Dinner for two…

Frau Müller hat toten Fisch, Herr Müller schwarze Nudeln. Mit Muscheln. Um uns herum geschäftiges Treiben. Besteck klappert, Menschen schwatzen, Gläser klirren.

Alle paar Wochen testen wir ein neues Restaurant. Das gestrige hat in erster Linie teures Essen, Stolperfallen und Kinder als Bediensklaven.

„Es sind doch Ferien!“ entschuldigt sich die Kellnerin, nachdem „der Niklas“ gerade versucht hat, den Leuten am Nebentisch den Hauswein aufzuschwatzen. Den alten Witz, dass Hauswein die aus zurückgegangenen Gläsern zusammengekippten Reste sind, versteht der Bengel nicht. „Dann den Silvaner!“ sagt der nette Herr am Nebentisch. Das Kind guckt konsterniert. „Ich heiße aber Niklas!“ tönt er und schwirrt ab.

Wenig später wandert das Kind mit einem Feuerzeug von Tisch zu Tisch, pustet erst die Kerzen aus und will sie dann wieder anzünden. „Musst du nicht langsam ins Bett?“ will ich wissen und deute auf die Uhr, die halb zehn anzeigt. „Nein, ich bin schon fast 8!“ sagt Niklas und entzündet ein Teelicht. „Aber mit fast 8 muss man um die Uhrzeit im Bett sein.“ versuche ich es auf die mahnende mütterliche Art. Aber die zieht nicht: „Ne, ich nicht.“ bekomme ich zu hören. Dann will Niklas meine Bestellung aufnehmen. „Nein!“ brüllt Niklas Mama quer durch den Raum. „Das mache ich!“

TeppicheckeNur eine halbe Stunde später sitzen wir vor unseren Tellern. Niklas ist mittlerweile verschwunden. Dafür ergeben sich andere Szenen. So fällt uns diese Teppichecke auf, über die das Personal immer wieder stolpert. Das erinnert zwangsläufig an „Dinner vor One“, auch wenn der alte angeschickerte Kellner in unserem Fall vierzig Jahre jünger und eine Frau ist. Natürlich warten wir auf fliegendes Geschirr, aber nichts passiert. Offensichtlich ist man hier bereits geschult, was die Ecke des Anstoßes anbelangt. „Die müssen wir aber ganz dringend mal festmachen!“ sagte die Bedienung trotzdem jedesmal, wenn sie unseren Tisch passiert.

Zum Abschluss des Abends machen Herr Müller und ich noch etwas ganz Verrücktes: Wir lehnen den Nachtisch dankend ab und bestellen stattdessen noch ein paar Vorspeisen. Und dann müssen wir auch schon wieder heim… der Babysitter will nach Hause.

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