rupert die Grätsche, wenn sich jemand, der keine Katze ist, auf ihn drauf setzt. Dann macht er Geräusche, als hätte sich jemand auf ihn drauf gesetzt und will nicht weiterfahren.

Vielleicht kaufen wir uns, wenn wir mal gar nicht mehr wissen, wohin mit unserem Geld, einen dieser selbstständigen Rasenmäher. Auf den kann man dann sicher auch ´ne Katze setzen und lustige Bilder machen. Bis dahin sollten die Katzen hinreichend desensibilisiert sein. Oder alt und taub genug, dass sie nichts mehr aufregt… Schauen wir mal.

Übrigens, dieser Blog hat heute seinen 4. Geburtstag. Schön, oder?

BDayBlog

Drei…

drei

Still und heimlich ist der Blog gestern 3 geworden. Üblicherweise stellt man sich ja, wenn man Geburtstag hat, spätestens um 10Uhr hin und will wissen, wo Kuchen und Geschenke abgeblieben sind. Nicht so der Blog. Der tat, was er immer tat: Lächeln, veröffentlichen, gelesen werden.

Nun denn. Alles Gute zum dritten Geburtstag, lieber Blog! Mögest du gesund bleiben,vielleicht noch ein bisschen größer werden und auf jeden Fall mindestens vier.

An so einem wichtigen Tag darf man ruhig mal gucken, auf welchem Wege man so gefunden wird.

Die meisten von Ihnen wissen ja bereits, wo es langgeht. „Herr und Frau Müller“ in allen erdenklichen Schreibweisen ist der unangefochtene Spitzenreiter unter den Suchanfragen.

Auch „Nerd-Witze“ erfreuen sich großer Beliebtheit, was bei mittlerweile 90 nerdigen Jokes jetzt auch nicht so überraschend ist.

Wer mit der Anfrage „Missverständnisse Mann Frau“ hier vorbeischneit, ist ebenfalls richtig. Obwohl wir auf einem guten Weg sind. Ehrlich!

Gern suchen Sie auch nach Viehzeug aller Art. Dabei komischerweise weniger nach Katzen sondern viel lieber nach Spinnen und Tauben. Sie da! Katzen sind viel süßer, können mehr Kunststücke als so eine Spinne und werden auch viel lieber gestreichelt! Suchen Sie öfter nach Katzen!

Auch Schweinkram ist nach wie vor gern gesuchter Unsinn. Den finden Sie hier nur sehr begrenzt – um nicht zu sagen gar nicht. Die Mühen, den Blog aus der Schmuddelecke rauszuholen, halten an.

Noch nachhängend aus Zeiten, als Frau Müller stützendes Beinkleid trug, interessiert Sie auch alles zum Thema Stütz- und Thrombosestrümpfe. Besonders die Frage, ob es so etwas auch in schön gibt, treibt Sie um. Nach längerer Tragezeit darf ich sagen: Ja, die gibt es. Obwohl man mir zunächst über die Hübschheit von medizinischen Strümpfen nur Lügen erzählt hat.

Und nicht zuletzt: „strenge alte Hausfrau“. Da können Sie sich jetzt aussuchen, ob die Intention Schweinkram war, Hilfe zur Vergangenheitsbewältigung oder die Suche nach einer Art Trainingsplan. Mit dieser Frage entlasse ich Sie jetzt in Ihren Tag. Bis morgen!

B-Day: Eine Dekofrage…

Mit Geschenken zum Kindergeburtstag ist das ja immer so eine Sache. Kind 1 ist in unregelmäßigen Abständen irgendwo eingeladen. Meist frage ich vorher bei der Elternschaft nach, was denn so gewünscht ist. Man will ja nichts falsch machen. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt allerdings, dass es gar nicht so wichtig ist, was im Paket steckt. Im Gegenteil: Im Geschenke-Run gewinnt immer das Kind mit dem größten Paket. Weil wir hier aber immer eher in der mittleren Kategorie laufen, muss das Geschenk anders gepimpt werden.

Was immer läuft: Sticker. Bei Mädchen trifft man in der Regel mit Pferdeaufklebern ins Schwarze. Außerdem: Bonbonketten. Sie wissen schon, die Zuckerperlenketten, die man sich direkt vom Hals wegessen kann. Überhaupt ist Klimbim am Kindergeschenk unverzichtbarer Bestandteil desselben. Auf ein Schleifchen kann zur Not verzichtet werden. Wenn aber kein Kaugummi auf der Box klebt, hat man mit Pech schon verloren.

Wir machen es nun immer so: Ich kaufe das eigentliche Geschenk. Kind 1 darf sich bei der Deko austoben. Und tut das mit viel Verve und Sinn für Zahnschmelzzerstörung.

Pferdesticker: Check. Bonbonkette: Check. Kaugummibombe: Check. Lollipop: Check.  Alles mit viel Liebe und Klebeband auf dem Geschenk befestigen…. und der Geburtstag kann kommen.

 

Geburtstagsstress…

Kind 1 hat irgendwann demnächst wieder Geburtstag. Früher machte man es so, dass man eine Schar Blagen zu sich nach Hause einlud, sie mit Kuchen und Kakao abfüllte, danach alle ins Kinderzimmer schickte, ab und zu nach dem Rechten sah und am Ende waren alle glücklich. Heute tun wir uns da schon etwas schwerer.

Beim Lukas war nämlich letztens ein Zauberer. Ein richtig echter Zauberer, der Münzen aus Ohren und Karnickel aus Hüten zauberte. Und Luftballontiere konnte der auch machen!

