Faschingspapstfastenmalerei…

Hammse schon gelesen? Der Papst schmeißt hin. Oma würde da jetzt sagen: „Junge, was machse denn für Sachen?“ Ich weiß ja, dass die Neuigkeit keine mehr ist, weil Sie das alles schon seit gestern wissen, aber ich für meinen Teil musste erstmal sacken lassen. Bin ich doch immer davon ausgegangen, dass der Papst nur von seinem Chef persönlich abgesetzt werden kann. Aber scheinbar geht´s auch ohne offizielle Abberufung und Begleitung durch Gevatter Tod. Nun denn, wünschen wir dem Joseph einen geruhsamen Lebensabend. Hat er sich verdient. Bleibt die Frage, ob die BLÖD-Zeitung nun „Wir waren Papst“ auf Seite 1 verkündet. Das wäre nur konsequent, wenn Sie mich fragen…

Heute ist übrigens – Achtung Themenwechsel – nochmal närrisches Treiben. Rein theoretisch, versteht sich, denn praktisch ignoriere ich Karneval nach wie vor beharrlich. Weil der eigene Nachwuchs meine ignorante Ader aber nicht geerbt hat, habe ich aus dem Kind heute nochmal ein kleines Zombie-Gespenst-Vampirchen „mit Schimmel, aber ohne Blut“ gebastelt und in den Kindergarten geschickt. Da wird am Faschingsdienstag übrigens seit Jahren dicht gemacht. Lediglich Eltern, die ausdrücklich „Arbeitszeit“ abzuleisten haben, dürfen ihre Brut in eine sogenannte Bedarfsgruppe bringen. Die macht allerdings auch schon gegen Mittag wieder zu. Der Hinweis, dass ich deshalb einen halben Tag Urlaub opfern muss, wird weggelächelt: „Aber es ist doch Fasching!“ Das ultimative Argument – auch in Nichtfaschingshochburgen…

Da fällt mir ein, ich muss heute nochmal dem Malermeister schreiben, der uns letztens dieses Angebot für den Neuanstrich unseres Hauses dagelassen hat. Und der darf sich nicht mit Fasching rausreden, wenn ich ihn darauf hinweise, dass er a) die Hälfte vergessen hat und wir b) durchaus gern wüssten, was die einzelnen Posten auf seinem Angebot denn nun genau kosten… Unter Umständen wollte er es mir beim Lesen einfach nicht so schwer machen und mich nicht mit Zahlen verwirren. Aber ich bin ja schon groß und kann Zahlen durchaus als solche identifizieren. Auch die mehr als Zweistelligen.

Ach ja: Morgen wieder Fastenzeit. Vielleicht essen Sie heute noch schnell alle Kekse auf. Und die Schokolade. Und vielleicht auch die Gummibärchen, die Sie als eiserne Reserve ganz hinten im Schrank deponiert haben…

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Üpps…

Herr Müller hat Mühe, sich wieder einzukriegen. „Üpps ist wieder da!“ freut er sich.

„Wer?“ Ich habe einige Schwierigkeiten zu folgen und muss erst einmal darüber nachgrübeln, ob sich im Freundeskreis ein Kumpel dieses Namens befindet, der irgendwie irgendwann einmal weg war. Aber mir fällt nichts dazu ein.

„Dann trefft Euch doch mal,“ schlage ich vor und muss mir prompt einen Blick gefallen lassen, dem man den Zweifel an der Aufgeräumtheit meines Oberstübchens deutlich ansieht.

„Zeitung!“ sagt mein Mann streng. „Üpps ist eine Zeitung. Oder besser, war eine Zeitung.“ Wobei es nun auch mir allmählich dämmert.

„Ach Yps!“ Versuche ich zu retten, was nicht mehr zu retten ist. „Ja die! Also…“ Aber das Kind liegt schon im Brunnen. Herr Müller gibt sich nämlich bereits schwelgerisch seiner Erinnerung hin. Und erzählt mir Sachen von Zeppelinen aus Mülltüten, Hüpfbohnen und Wasseräffchen, die aber entweder gar nicht erst schlüpfen wollten oder dann gleich tot waren.

