Dudendings…

Der Duden – und das Thema muss ich als Linguistin einfach aufgreifen – kommt in neuer Auflage in die Buchläden. Der Duden ist ja die Institution, wenn es um die deutsche Sprache geht. Nichts liegt da näher, als mal einen Blick zwischen die frisch gedruckten Seiten zu werfen. Und was fällt auf? Richtig! Die deutsche Sprache ist zweifellos weiter auf dem Vormarsch. Steht doch nun neugermanistischer Krims wie „Gaming“ und „Shitstorm“ im Wörterbuch. Ob Sie sofort etwas mit diesem Thema anfangen können oder das Buch lieber verschämt zuklappen, bevor man Sie nach der Bedeutung eines Exkrementtornados fragt, sei Ihnen selbst überlassen. Auch die „App“ hat übrigens Einzug gehalten – zumindest mit diesem Wort können ja mittlerweile alle etwas anfangen. Und um die Diskussion um korrekte Geschlechterbezeichnungen nicht einschlafen zu lassen, hat auch die „Vorständin“ einen Platz zwischen den Seiten, die die Sprache bedeuten, bekommen.

Meine Lieblingsneuerung ist allerdings der Vollpfosten! Der hat es rausgerissen und versöhnt mich damit, dass dem guten alten Stickhusten gekündigt wurde.

Womit sich mir übrigens eine schöne Gelegenheit bietet, dem Blog eine neue Kategorie hinzuzufügen… frei nach Heinz Ehrhardt: Quatsch nicht so dämlich, was weißt duden….

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16 Kommentare zu “Dudendings…

  1. Froggie sagt:

    Wie treffend beschrieben; ich jedenfalls weiß, dass ich dieses Werk nicht anschaffen werde, da ich lieber bei der deutschen Sprache bleibe. Ja und der „Deppen-Apostroph“, mit dem sich inzwischen fast jeder irgendwie zu schmücken versucht, ist ja längst schon salonfähig geworden, meint auch der Duden, nur ich mag das wieder nicht akzeptieren…
    Lieben Gruß
    Froggie

  2. Marion sagt:

    Wie schön, Frau Müller ist wieder da!!!
    Wie immer gut geschrieben. Danke für diesen erfrischenden Beitrag.

  3. Lady Crooks sagt:

    Na ja, der Duden ist nun auch in der Welt angekommen und denied nicht den Fortschritt.
    Ich finde das völlig ok.
    Für die Kids ist es doch auch viel easier, wenn sie schon mit Anglizismen aufwachsen, wer will denn noch eine solch oldfashined Sprache sprechen wie Deutsch.
    Das ist doch völlig uncool und es klingt doch besser, einen Kaffe to go, als ein Kaffee zum mitnehmen und wer will denn abstimmen, wenn er voten kann, einkaufen war gestern shoppen ist heute.

    So und sorry, jetzt muss ich schluss machen. Ich gehe jetzt mal in die Kantine und hole mir einen Snack, bevor die Primetime anfängt und ich queuen muss.

    See U

  4. sweetkoffie sagt:

    Isses nicht irgendwie erschreckend, dass unsere schöne Sprache so verunstaltet wird??
    LG sk

    • Rufus sagt:

      Naja, bei uns kommen auch immer mehr Tomaten und Pfifferlinge auf den Teller, obwohl wir soooo schöne Paradeiser und Eierschwammerl haben… 😉

  5. Patty sagt:

    Gestern in der Stadt gesehen: „Kaffee zum Wegtragen“. Ist doch irgendwie süß 🙂

  6. Rübe sagt:

    Liebe Frau Müller,
    ich bin eine stille begeisterte Anhängerin (oje ich wollte schon ‚Fan‘ schreiben) Ihres Blogs – ääh ich meinte Ihres öffentlichen Journals. Ich wollte nur kurz anmerken, dass Exkrementtornado ebenfalls ein ‚Affront‘ gegen die deutsche Sprache ist, da Exkrement von lat. excrementum (Ausscheidung) stammt und Tornado aus dem Spanischen kommt und zu lat. tornare (drehen) zurückzuführen ist. „Deutscher“ wäre es also von einem Kotwirbelsturm zu sprechen, da Kot auf das ahd. quāt (Ausscheidung von Mensch und Tier), und Wirbelsturm – Wirbel –> ahd. wirbil (sich drehen) – Sturm –> ahd. sturm zurückzuführen sind.
    Außerdem würde ich gerne wissen wie die deutsche Sprache die lateinischen Einflüsse (verdammt noch nicht einmal ‚Mauer‘ ist ein deutsches Wort) überleben konnte, wenn sie jetzt durch das Englische unterzugehen droht ;)?

    Liebe Grüße 🙂

    • Frau Müller sagt:

      Ich muss mich ausdrücklich entschuldigen. Kotwirbelsturm klingt auch viel schöner! 😀 Das hat man nun davon, wenn man besonders belesen wirken will…

  7. Inch sagt:

    Ehrlich, ich musste jetzt erst mal guggeln, was nur alle mit dem Deppendingens haben. Und jetzt weiß ich auch, warum der mir unbekannt war

  8. nickel sagt:

    Haha, das Wort Strickhusten kannte ich ja noch gar nicht! 😀

    Ich mag es auch nicht, dass ständig alles angliziert wird, weswegen ich der Einführung von Anglizismen in den Duden schon eher skeptisch gegenüberstehe, obgleich ich weiß, dass es (gerade in einer vernetzten Welt) normal ist, dass der Sprachgebrauch sich wandelt.

  9. theomix sagt:

    Würdige Würdigung.

  10. CeKaDo sagt:

    Der Duden steht übrigens genau wegen seiner scheinbar mutigen Aufnahme denglischer Sprachbegriffe kurz davor, zum „Sprachpanscher des Jahres“ gewählt zu werden. Übrigens einer Initiative des Vereins Deutsche Sprache e.V., der sich wohltuend für den Erhalt unserer Heimatsprache in unserem Land einsetzt.

    Mehr darüber gern hier: http://www.vds-ev.de/presse/pressemitteilungen/1197-schaeuble-und-der-duden-im-rennen-fuer-den-sprachpanscher-2013

  11. tonari sagt:

    Vollpfosten gefällt mir auch.
    Ich allerdings hätte gerne den „Hirnstein“ auch noch aufgenommen.

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