Gewollt…

Man kann nicht vorsichtig genug sein. Strickt man arglos vor sich hin, kommt es im Hause Müller über kurz oder lang zum Phänomen, dass der Faden unvermittelt in einem angesabschten ausgefransten Ende mündet und eine der Müllerschen Hauskatzen mit einem halben Wollknäuel davonschleicht. Die Viecher sind mittlerweile so gut im Wolleklau, dass ich es nicht einmal merke, wenn sich jemand am anderen Ende des Fadens zu schaffen macht. Mit der Pfote wird nämlich erst vorsichtig ein guter halber Meter Wolle abgerollt. Dann beginnt die Katze am äußersten Ende des Fadens zu nagen, bis die Schnur durch ist. Weil so ein Felinchen unglaublich gescheit ist, hat die Katze sogar den Fadenverbrauch von etwa 30 Sekunden Stricken eingerechnet und schafft es, die Wolle durchzukauen, bevor die Hausfrau durch leichten Schwung des Handgelenks neuen Faden beschaffen muss. So stricke ich arglos vor mich hin, bis das Spuckeende kommt…

Zur Sicherung des Arbeitsumfeldes lagere ich mein Strickzeug samt Wollknäuel nun immer auf dem Schoß. Was dazu führt, dass zwei Katzen (eine links, eine rechts vom Stuhl) mit in Lauerstellung angelegten Ohren und pechschwarzen Augen dahocken und jede Regung des Knäuels mit einem Zucken der Wirbelsäule beantworten. Ab und zu will mal eine Katze auf den Schoß, wohl in der Hoffnung, die Wolle wenigstens anständig bebrüten zu können. Aber nicht mit mir… Gibt es nämlich kein Knäuel zu fangen, wollen die Katzen gern beim Strickmuster mitreden und fingern munter an den Nadeln herum. Das kann schon mal zu Missverständnissen führen, besonders wenn meine Finger im Weg sind.

„Such die Masche!“ rufe ich dann gern, in der Hoffnung, die Katzen würden auf der Suche nach Spielzeug losrennen. Weil so eine Katze aber kein Hund ist, ernte ich höchstens einen herablassenden Blick. Auch der Versuch, einen imaginären Ball zu werfen, funktioniert nur in meiner Fantasie. So muss ich also damit leben, dass Miez und Maunz, so lang meine Stricklaune anhält, immer Wache halten.

Man soll ja ohnehin mehr mit seinen Lieben unternehmen…

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7 Kommentare zu “Gewollt…

  1. Für diese Fälle würde ich einen griffbereiten Laserpointer empfehlen. Damit kann man PRIMA einem Rudel Katzen Bewegung verschaffen ohne sich groß zu bewegen. Die gehen da ab wie Schmitts Katze, pardon, Müllers Katzen.

    • Brauchte man dazu aber nicht noch mehr Arme, wenn man schon zwei fürs Stricken benötigt?
      Guten Tag, mein Name ist Sphinx, ich stricke Ihnen Ihr Lieblingsleibchen, während ich meine Katzen bespaße *muhahhahaa*

  2. Da hilft die Technik 😉 Einfach ein Stirnband aufsetzen, den Laserpointer auf Dauerbetrieb, und einen Winkel gesucht, der die Katzen beim normalen Strickvorgang weit weg hält. Sollte funktionieren. Und macht sich sicher besser als Strümpfe, die aus mehr Knoten als Maschen bestehen 😉
    Viel Glück 🙂

  3. Christina sagt:

    Bleibt nur die Frage, ob Frau Müller das lustige Wackeln des Kopfes im ‚Normalbetrieb‘ auch wieder ablegen kann…? *muhahhahaa* :mrgreen:

  4. Inch sagt:

    Laserpointer verlieren immer gegen Wollknäuel!!!

  5. Barbara K. sagt:

    *ggg* Du weisst aber schon, dass die Katze im Wahrheit dem Menschen nach dem Leben trachtet? Kennst Du von Oatmeal „Woran Du erkennst, dass Deine Katze Deinen Tod plant“?
    Ich hätts nicht kaufen sollen, immer wenn jetzt einer unserer allerliebsten Kater mit starrem Blick neben mir hockt rechne ich mit dem Schlimmsten 😉

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