Gejoggt…

Kind 1 fährt wieder Fahrrad. Und sorgt so ganz nebenbei für mütterliche Fitness.

Der Winter war fahrradtechnisch ja eher doof. Kalt, oll und überhaupt. Unser Wellnesskind hatte während der kalten Jahreszeit so gar keine Lust zum Fahrrad fahren. Zwar lag kein Schnee und so richtig frostig war es die ganzen Monate auch nicht. Aber keine Mutter, die etwas auf sich hält, darf ihr Kind zwischen November und Februar auf zwei Rädern in die Wildnis scheuchen. Zum Glück taugen die Temperaturen aber mittlerweile dazu, nicht mehr spontan im Fahrtwind zu erfrieren. Und so radelt es sich seit einigen Tagen wieder.

Geht es nun morgens in den Kindergarten, stülpt Kind 1 seinen Hello-Kitty-Fahrradhelm über und beaufsichtigt mich beim Anziehen der Laufschuhe. Denn ich habe beschlossen, den Weg zum Kindergarten für Frühsport zu nutzen. Kind 2, das es noch weder mit Fahrrädern noch mit Joggen hat, lässt sich derweil ganz entspannt auf dem Dreirad chauffieren. Der Zufall will es nämlich, dass das Gefährt mit einem Schiebebügel ausgestattet ist.

Kaum auf der Straße angekommen, radelt Kind 1 los. Und ist quasi im selben Moment am Horizont verschwunden. Ich schnalle also in Windeseile Kind 2 auf dem Dreirad fest und renne dem kleiner werdenden Punkt am Firmament hinterher. Hier offenbart sich ein relevantes Problem: Im Keller aufgestellte Laufbänder haben nicht das geringste mit der Realität des Laufens in freier Wildbahn gemein. So kann man zwar ziemlich easy eine halbe Stunde auf dem Laufband joggen und dabei Krimis im Fernsehen gucken. Draußen aber gibt es keinen Columbo. Dafür Gegenwind, Berganstieg, wechselnde Untergründe und geringe Selbstkontrolle der Geschwindigkeit. Die Folge ist ein Nachwuchs, der am Kindergarten laut „Erster!“ schreit und eine Mutter, die von allen Seiten mitleidig beäugt wird. 

Ich für meinen Teil kann die ersten Minuten, in denen ich noch der Ohnmacht nahe bin, damit überbrücken, Kind 2 vom Dreirad abzuschnallen und Kind 1 dabei zu beaufsichtigen, wie es umständlich den Fahrradhelm vom Kopf bastelt. Dann kann ich zumindest wieder einen zusammenhängenden Satz sprechen, ohne zu schnaufen wie ein Mops beim Mittagsschlaf. Habe ich meine Brut dann erfolgreich abgeliefert, bleibt mir noch der Weg zurück. Den darf ich glücklicherweise auch gehen. Es sei denn, mir begegnet die superfitte Joggingmama von Justin-James.

Aber das ist eine andere Geschichte…

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4 Kommentare zu “Gejoggt…

  1. Ein sehr schöner Artikel. Ich beging mal einen ähnlichen Fehler als ich meinen Sohn (damals 6 Jahre) auf dem Rad mit zum Joggen genommen habe. Mir war vorher nicht klar, dass er mit der Lunge eines Pferdes ausgestattet ist und so ist er wie der Duracell-Hase fröhlich trällernd Runde um Runde durch den Park geradelt, während ich ihm röchelnd hinterher stolperte. Ich glaube die Leute lachen noch heute über unseren Anblick. Viele Grüße, Christian

  2. franhunne4u sagt:

    Und schon weiß ich wieder, warum ich weder Kinder noch Hunde halte …

  3. Inch sagt:

    Oh Gott. Kopfkino

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