Tage wie dieser…

Manchmal wacht man morgens auf und weiß sofort: Heute gewinnt man keinen Krieg. Die Stimmung ist so doof wie das Wetter und die ganzen Termine, die auf einen warten, machen die Laune auch nicht gerade bunter. Überhaupt gibt es Tage, die hat schon einer zurückgehen lassen. Und weil man morgens oft noch nicht ganz bei der Sache ist – noch dazu vor dem ersten Kaffee – greift man halt daneben im Regal der schönen 24 Stunden.

Erst hängt uns ein sorgender Nachbar einen Zettel ans Auto. Weil die Kiste angeblich nicht regelkonform am Straßenrand steht. Die Energie, die für den netten Gruß aufgebracht wurde, beeindruckt mich. Denn der Nachbar hat nicht nur das Auto erblickt, einen Zettel bekritzelt, ihn hinter den Scheibenwischer geklemmt und ist seiner Wege gegangen. Nein. Er hat das Auto erblickt, ist nach Hause gegangen, hat sich an den Computer gesetzt, aus dem Internet fein säuberlich eine Liste mit bußgeldmöglichen Verkehrswidrigkeiten ausgedruckt, hat die wichtigen Passagen mit gelbem Neonstift angestrichen und noch das eine oder andere Ausrufungszeichen dazugemalt, ist wieder zum Auto zurück spaziert und hat seinen Gruß hinterlassen. Wer so viel Schwung für seinen Unmut aufbringen kann, sollte doch auch dazu in der Lage sein, einfach mal an der Haustür zu klingeln und sein Sprüchlein persönlich aufzusagen. Meinen Sie nicht? Zumal die auf dem Zettel angemerkten „Vergehen“ nicht auf das Müllersche Gefährt zutreffen oder -trafen. Aber so mutig ist man dann im Zweifel doch nicht. Mit Anzeige droht es sich anonym einfach besser…

Dann erscheine ich pünktlich bei einem bereits im Vorfeld ausgemachten Termin und sehe mich mit Augen konfrontiert, in denen große Fragezeichen stehen. Kein Mensch kann sich erinnern, dass ich heute vorsprechen sollte. Ich werde beäugt, als könne ich nicht bis drei zählen. Dann bietet man mir einen Bonbon an. Wenn jetzt noch einer fragt, ob ich einen Keks will, schreie ich. Ich mache offiziell einen neuen Termin aus und gehe meiner Wege.

Und schlussendlich dieser Arzttermin mit Kind 2, das zwar offensichtlich an einer Mittelohrentzündung leidet, beim Arzt am Vortag aber trotzdem abgewiesen wird, weil „nur noch akute Notfälle“ Platz haben… Überhaupt seien Mütter heute alle so hysterisch und rennen wegen jedem Furz gleich zum Arzt. Vierundzwanzig Stunden später gibt es beim mit Not ergatterten Termin dann einen ordentlichen Anschiss: Warum man nicht viel früher gekommen sei. Man könne doch sehen, dass das Kind krank sei. Und überhaupt, man solle ich doch einfach mal durchsetzen und nicht immer klein beigeben.

Wenn so ein Tag dann rum ist, kann man nur hoffen, dass der nächste ein besserer werden möge.

Eine hoffentlich schöne Woche zusammen!

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6 Kommentare zu “Tage wie dieser…

  1. Inch sagt:

    Au Mist. Da bleibt nur, eine schöne Restwoche zu wünschen

  2. franhunne4u sagt:

    Also, das mit dem Arztanschiss, das hätte ich dem medizinischen Völkchen ins Stammbuch geschrieben …

  3. Barbara K. sagt:

    Ach je – ja, an Tagen wie diesem bliebe man am besten einfach in der Bubu-Kiste aber da das ja schwerlich geht, hast Du mein vollstes Mitgefühl…auf das die nächsten 24 Stunden deutlich erfreulicher werden!

  4. Man sollte die Montage einfach abschaffen. Ich hoffe, Ihr Dienstag ist besser gelaufen!

  5. Wolfram sagt:

    Das Problem beim Arzt sind oft die Cerberi im Vorzimmer, die das Telefon bedienen… wenn man keine PKV hat, hilft da oft nur hingehen und sitzstreiken. Mit heulendem Kind.

  6. […] zuweilen irritierend… besonders dann, wenn es sich um streitbare Solche handelt. So finden wir heute wieder einmal einen Zettel an unserem Auto. Selbstverständlich anonym. Wie beim letzten Mal. Worum genau es […]

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