Wenn Herr Müller, wie jetzt, wirres Zeug redet, passiert bei mir normalerweise Folgendes: Während die Schallwellen noch auf dem Weg zum Ohr sind, springt das Gehirn mit einem eleganten Satz aus dem Weg, damit die Mitteilung ungehindert passieren kann. Auf diese Weise erspare ich mir einen Informationsoverflow und Herr Müller wiegt sich in der Sicherheit, einen kompetenten Gesprächspartner zu haben. Interessanterweise ist man nämlich, auch wenn man nicht zuhört, immer in der Lage, auf Nachfrage die letzten vier Wörter des (Nicht-)Gehörten zu wiederholen und verbleibt so perfekt in seiner Tarnung.

Also: Hier die Info an Sie. – Yps… Jetzt für große Kinder. Den Rest fragen Sie bitte bei Herrn Müller nach.

Verschätzt…

Ich verschätze mich gern mal… Geht Ihnen das eigentlich auch so?

So habe ich einmal, als die Frage aufkam, wie heiß so ein Ofen wohl bei der sogenannten Selbstreinigungsfunktion wird, wie aus der Pistole geschossen „8.000 Grad“ gerufen. Dass das tatsächlich eine Minderheit bei Tische geglaubt hat, wundert mich immer noch. Nur am Rande: Der Erdkern himself glüht bereits mit schätzungsweise 8.000 Grad. Im handelsüblichen Ofen sind es dagegen nur etwa 500°. Nur damit Sie mitreden können, wenn die Frage mal aufkommt (und das wird sie, vertrauen Sie mir).

Übrigens sollte man auch das beliebte Rate-mal-wie-alt-ich-bin-Spiel besser nicht ausgerechnet mit mir spielen. Weil nämlich am Ende immer alle weinen. Besonders bei Fragern weiblichen Geschlechts verschätze ich mich gern um mindestens zehn Jahre in die falsche Richtung. Männer wollen ja um Glück nicht so oft ihr „gefühltes“ Alter wissen. Da latsche ich also weniger häufig in bereitgestellte Fettnäpfchen. Überhaupt… wie kann man auf die Idee kommen, andere Leute nach Schätzungen über das eigene Alter zu befragen? Da kann man doch nur zwei Arten von Antworten erwarten: Die eine lautet generell 29, und wird nur genannt, um den Fragenden nicht zu beleidigen. Die andere Antwort ist darauf ausgelegt, dem tatsächlichen Alter noch mindestens 10 bis 15 Jahre zusätzlich überzuhelfen, um zu gucken, wie der Fragende reagiert. (Kleiner Tipp: Hält Ihr Gegenüber ein gefülltes Glas in der Hand, antworten Sie besser mit 29, es sei denn, Sie kennen jemanden, der Ihnen flink eine Platzwunde näht oder wahlweise das Haar trockenföhnt.)

Und, einen habe ich noch, als ich damals beschloss, Germanistik zu studierte, ging ich noch davon aus,  dass man damit später im Berufsleben bestimmt mal Millionen verdienen kann. Tatsächlich sind es Milliarden…

Bart ab…

Männer machen das zuweilen gern: Sie stellen sich morgens, wenn die Gattin/Lebensabschnittsgefährtin wichtige Renovierungen am Gesicht vornimmt, neben sie und imitieren die (ohnehin schon albernen) Schminkgesichter ihrer Liebsten.

Vielleicht sollten Sie, meine Damen, gelegentlich darüber nachdenken sich zu rächen. Da Männer sich eher selten schminken, greifen Sie am besten auf das morgendliche Rasierritual zu.

Machen Sie doch mal das lustige Backenbartgesicht – das mit der einseitig aufgeplusterten Wange zum besseren Abschaben der Stoppeln. Manche Männer beulen die Wange auch mit der Zunge aus, was Sie, meine Damen, dann gern mit einem dreckigen Lachen beantworten können.

Oder das Kaninchengesicht, das entsteht, wenn Mann alles rasiert, was zwischen Nase und Oberlippe so wuchert. Weisen Sie bei der Gelegenheit bitte unbedingt auf (garantiert vorhandene) Nasenhaare hin. Ihr Gatte wird es Ihnen danken.

Der zahnlose Großvater imitiert sich beim imaginären Rasieren des Barts unterhalb der Unterlippe ganz von allein. Ihr Mann wird es Ihnen vormachen, meine Damen. Fragen Sie ihn mal.

