Countdown…

Jeden Tag trage ich Kind 2 näher am Kindergarten vorbei. Im September ist es soweit: Dann wird die Brut ins feindliche Leben entlassen. Darüber mag man jetzt geteilter Meinung sein. Aber die ersten Krabbelversuche, die der Sohn der Familie in der neuen Krippengruppe gemacht hat, deuten darauf hin, dass er die Zeit ohne Mutter richtig toll finden wird. Daheim wird es jetzt nämlich eher langweilig. Zwar ist das Kind, wenn ich arbeite, schwer damit beschäftigt, Dinge auseinanderzubauen, Sachen herunterzuschmeißen und Zeitungen zu schreddern. Aber was wir eben gar nicht bieten können ist der vielbeschworene Kontakt zu Gleichaltrigen. Das ist der Fluch des Rentnerviertels. Zwar sind sich Alte und Kleinkinder ähnlicher als man meinen sollte – besonders was das Ding mit der Zahnlosigkeit und Inkontinenz anbelangt. Nichtsdestotrotz können sie oft wenig miteinander anfangen.

„Was kanner denn schon?“ will übrigens letztens ein Nachbar wissen. „Kackt er wenigstens schon ins Töpfchen?“ Will man den Ausführungen der alten Generation Glauben schenken, waren die Kinder vor 60 Jahren nämlich mit dem ersten Geburtstag bereits trocken, sprachen Dreiwortsätze und aßen mit Messer und Gabel. Dass die jetzige Generation Hosenscheißer das nicht beherrscht, kann nur ein Zeichen sein für… na, mindestens den Weltuntergang.

Aber zurück zum Thema Kindergarten. Ich setze Kind 2 nun also im Rahmen einer Eingewöhnungszeit in unregelmäßigen Abständen zwischen die Brut fremder Leute und beobachte seine Reaktion. Es dauert auch nicht lange und der kleine Windelpo verschwindet in Richtung Bauecke. Da setzt er sich dann hin und demontiert Spielzeug. Und ich stehe in der Ecke und hoffe, dass das Kind wenigstens ab und zu Blickkontakt zu mir aufnimmt. So als Zeichen für Mutterliebe. Darauf kann ich allerdings lange warten, was die Erzieherinnen mit frohem Auge und aufmunterndem Nicken quittieren. „Dann können wir ja morgen vielleicht schon mal zehn Minuten spazieren gehen!“ sagen sie und meinen damit mich. „Oder zwanzig Minuten!“ deutet mein Sohn dann gern an und die Erzieherinnen flüstern: „Da haben Sie aber alles richtig gemacht.“

Schauen wir mal…

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2 Kommentare zu “Countdown…

  1. The Blackcat sagt:

    Ohja ich kenne das,mir fehlt es heute noch schwer den kleinen hinzubringen ,und er ist schon bald 4 jahre alt ,aber es ist ja richtig 🙂

  2. streepie sagt:

    Die Eingewoehnungszeit ist doch eh nur fuer die Muetter da, die sich nicht von ihren Kindern trennen wollen/koennen….

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