Zettelwirtschaft…

EinkaufszettelMan kann in der Wahl seiner Einkaufsschergen nicht vorsichtig genug sein. Hat man Pech, schickt man jemanden los, der keine Ahnung hat. Und der kommt dann mit Schrott nach Hause. Mit billigem No-Name-Scheiß. Mit gepunkteten Ostereiern. Am Ende mit Nicht-Angebots-Markenware…

Aus diesem Grund sollte man sich möglichst früh eine passende Taktik überlegen. Ist man eine gute Hausfrau, lautet die Strategie: „Das Denken überlasse den Denkern.“ Will heißen: Mutti ist Chef, Mutti schreibt den Einkaufszettel und bestimmt, was mit nach Hause darf. Wer zum Einkauf geschickt wird, muss dann nur noch ausführen.

Dabei werden die Zügel unmerklich angezogen. Frisch den Supermarkt betreten, darf dem Einkaufenden die Illusion von Selbstbestimmung ruhig noch erhalten bleiben. Butter und Eier kann er sich nämlich nach Gutdünken aussuchen. Dann wird es sachte fordernder: Aus der großen Auswahl an Fertigostereiern sind die Regenbogigen zu separieren. Gleich danach darf der Proband Milch aussuchen und wird sacht auf Spur gebracht für das, was später kommt: So hat er zwar freie Auswahl, darf aber nur Markenware erstehen. Die weißen Tetras mit der blauen Schrift fallen demnach schon mal raus. Per se handelt es sich hier zwar auch um eine Marke, aber wir wissen, was eigentlich gemeint ist: „Wehe du bringst Billigdreck mit!“

Dann regnet es große Namen. Die mit dem Blubb, die mit den Torten und nicht zu vergessen das, was mal Raider war. Auch hier werden die Schrauben im Laufe des Einkaufs noch einmal angezogen. So reicht es nicht, dass der Proband die richtigen Schokoriegel findet: Nein, sie müssen auch den richtigen Preis haben. Ähnlich ergeht es dem Einkaufenden mit dem gefärbten Zuckerwasser.

Zur Auflockerung zwischendrin darf auch eine Denksportaufgabe nicht fehlen. Auf diese Weise prüft die Hausfrau Kreativität und logisches Denken Ihres Lebensmittelsammlers. Ob „Weizen halb/halb“ nun also Bier, Backwaren oder Rohstoff bedeutet, weiß nur der Zettelschreiber selbst. Je nachdem, was am Ende im Einkaufskorb landet, wird entschieden, ob es schon Zeit ist für die nächste Stufe: Das freie Einkaufen – nur zart unterstützt von Schlagworten wie Brot, Wurst, Käse, Shampoo…

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12 Kommentare zu “Zettelwirtschaft…

  1. Rufus sagt:

    Also ich als mitdenkender selbstinitiativer Scherge schärfe die Spezifikationen immer nach, auch wenn sFrauli nicht immer begeistert ist 😀

  2. rotezora. sagt:

    Ja, wer isst denn auch Spinat ohne Blubb, womöglich noch aus Blättern- IIIhhh!

  3. feuerpferdle sagt:

    Das eröffnet mir künftig ganz neue Dimensionen… 😉

  4. franhunne4u sagt:

    Weiß gar nicht, was du gegen Eigenmarken hast … Ich liebe die von meinem Biosupermarkt ums Eck.

  5. SannA sagt:

    Könnte mein Zettel gewesen sein – denn so wird der andere Mensch in diesem Haushalt auch immer zum Einkaufen los geschickt 😉 … wobei ich dann auch nicht davor halt mache, ganz unten zu eränzen: Mitbrinsel für die Daheim gebliebene …

    Dir weiterhin viel Kreativität beim Einkaufszettel,
    Grüßle,
    SannA

  6. Kathi sagt:

    Ich sortiere ja den Einkauszettel für den Mann noch nach dem auftauchen der Produkte im Markt.

    Also zuerst Backabteilung Brot, Toast, Kuchen ( Trocken, Dr. Oetker Mohn).
    Dann kommt bei unserem Markt das Pflanzlichen Möhren, Gurken, Kartoffeln und co.

    So geht der Zettel weiter bis der Mann einmal durch den ganzen Markt ist. Wobei wir auch nicht mehr mit schnöden Zetteln arbeiten.
    Heute hat man ja ein Smartphone.

    • Rufus sagt:

      Also das braucht’s bei mir nicht – ich betrete den Markt und beginne die Verkäuferinnen zu fragen 😀

      • Kathi sagt:

        Das würde ich mir ja bei meinem Mann auch manchmal wünschen wenn er wieder mal am Leberkaese vorbei rennt.
        Trotz Lageplan und GPS Daten.
        Ne da is er sich dann zu fein.

  7. extrafruity sagt:

    Hach, ich muss ja auch schmunzeln, aber wenn ich so darüber nachdenke, ertappe ich mich auch bei sowas. Oder vielmehr: Ich ertappe mich NICHT, da ich so präzise nicht aufschreibe, aber dann ärgere ich mich, dass der Ehemann nicht das nach Hause mitbringt, was man erwartet hat, als man fröhlich „Tomätchen“ auf den Einkaufszettel (selbstverständlich online, mit Smartphone-Synchronisierung) geschrieben hat. Daher sieht mein Einkaufszettel mittlerweile gerne so aus:

    – Paprika, am liebsten rot, aber gelb geht auch, eine oder wenn sie sehr klein sind 2, am besten keinen Dreierpack
    – ein Brot für zum Salat dazu, Baguette oder Ciabatta oder Fladenbrot

    Wenn mein Mann weiß, wofür er etwas kauft (also das Brot zum Salat), dann kann er auch besser entscheiden, was er nehmen kann 😉

    Naja, meistens sieht aber auch unser Einkaufszettel eher schnöde aus mit „Milch, Kaffee, 4 Bratwürste, 2 Tomaten“. Klappt doch auch prima. Nur wenn ich Zucchini schreibe, da klinkt bei meinem Mann irgendwas aus. Da wird immer eine mehr gekauft, als ich aufschreibe. Ich glaube, in Zukunft schreibe ich immer eine weniger auf (was schwierig wird, wenn wir nur eine brauchen… Hmm… Ich überdenke das noch mal)!

    Liebe Grüße
    Nele

  8. Larajo sagt:

    Eure Einkaufszettel sind aber alle, auch für Außenstehende verständlich… Wenn einer meinen Einkaufszettel auf der Straße finden würde…

    Hufu = Hundefutter
    Kafu = Katzenfutter
    Töpapp = Toilettenpapier
    Tatü = Taschentücher
    Belag = Wurst – Käse
    Sweets = Süßigkeiten
    Grünes und Gesundes = Obst und Gemüse nach Wahl
    GemGem = gemischtes Gemüse
    Kapü = Kartoffelpüree
    Schönes = eben Schönes, was Frauchen gerne ißt oder trinkt oder kochen mag…

    … nur eine kleine Auswahl unserer Abkürzungen 😉

    Liebe Grüße
    Larajo (ebenfalls eine Gemüllerte!)

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