Wieder nicht…

Halloween war dieses Jahr wieder der Burner. Kein Kind da! Wirklich nicht! Wenn man von den zwei Prinzessinnen absieht, die an der Tür geklingelt haben, noch bevor es überhaupt dunkel geworden ist. Tageslichtprinzessinnen gelten nicht! Bitte für die Zukunft merken!

Dabei waren wir äußerst nett: Haben Süßes gekauft, verstecken auch wirklich keinen Rosenkohl in Rocher-Papier und machen uns auch keinen Spaß daraus, Zahnbürsten und Zungenreiniger zu verteilen. Nein: Wir sind auf Horden unterzuckerter Winzlinge extrem gut vorbereitet. Mit gigantischen Schüsseln voller Kariesbomben und einem als Spiderman angemalten Kleinkind.

Und dann das: Nichts. In der kompletten Straße herrscht Totentanz (Achtung Halloween-Wortspiel). Vermutlich hat sich herumgesprochen, dass das Rentnergeschwader in unserer Gegend nicht gut auf Monsterkinder zu sprechen ist. Überhaupt muss man sich in der Hochzeit von Horrorclowns ja ungemein in Acht nehmen. Türen öffnen nach Einbruch der Dämmerung ist da nicht drin! Was es ziemlich sinnlos macht, sich als Kind zu uns ins Viertel zu verirren und nach Süßigkeiten zu fragen.

Das extra einstudierte „Süßes oder Saures? Dann hätte ich gern was Süßes.“ bleibt ungenutzt.

Also kein Halloween dieses Jahr. Auch gut. Essen wir die ganze Schokolade eben selbst. Ist auch viel zahngesünder. Zumindest für die nicht hier gewesenen Kinder…

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Alles neu…

Strom in einen Raum zu bringen, der vorher keinen Strom hat, ist simpel. Man guckt sich die nächstgelegene Steckdose aus, bohrt ein Loch durch die Wand und verzeigt das Stromkabel ins nächste Zimmer. Kein  Hexenwerk. In der Praxis muss das zu versorgende Zimmer allerdings erst einmal leer geräumt werden. Das steckt nämlich, obwohl es bereits vor geraumer Zeit entrümpelt wurde, noch voller Krims, der ein sauberes Verlegen von Stromleitungen unnötig erschwert.

„Das Gerümpel muss aber noch raus.“ sagt denn auch der Elektriker beim Hausbesuch. Ich gucke säuerlich. Der Schrank da ist kein Gerümpel, er enthält Farben und Lacke, die für die Hübschhaltung des Hauses unumgänglich sind. Die Skier brauche wir noch, ebenso den Kinderschlitten. Und die Regale mit den Lebensmitteln sind im Falle der sicher demnächst eintretenden Zombi-Apokalypse überlebenswichtig.

Nichtsdestotrotz hat der Mann recht. Will er Kabel verlegen, braucht er die eine oder andere freie Wand.

„Was soll denn das hier überhaupt mal werden?“ Der Elektriker schaut sich skeptisch um.

„Ein Zimmer.“ sage ich. Ein Fitness-Raum, um genauer zu sein. Alle meine Sportgeräte hausen derzeit im Gästezimmer. Und machen es Gästen mittlerweile schwer, von der Tür zum Bett zu kommen. Was die Idee hat reifen lassen, den bisher ungenutzten Gerümpelkeller zum Fitnesskeller zu befördern.

Gestern also haben wir damit begonnen, schon mal den Farbenschrank die Treppe heraufzuzerren. Der ist nicht besonders schwer, dafür aber ziemlich widerspenstig. Und die Treppen hoch will er schon gar nicht. Bereits auf Stufe 3 habe ich den Schrank auf dem Fuß. Info am Rande: So ein Zehennagel hält einem Schrank nicht lange stand, der knickt einfach in der Mitte durch und tut dann doll weh. Einen verarzteten Fuß später steht der Schrank auf der Terrasse. Und Herr Müller kämpft im Keller mit Spinnen und -weben.

Wand 1 wäre nun frei für 2 von insgesamt 4 Steckdosen. Wand 2 folgt, wenn der Elektriker den Startschuss gibt und mein Zeh wieder zusammengewachsen ist. Die Trockenbauer, die gleich danach die offen liegenden Gas- und Wasserleitungen verkleiden sollen, sind dann hoffentlich nicht so pingelig…

Vorfreude…

Jedes Jahr aufs Neue räumt der Handel – pünktlich zum Herbstanfang – die Weihnachtsdeko raus.
Und jedes Jahr aufs Neue wundert man sich umständlich und beschwert sich über den Druck, der sich automatisch aufbaut. Dann wird Unsinn über noch nicht erstellte Weihnachtswunschzettel gefaselt und darüber gewitzelt, wer denn dieses Jahr zu wem fährt. Oder fahren muss.

