Wohin…

Kriegen Sie mal um diese Jahreszeit ein Ferienhaus an der Ostsee. Bereits vor Wochen vorsichtig angefragt, werden wir milde lächelnd angeschaut. In etwa so, wie man Unterhemdenträger im Frühstücksraum von 5-Sterne-Hotels betrachtet: Leicht belustigt, einen Hauch beschämt aber vor allem verächtlich. „Da hätten Sie sich am Anfang des Jahres kümmern müssen.“ hören wir und wissen: Man meint Anfang letzten Jahres.

Auch Familienhotels sind weitgehend ausgebucht, was uns einen kleinen Vorgeschmack auf die nächsten Jahre gibt, wenn Kind 1 in die Schule kommt und quasi nur noch Ferien hat, in denen es zu verreisen gilt. Alle Welt ist im August „on vacation“. Und wir dann eben auch.

Camping! Ja, das wäre sicher eine Alternative. Wenn Herr Müller und ich denn Camper wären. Sind wir aber nicht. Ich trage traumatische Kindheitserinnerungen an Campingurlaube mit mir herum, die noch nicht aufgearbeitet sind. Will heißen: In ein Zelt kriegt mich kein Mensch. Schon gar nicht für mehrere Tage am Stück.

Was immer geht, aber nach wie vor ein Geheimtipp ist: Häusertausch. Da zieht man für den Zeitraum seines Urlaubs in die Wohnung einer völlig fremden Familie. Und die wohnt derweil bei Ihnen zuhause. Die Ängste, dass man die eigenen vier Wände nach drei Wochen Urlaub versifft, ausgeräumt oder – noch schlimmer – abgebrannt vorfindet, sind groß. Wohl auch deshalb ist die Gemeinde der Häusletauscher derzeit noch eher überschaubar. Immerhin würde ja jemand die Katzen füttern und Blumen gießen, während man weg ist. Das ist ein Faktor, den man nicht unterschätzen sollte. Außerdem kostet so ein Tausch-Urlaub nichts, stellt man doch im Gegenzug sein eigenes kleine Hotel  zur Verfügung.

Mein dazu passender Lesetipp an Sie: Die Flohnerin vom Nachbarblog Flohnmobil hütet derzeit ein Häuschen in Schweden. Wenn Sie nach der Lektüre keine Lust auf Urlaub haben, dann weiß ich auch nicht.

Und wir überlegen derweil weiter…

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8 Kommentare zu “Wohin…

  1. Anna sagt:

    Ach Frau Müller, ich leide mit Ihnen. Ernsthaft. Der Mann und ich sind ja leider recht… spontan und auch ein bisschen stur, weswegen wir uns weigern, ein Jahr im Voraus zu planen, wo wir mit jetziger Lust und Laune die kommenden Ferien verbringen wollen, wenn sich Lust und Laune möglicherweise komplett gedreht haben. Dummrweise weigere ich mich zudem, 100€ am Tag für eine FeWo zu zahlen, die ich in der Nebensaison für den halben Preis bekomme… von überfüllten Stränden, an denen nicht mal mehr eine Stecknadel zu Boden fallen kann, rede ich gar nicht erst.

    Mit der Einstellung kommt man in den Sommerferien nicht weit und das hat uns einige Ferien auf Balkonien beschert. Und die zwingen selbst den härtesten Dickschädel – nämlich mich- in die Knie. Ich werde in den kommenden Tagen einen Mietwohnwagen an der Ostsee buchen. Für die Sommerferien 2014. Ich hasse Camping. Ich hasse Vorausplanungen. Ich hasse, hasse, hasse volle Strände. Und am allermeisten hasse ich die Tatsache, dass dieser verdammte Wohnwagen der kleinste gemeinsame Nenner ist, auf den wir uns einigen können. Licht am Ende des Tunnels: 2018! Da werden wir wieder außerhalb der Ferien urlauben. Höchstwahrscheinlich geht der Junior bis dahin auch seine eigenen Urlaubswege. Und ich lege mir jetzt schon ein Urlaubssparschweinchen an, damit ich mir die Reise gönnen kann, die mir gefällt und in der weder Zelte noch Wohnwagen oder Sardinenbüchsenstrände einen Platz finden. 🙂

    [Sorry. Das ist ein bisschen arg lang geworden, aber hinter mir liegen 6 Wo. Urlaub auf Balkonien und meine Nerven liegen blank… 😉 ]

  2. Filinchen sagt:

    Was heißt hier bevorstehen? Eine ausreichend große Wohnfläche ist Ihnen garantiert, eingerichtet punktgenau nach Ihrem Geschmack. Komplette Unterhaltungselektronik, Bücher, Zeitschriften, jede Menge Spielzeug für die Kleinen, inclusive Lieblingsspielzeugen. Küche komplett für alle eventuell anfallenden Arbeiten ausgestattet. Unmengen an Kleidungsstücken sind für die ganze Famile vorhanden – auch unter Berücksichtigung extremer Wetterverhätnisse. Und das Schönste daran: Sie brauchen nichts – aber auch gar nichts – ein- und auszuzupacken. Und das Ganze ist auch noch UMSONST!

  3. Flohnmobil sagt:

    Oooooh, daher die vielen Klicks auf meinem Blog. Vielen Dank, Frau Müller.
    Also ich kann Housesitting wärmstens empfehlen, vielleicht nicht gerade der Erholungs-Urlaub schlechthin, aber uns ist wohl dabei.

  4. Ute sagt:

    Hallo Frau Müller,

    ja, diesen Tonfall von „Nein, wir haben (NATÜRLICH!!!) nichts mehr für Sie frei…“ kenne ich gut. Wir kommen gerade von der Ostseeradtour zurück (Meck-Pomm) und haben die Quartiere ca. 10 Tage vorher gebucht. In den Städten (Wismar, Stralsund, Greifswald) ging das prima, aber in den Touristenorten wie Graal-Müritz oder Kühlungsborn, die sich nun mal auch als Etappenziele aufdrängten, gab es dann die o.g. Antworten. Wir waren ja allerdings auf der Suche nach Jugendherbergen oder bezahlbaren Hotels.

    Ausnahme: Zingst! Wer hätte das gedacht?!? Falls es also nicht unbedingt eine Ferienwohnung sein müsste, dann empfehle ich Ihnen das „Haus 54“ http://www.zingst.de/appartementhaus.html.
    Im letzten Jahr eröffnet, am Rand von Zingst gelegen, pfiffige Zimmer (in den Vierbettzimmern schlafen die lieben Kleinen auf einer Art Galerie über den Köpfen von Mama und Papa, sehr schicke Bäder (wichtigwichtig!), auf jeder Etage eine Küche / ein Aufenthaltsraum (eine „Lounge“ wahrscheinlich) / ein großer Balkon oder Terrasse… Wir fanden es klasse dort, nah zum Strand ist es auch (10 Min.) – und es scheint immer mal noch was frei zu sein.

    So, ich hör jetzt mal auf zu schwärmen und schaue bei Frau Flohnmobil vorbei (da war ich ja lange nicht…). Ihnen (trotzdem) einen schönen Urlaub!

    Grüße von
    Ute

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