Nichtoween…

Man will ja vorbereitet sein… Obwohl ich weiß, dass auch in diesem Jahr, wie übrigens in den letzten sechs oder sieben davor, niemand wegen Süßigkeiten an unserer Haustür klingeln wird, habe ich Zuckerhaltiges besorgt. Heute früh stand ich im Supermarkt an der Kasse und legte meine Schokolinsen, -riegelchen und -täfelchen aufs Band. Die Dame vor mir übrigens ebenso, nur mit leichter Variation in der Mischung. Der Herr hinter uns guckte missbilligend und faselte etwas von „Importkacke“, was wir geflissentlich überhörten.

Bei uns im Rentnerviertel ist das ja eh so eine Sache. Auch dieses Jahr ist die Spuknacht vor Allerheiligen nichts, mit dem sich unsere Senioren freiwillig abgeben. So flüsterte mir unlängst Oma Elsa zu, sie werde das Gartentürchen abschließen, damit ja niemand auf die Idee komme, dass bei ihr etwas zu holen sei. Weimers planen sogar, den Dackel in den Garten lassen – zur Abschreckung. Und bei Rosemüllers lässt man lieber gleich die Rollladen herunter und tut so, als sei man gar nicht da.

Kind 1, das heute übrigens als Skelett in den Kindergarten geklappert ist, will wissen, warum wir nicht von Tür zu Tür gehen und „Süßes oder Saures!“ rufen. Dass das hier nicht so üblich ist, ist dem Kind egal. Das Wort Tradition ist allenfalls lustig, bringt aber wenig Licht ins Dunkel des kindlichen Spaßdenkens. Und so wird es auch dieses Jahr darauf hinauslaufen, dass ich dem Kind ein Tütchen Süßzeug packe und so versuche, den Wegfall der abendlichen Sammeltour zu übertünchen. Klappt eigentlich immer. Die Hauptsache ist ja das, was am Ende herausspringt…

In diesem Sinne: (F)rohes Halloween… oder auch nicht, falls Sie nicht so…

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5 Kommentare zu “Nichtoween…

  1. rotezora. sagt:

    Ich Rentnerin habe gerade mein Haus Halloween-mäßig hergerichtet mit gräßlicher Maske, diversen Skeletten und Totenköpfen und harre nun der Horden um sie zurückzuerschrecken. Harmloser Kinderspaß. Aber wer nicht verkleidet oder zumindest geschminkt ist, kriegt nix, man möchte ja schließlich auch was geboten bekommen für die Süßigkeiten. Hans Riegel, ehemals Bonn* freut sich noch in derAnderswelt darüber…

    *Ha.ri.bo

  2. Strick sagt:

    Hier gibts nur was mit Gedicht, egal wie wenig poetisch. Hauptsache es reimt sich in Ansätzen!

  3. ichnuwieder sagt:

    zum glück ist es hier auch ruhiger geworden. vor einigen jahren wurde ich empört-beleidigt angeguckt, wenn nicht jeder bittsteller ne ganze tüte/tafel süßkram kriegte…

    heute früh hatte ich mich schon gefreut- der kelch war an mir vorbeigegangen. dabei hatte mich ja im datum geirrt.
    also hab ich lastminutemäßig noch was gekauft. wie übrigens alle, die mit mir an der kasse standen…
    um halb elf kommt jetzt wohl niemand mehr, damit zähle ich dies jahr nur zwei überfälle. eine 4er- damen-gang mit seeehr hübschem gedicht und ein ganz kleiner „monster-marienkäfer“ mit 2 erwachsenen als begleitung (und noch gaaanz ohne milde gaben)….

    den rest vom schnoopkram muss ich jetzt alleine essen…*örps

  4. Meike sagt:

    Meinen Kindern geht es tatsächlich eher ums Verkleiden und – vor allem – um das im Dunkeln noch mal Rausgehen dürfen. Der Süßkram ist natürlich toll, aber eher Nebensache. Wir klingeln übrigens nur bei den Leuten, die den Spaß ersichtlich mitmachen (Kürbisdeko etc) 😉

  5. Bei uns gibt’s fürs Betteln an der Haustür übernächste Woche Martinssingen, und da wird sich der Süßkram auch erarbeitet, nicht erpresst. Wobei bei uns traditionell eh keiner vorbeikommt, an keinem der beiden Termine, da wir an der Kreisstraße wohnen und keinen Bürgersteig vor der Tür haben. Glück gehabt.Heißt: Wir dürfen von vornherein alles alleine essen. 🙂

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