Gebädert…

So Gott will, rückt die Renovierung unseres Bades in greifbare Nähe. Nun, da am und im Haus die größten Baustellen abgeschlossen sind, dürfen wir auch endlich die letzte schlimme Ecke hübsch machen. Oder sagen wir die vorletzte. Aber davon später…

Das Bad sah schon beim Einzug Scheiße aus. Finster, winzig, doof. Badewanne und Duschtasse – und das finde ich besonders hübsch – sind an 2 von 4 Ecken in die Wand eingemauert. Und zwar aus dem Grund, weil das Bad offensichtlich 6cm zu klein fürs Inventar war. Unzählige Fliesen sind gesprungen. Ach und überhaupt. Alles doof.

Zum Glück aber kauft man Häuser nicht nur wegen der Bäder. Sondern hauptsächlich wegen aller möglicher anderer Dinge. Und Bäder, das ist das Schöne, lassen sich ganz toll neu machen. So bin ich seit geraumer Zeit in den Bädern von Freunden und Verwandten auf Ideensuche. Wenn wir zu Besuch sind, will ich nicht das Klo benutzen, ich will Duschen gucken.

Ganz früh haben wir festgestellt: Badewannen sind echt hübsch. Brauchen tut sie aber kein Mensch. Schon gar nicht mit fortschreitendem Alter. Oder fortschreitender Ehe. Hat man jung verliebt noch gern zusammen gebadet, kann man sich nach 12 Jahren Ehe nicht mehr wirklich dafür begeistern. Dank der vielen Kinder kommt man als Ehepaar ohnehin nicht mehr wirklich oft kuschelig zusammen. Außerdem werden irgendwann die Knochen morsch. Und dann kommt man zwar noch rein in die Badewanne. Leider aber nicht mehr raus, ohne einen Pfleger von der Caritas anzurufen. Unser neues Bad wird also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Wanne haben.

Mit dem vielen Platz, der sich ohne Badewanne auftut, könnte man auch die Toilette verschieben. Momentan stellt sich unsere Badsituation nämlich so dar, dass ich, wenn ich morgens am Waschtisch stehe, nur den Popo nach hinten rausstrecken muss, um mich auf den Pott zu setzen. Das klingt im ersten Moment praktisch. In der Realität macht das aber vor allem blaue Flecken. Außerdem darf man nicht zunehmen, will man nicht Gefahr laufen, zwischen Klo und Waschbecken festzustecken (wo wir dann wieder beim Pfleger von der Caritas wären).

Nicht zuletzt brauche ich viel mehr Platz für meine Sachen. Viel, viel mehr. Und noch mehr. Momentan habe ich einen halben Spiegelschrank und Stauraum unterm Waschbecken. Und das Fensterbrett. Und einen Mauervorsprung neben dem Waschtisch. Aber das reicht nicht. Ich brauche viel mehr Platz. Wie der viele neue Platz geschaffen wird, ist mir zwar noch ein Rätsel. Aber wenn die Badewanne weg ist… Möglichkeiten tun sich auf!

Nicht zuletzt brauchen wir neue Fliesen. Und zwar solche, die größer sind als die Briefmarken, die wir momentan im Bad haben. Ich will Fliesen, die mindestens so groß sind wie ich. Aus Erfahrung weiß ich, dass große Fliesen auch kleine Bäder aufhübschen. Außerdem sind die Fliesenleger dann in 5 Minuten fertig und wir können uns schneller der Einrichtung widmen.

Wann genau wir den Spaß auf uns zukommen lassen, wissen wir noch nicht. Die Badgestalter und Fliesenleger wollen erstmal Urlaub machen. Und gucken uns mit hochgezogenen Augenbrauen an. Vielleicht so im zweiten Quartal des nächsten Jahres, sagen die Augenbrauen. Oder im Spätsommer…

Aber zumindest der Plan steht ja nun…

 

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5 Kommentare zu “Gebädert…

  1. franhunne4u sagt:

    Ohne Wanne ist ja ganz gut – bis man an einem nebligen, grauen Novembertag durchnässt nach Hause kommt, weil das Auto unterwegs einen Reifenwechsel benötigte – und man sich dann nur unter eine heiße Dusche stellen kann – aber nicht in einer schönen heißen Badewanne aufwärmen darf. Da würd ich lieber noch einen Tag oder zwei warten, bis die Kinder raus sind – und dann ein Kinderzimmer zu einer Wellness-Oase umbauen! Ja, ich weiß, Badewannen sind nix für Leute mit Gehbehinderungen, aber muss man denn schon mit Mitte 30, Anfang 40 sein Haus wie ein Altenheim ausstatten?

