U-Irgendwas…

Termine beim Kinderarzt. Das ist ja für alle Beteiligten stets ein diffiziles Thema.

Zuallererst für die Mutter: Die kriegt bestimmt Mecker und hat zur Beruhigung vorsorglich Baldriantropfen intus. Das Kind kann nämlich gar nichts: Spricht nicht. Sitzt nicht und überhaupt…

Dann für den Arzt: Der weiß ganz genau, dass da schon wieder so ein trutscheliges Frauenzimmer angestapft kommt, das der Meinung ist, dass Javen-James-Tiberius mindestens ein Wunderkind ist. Und einen derartigen Irrglauben aus einer Mutter auszutreiben, ist quasi unmöglich.

Und schließlich für das Kind: Wochenlang hat Mutter mit der Brut trainiert und dann, wenn die große Stunde des Kindes kommt, hat es alles vergessen. Liegt platt auf dem Rücken herum und guckt grimmig vor sich hin. „Mach doch mal!“ ermuntert Mutti, aber alles, was Sohnemann zustande bringt, sind Spuckeblasen.“Das werte ich als Verschlusslaut.“ sagt der Kinderarzt und macht ein Häkchen auf seiner Liste.

Dann soll das Kind kleine Würfel in die Hand nehmen. Das scheitert aber daran, dass Würfel an sich schon mal pupslangweilig sind. Als Motivationshilfe springt Mutti im Hintergrund ein bisschen durch die Kulisse. Prompt greift sich das Kind den roten Würfel und schmeißt ihn. Dann packt es den gelben Kubus, speichelt ihn kräftig ein und feuert ihn ebenfalls in Mutters Richtung. Die daraufhin vom Arzt angebotenen Chetons werden flink von links nach rechts gewechselt und dann mit lautem Geschrei in Richtung Tanzmama geschmissen. Merke: Manchmal hat es auch sein Gutes, dass Eltern ihren Kindern schnell peinlich werden…

„Wie hat er´s mit dem Drehen?“ will der Arzt dann wissen.

„Gar nicht!“ sagt Mama herausfordernd und funkelt das Kind  an. Der lässt sich das nicht zweimal sagen und macht geschwind eine Rolle. So kann man auch durch konsequente „Du kannst das eh nicht“ Haltung Erfolge erzielen.

Am Schluss macht das Kind dann noch den obligatorischen Pipi-Springbrunnen, den Ärzte immer so lustig finden und den Mütter gern mit Ohgottohgottmachterzuhausenie kommentieren. Dabei wissen alle Beteiligten: Zuhause ist es noch viel schlimmer. Da macht das Kind sogar Kacka!

Das leidige Thema des Vorführens der Silbendopplung erledigt sich übrigens oft schon am Anfang des Termins von ganz allein. Meist reicht es aus, dass das Kind vermessen und gewogen werden soll, um wütendes Bababamamadadagaaaaaaaaaaaaaaa zu provozieren….

Muttern geht nun also mit einem halbwegs gut gemachten Kind wieder nach Hause und geht im Kopf nochmal durch, was im nächsten halben Jahr für die U-Irgendwas eingeübt werden muss. Ein Stress immer, diese TÜV-Termine mit der Brut…

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