Schokomaus…

Ich mag Sachen, die klein sind, kuschelig und Kopfaugen haben. Mäuse zum Beispiel. Sie haben kleine Schnuppernasen, waschen sich mit ihren Pfötchen das Gesicht und stehen im Ruf, intelligente kleine Wesen zu sein.

Leider wohnen in unserer Umgebung saudumme Mäuse. Mäuse, die sich durch extra zu ihrem Schutz installierten Maschendraht knabbern, sich in den Lichtschacht unserer Kellerfenster abseilen und dann feststellen, dass es dort nicht nur nichts zu essen gibt, sondern dass sie auch irgendwie nicht wieder nach oben kommen. Leider klopfen nur die wenigsten Mäuse ans Glas und machen auf sich aufmerksam. Und wenn sie es doch tun, flüchten sie vor der rettenden Hand und stopfen sich selbst in winzig kleine Löcher, aus denen man sie nicht herauspuhlen kann, ohne sie kaputt zu machen. Dann hat man die Wahl: Man lässt die Maus Maus sein und wartet, bis sie mangels Futter und Wasser vor ihren Schöpfer tritt (was in der Regel ziemlich flott geht). Oder man versucht das blöde Vieh zu retten, in der Hoffnung, dass es so etwas wie eine kosmische Liste gibt, auf der man Pluspunkte sammeln kann.

Gestern war es dann wieder so weit. Während ich auf dem Laufband durch meinen Keller hampelte, machte eine Maus durch wildes Gehüpfe gegen das Fensterglas auf sich aufmerksam. Befreien lassen wollte sie sich dann aber doch nicht. Da könnte ja jeder kommen. Stattdessen schlug sie wilde Haken und verschwand schließlich irgendwo zwischen Iso-Folie und Plastikverkleidung des Lichtschachtes… womit sich das Thema Kleinviehrettung erst einmal erledigt hatte.

MäusemüsliWeil gestern noch keine sinnvolle Alternative vorhanden war, den dummen Nager aus seinem Gefängnis zu befreien, habe ich (das ist das mütterlich Sorgende  an mir) ein paar Haferflocken in einen Eierbecher gefüllt, ein Träubchen dazugelegt und es der Maus hingestellt. Netterweise hat das Vieh die Traube gefressen und auch ein paar Haferflocken genascht. Zutrauen hat es deshalb aber noch lange nicht gefasst.

Herr Müller, der zwar theatralisch mit den Augen rollen kann, aber trotzdem kein Unmensch ist, hat heute dann flink eine Lebendfalle besorgt. Der Eisenwarenhändler, bei dem die Falle erstanden war, ließ es sich nicht nehmen, auf einen mittelgroßen Hammer hinzuweisen, der das Mäuseproblem viel effektiver lösen würde. Aber Herr Müller entschied sich für einen kleinen Drahtkäfig, der, mit einem entsprechend leckeren Köder bestückt, so eine Maus auch lebend fängt. Und nebenbei viel weniger Sauerei anrichtet.

Umfangreiche Recherchen im Internet ergaben schließlich, dass so eine Maus keinen Käse isst, weil ihr davon schlecht wird. Speck wäre, wie das Sprichwort schon so schön verheißt, aber eine gute Alternative. Weil wir allerdings derzeit nichts Speckiges im Haus haben, musste der nächste ultimative Tipp herhalten: Schokolade. Süßes mit Süßem zu fangen erscheint mir persönlich ziemlich logisch, weshalb die Lebendfalle flugs mit bester Schweizer Schoki ausgestatte wurde.

Schokofalle

Und nun steht das gute Stück im Keller und harrt der Maus, die da kommt.

Wir nehmen Wetten an.

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13 Kommentare zu “Schokomaus…

  1. jule1 sagt:

    Nehmen Sie den Kindern die geliebte Schokonusspampe aus dem Glas weg und schmieren Sie das ungesunde Zeug in die Falle…und schwups, hamse nich gesehen ist die Maus gefangen!

  2. einfachtilda sagt:

    Es reicht auch einfaches Mehl, da sie Getreide auch mögen 🙂

  3. Frau Müller sagt:

    Update 22:45Uhr: Allgemeinen Ernährungshinweisen folgend, nachdem man viel mehr Obst essen soll, haben wir nun wieder Trauben gereicht. Außerdem wurde die Schokolade geklaut…

  4. MamaBeate sagt:

    Ich hätte die Schokolade auch geklaut… Trauben find ich sehr passend dazu, danke!

  5. franhunne4u sagt:

    Mein Ex hat immer Gummibärchen genommen – allerdings waren dies keine Lebendfallen … Meine Katzen nehmen einfach die Pfoten 😉

  6. Susanne sagt:

    Ja, dieses Problem mit Mäusen kenne ich sehr gut, nur leider sind die bei mir im Haus, da meine Katze der Meinung ist, das ist Spielzeug und wenn man Spielzeug nicht mehr mag, legt man es in eine Ecke. Manchmal steckt aber noch ein wenig Leben drin und die Mäuse verkriechen sich. Was wir schon an Möbel gerückt haben…. Schokoladenaufstrich wurde regelmäßig aus den Fallen geklaut und wenn ausreichend Katzenfutter in der Nähe ist, geht keine Maus in eine Lebendfalle.
    Schlimm ist es, wenn das Mäuslein verendet, so wie neulich unter meiner Waschmaschine…. Also seien Sie froh, dass es „nur“ der Lichtschacht ist und dort genügend Frischluft herscht.

  7. Inch sagt:

    Ah, die Vorgeschichte. Also Haferflocken, Schweizer Schokolade und Trauben. Wenn ich Maus wäre…

  8. Ganz einfache Falle: Einen leeren Kunststoff-Mülleimer nehmen, ein paar Flocken Hafer anrösten, hinein kippen. Dann eine Rampe an den Eimer stellen. Die Maus läuft hinauf, giert sich zum Futter durch und bleibt im Eimer. Funktioniert bisher jedes Mal 🙂

    Wetten? Ich sage, die Maus genießt erst einmal den Service und bleibt drei Tage. Viel Glück, Frau Müller, erzähl´ mal, wie es war….

  9. Bei uns hat die Maus Kekse meines Sohnes bevorzugt..die Krümmel haben ihr Versteck verraten…die Nüsse in der Küche hat sie auch noch aufgegessen…Tagelang haben wir versucht sie zu fangen…da habe ich im Wohnzimmer in der Eile Kekse stehen lassen und sie hat eine Krümmelspur hinterlassen. Eingesperrt in ihrem Versteckt haben wir sie erwischt…die Falle hat sie nie betreten…

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