  2. Praline sagt:

    Wir benutzen unsere Wanne zwar auch nicht, aber für den Ernstfall (beispw.Hexenschuß) haben wir wenigstens die Möglichkeit abzutauchen. Man kann nie wissen, was die Zukunft bringt. Wir waren vor zwei Jahren in derselben Situation wie Sie. Ein gruseliges 70er-Jahre Bad in moosgrün…
    Wir haben uns für anthrazitfarbene Bodenfliesen in Schieferoptik entschieden, man sieht dann Wassertropfen etc. nicht so sehr. Ich würde mich unbedingt wieder für dunkle Fugen entscheiden, das sieht m. E. besser aus (und nicht wie kalter Hund auf einem Negativ) und führt auch nicht zu den sich irgendwann entwicklenden Laufstraßen. Die Wände haben wir wg. der hohen Luftfeuchtigkeit nur halbhoch gefliest und zwar auch mit sandfarbenen Fliesen in 30 x 60. Sowohl Boden-, als auch Wandfliesen sind mattiert. Optisch sehr warm und grandios unempfindlich!

    Keine Angst vor den Hochglanz-Badmöbeln: man kann es kaum glauben, aber man sieht keine Fingerabdrücke!

    Toi, toi, toi und stellen Sie mal ein Foto ein, wenn alles fertig ist.

  3. missweber sagt:

    Liebe Frau Müller,

    wir haben gerade unsere Badsanierung hinter uns und die zwei Monate (!) lassen sich sehr gut unter dem Motto „Blut, Schweiß und Tränen“ zusammen fassen. Wir haben viel selbst gemacht, aber ich kann nur davon abraten. Und es wurde trotzdem schwei…teuer. Die Dusche ist immer noch nicht drin (das ist eine seeehr lange Geschichte), aber die Duschtasse schon mal angefliest. Und ein bisschen Silikon hier und da fehlt noch. Jetzt fällt sporadisch die Pumpe aus, die das Abwasser in die Rohre Richtung Kanalisation pumpt, so dass es sich in besagter Duschtasse sammelt.
    Aber bei Ihnen wird es bestimmt nicht so schlimm. Und bei uns sieht jetzt auch alles ganz wunderbar aus. Zum Glück haben wir noch ein zweites Bad, so dass wir nicht müffeln, weil wir nicht duschen können, und während der Umbauphase nicht in den Garten pinkeln mussten.

    Ich wünsche Ihnen starke Nerven und gutes Gelingen… irgendwann 🙂

  4. Iris sagt:

    Liebe Frau Müller,
    wollten Sie überhaupt Tipps? Falls nicht, bitte wegklicken. Mich qualifizieren 2 mal selbst neues Haus bauen und Freunde-Beratung bei Neu- und Umbauten…
    – Wanne siehe oben, auch ich würde nie darauf verzichten wollen, gibt ja mittlerweile sogar gute Zwitterlösungen, aktuell eine Eckwanne verbaut, die auch gut duschen kann
    – Duschwassermenge immer in Zusammenhang mit Abflussgröße, was nutzt der tollste Tropenschauer-Duschkopf, wenn das Wasser nicht abfließt…
    – Großformatige Fliesen sind toll! Bodenfliesen sollten bei dunkelhaarigen Menschen nicht zu hell sein
    – Kriegen Sie einen Doppel-Waschtisch hin? Das entspannt enorm
    – Klempner kennen nicht alle modernen Produkte, da ist Betreuung notwendig, sonst reicht nachher die Duschstange nicht hoch genug, um unter dem Brausekopf aufrecht stehen zu können, ach ich könnte erzählen…
    – Spiegelschränke lassen sich maßgeschneidert im Internet konfigurieren, sind ohne Beleuchtung super preiswert, wir haben das mit Deckeneinbaustrahlern kombiniert, deshalb ist der Schrank ohne Licht
    – Fönhalter (so eine Metallspirale) und Schminkspiegel wie im Hotel ist toll (der Spiegel braucht aber Strom!)
    – Falls doch nur Dusche: Die Duschplatten von B*ette sind klasse, wir hatten Platz und haben eine tiefe Kabine gemauert, das sparte auch die Glastür
    – Fertige Badmöbel sind schweineteuer, der Schreiner machts auch gerne, ich trau dem Schweden da wenig
    – …

    Ich finde (Um-)bauen toll und wünsche Ihnen wenig Stress und ganz viel Freude!!
    Liebe Grüße, Iris

  5. menzeline sagt:

    Wenn auch ich etwas dazu sagen darf, werte Frau Müller, dann würde ich … wenn der Platz vorhanden ist…, Dusche und Badewanne empfehlen.
    Ein Makler hat mir mal gesagt, dass sich Häuser und Wohnungen mit Wahlmöglichkeit …baden oder duschen… besser verkaufen lassen.

    Ich wohne hier in einem Mehrfamilienhaus und viele der Eigentümer haben schon ihre Bäder neu sanieren lassen. Erst vor kurzen wurde im Erdgeschoss wieder mal ein Bad renoviert, was bei einem kompleten Festpreis sage und schreibe 30.000,00 Euro gekostet hat.
    Was für ein Wahnsinn.

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