Nicht zuletzt sollten Sie an den Kotelettenschüttler denken, mit dem Mann durch schnelles Rechts-Links-Wenden des Kopfes den korrekten Schnitt der Koteletten im Spiegel überprüft. Gern dürfen Sie hier mit fachkundigem Blick „Links ist länger“ murmeln. Danach sollten Sie aber dringend vorwurfsvoll „Jetzt ist´s zu kurz“ sagen.

Bei Bartträgern, die sich morgens nichts aus dem Gesicht schaben, müssen Sie unter Umständen kreativer sein. Zur Not können Sie sich immer noch bei jeder Gelegenheit plakativ über ihren imaginären Rauschebart streichen oder einen dieser Schnauzbärte zwirbeln, mit denen man Mitglied in einem von Deutschlands Bartclubs werden kann. Machen Sie dabei aber bitte immer ein aristokratisches Gesicht. Sonst wirkt es nicht.

Das alles funktioniert übrigens nicht, wenn Sie einen Waldschrat zum Gatten haben. Aber dann haben Sie unter Umständen ohnehin wenig zu lachen.

Reden sollen…

Kennen Sie das? Ihr Lebensabschnittsgefährte schaut Ihnen tief in die Augen und sagt so etwas wie: „Wir müssen uns mal unterhalten.“ Sie stehen dann da und blitzschnell schießen Ihnen diverse Diversitäten durch den Kopf: Bekommen Sie das Haus und das Auto oder müssen Sie doch die Kinder nehmen? Wird es reichen, mit einem dicken Pinsel das Haus in seine und ihre Hälfte zu teilen oder muss doch das Klischee mit der Kettensäge bedient werden, mit der jedes Möbelstück sauber in zwei Hälften geteilt wird? Sollte man noch schnell das gemeinsame Konto abräumen, bevor die andere Partei auf die gleiche Idee kommt? Und wird er den Erbschmuck von Oma wiederhaben wollen oder dürfen Sie den behalten? Nicht zuletzt: Wird er lachen, wenn Sie versuchen, die Situation mit dem lustigen Spruch: „Die Axt im Hause erspart den Scheidungsrichter.“ aufzulockern?

Und während Sie noch darüber nachdenken, welches Gesicht Sie jetzt am besten aufsetzen, räuspert er sich tief und sagt: „Morgen musst du mal die Mülltonnen vors Haus stellen.“

Frechheit! Wir müssen reden!

Nichtdiät…

Herr Müller hat einen bösen Verdacht: Ich habe ihn heimlich auf Diät gesetzt. Weil ihm nämlich sein Kaffee nicht schmeckt. Dazu sollten Sie wissen, dass Herr Müller seinen Zucker gern mit etwas Kaffee nimmt. Und heute ist da irgendwie nur Milch im Kaffee und so gut wie gar nix Süßes.

Herr Müller sieht mich streng an und löffelt sich demonstrativ noch ein paar Kalorien in die Tasse. Dann zeigt er mit strengem Blick auf seinen Becher und nimmt einen großen männlichen Schluck.

Ich nicke betreten.

Und das nächste Mal vertausche ich dann auch nicht mehr die Tassen…

Stylewatch…

Manchmal passiert das auch mir: Da brauche ich einen Rat von Herrn Müller. Also in Stylefragen, wenn Sie verstehen, was ich meine. Spiegel haben ja oft die Angewohnheit, dass sie einen frech anlügen und behaupten, man sehe toll aus, obwohl man gerade das Erscheinungsbild eines verwirrten Schafes hat. Ich baue mich also heute Morgen vor meinem Gatten auf und sage den Satz, den alle Männer fürchten: „Wie sehe ich aus?“

Das Problem: Herr Müller ist immer ehrlich. Immer. Auch in sensiblen Phasen meiner Weiblichkeit, wo ich gern gelobt und getätschelt werden möchte, ist er sich nicht zu fein, bei einem Fauxpas meinerseits den Mund zu verziehen und den Kopf sacht von links nach rechts zu wiegen.

„Wie sehe ich aus?“ will ich also wissen.

„Vom Hals abwärts gut.“ sagt er. „Im Gesicht sind wir heute aber ein bisschen overstyled, was?“

Ich bin geschockt… Ich bin nicht overstyled, ich bin sorgfältig geschminkt!

„Aber nicht für die Arbeit.“

Doch!

Merke fürs nächste Mal: Wenn du dir neues Make-up kaufst, führe den Wechsel in kleinen Schritten ein. Das fördert die Gewöhnung und verringert den Schock. Für alle Beteiligten.