Lotti im Katzenhimmel

Lotta1Leider ist unsere Katze, das geliebte Lottchen, noch im vergangenen Jahr kurz nach den Weihnachtsfeiertagen an den Folgen ihrer Lungenentzündung gestorben. Das liebe Vieh, das eigentlich anders hieß, aber immer nur die Lotta war, hat 4 Wochen tägliche Arztbesuche tapfer überstanden, während fast der gesamten Zeit aber weder freiwillig gefressen noch getrunken. Eine Zeit lang haben wir das Tier mit Hilfe des Veterinärs noch mit Kalorien und Nährstoffen versorgen können. Und eine Zeit lang sah es gut aus. Spätestens als Lotta aber anfing, sich in der Wohnung unter Tischen und Schränken zu verstecken, mussten wir uns mit dem Unausweichlichen befassen… Auch die Versuche, aus dem Haus zu fliehen und sich unter der dichten Hecken im Nachbargarten zu verkriechen, waren sichere Zeichen. Lotta wollte nicht mehr. Am 27.12. dann wars zuende.

Lotta war Herrn und Frau Müllers erstes gemeinsames Kind, wenn der Vergleich gestattet ist. Sie kam zu uns, da waren wir erst wenige Tage ein Paar. Da wohnten wir noch nicht einmal zusammen. Auch Lotta war ein Grund, ganz schnell zusammenzuziehen.

Jetzt, fast 15 Jahre später, steht Kind 2 immer wieder im Garten, guckt in den Himmel und will wissen, wie man jetzt die Katze füttern soll, wenn sie da oben auf der Wolke sitzt. Auch die Frage, wann das liebe Vieh denn wiederkommt, wird öfter gestellt, als es mein Gemüt derzeit noch zulässt. Und warum wir jetzt nur noch eine Katze haben? Das Konzept „Tod“ ist dem Kind noch nicht schlussendlich klar.

Kind 1 indes hat den Verlust anders weggesteckt. Die beste Freundin wurde zum Katzengrab im Garten geführt und in der Schule hat sie, als alle zum Thema „Mein Erlebnis im Weihnachtsurlaub“ ein Bild malen sollten, die Lotta gemalt. Mit einer Blume auf dem Grab. Seitdem spricht Kind 1 nicht mehr von der Katze. Getröstet hat sie mich noch, als ich einmal aus Versehen zwei Schüsselchen mit Futter rausgestellt hatte und heulen musste. Per se aber scheint der Trauerprozess abgeschlossen.

Bleibt uns Paul. Nun Einzelkatze, ist Paul ein Charmeur geworden, der viel spricht, viel schmust und ab und zu nachts auch wieder ins Bett kommt. Er macht einen entspannteren Eindruck, jetzt, wo kein anderer Vierbeiner mehr da ist. Er lässt sich jetzt Zeit bei den Mahlzeiten, er pinkelt nicht mehr unkontrolliert das Haus an, er geht aber auch nicht mehr so viel spazieren wie früher. Paul ist ruhiger.

Lotta2Uns bleiben die schönen Erinnerungen an Müllers Katze. Die Begeisterung, wenn Frau Müller Pullis strickte, die Assistenz beim Nähen und Kochen. Der Spaß an menschlicher Gartenarbeit inklusive aktiver Hilfe beim Unkrautzupfen. Das Heimbringen von Käfern, Schmetterlingen, Libellen und Spinnen. Der angeekelte Blick, wenn mal das falsche Futter im Schüsselchen landete. Das Kopfstupsen, das abendliche Putzen der menschlichen Familie und das überlaute Geplärre, wenn es der Katze mal nicht schnell genug ging. Schön wars mit Lotta.

Und eine „Ersatzkatze“ – nein, die wird es nicht geben.

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10 Kommentare zu “Lotti im Katzenhimmel

  1. George sagt:

    Es dauert. Ich habe in sechs Jahren drei Mal Abschied nehmen müssen. Auch bei uns war es so, daß der „letzte Überlebende“ noch richtig aufgeblüht ist, als do Katzenkonkurrenz weg war. Da hatten wir zwar schon den Hundewelpen, aber der besetzt eine andere Nische im Haushalt. Wogegen unsere Tierärztin uns warnte, eine Ersatzkatze zu holen.
    Alles liebe. Wenn Lotte im Himmel unsere drei Kater trifft, hat sie bestimmt viel Spaß mit den Rabauken.

