Manchmal Pech…

Seit Wochen sind Handwerker am Nachbarhaus zugange. Obwohl das eigentlich im Detail falsch ist. Vielmehr waren sie vor Wochen zugange, hörten mittendrin mit der Arbeit auf und erscheinen nun noch ab und zu auf der Bildfläche. Da fachsimpelten sie dann mit den Hausbesitzern mal mehr mal weniger laut über Fachkräftemangel, Nachschubprobleme und Meisterlöhne. Irgendwas läuft da wohl gewaltig schief.

Was mich sofort zum heutigen Thema überleiten lässt: Fast jeder hat ja schon mal stümpernde Handwerker im Haus gehabt. Ihren Gatten, meine Damen, müssen Sie da leider außen vor lassen. Heute sprechen wir nur über Meisterbetriebe, die man für die Ausführung handwerklich kompetenter und fachlich richtiger Arbeit engagiert und bezahlt. Heute soll es nicht um den Ich-kann-alles-ich-habe-schließlich-ein-Y-Chromosom-Zauberer im eigenen Haushalt gehen. Darüber berichte ich später einmal.

In der Mehrheit haben wir Glück gehabt mit unseren Handwerkern. So schlecht ist es um das deutsche Handwerk also nicht bestellt. Aber manchmal hat man eben einfach Pech.

Da dallern dann zwei Hanseln eine Woche lang im Eigenheimkeller herum und beschweren sich am Ende noch, dass man ihnen kein Bier gereicht hat. Oder man wartet geschlagene 9 Monate darauf, dass ein nicht eingebautes Dichtungsventil bestellt und fachgerecht eingebaut wird. Ruft man dann im Meisterbetrieb an, um nachzufragen, was der Auftrag macht, bekommt man folgende Antwort: „Hamwa nie erhalten, den Auftrag!“ Eine kompetent wirkende Telefondame verspricht Abhilfe und schnellstmöglichen Rückruf durch den zuständigen Kollegen vor Ort. Vier Tage später fragen wir dann zur Sicherheit noch einmal nach, wo der Rückruf bleibt. Der wird – von der gleichen Telefondame – prompt zugesichert. Währenddessen gehen weitere acht Tage ins Land. Wir machen uns den Spaß und rufen noch einmal an. Die Telefondame ist zerknirscht. Und verspricht hoch und heilig… Sie ahnen es. Und kommt der Rückruf? Selbstverständlich! Nicht! Auch die eigentlich bestellten Teile werden, obwohl wir noch einmal auf den bestehenden durch den vorgesetzten Meister unterschriebenen Auftrag hinweisen, mitnichten bestellt. Wir geben schließlich auf…

Zwischenzeitlich tun sich anderswo neue Baustellen auf. Unter anderem benötigen wir zur Sicherung eines Marderschadens am Dach Hilfe vom Dachdecker. Der kommt zwar, hält lange Vorträge über Dachschindeln, die wir nicht brauchen und macht einige Tage später sein Angebot. Selbiges nehmen wir wohlwollend zur Kenntnis und vergeben am gleichen Tag den Auftrag. Zum Dank hören wir nie wieder voneinander.

Die Arbeiten am Carport, die notwendig werden, weil ein Sturm die Bedachung entfernt hat, werden hingegen blitzschnell ausgeführt. Dummerweise hat sich kein Mensch die Mühe gemacht, die korrekten Maße der Bedachung zu nehmen. Stattdessen verlässt man sich auf das per Telefon übergebene „Ich glaube, das Dach hat so 7 x 4 Meter, vielleicht aber auch nicht.“ Selbstverständlich bekommen wir den Anschiss, als das neue Dach nicht passt…

Und bei Ihnen so? Erzählen Sie doch mal!

 

 

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10 Kommentare zu “Manchmal Pech…

  1. tomiron11 sagt:

    Mein Highlight,
    war der Schreiner, der uns eine neue Tür machen sollte….. alles vermessen, 30km gefahren um Tür auszusuchen, …. nichts passierte… auf Nachfrage im Betrieb kam nur „Keinen Ahnung wo der Meister den Zettel hat. Wie war Ihr Name?“ …. im Baumarkt Tür und Handwerker besorgt, zwei Tage später Tür drin!
    .. ach ja der Heizkörper im Bad ist auch nicht bezahlt, die Installation verlief problemlos, aber nicht tropflos… also mehrfach reklamiert … mehrfach nachgebessert, aber immer noch nicht tropf-frei. Darüber schien er wohl vergessen zu haben, dass der Heizkörper noch gar nicht bezahlt war.
    Tscha, dem Handwerk geht es anscheinend wirklich gut.

