Raus aus der schweigenden Mehrheit

Bislang habe ich das Erstellen von neuen Beiträgen ja meinem geliebten Eheweib überlassen, aber da ich gestern feststellen musste, dass Fremdenfeindlichkeit auch schon in meinem Bekanntenkreis angekommen ist, halte ich es für wichtig, auch auf diesem Weg ein Zeichen zu setzen.

Wenn die Meinung geäußert wird, „es reicht jetzt mit diesen Flüchtlingen, aber das darf man ja gar nicht mehr sagen, weil es sonst gleich heißt, man ist braun“, dann geht mir das gehörig gegen den Strich.

Durch diese Argumentation wird jeder, der sich nicht offen für die Unterstützung von Flüchtlingen ausspricht, vom fremdenfeindlichen Lager vereinnahmt.

Das will ich mir nicht bieten lassen!

Menschen, die in ihrem Heimatland derart Schreckliches erlebt haben, dass sie ihr gesamtes Hab und Gut zurücklassen und ihr Leben in der Hoffnung auf eine sichere Zuflucht aufs Spiel setzen, haben jede Unterstützung verdient, die sie bekommen können!

Na, klingelt’s?

Es ist auch noch gar nicht so lange her, da waren einige derjenigen, die jetzt am lautesten gegen Asylsuchende hetzen, noch selbst die unerwünschten Flüchtlinge:

Schlimm, wie schnell so etwas vergessen wird…

Also: Wenn auch bei Euch im Bekanntenkreis solche Äußerungen fallen, dann bleibt nicht still, sondern macht den Urhebern klar, dass eben nicht die schweigende Mehrheit diese fremdenfeindliche Einstellung teilt und sich bloß nicht traut, dies zu sagen!

Traut Euch zu widersprechen!

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12 Kommentare zu “Raus aus der schweigenden Mehrheit

  1. franhunne4u sagt:

    Ich wünschte, ich könnte dies mehr als einmal mit einem Like versehen.

  2. Frau Müller sagt:

    Ich unterstütze den Artikel explizit und schäme mich für jeden Freund, Bekannten, Verwandten, Nachbarn, den ich in letzter Zeit den Satz: „Ich bin kein Rassist, aber…“ sagen hörte. Und steckt Euch bei der Gelegenheit bitte auch gleich den Hinweis auf Eure Steuern, mit denen ihr wer weiß was mitbezahlt, in den Südpol.
    Macht Euch nicht zu Mitläufern irgendwelcher Idioten mit Luft im Hirn!

  3. Anke Blatt sagt:

    Ich habe mich eh schon unbeliebt gemacht. Und leider platzt mir in letzter Zeit immer öfter die Hutschnur. Ich kann kaum noch sachlich bleiben angesichts der ausufernden Fremdenfeindlichkeit in unserem Land. :O

  4. Sofasophia sagt:

    Danke, Herr und Frau Müller!

  5. Regina Richter sagt:

    Wieso werden eigentlich Kritiker dieser ganzen Ayslgeschichte grundsätzlich als Fremdenfeindlich abgestempelt?! Es ist nicht so, daß uns diese Menschen nicht auch leid tun. Aber wir können nicht so viele Asylanten aufnehmen. Wir haben einfach nicht die Ressourcen dafür! Was ist mit unseren Arbeitslosen, Rentnern, am Existenzminimum knabbernden Leuten? Die werden entweder vergessen, oder hinten an gestellt. Dazu kommt, daß all diese Asylanten und Wirtschaftsflüchtlinge ihre Kultur mitbringen, die in ihrem Land zu den Zuständen geführt hat, vor denen sie geflohen sind! Aber das darf man ja nicht sagen, stimmt’s?!

    • Herr Müller sagt:

      Liebe Lilly,
      warum darf man „das“ nicht sagen? Solange es sachlich und im gesetzlichen Rahmen bleibt, hat jeder das Recht, seine Meinung zu äußern, deswegen habe ich diesen Kommentar auch freigegeben.

