Länge: Doch entscheidend…

Mit Brettern ist das so eine Sache: Die sind wie Röcke – entweder zu kurz oder zu lang.

Die Renovierung am Haus ist abgeschlossen, was fehlt, sind einige Bretter am Carport, die erneuert werden müssen. Diesbehuflich wurden bereits vor geraumer Zeit vom Schreiner unseres Vertrauens Kiefernbretter herangekarrt, die der Malermeister unseres Vertrauens liebevoll und fachrecht farbtongenau angestrichen hat. Heute sollten die Bretter montiert werden. Es erscheinen also wieder die Mannen von der Schreinerei. So weit, so unspektakulär.

Sie schrauben, sägen und werkeln dann auch eine Stunde vor sich hin und ich bin bester Hoffnung, dass unser Haus auch im Eingangsbereich bald wieder schick sein wird. Dann klingelt es.

„Wissense,“ höre ich. „Wir wären ja jetzt schon fertig. Aber die Bretter… na ja… also, wissense… die Bretter…“

„Jaaaaa?“

„Sind zu kurz!“

Betretenes Schweigen auf den Rängen. Ich kann mir ein irres Lachen gerade noch verkneifen. Tief hinten in den dunklen Räumen meines Langzeitgedächtnisses erinnere ich mich an einen Mann mit Zollstock, der unseren Carport ausgemessen hat. Noch weiter hinten erscheint ein Bild von zwei Herren einer Dachdeckerfirma, die seinerzeit die Bedachung des Carports erneuern sollten und – oh Wunder – am Ende auch „zu kurz“ waren. Das kann also nur am Autounterstand selbst liegen. Der ist wahrscheinlich noch im Wachstum…  Womit am Ende keiner Schuld ist. Gott sei Dank.

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4 Kommentare zu “Länge: Doch entscheidend…

  1. epsilontik sagt:

    Des Meisters einziger Sohn hatte in meinen Lehrjahren fachmännisch Fenster aufgemessen.

    Wir – die Gesellen – haben ergo mutig am 23. Dezember (sic!) die alten Fenster einer ganzen Wohnanlage in Duisburg rausgepflückt um dann festzustellen, dass nicht ein einziges der neuen Fenster paßte. Alle geschrumpft, genau wie Ihre Bretter. Die Bewohner mussten ihr Weihnachtsfest hinter Pressspan-vernagelten Provisorien verbringen…

  2. Anna sagt:

    Männer und Zollstoecke? :schock:

    Meiner hat 10 Minuten vor der Kühlschranklieferung angefangen, die für den Kühlschrank vorgesehene Ecke auszumessen, um zu sehen, ob er vor dem Kauf auch richtig gemessen hat. Die berechtigte Frage, ob er mich ver…kackeiern will, kam nicht so gut an. :mrgreen:

    Er hat aber besser gemessen als die Carportfuzzis, denn der Kühlschrank steht. Hat zwar niemand geglaubt, dass das Teil jemals in diese Ecke passt und wir mussten das Ding aus Versicherungsgruenden auch selbst reinzirkeln, aber er steht. Passt kein Blatt Papier mehr zwischen. 🙂

  3. ichnuwieder sagt:

    zu meinen lehrzeiten machte der meister die aufmaße für aufträge. das muss schließlich jemand machen, der ahnung hat!!
    leider vergass er bei >2 m längen immer wieder, den zollstock vollständig auszuklappen, rechnete aber dennoch die vollen 2meter, die ein (GANZ) ausgeklappter zollstock ja hat……
    immer wieder geschah es, das wir mit den zig- teilen eines einbauschrankes beim kunden standen, und sehr bald erkennen mussten, das alles für die vorgesehene stelle deutlich zu lang war… —-> öhm.also. wir müssen nochmal „kurz“ in die werkstatt…..

    merke: zu lang ist auch nicht gut!!!

  4. Susann sagt:

    Oh das kenne ich auch. Mein Papa, seineszeichens Superhandwerker, kann alles, aber nicht messen. Sehr zum Ärger meiner Mama. Aber ich sag mal, bei Holz kann man eine Menge machen. Einfach ein Stück ansetzten… 🙂
    LG Susann

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