Meine Lieben: Nichts ist schlimm an Lebkuchen im September. Die schmecken jetzt schon! Wirklich! Und Kekse, in denen Nüsse und Zimt drin sind, sollten ohnehin das ganze Jahr über Bestandteil der häuslichen Keksdose sein. Aus Gründen der Leckerheit.

Es gibt keine Studien, die belegen, dass Spekulatius im Herbst zu frühzeitigem Haarausfall führt. Ebensowenig übrigens wie Eisbecher im Januar! Saisonale Aromen haben kein Fälligkeitsdatum. Und wer jetzt noch keine Kekse möchte, kauft sie einfach nicht. Merke: Man kann den Weihnachtsstapel im Supermarkt auch einfach links liegen lassen.

Aber bedenken Sie: Auch im nächsten Jahr gibt es Ende September wieder Weihnachts-Echos. Seien Sie dann einfach mal nicht überrascht! Freuen Sie sich darüber! Als Kind haben Sie sich doch auch monatelang auf Weihachten gefreut! Holen Sie sich das ab und zu zurück. Vielleicht am Keksstapel im Supermarkt…

Bart…

Zlatan Ibrahimovic hat einen schönen Bart. Opa auch. Papas Bart: Schön. Kind 2 liebt Bärte. Seit die Hipster-Bewegung ihren Höhepunkt erreicht hat und Gesichtsbehaarung wieder en vouge ist, sieht unser Sohn jeden Tag schöne Bärte. Und scheut sich nicht, seiner Bewunderung Ausdruck zu verleihen.

„Du hast einen schönen Bart!“ verkündet Kind 2 letztens dem Paketboten. Der ist erst irritiert, freut sich dann aber doch.  Auch der Typ, der beim Rewe das Bier ins Regal räumt, wird wortreich gelobt. Denn der Bart ist gigantisch. Als hätte ein Biber ein Gesicht gefressen. Hier kommt die Bewunderung mit großen Gesten einher. Und mit einleitendem „Oooooooh!“ wie es sich für solch ein Monster an Haar gehört. Alle müssen lachen. Aber das Kind meint das todernst.  Und grinst mit Ausdruck purer Verzückung.

Einziges Manko: Ein eigener Bart will dem Kind nicht wachsen. Auch nicht nach eingehendem Studium des eigenen Spiegelbildes und viel Gezupfe an Kinn und Wange. Das ist doof.

Und Mama? Die hat auch keinen Bart: „Willst du keinen?“
„Nein.“
„Bartse sind doch sooooo schön!“
„Ja, aber Frauen haben keine. Und sie wollen auch keine.“
„Auch nicht, wenn sie schön sind?“

Na ja…

Fußball…

Das Kind sitzt vor dem Fernseher und schaut zum gefühlten 20sten Mal das 2:0 Tor vom Schweinsteiger. Das ganze Spiel kann ich mittlerweile zitieren. Jede einzelne Minute. Kind 2 ist das egal. Es will Fußball sehen. Wieder und wieder. Und wir nehmen brav jedes wichtige Spiel auf und schreiben Ergebnisse in kleine Tabellen. Dem begeisterten Nachwuchs zuliebe. Es ist Fußball-Europameisterschaft.

Seit Kind 2 zwei Jahre alt ist, ist Fußball seine Welt. Schuld war damals im Jahr 2014 die WM. Obwohl keine Fans, haben wir damals ein Spiel im Fernsehen angeschaut. Und wurden Zeuge, wie Kind 2 vor dem Fernseher einfror und erst 90 Minuten später wieder zu sich kam. Seitdem hat Fußball unser Kind fest im Griff. Mit allen Konsequenzen. Sammelbilder, Poster, eine Kollektion von 8 Fußbällen, Shirts, Hefte, selbst Bettwäsche und überhaupt alles, was die Merchandise-Maschinerie nur bieten kann. Nicht zu vergessen das tägliche Gekicke im Garten, Park, im Wohnzimmer – einfach überall.

Jetzt, während der EM, ist das Kind im Fußball-Himmel. „Magst du Fußball?“ wird unlängst die Oma im Supermarkt befragt. Die guckt erst irritiert, wird sich dann aber bewusst, dass auf der Fernsehzeitung, die sie da gerade kaufen will, ein kleines Bild vom Neuer prangt.
„Du hast einen schönen Bart.“ hört der Vater von Jonas-Nero. „Wie der Zlatan Ibrahimovic.“ Nicht zu vergessen: „Hast du Fußball-Bilder?“ zur Kassiererin im Supermarkt. Natürlich hat sie.

