Frau Müller seufzt…

Nachbarn zu haben ist zuweilen irritierend… besonders dann, wenn es sich um streitbare Solche handelt. So finden wir heute wieder einmal einen Zettel an unserem Auto. Selbstverständlich anonym. Wie beim letzten Mal. Worum genau es geht, ist uns nicht sofort klar. Denn offensichtlich wurde der Zettel irgendwann nachts hinter den Scheibenwischer geklemmt. Dass es zwischenzeitlich geregnet hat, macht es quasi unmöglich, den Grund des Schreibens auszumachen. Lediglich Hinweise auf die Straßenverkehrsordnung und die Ankündigung einer nun endlich zu erstattenden Anzeige lassen uns aufmerken.
Weil das Schreiben ohne Absender nicht das erste seiner Art ist, habe ich mich heute spaßenshalber auf die Suche gemacht und ein paar Nachbarn befragt. Selbstverständlich nur die, die mir ohnehin über den Weg liefen. Große Augen auf allen Seiten, gezuckte Schultern, Kopfschütteln. Gewesen sein will es keiner. Natürlich nicht.

AutozettelUm zu verhindern, dass sich unser Zettelschreiber erneut anonym über uns ärgert, haben wir nun unsereins einen Brief ans Auto gehängt. Und um ein persönliches Gespräch gebeten. Weil wir nämlich weder beißen noch sonst irgendwie zu Bosheit neigen. Und man mit uns sprechen kann. Zumal uns durchaus interessiert, was der persönliche Grund für die wiederholten Klemmzettel sein könnte. Vom Ärgern seiner Mitmenschen vielleicht mal abgesehen…

 

 

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18 Kommentare zu “Frau Müller seufzt…

  1. mirirallalla sagt:

    Wahrscheinlich gehört der anonyme Zettelschreibern zur Spezies derer, die auch im Internet hinter dem Schutz eines Pseudonyms pöbelnd über andere herfallen… Menschen, die auf vorgeblicher Meinungsfreiheit und „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!“ bestehen, aber gleichzeitig zu ihrer Meinung nicht stehen wollen.

    • Frau Müller sagt:

      Mich beeindruckt vor allem die Ausdauer… Zumal es wesentlich leichter ist, einfach zum zuständigen Amt zu gehen und dort sein Sprüchlein aufzusagen. Stattdessen aber verwendet da jemand Energie, die er für viel Besseres aufbringen könnte, um sich und andere monatelang zu stressen… Ziemlich schade, das.

      • mirirallalla sagt:

        Ich versuche ja immer noch, mich nicht mehr über andere und deren Verhalten zu wundern. Leider bisher ziemlich erfolglos – man bekommt einfach zu viel Gelegenheit zum Wundern…

      • engelchenfiona sagt:

        mönsch frau müller, auf dem amt ist die luft so stickig, zettel hinter die wischer klemmen bringt einen raus an die frische luft, das ist sportprogramm für die leute die im netz nach dem richtigen ausdruck gesucht haben 😉

  2. Wie witzig! Hab auch eine Nachbarn-Geschichte auf meinem Blog! Scheint ein spannendes Thema zu sein! 🙂

  3. franhunne4u sagt:

    Es kann der Frömmste …

  4. Ruthie sagt:

    Coole Lösung! Ich bin gespannt…

  5. Inch sagt:

    Ach Herrje. Ich habe gerade auch eine neuen Nachbarn. Beim ersten Zusammentreffen äußerte er unterschwellig eine Beschuldigung. Ich bin gespannt, wie sich das weiter entwickelt. Bis dahin bleibe ich auffallend freundlich und wünsche Wohlergehen.