Die Lena war mit ihrer ganzen Kindergarten-Clique im Kino. Alle Kinder hatten am Schluss Bauchweh vom vielen Popcorn und den Gummischlangen. Aber alle waren glücklich. Außerdem gab es ein schönes Foto vom Event mit einem als Ritter Rost verkleideten Angestellten, und Geschenke gab es obendrein.

Hendrik war im Indoor-Spielplatz mit Kletterwand und Trampolin-Welt. Drei Kinder hatten am Ende aufgeschürfte Knie und der Justin hätte sich sogar fast einen Zahn ausgeschlagen. Von dem Mega-Event spricht man im Kindergarten noch heute.

Und jetzt sind wir dran. Mir ist ganz schlecht. Wenn ich jetzt bloß mit einer Hello-Kitty-Torte komme und ein paar Luftballons steigen lasse, heulen am Ende garantiert alle. Ich muss also das letzt erlebte Event toppen! Sonst bin ich unten durch! Bei allen. Den Kindern, den Eltern… allen… Dann bin ich die Mutter, der nichts eingefallen ist und kann mich nirgendwo mehr blicken lassen.

Damit eines klar ist: Geburtstag in der Frittenbude fällt schon mal flach. Das wollen zwar alle Kinder haben, aber kein Elternteil wird es auch nur wagen, das in Erwägung zu ziehen. Frittenbudengeburtstage haben nämlich leider – und da dürfen Sie jetzt gern über mich und die Gesellschaft im Allgemeinen schimpfen – einen leichten Pennercharakter. Und wer will am Ende schon die Fastfoodmutti sein… Klar, bei den Kindern wäre ich sowas wie ein Held. Aber die Meinung der Kinder zählt nicht. Was die Eltern denken, ist wichtig.

Ich muss mir also etwas einfallen lassen. Etwas Neues, nie Dagewesenes.

Wissen Sie vielleicht, wo man einen Elefanten mieten kann? Oder Spiderman? Den echten?

Schwierige Sache…

Es war einen Versuch wert: Kind 1 ist zum Geburtstag eingeladen. Das passiert in unregelmäßigen Abständen mal. Meist passen wir die Mutter zu einem günstigen Zeitpunkt ab und befragen sie nach den Wünschen des Geburtstagskindes. Mit dieser Taktik lässt sich in der Regel ein tolles Geschenk ausfindig machen, mit dem alle zufrieden sind.

Dieses Mal läuft das Spiel mit erschwerten Regeln. Erst treffe ich die Mutter nicht, dann geht keiner ans Telefon und als ich sie zu guter Letzt doch im Supermarkt erspähe, hat sie alle möglichen Sachen im Kopf, nur nicht den Geburtstag ihres Sohnes.

„Was spielt er denn im Moment gern?“ will ich wissen.
„Alles!“
„Irgendwas besonders gern?“
„Nein.“
Ok, Taktikänderung.
„Womit würden wir denn total falsch liegen?“
„Ich weiß nicht.“
Gnaaaa!
„Mag er Puzzles?“
„Ja. Neee. Ich weiß nicht.“
„Lego?“
„Ach Gott, Lego…“

So geht es eine Weile hin und her, bis wir uns in der Gemüseabteilung trennen. Ohne zu einem sinnvollen Ergebnis gekommen zu sein.

Der Bengel kriegt dann am Samstag eine Barbie.

Häppy…äh, Dings…

Herrn Müller und mich verbindet ein unglaublich praktischer Aspekt: Wir haben beide dicht beieinander Geburtstag. Und weil uns genau ein Jahrzehnt trennt, erreicht jeder von uns im gleichen Jahr eine neue Lebensdekade.

Herrn Müller und mich verbindet noch etwas: Wir feiern äußerst ungern. Verstehen Sie mich nicht falsch – Geschenke kriegen wir gern. Aber das ganze Drumherum könnten wir, wenn es nach uns ginge, auslassen.

Mache wir aber nicht. Weil wir nämlich Freunde haben und Wert darauf legen, dass das so bleibt. Irgendwann haben wir uns dann entschlossen, unsere Geburtstage zusammenzulegen und einfach gemeinsam zu feiern. Es ist auch viel dramatischer, wenn auf den Einladungen steht: Die Müllers laden zum Achtzigsten!

Dieses Jahr – so ein Zufall, feiern wir genau den Achtzigsten. Und das will/muss gefeiert werden. Derzeit überlegen wir noch, wo wir die ganze Horde hinschaffen. Katzenhaar-, Baby- und Haus-mit-Vorgarten-Allergikern sei Dank reicht es nämlich nicht, alle Freunde nach Hause einzuladen und einen Kuchen in die Menge zu werfen. Nein, wir gezwungen, irgendwo „aushäusig“ nach einer geeigneten Lokalität zu suchen.

Unser derzeitiger Favorit: Kindergeburtstag bei McDonalds. Unglaublich praktisch, weil: Wir kriegen ein Geschenk, alle werden verköstigt und (Pluspunkt) wir werden sogar von kompetentem Fachpersonal betreut. Wenn der kleine Jakob also mal aufs Klo muss, wird ihm jemand helfen. Wer mag, darf außerdem eine Pappkrone tragen und kriegt Luftballons geschenkt.

Wer jetzt anmeckert, nur Kindern sei ein Kindergeburtstag erlaubt, dem sage ich Folgendes: Wir alle sind die Kinder von irgendwem.

Punkt.