      Ich finde es sogar wichtig, dass die vermeintlichen „Gründe“, warum wir keine weiteren Asylbewerber aufnehmen können, einmal schwarz auf weiß dastehen, damit man sich nicht jedes Mal wieder den Mund fusselig reden muss, um sie zu entkräften.

      Konkret zu Ihrer Behauptung, wir hätten nicht die Ressourcen dafür:
      Wissen Sie, wie viele Asylsuchende tatsächlich nach Deutschland kommen? 2014 waren es 140.000. Für dieses Jahr werden von offizieller Seite bis zu 450.000 erwartet, realistisch werden es vielleicht etwa 400.000 werden.
      In Deutschland leben momentan über 80 Millionen Menschen. Sind Sie ob dieser Zahlen immer noch der Meinung, dass für 0,5% mehr nicht genug „Ressourcen“ vorhanden sind?

      Zum ebenfalls gerne gebrachten Thema der eigenen Armen: Abgesehen davon, dass selbst ein Sozialhilfeempfänger noch ein gutes Stück mehr Unterstützung erhält als ein Asylsuchender, bekommt kein Arbeitsloser oder Rentner einen Cent mehr, wenn weniger Flüchtlinge aufgenommen werden. So funktioniert das System, in dem Sie leben und dessen Vorzüge Sie genießen, nicht.

      Der Satz, dass „diese Asylanten und Wirschaftsflüchtlinge ihre Kultur mitbringen, die im eigenen Land die Ursache für die Flucht geschaffen hat“, ist ein starkes Stück – da fällt es mir zugegebenermaßen schwer, sachlich zu bleiben.
      Was denken Sie denn, was ein Syrischer Flüchtling im eigenen Land so Verwerfliches angestellt hat, dass er einen Bürgerkrieg verdient hat? Und dass er dies (was auch immer das sein mag – mit „Kultur“ kann es kaum etwas zu tun haben) nach Deutschland mitbringt, wo es trotz des verschwindend geringen tatsächlichen Anteils von Flüchtlingen an der Bevölkerung in der Lage wäre, unsere Deutsche Identität zu gefährden, wovor Sie anscheinend Angst haben?
      Merken Sie nicht, wie paranoid und ja: fremdenfeindlich – ein anderes Wort gibt es dafür nicht – sich das anhört?

      Noch eine Anmerkung zum Schluß:
      Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass alles, was vor einem „aber“ steht, gelogen ist? Und man sich dabei gerne mal selbst belügt?
      Ich bin ja kein Rassist, aber…
      Ich habe ja nichts gegen Asylanten, aber…
      Mir tun die Menschen ja auch leid, aber…

      • Anke Blatt sagt:

        Deutschland hat zum Teil auch Schuld daran, an „diesen“ Zuständen da. Die Waffenindustrie hat doch immer gut dran verdien. Auch die ganze Kolonialisierung. Das hat diese Länder unter anderem auch aus ihrem Gleichgewicht gebracht. Man kann da noch soviele Gründe mehr finden. Wir müssen einfach helfen……. und wir können auch helfen.