Im Kindergarten werden derweil Sportlerbilder getauscht. Erwähnenswert sei an dieser Stelle, dass das Kind alle Namen der gefühlt 600 Spieler des UEFA 2016-Stickeralbums auswendig dahersprechen kann. Wir machen uns kurz Hoffnungen auf Hochbegabung, bis wir darüber aufgeklärt werden, dass Kinder noch ganz andere Sachen können. Und dass 600 Namen eben in erster Linie auf große Hingabe zum Hobby weisen.

Leider nehmen die drei Fußballvereine, die die Nachbarschaft anzubieten hat, noch keine Vierjährigen in ihre Reihen auf. Begeisterung hin oder her: Das Kind hat 6 Jahre oder älter zu sein. So bleibt uns nur das Kicken im Garten. Und der sehnsüchtige Blick auf die Vereinsspieler des Dorfes.

Frohe EM zusammen!

Wöchentliches…

Das Badezimmer darf als fertig betrachtet werden. Oder dürfte – wenn da nicht der Wassereinbruch im Einbauschrank gewesen wäre.

Erst hatten wir nur Kondenswasser im Verdacht. Dann aber lief es derart munter die Wände herab, dass wir einen Einfluss von außen doch in Erwägung ziehen mussten. Die kontaktierte Bäderfachfirma, seinerzeit für den Einbau des Schrankes zuständig, kam denn auch flink vorbei und sägte den bombenfest in der Wand verbauten Schrank wieder frei. Bereits während der Befreiung bemerkten alle Anwesenden Nässe von oben. Nach erfolgtem Ausbau des Schranks war der Schuldige dann auch rasch ausgemacht – hinter dem Schrank verläuft nämlich ein Abluftrohr. Und weil das im Zuge der Umbauarbeiten im Müllerschen Bad verschoben werden musste, es aber offensichtlich nicht damit getan war, das Rohr einfach zu nehmen und nach rechts zu drehen, kam es zum Wassereintritt bei Regen.

Nun haben wir ein neues Entlüftungsrohr, durch das es garantiert nicht mehr reinregnet und warten darauf, dass man uns einen neuen Schrank liefert. Denn der alte hatte zuverlässig das getan, was Holz nunmal tut, wenn es nass wird und war rundherum aufgegangen wie Popcorn in der heißen Pfanne.

Nichtsdestotrotz freuen wir uns über unser neues Badezimmer und können gar nicht fassen, wie viel Platz wir plötzlich haben. Auch die verschwundene Badewanne vermisst niemand: Haben wir doch jetzt eine Dusche, in der man aufgrund ihrer Größe zur Not auch ein- oder zwei Kraulzüge machen kann…

Weil sich zu schönen Dingen aber stets auch Unbill gesellt:

Die Läuse sind zurück. Obwohl… eigentlich sind sie nie weg gewesen, wenn man den Betreuern im Hort glauben mag. Am Freitag bereits erreicht mich der Anruf: Sofort das Kind abholen! Ob man einer Arbeit nachgeht, ist verhältnismäßig irrelevant. Man hat alles von sich zu werfen und im Tiefflug das Kind einzusammeln. Ich tue, wie mir geheißen, allerdings erst mit einstündiger Verspätung. Im Schulhort angekommen, ist das Kind bereits komplett für den Heimweg angezogen. Und will wissen, warum es nach Hause gehen soll. Ich nehme den Nachwuchs mit und kläre auf dem Heimweg die Situation. Gleichzeitig erzählt das Kind, dass es nicht das einzige ist, das nach Hause gegangen ist. Offensichtlich wurden neben mir noch etliche andere Mütter verständigt. Die Rudelbelausung minimiert zwar das Stigmatitierende am Befall, ändert aber nichts an der Situation für die Betroffenen.

Seit über sechs Monaten laust es in Schule und Hort. Dass es unser Kind erst das zweite Mal erwischt hat, kommt einem Wunder gleich. Auf der Suche nach vorbeugenden Mittelchen bin ich nun auf Weidenrindenshampoo gestoßen. Das, so heißt es, soll präventiv vor Lausbefall schützen. Weil Läuse den Geruch nicht mögen. Ob das tatsächlich der Fall ist, wird die nun im Müllerschen Haushalt gestartete Testreihe ergeben. Man darf gespannt sein…

Darüber hinaus fällt nun langsam die Familie in den Vorweihnachtsstress ein. Habe bislang nur ich rotiert, will man plötzlich von allen Seiten wissen, wie es sich dieses Jahr mit den gegenseitigen Besuchen verhält. Ich verliere rasant den Überblick und kann nach dem sechsten Anruf nur noch abwimmeln. Denn wir haben nicht nur Familien. Auch Freunde, Kindergärten, Schulen und Vereine wollen an den noch verbleibenden Wochenenden besucht und gefeiert werden. Hinzu kommt, dass bereits alle Müllerkinder an Kunststücken proben, die es irgendwann demnächst vor Publikum vorzuführen gilt. Ob wir an diesen Terminen überhaupt Zeit haben, steht in den Sternen. Hauptsache das weihnachtliche Krippenspiel in der Schule steht. Die Frage nach Zweitbesetzungen werden mit hochgezogenen Augenbrauen beantwortet.

