Gebädert… immer noch…

„Ist das nicht ein Traumbad?“ fragt der Bäderfachverkäufer.

Jetzt heißt es diplomatisch zu sein. „Wir können ja noch mal gucken,“ lenke ich dezent vom Thema ab und verschwinde in der nächsten Bucht. Da ist das ausgestellte Bad ziemlich nett, aber auch ziemlich teuer. Der Fachmann wittert das große Geschäft und beginnt, über Deckenbeleuchtung, randlose Kloschüsseln und Drückergarnituren zu fachsimpeln. Der Anführer der Fliesenmannschaft gesellt sich zu uns und piekst mit dem Finger auf metallisch hochwertig glänzende Randleisten, wie man sie neuerdings in jedem Bad verbaut. Ich fühle mich umzingelt und suche mein Heil in der Flucht. Drei Männer folgen: Mein eigener und zwei Verkaufsprofis.

Noch immer planen wir die Sanierung unseres Badezimmers. Mittlerweile sind wir einen Schritt weiter: Vom bloßen Reden übers Thema sind wir zum Möbel- und Fliesengucken übergegangen.

Zweieinhalb Stunden später haben wir alle vierunddreißig Ausstellungsbäder beguckt und sehr lustige Sitzproben auf einer Reihe von Ausstellungsklos gemacht. Wir haben Wasserhähne befühlt, Duschköpfe angeschaut und die letzten Neuheiten im WC-Bereich bewundert. Preise kennen wir nicht. Am freudigen Leuchten im Auge des Fachverkäufers können wir aber bereits erahnen, dass es sich über die Preise noch einmal zu unterhalten lohnt. Denn scheinbar haben wir uns gerade dumm und dusselig ausgesucht. Vielleicht hätten wir mehr darauf achten sollen, wie oft das Wort „Premium“ fällt.

Zurück am Schreibtisch des Bäderfachaufschwatzers verschlucke ich mich erst und muss dann ein hysterisches Lachen unterdrücken. Mit den einleitenden Worten, wir hätten uns da „etwas wirklich Schönes ausgesucht“ beginnt der Preisschock. Allein der Spiegel kostet so viel wie damals mein erstes Auto. Das war zwar seinerzeit schon eine alte Schüssel. Trotzdem will ich für einen Spiegel nicht so viel Geld ausgeben. Beim Waschtisch geht es weiter. Der Preiskreis schließt sich beim Badschrank. Schlussendlich ist uns ein bisschen übel und wir müssen darauf hinweisen, dass die Badmöbel so nicht akzeptabel sind. Vielleicht dann, wenn der Preis um 2/3 schrumpft. Aber das gefällt nun wiederum dem Fachmann nicht. Er verspricht, sich noch einmal schlau zu machen. Dann reichen wir einander die Hand und gehen unserer Wege.

Wenigstens über die Fliesen können wir uns ein paar Tage später einig werden. Wo sich der Bädermann unflexibel zeigt, ist der Recke der Fliesenfirma biegsamer und kann uns ein Angebot machen, mit dem alle Beteiligten gut leben können. Sogar eine einbauwillige Fachfirma ist dabei.

Der Gang durch diverse Möbelhäuser offenbart später, dass es eine Fülle wunderschöner Badmöbel gibt, für die man kein Jahresgehalt opfern muss. Ob das allerdings auch dem Chef der Bäderausstellung passt, wissen wir noch nicht. Vielleicht können wir uns auf einen Mischbetrieb einigen: Fliesen, Porzellan und Armaturen vom Bäderfuzzi, Waschtisch und Badschrank aus dem Möbelhaus. Die Aussprache steht noch an.

Ob bei Müllers in diesem Jahr also noch frisch gefliest und gebädert wird, ist noch nicht raus. Aber wir arbeiten dran. Der Prozess… Sie wissen schon… der Prozess… er kommt in Gang.

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4 Kommentare zu “Gebädert… immer noch…

  1. Isi sagt:

    Hach, was ist DAS schön! Wir sind gerade dabei!

    Und haben den Großteil im Internet verkauft. Von dem, was die Fachhändler gerne mehr hätte, können wir uns zweimal einrichten. Und ja, meinetwegen dürfen sie etwas teuerer sein, da man dort ja Beratung *hahahahaha* erhalten kann, aber ist ein Unterschied von 119,- zu 310,-€ für ein Teil wirklich gerechtfertigt?

    Also, aber sonst viel Freude mit pünktlichen Handwerkern, schiefen Wänden, falsch gelesenen Plänen, etc.

    Ich freue mich schon darauf, endlich in meiner Wanne zu liegen… *seufz*

  2. Flohnmobil sagt:

    Freunde von uns haben sich eine winzig kleine Gästetoilette neu verbauen lassen. Für das Geld hätte ich lieber eine neue Küche. Und als wir mit der Schwägerin zusammen für sie ein neues Bad zusammenschustern liessen, hätte ich mich beinahe am stilistisch passenden Klobesen verschluckt: weit über 100 Euro!!!!!!!!!
    Ich wünsche euch starke Nerven und den nötigen Durchhaltewillen bei eurem Projekt.

  3. franhunne4u sagt:

    Danach scheint man ein paar Entspannungsbäder zu brauchen.

  4. menzeline sagt:

    Eine meiner Nachbarn hat vorigen Herbst auch sein Bad neu machen lassen und zwar komplett zu einem Festpreis, also Arbeitslohn, Fliesen und Möbel, alles zusammen für … ich glaube, wenn ich mich nicht verhört habe … für 30 Tausend. Die Arbeiten haben so ca. 3 Wochen gedauert, dann war Dreck und Lärm vorbei.

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