      • Lieber Herr Müller, vor etwa fünf Minuten flog über unserem Haus eine Hubschrauberflotte der Bundeswehr vorbei und ich stand am Fenster mit der beklemmenden Frage in meiner Brust: „Was, wenn das mal keine Hubschrauber mehr sind, sondern Flugzeuge mit Munition an Bord, bereit, diese jederzeit auf uns zu werfen?“
        Wie ich auch in meinem eigenen Post erst „verarbeitet“ habe: Ich bin mir trotz aller Negativkommentare im Web relativ sicher, dass sich nicht bzw. weniger die Frage stellt, ob man hilft – sondern vor allem WIE! Aus diesem Grund kann ich die pauschalierende Aussage „..dass alles, was vor einem ‚aber‘ steht, gelogen ist?“ so nicht unterschreiben.
        Sie schreiben von 450.000 Zuflucht- bzw. Hilfesuchenden in diesem Jahr, auf anderen Seiten rechnet die Politik (angeblich?) mit 800.000 Menschen – und wenn ich dann sehe, WIE diese Menschen untergebracht werden und dass man sich dann noch wundert, warum so viele, warum können die nicht friedlich, warum dies nicht, das nicht – dann möchte ich einfach nur noch schreien 😦
        Ich sehe das wie Sie: Die Ressourcen sind mit Sicherheit da, doch wie vom Grundsatz her mit dieser Problematik, mit den Menschen, die zu uns kommen und die, die wir hier sind, umgegangen wird, das ist einfach nur noch zum Schreien. Und nein, mehr Geld würden Hartz IV-Empfänger und Rentner nicht bekommen ohne all die Zufluchtsuchenden. Vielleicht aber befürchten Hartz IV-Empfänger und Rentner und auch die Menschen, die eines Tages in Rente gehen, dass sie immer weniger oder gar nichts mehr bekommen? Ob diese Frage gerechtfertigt ist oder nicht – sie beschäftigt die Menschen, und niemand macht sich die Mühe, auch wirklich zuzuhören: Was bewegt sie, warum bewegt es sie – und wie entkräfte ich Sorgen und Vorbehalte? Will man überhaupt, dass Sorgen und Vorbehalte entkräftet werden?
        Natürlich ist mir vollkommen klar: Recht machen wird man es niemals jemandem können, erst recht nicht den Millionen von Menschen. Kritiker wird es immer geben, Meckerer und Nörgler. Es wird aber auch immer Menschen geben, die Fragen stellen, die Antworten wollen – und selbst angesichts der aktuell hochgekochten Debatten keine bekommen.
        Selten habe ich wochenlanges WischiWaschi der Politik erlebt wie derzeit – und es bestürzt mich.
        Am Wochenende habe ich mit meinem Sohn, 19, Nachrichten gesehen, und als das Thema „Flüchtlinge“ aufkam, sagte er: „Ich kanns nicht mehr hören.“ Und ohne es zu hinterfragen, wusste ich sofort, was er meinte: Es wird geredet, geredet, geredet – aber es kommt nichts dabei heraus. Gar nichts. Ein weiteres Statement, ein weiteres Plädoyer für Menschen in Not – aber das ist doch im Grunde gar nicht die Frage? Das ist doch nicht die Frage, die die Menschen beschäftigt?
        Ist es tatsächlich eine so gnadenlose Dummheit der Politik, die aktuellen Ereignisse aussitzen zu wollen – oder steckt doch gnadenloses Kalkül dahinter?
        Und zu dem Zitat „… dass “diese Asylanten und Wirtschaftsflüchtlinge ihre Kultur mitbringen, die im eigenen Land die Ursache für die Flucht geschaffen hat” – dazu fällt auch mir nichts ein. Spontan hatte ich Bilder von Kindern, Frauen vor Augen, schreienden, weinenden, blutenden Kindern – und ich fragte mich, was ganz normale Zivilisten wie Du und ich dafür können, dass vor ihnen, hinter ihnen und über ihnen ein wahnsinniger Krieg tobt. In solche Argumente spielen aus meiner Sicht hauptsächlich Unkenntnis und Verallgemeinerungen hinein, genauso aber auch wie Unsicherheiten und Ängste. Und die darf man genauso wenig ignorieren. Insofern… beinhaltet nicht jedes ABER auch eine Lüge.

        • Brin sagt:

          Gerade die Einleitung hat mich angesprungen.
          In Syrien werden Faßbomben von Hubschraubern abgeworfen. Also eine Situation die keine so weite Abstraktion hin zu Flugzeugen braucht.
          Jetzt stelle man sich traumatisierte Flüchtlinge vor, die an einer europäischen Grenze ankommen und es taucht ein Hubscharauber auf. Kein angenehmes Gefühl.