  2. Xeniana sagt:

    Ach der Tod so eines Familienmitgliedes ist einfach furchtbar. Fakt ist unsere kleine wilde ungezähmte Wildkatze ist auch entspannter gewesen als sie plötzlich Einzelkatze war. Obwohl sie um Luka auch getrauert hat und ihn noch tagelang im Garten gerufen hat. Leider kamen wir auf die Idee für Ersatz zu sorgen. Funktioniert sehr eingeschränkt. Unsere Katze wäre wohl lieber Éinzelkatze geblieben….

  3. Silberdistel sagt:

    Wir haben das Lottchen während unserer Haustauschaktionen ja sogar persönlich kennengelernt. Sie ist uns in der Zeit, als wir Ersatzkatzenpfleger spielten, sehr ans Herz gewachsen. Sie wird uns ganz sicher fehlen, wenn wir denn irgendwann wieder einmal auf einen solchen Haus- und Katzentausch zurückkommen sollten. Ein schöner Nachruf übrigens auf das Lottchen.
    Ganz liebe Grüße von der Silberdistel, auch an den Kater Paul ❤

  4. franhunne4u sagt:

    Eine ERSATZ-Katze kann es nicht geben. Schließlich war Lotti nun mal die einzige Lotti. Aber wenn mal Paul das Zeitliche segnet, vielleicht ein neues Katzentier?
    Nie als Ersatz, nie eine Katze, die dem verstorbenen Familienmitglied ähnlich sieht.
    Aber wenn es sich ergibt? Wenn wieder eine Katze im Garten auftaucht, ein wenig zerrupft, anhänglich an Euch?

    Eine Ersatzkatze ist nicht nötig, denn Euer Kater kann raus und hat so feline Gesellschaft, wenn er mag.

    Das war bei meinem FunTom anders. Der brauchte eine Zweitkatze – denn die erste, Mashka, gleich alt mit ihm, hatte die Unverschämtheit, zu sterben, als sie noch nicht 6 waren. Also holte ich nach 8 Wochen eine neue. Eine scheue.Kessy. Sie kam von Anfang an mit dem Kater klar, das war Bedingung Nummer 1, von der es auch kein Abweichen gab. Und sie gewöhnte sich so unendlich langsam an meine Gesellschaft, dass ich noch genügend Zeit hatte, zu trauern.
    Ob sie nicht vorher wollte oder ich nicht vorher konnte, sei dahin gestellt – ich glaub, ein Mix aus beidem. Im Oktober jedenfalls, 7 Monate nach dem ich sie holte und 9 Monate nach dem Tod der älteren war sie das erste Mal mit mir auf dem Sofa. Und seither habe ich die schmusigste Schmusekatze auf der ganzen Welt!
    Wenn ich wie Ihr gedacht hätte, hätte dieses Tier, das schon ein Jahr bei der Katzenhilfe saß und von niemandem mitgenommen wurde, nie ein Zuhause bekommen. Der Platz voller Liebe war doch das Einzige, was Mashka vererben konnte.

    • Frau Müller sagt:

      Der Grund für die Nichtersatzkatze ist auch in Herrn Müllers allergischem Asthma begründet. Da er leider auch gegen Katzenhaare allergisch ist, wird es kein neues Tier geben.
      Aber natürlich hast du völlig recht: Wenn Platz da ist, sollte er besetzt werden.

  5. Kathi sagt:

    Ich bin ja auch eher Hundemensch, aber ich kann verstehen, dass da eine Lücke ist.

  6. Ein sehr schönes Posting, Frau Müller.

  7. Tante Emma sagt:

    Da kann ich sehr sehr mitfühlen. Ich musste in meinem Leben bereits Abschied von zwei Hunden, zwei Katzen, drölf Fischen, zwei Hasen und mehren Hamstern nehmen.
    Bei den Hunden und Katzen war es jedes Mal sehr sehr schmerzvoll, sie sind Familienmitglieder und echte Kumpels. Um die anderen Tiere tat es mir auch leid, aber die Ebene mit Hund und Katz ist eben anders.

    ACH DOOF. ❤

  8. Dany sagt:

    Oh, es ist sehr wohl gestattet ist, dass die Lotta Müllers erstes Kind war. Schön, dass Lotta das 15 Jahre spüren konnte.

    Wer das nicht versteht war nie Katzenmama oder Katzenpapa.

    LG Dany

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