  6. AnGarasu sagt:

    Unser Nachbar im gleichen Haus schwärzt uns immer direkt beim Vermieter an, wenn ihm was nicht passt. Als ich dann das letzte Mal persönlich mit ihm sprechen wollte, um diese Lappalien aus dem Weg zu räumen, hat er einfach nicht die Tür geöffnet, obwohl er nachweislich Zuhause war. Also habe ich ihm einen (wirklich höflichen) Zettel geschrieben und an seine Tür geklebt. Darauf hat er dann geantwortet – auf der Rückseite des Zettels nämlich: „Jegliche weitere Kommunikation nur noch mit Rechtsbeistand.“
    WTF?
    Es ging doch nur darum, dass wir unsere Autos nicht mehr direkt unter seinem Schlafzimmerfenster parken sollten, weil er schon um 20.00 Uhr schlafen geht und mein Mann um 21.15 Uhr zur Nachtschicht fährt und der Nachbar jedes Mal dabei wach werden würde. Da hätten wir doch ganz normal drüber reden können und die Autos dann umgeparkt. Kein Problem!
    Dass er aber im Frühling und Sommer morgens um 5.30 Uhr sein Motorrad direkt vor unserem Schlafzimmerfenster 5 Minuten lang zum Warmwerden laufen lässt, ist natürlich lange nicht so schlimm …

    • Frau Müller sagt:

      Ich befürchte ja, dass hier auch niemand zum Reden kommt… Es ist traurig, dass man sich hinter anonymen Zetteln verstecken muss, weil man zum persönlichen klärenden Gespräch nicht in der Lage ist.

  7. Ach herrje, es ist also doch überall dasselbe…. Bei uns war das ja auch mal so – als ich es innerhalb von ein paar Jahren zwei- oder dreimal wagte, mein Auto nachts im Hinterhof zu parken, weil sich eben partout kein Stellplatz mehr finden ließ. Auch bei mir war der Schreiberling anonym, aber ich kannte seine Handschrift 😉
    Ich habe ihm den Zettel mehrfach farbig kopiert und in seinen Briefkasten gelegt: Dass man mit ihm leider nicht reden kann, mussten Sohnemann und ich die Jahre zuvor schon feststellen und wurde mir selbst von der Hausverwaltung bestätigt.
    Das ist schon wirklich traurig, aber manchmal nicht zu ändern.
    Im letzten Jahr, das ich da noch wohnte, parkte der neu zugezogene, in Nacht- und Spätdienst arbeitende Nachbar beinah wöchentlich im Hof: Ich hab da nie was zu gesagt, ich wusste ja, wie schwierig es mit Park-/ Stellplätzen ist. Interessanterweise hat er nie einen Zettel an der Scheibe gehabt: Wenn man jemandem passt, ist alles gut; wenn nicht, kriegt man halt anonyme Zettel.
    Übrigens: Habt Ihr Euren Zettel auch wetterfest gemacht? 😉

    • Frau Müller sagt:

      Unser Zettel klebt an der Innenseite der Windschutzscheibe. Also klau- und regensicher.
      Der Schreiberling hat seine Zettel übrigens auf dem Computer ausgedruckt, damit man ihm auch ja nicht auf die Schliche kommt. Echt traurig, sowas.
      Ich rechne übrigens fest damit, dass die nächste anonyme Post in einer Plastiktüte kommt – weil wir doch die Unlesbarkeit aufgrund der Witterung angemerkt haben…
      Wetten?

  8. Frau Tonari sagt:

    Parkplatzrowdys

    So etwas noch rechtzeitig vor dem nächsten Regenguss unter dem Scheibenwischer finden ist großes Kino, denn die “anonyme” Dame hat zwar einen zur Wohnung gehörenden Parkplatz, aber gar kein Auto. Und noch wirklich nie stand ein Besucherauto…

  9. Frau Tonari sagt:

    Hier gibt es diese Spezies auch. Ich hab meinen Klemmzettel eben gepostet und erkläre der Frau Müller meine volle Solidarität 😉

  10. Taschentick Vol. 1 sagt:

    Nachbarn sind einfach ein schwieriges Thema… bin immer froh, wenn ich niemanden sehe und diese Tratschereien an mir vorüber gehen!
    Ich wünsche Ihnen gute Nerven und Sie wissen ja, dass es nicht an Ihnen liegt!

  11. minibares sagt:

    Klasse, eure Antwort.
    Nun harren wir der Dinge, die da kommen, hoffentlich.

  12. Indica sagt:

    Tja, das ist die Haltung, aus der Blockwarte erwachsen und hinterher die Wachmannschaften an gesetzeswidrigen Orten. Die, die selbstverständlich immer nur ausführen, aber niemals schuld waren. Und nur mal sagen dürfen wollten. Und so.

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