          Es wird schon viel getan, eine einfache Lösung für die Herausforderung (ich weiger mich es als Flüchtlingskrise oder -problematik zu benennen) gibt es nicht. Es braucht viel Ausdauer, kreative Lösungen für Alltagsprobleme und auf längere Sicht nicht nur die Erstversorgung, sondern auch praktikable Ideen zur Integration verschiedener Menschen.

          DIe Kommunen vor Ort brauchen sehr viel Unterstützung. Sie stehen vor der Aufgabe die Menschen zu versorgen und auch zu integrieren.

          Ein erster Schrittt zur Integration fängt in den Köpfen der Menschen an. Der Menschen, die hier zuhause sind und andere aufnehmen.

  6. ichnuwieder sagt:

    Herr Müller- ich freue mich SEHR, das Sie das Wort ergriffen haben!! LIKE!! Großen Dank für klare Worte- gruselig,beschämend, verstörend, wie gesellschaftsfähig die „ich bin nicht gegen Ausländer-aber“ Haltung inzwischen geworden ist..

  7. ichnuwieder sagt:

    ach, und ich vergaß@Regina Richter—- ich gehöre selbst zu denen, die seit kurzem unter dem Existenzminimum leben. Berufliche Krisen und psychische Begleiterscheinungen lassen sich leider nicht planen. Mittlerweile bin ich auf die TAFEL angewiesen. Alle nicht lebensnotwendigen Versicherungen sind gekündigt. Öffentliches Leben (und das beinhaltet Kino, Kneipe, Essengehen,selbst einen Kaffee auswärts trinken…) auf Null gefahren.Und dennoch weiß UND sage ich, das es mir (vergleichsweise) Gold geht, ich viel mehr habe, als ich brauche und im Prinzip immer noch mehr als nötig…

  8. engelchenfiona sagt:

    check, gehe ganz mit ihnen herr und frau müller
    ABER…sorry herr müller muss jetzt sein ich wollt mal ein aber huch schon nummer zwei einwerfen
    nein ganz im ernst wir wohnen hier quasi fast neben einem flüchtlingswohnheim, die leute tun mir schrecklich leid, vor allem die die noch ihre restliche familie suchen, jeder aus der familie schaut was wir den vorbeibringen können um zu helfen, schwiegermama hat geschirr vorbei gebracht wir sortieren sachen aus und die menschen freuen sich über jedes freundliche wort
    klar auch hier gibt es ab und an probleme, viele von den haben echt schreckliche dinge erlebt, wir bräuchten viel mehr psychologische unterstützung hier, aber alles in allem kann ich nicht sagen das die hier mit ihrer kultur für ärger sorgen

    so nun trotzdem ein aber, was mich an der ganzen sache ärgert ist die art wie die medien das ganze aufziehen, wir hören und sehen immer nur flüchtliche kommen, ströme von flüchtlingen und das tag für tag, schön wäre doch mal wenn man zeigt wieso die kommen, aus welchen zuständen sie fliehen, wenn man diese flüchtlinge zu wort kommen lässt, ich schätze das würde vielen die augen öffnen

    was mich auch ärgert ist das über die flüchtlingsproblematik, viel anderes liegen bleibt, die flüchtlinge sind wichtig ohne zweifel nur unsereins kann auch mehr als eine sache erledingen wieso zum geier können das unsere werten politiker nicht, wieso ruhen wir uns auf einer sache aus, im höchstfall noch ein bissel grichenand und unsere kinder und rentner…hm… die sind dann vielleicht später dran… mittagspause

    also mein aber geht nicht gegen flüchtlinge herr müller, manchmal finde ich ist ein aber angebracht und keine lüge

    lg
    fio

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