Odel…

Wenn es draußen lieblich nach Odel riecht, ist Frühling.

Seit gestern kann man die Fenster nicht mehr öffnen. „Es stinkt!“ plärrt Kind 1. Schuld ist ausnahmsweise einmal nicht die Windel des Müllerschen Zweitkindes. Nein, die Bauern der Umgebung haben in den frühen Morgenstunden bereits Gülle auf den Feldern ausgebracht. So schön das eher ländliche Leben ist, so wenig angenehm gestalten sich die ersten warmen Tage nach dem Winter. Überall müffelt es. Und der Wunsch, bei den wärmeren Temperaturen alle Fenster aufzureißen und die Frühlingsluft hineinzulassen, muss erst einmal warten.

Pupswitze lassen sich um diese Zeit wunderbar machen. Besonders die Kinder sind dankbare Abnehmer für jede Art von olfaktorischen Scherzen. Ständig wird gekichert, Puh und Bäh gerufen und die Nase gerümpft. Und so nehmen wir die Situation hin, wissend, dass es höchstens wenige Tage lang stinkt.

Ein Nachbar nannte den saisonalen Gestank übrigens letztens „Den Preis fürs schöne Wohnen“. Manche Dinge muss man sich wahrscheinlich hübsch reden…

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11 Kommentare zu “Odel…

  1. Odel? Den Begriff kenne ich gar nicht. Den Geruch leider schon. Hier im Norden ist es nicht anders. Auch wir zahlen den Preis fürs schöner Wohnen.

  2. Mamatanzt sagt:

    Das zieht selbst in die Stadt hinein, ich spreche aus Erfahrung. Sehr hartnäckig!

  3. Wenn der Wind richtig steht, schaffen es diese Frühlingsgerüche auch problemlos bis zu uns in die Großstadt. Noch ist es bei uns nicht soweit, aber es kann jeden Tag losgehen

  4. Stimmt, Odel wird im Süden gesagt. Ich komme aus dem Allgäu und kenne den Begriff auch. Ich überlege gerade wie das bei uns in Südhessen heißt?! Aber egal wie es heißt, es stinkt genauso grauslig. 😉

    LG

  5. Paterfelis sagt:

    Im Urlaub nennt man das dann „gesunde Landluft“. Einfach dran glauben, und du fühlst dich wieder gut.

  6. franhunne4u sagt:

    Das mit dem „gesunde Landluft“ hat noch nie geklappt – ich wohnte auf dem Land (viel zu lange, meiner Meinung nach) – und habe es gehasst …

  7. die Judith sagt:

    Bei uns wird „gejauchzt“ (Jauche verschüttet oder es hat wieder jemand „gelächelt“ (ne Lache gemacht)- nette Begriffe für üblen Gestank. Hat wahrscheinlich meine Oma erfunden, aber diese Wortspiele leiten bei uns quasi den Frühling ein. Es lebe die Mundatmung.

  8. Alex sagt:

    So muss der Frühling riechen 🙂 Ich liebe den Duft zwar nicht gerade aber sobald hier die Miststreuer unterwegs sind dann ist der Winter so gut wie vorbei. Mein Schäfer hat übrigens morgen extra einen Tag Urlaub genommen, damit er endlich auch Mist streuen kann 🙂

  9. Barbara sagt:

    Bei uns heisst das gute Landluft – zu recht 🙂 man fühlt sich ungeheuer gut‘ wenn der Odelduft endlich verzogen ist.

  10. Wolfram sagt:

    Hier röhren seit vier Wochen wieder die Rasenmäher, aber die Luft riecht weiterhin nur nach Meer. Und ab und an nach Holzfeuer.

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