Gastbeitrag: Die transparente Kita…

Heute schreibe nicht ich etwas zur Lage der Nation. Heute möchte ich einen Gastbeitrag veröffentlichen.

Max Dohna schreibt an der Universität Bonn eine Dissertation zum Thema „Transparenz in der Kinderbetreuung“ und benötigt Unterstützung bei seiner Arbeit. Hier kommen Sie ins Spiel. Lesen Sie sich den Artikel durch, denken Sie darüber nach, klicken Sie den Fragebogen an und helfen Sie dabei, Kinderbetreuung für Eltern durchschaubarer und vergleichbarer zu machen.

Ich bitte außerdem um zahlreiches Weitersagen.

Vielen Dank!

 

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Studie zu Transparenz in der Kinderbetreuung

Stellen Sie sich bitte vor, Sie suchten ein Hotel für den nächsten Familienurlaub. Wenn Sie die wichtige Entscheidung über den Urlaubsort getroffen haben, können Sie sich im Internet stundenlang über jede Strandhütte informieren. Ich gebe zu, die Aussage anderer Gäste, dass das Essen toll war, lockt einen gerne mal ins Pommes- und Pizzaland, aber man bekommt wenigstens eine grobe Ahnung, ob man den wertvollen Urlaub in dieser oder jener Unterkunft zur Erholung nutzen kann. Besser wird es beim Autokauf, denn hier sind sogar echte Profis am Werk. Neben Freunden und Kollegen, von denen immer einige heimliche Experten sind, kann man sich sowohl online als auch analog auf vielen Seiten und in Magazinen mit Tests und Empfehlungen professioneller Tester versorgen.

Was hat das nun mit der Suche nach Kinderbetreuung zu tun? Leider nicht viel. In meiner Dissertation zum Thema „Transparenz in der Kinderbetreuung“ beschäftige ich mich mit der Frage, was Eltern bei der Suche nach Kinderbetreuung beschäftigt und welche ihrer Fragen sie mit vertretbarem Aufwand beantwortet bekommen. Vor meiner Promotion habe ich als Gründer und Leiter eines Kindergartens mit Schrecken festgestellt, wie undurchsichtig der Kinderbetreuungsbereich für Eltern ist. Für die Jugendämter übrigens auch. Auf meine Frage, ob Besuche vom Jugendamt unangekündigt stattfinden, bekam ich von der zuständigen Dame ein überraschtes „Nein“ zu hören. Man ist ja schließlich unter Kollegen…

Seit Ende letzten Jahres bin ich kein Kindergärtner mehr und gehe das Thema nun wissenschaftlich an. Leider ist die Situation hier kaum besser. Wissenschaftler in Deutschland forschen an pädagogischen Standards oder volkswirtschaftlichem Nutzen der Kinderbetreuung. Die Perspektive der Eltern, ihre Wünsche und Bedürfnisse, ist bisher nicht nennenswert erforscht worden. Dabei sind sie es, die in den meisten Fällen tatsächlich das Beste für ihre Kinder wollen und stellvertretend für sie die Entscheidung treffen, ob, wo und wie betreut wird. Mehr Betreuungsplätze wären dabei schon einmal hilfreich. Ohne die notwendige Transparenz bliebe den Eltern jedoch trotzdem noch eine zeit- und nervenaufreibende Suche.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ohne einen persönlichen Besuch vor Ort sollte niemand eine Kinderbetreuung aussuchen. Es sollte aber möglich sein, die denkbaren Alternativen vorab ohne Besuch näher kennen zu lernen und sich so auf die konzentrieren zu können, die zu den eigenen Vorstellungen passen. Dazu muss als erstes erforscht werden, welche vergleichbaren Faktoren Eltern überhaupt interessieren.

Ich wäre Ihnen überaus dankbar, wenn Sie an meiner Studie teilnehmen würden und auch andere Eltern darauf hinweisen. Der Fragebogen dauert etwa 25 Minuten und richtet sich an alle, die zur Zeit oder bald eine Kinderbetreuung suchen oder in den letzten 6 Jahren gesucht haben. Ihre Zeit ist gut investiert, denn ich werde anhand der Studie klare Empfehlungen an die Politik sowie Jugendämter und andere relevante Stellen abgeben. Je mehr Eltern teilnehmen, desto eher finden wir Gehör.

 

Sie finden den Link zum Fragebogen und weitere Informationen unter www.transparente-kita.de.

 

Familie Müller danke ich sehr für die großartige Unterstützung!

Max Dohna

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