Sei froh…

heinrich_joghurtHach ja, Kinder… schön…

Denkt man! Könnte man auch, wenn man diese friedlich schlummernden Sonnenscheinchen sieht, die im Arm ihrer glücklichen Mütter liegen. Weil sie so hübsch sind. Riechen tun sie angeblich auch toll. Überhaupt – alles ist schön an Kindern!

Aber sein wir mal ehrlich. Nix ist toll am Kinder haben. Schlimm isses! Nur hat sich bisher niemand getraut, das zuzugeben!

Einen schonungslosen Tatsachenbericht den eigenen Nachwuchs betreffend liefert nun Nils Heinrich ab: „Sei froh, dass du nicht Joghurt heißt.“

Alles beginnt mit alkoholfreiem Bier. Dann mutiert die eigene Frau zum lehrbuchfressenden Monster, gebärt ein Ding, das nichts kann als Milch in Kacke zu verwandeln. Und als wäre das nicht genug, krempelt dieses Ding das Leben seiner Ernährer um. Komplett und unumkehrbar. Beginnend beim Nachtschlaf, den man sich für den Rest seines Daseins abschminken kann. Dann die Sache mit dem kindlichen sauber werden (klappt nicht). Krabbeln (auch nicht). Sprechen lernen (nein). Zu allem Überfluss entwickelt das Kind Eigenarten, die man unmöglich in der Öffentlichkeit vorführen kann. Überhaupt: Das lästige Kinderturnen! Der Nachwuchs-Vergleich mit anderen Eltern! Lebensmittelfossilfunde an antiken Möbeln! Urlaub mit dem Nachwuchs!

Hach ja, Kinder… doof…

„Sei froh, dass du nicht Joghurt heißt“ ist ein amüsantes Buch übers Kinder haben und Eltern sein. Ganz ohne die übliche Zuckerwatte, die sonstige Elternbücher umgibt. Es beschreibt die Elternschaft kitschlos und zum Schreien komisch in all ihren lachhaften, irritierenden, schönen und auch blöden Facetten. Und mehr als einmal sieht man sich bei der Lektüre breit grinsend nicken – weil einem genau die gleichen Dinge, über die Nils Heinrich schreibt, jeden Tag selbst passieren. Nur so amüsant hat man´s bisher noch nie erzählt bekommen.

Nils Heinrich „Sei froh, dass du nicht Joghurt heißt“
erschienen im Satyr Verlag

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3 Kommentare zu “Sei froh…

  1. mickzwo sagt:

    Der neue Lehrer ist da. Er beginnt mit der Vorstellungsrunde. Die Kinder sollen ihren Vornamen sagen. Hannes sagt er hieße Hannes. Pflichtschuldigst wird er von der Lehrer verbessert. „Das heißt doch Johannes.“ Dann ist Achim dran. Auch er wird verbessert: Joachim heiße das. Das dritte Kind liegt weinend auf den Tisch. Der Lehrer ist konsterniert und versucht den Grund für das merkwürdige Verhalten des Kindes zu erfahren. Schließlich sagt es: „Ich heiße Jokurt“, und heult jämmerlich weiter. (trad.)

  2. Juliane sagt:

    Klingt gut. Danke für den Tipp.

  3. mickzwo sagt:

    Wer sein eigen Fleisch und Blut (so sagt man auch zu Kindern – und alles folgende gilt natürlich auch, wenn das mit dem eigen Fleisch und Blut nicht so im Vordergrund steht); wer also seine Kinder, Enkel, Kugel, oder Kegel, nicht vergöttert, der hat einfach kein Recht, sie so zu nennen.
    Klar sind die manchmal doof und nerven und sie sind anstrengend. Aber es sind doch Kinder. Und Kinder sind Kinder, sind Kinder, sind Kinder 🙂 Das Beste, was einem passieren kann!

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