Frühlingsbeginn: Großkampf Gartencenter…

KrokussePrimeln sind schon aus. Das letzte schon leicht angefledderte Exemplar ist eben mit einer Rentnerin nach Hause gegangen. Nun bilden sich bereits Klumpen in der Nähe des Warenlagers. Gerüchten zufolge rollt hier in den nächsten Minuten palettenweise neues Grünzeug an. Narzissen stehen hoch im Kurs. Wer bereits Erfahrung in der Beschaffung von Erstblühern zu Saisonbeginn hat, hat sich einen Wagen geschnappt, stellt diesen gleich neben die Tür und platziert den Ehegatten strategisch günstig weiter hinten. Auf diese Weise sichert man sich den größtmöglichen Aktionsradius an der Frühblüherfront im Gartencenter.

„Wenn Sie jetzt nicht alle einen Schritt zurückgehen, kriegen wir die Paletten nicht raus!“ brüllt es aus der zweiten Reihe. Da steht eine kleine blonde Frau im grünen Mitarbeiter-Shirt und versucht sich Gehör zu verschaffen. Die Hälfte der Kunden zuckt nicht einmal. Die andere schaut sich zumindest engagiert um. Die Tür bleibt trotzdem zu.

„Ich zähle jetzt bis drei!“ Die Blonde versucht es noch einmal, dieses Mal deutlich energischer. Weil niemand will, dass die Frau zu zählen beginnt, löst sich der Knoten an der Tür und frische Blumen können nach draußen gekarrt werden. Noch bevor die kleinen Töpfchen ihr Endziel in der Mitte der Grünabteilung erreicht haben, wandern sie bereits durch Käuferhände.

Der Mann neben mir ist groß genug, um bis ganz nach oben zu kommen und gibt Pflanzen, an die kein anderer heranreicht, nach hinten durch. „Sie teilen doch bestimmt mit mir?“ wage ich mich keck nach vorn. Kurz werde ich beäugt. „Mit Ihnen teile ich alles“, bekomme ich positive Rückmeldung und eine Schiene Pflanzen. Hinter mir sagt die Gattin des Spenders streng seinen Namen. Er hört nicht hin. Nachdem er zwei weitere Paletten an seine Frau durchgereicht hat, schiebt er mir noch schnell eine Stiege zu. Dann muss er los.

Mehr Glück habe ich an diesem Tag nicht. Ein zweiter Gönner mit langen Armen und Herz für kleine Frauen findet sich nicht mehr. Ich vertrödle noch ein bisschen Zeit bei den Freilandkakteen, denn hier wird um diese Jahreszeit nichts gekauft. Hier kann man verschnaufen und sich den nötigen Mut für die Schlange an der Kasse holen. In der Tasche krame ich nach dem Schokoriegel, den ich, um drohender Unterzuckerung beim Schlangestehen vorzubeugen, extra eingepackt habe.

Dann wird es Zeit… schließlich will das Grünzeug daheim noch schön in Szene gesetzt werden…

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4 Kommentare zu “Frühlingsbeginn: Großkampf Gartencenter…

  1. Flohnmobil sagt:

    Wie immer herrlich anschaulich geschrieben. Ich hab mich grad mittendrin im Gewühl gefühlt.
    Bei uns dürfte es in den Gartencentern ähnlich zugehen.
    Aber weshalb Lidl letzte Woche schon Geranien angekarrt hat, weiss ich trotz aller Frühlingsgefühle nicht.

  2. Noch schlimmer wird es aber, wenn man mit der frühjährlichen Balkonbepflanzung spät dran ist und durch vier Baumärkte und Gartencenter pilgern muss, um klägliche Reste zu erhalten. So sieht meine Alternative meistens aus…

  3. Barbara K. sagt:

    Höhö, sowas hab ich ehrlich bisher nur bei den 2 bekannten Discountern erlebt wenn es Blumenzwiebeln gibt.

  4. frdrseltsam sagt:

    Puh. Gruselig. Kann man da nicht vom letzten Jahr was wieder verwerten?!

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