Wenigstens das Wetter entspannt uns ein bisschen. Den wochenendlichen zweistelligen Temperaturen sei Dank war sogar noch ein bisschen Sonnenbräune drin. Man gönnt sich ja sonst nichts…

Erst… dann…

Manche Dinge soll man einfach nicht haben. So war ich unlängst noch stolze Besitzerin eines Strickpullovers. Man beachte die Vergangenheitsform. Jetzt nämlich gehört der Pulli meiner Tochter. Einem Fehler in der Matrix habe ich es zu verdanken, dass sich der Handwäsche-Pullover in der gleichen Waschmaschine materialisierte wie die 60°C-Badehandtücher. Am Ende war dann alles sauber. Und mein Schurwollpullover war von Größe 38 auf eine hübsche 128 geschrumpft. Anmerkung am Rande: So doll kann man den Bauch gar nicht einziehen, dass der winzige Pulli wieder passt. Die Hausfrau freute sich kein Stück, die Tochter des Hauses allerdings auch nicht. Unbestätigten Gerüchten zufolge mögen Kinder nämlich keine Strickpullover. Weíl sie jucken, pieksen, kratzen und vermutlich auch beißen.

Dann wurde, Sie erinnern sich sicher, die Zeit umgestellt. Leider stellen sich nur die Uhren auf dem Nachtschränkchen von selbst um. Die innere Uhr tut das nicht. Diesem Umstand haben wir es jedes Jahr aufs Neue zu verdanken, dass, obwohl es eigentlich erst 5 Uhr in der Früh ist, alle Kinder bereits putzmunter sind und Frühstück verlangen. Im Fernsehen läuft auf dem Kinderkanal um diese Uhrzeit noch Teleshopping, weshalb man den Nachwuchs nicht einfach vor der Glotze parken und wieder ins Bett gehen kann. Nein, man muss aufstehen, Nutellabrote schmieren und selbst für Unterhaltung sorgen.

Wäre da nicht die gemeine Erkältung, die fieberkurvenartig seit Tagen immer mal wieder besser, schlechter und viel schlechter wird. Pünktlich zum Wochenstart geht es dem Befinden zwar wieder so mittel, allerdings ist heute die Stimme weg. Was besonders launig wird, wenn das Telefon klingelt…

Dann hatten wir auch wieder unseren Jedes-Jahr-im-Oktober-Zahnarzttermin. Der war dieses Mal so unspektakulär, dass ich gar nichts drüber schreiben kann. Bis auf die Tatsache vielleicht, dass wir zu spät gekommen sind: Aber das machen wir eigentlich jedes Jahr. Auf der Rückfahrt ins Büro dann schwallerte ich eine ganze halbe Stunde über das Für und Wider von Bleeching-Produkten und die Gefährlichkeit von Zahnsteinentfernungen und stellte erst beim Eintreffen ins Büro fest, dass Herr Müller während der ganzen Fahrt rein gar nichts gesagt hatte. Darauf angesprochen guckte er mich an und nickte milde. Er könne eben viel besser über knifflige Dinge grübeln, wenn er meine Stimme hört. Netter kann man „Ach, ich hör einfach nicht hin.“ kaum ausdrücken…

Da Sie nun über alles Wichtige hier auf dem Laufenden sind, bleibt noch eine Sache:

Die von Pixum machen auch dieses Jahr wieder schicke Kalender für den guten Zweck. Und benötigen hierzu ein bisschen Unterstützung.
Bereits im letzten Jahr hat Kind 1 bereits einen Schutzengel gemalt, eingeschickt und bekam zum Dank ihren eigenen Jahreskalender geschenkt, der nun die Kinderzimmerwand schmückt.

Auch heuer sollen mit Kinderhilfe Schutzengel-Kalender entstehen, die einem guten Zweck zugeführt werden.
Dieses Jahr kommen die illustrierten Jahresbegleiter dem Verein himmel & ääd e.V. zugute. Ein Grund also, Ihre Kinder einen Schutzengel malen oder basteln zu lassen und bis zum 16.11. an Pixum zu schicken. Als Dankeschön gibt es für jedes teilnehmende Kind einen Jahreskalender geschenkt, der das eigene Bild enthält. Hier entlang.