  2. extrafruity sagt:

    „Können Sie uns neue Dachrinnen installieren am ganzen Haus?“ – „Klar, ich komme vorbei und gucke mir das mal an“ – Dachdecker kommt und guckt: „Alles klar, ich schicke Ihnen das Angebot per Post“ – nie mehr was gehört. Das ganze 3-4 x, bis dann tatsächlich einmal ein Angebot im Briefkasten war. Das Angebot natürlich sofort angenommen, Dachdecker: „Alles klar, ich fange dann am Montag an.“ Nur welcher Montag gemeint war, damals vor 5 Jahren, das wissen wir bis heute nicht. Vielleicht wird’s ja der nächste.

  3. Schäfchen sagt:

    In unserer ersten Wohnung hatten wir mal einen Wasserschaden. Irgendeine Wasserleitung leckte offensichtlich sanft aber seit längerer Zeit vor sich hin, die Flurwand zeigte bereits Schimmelflecken und war mittlerweile deutlich nass. Der Vermieter ließ einen hochgradig kompetenten Handwerker kommen.

    Der betrachtete die Wand lange und ausgiebig… befühlte sie… und traf dann die fachmännische Diagnose: „Die Wand ist nass!“

    Ach…

  4. stoni sagt:

    hier ganz aktuell: never ending story – Badrenovierung! Mini-Bad stolze ca. 9 qm gross (alte Wanne raus, neue Dusche rein, im Zuge dessen tauscht man WC und Waschbecken gleich mit) lt. Fachidiotenhandwerker Dauer ca. 2 Wochen plus Sonderanfertigung Duschwand, o.k. akzeptiert! Auftragsvergabe Oktober 2012, Nach unzähligen Anfragen, Schreiben, Anrufen, Reklamationen und letztendlich auch Drohungen (welche natürlich an Herrn ich-kann-doch-nichts-dafür abperlte wie nix) wurde im Januar, nein Februar, nein –> jaa! im März 2013 endmontiert! Naja, ausser, dass die Duschwand „original“-zerkratzt ist, die Klobrille beim Draufsitzen über die Kloschüssel rutscht und der Wasserhahn des Waschbeckens mit einem Brausekopf für Küchenspülbecken ausgestattet ist, ist alles soweit in Ordnung… ach ja, die Benutzer resp.die Nichtbenutzer des „altersgerechten Badumbaues“ sind die Eltern, stolze 86 und 79 Jahre jung. Die beiden sind nun geübt in „Auffangen und Verteilen des Minimalwasserstrahls“ am altersschwachenn Körper, denn ohne Duschwand steht trotz sorgfältigster Handhabung das Bad unweigerlich unter Wasser!
    Aber sonst…. es geht den beiden gut, auch wenn sie sowas in ihrem ganzen langen Leben noch nie erlebt haben, was natürlich den Herrn Renovierungsfachobermeistervollpfosten nicht interessiert!

  5. Mal wieder hat „Jule“ mich hierher geschickt …
    Handwerker!
    Im Oktober 2012 einen rausgesucht, der uns eine Photovaltaikanlage auf Dach knallt. Gefunden und sogar zu unserer Zufriedenheit. Selbiger ist auch für die neue Heizung ( Komplettanlage samt Rohren und Heizkörpern ) beauftragt worden.
    Egal wann man ihn anrief und fragte, wie der Stand der Dinge ist – „wir kommen voran“.
    Da wir nun derzeit noch ca 180km weiter lebten, konnten wir nur sporadisch die Lage beäugen.
    Auf die letzte Sekunde schaffte unser „Reini“ es die Anlage zum Laufen zu bringen. Er wusste, wir kommen. Und er begrüßte uns mit: „Schön warm hier, oder?“ Mitnichten, denn die Brannstoffanlage war just angeschmissen worden.
    Das war im Dezember. Seitdem freuen wir uns über unser mecklenburger Montagsmodell, dass regelmäßig ausfällt und wer ist nie zu erreichen? Unser Monteur.
    Am Ende verreichten wir ihm feierlich einen Orden. Kein WItz!
    Siehe hier: http://frauzehnmalklug.wordpress.com/2013/02/03/der-echte-held-der-arbeit/
    Ich mag ihn echt. ECHT! Als Menschen zumindest. Als Hendwerker schafft er es immer wieder uns an den Rand des Wahnsinns zu treiben.
    Humor ist, wenn man trotzdem lacht und dem Haushandwerker dabei nicht untreu wird, weil er immer wieder für Blogstoff sorgt. Was man nicht alles für die geneigte Leserschaft inkauf nimmt …

  6. Was ein deutsch… ich kann das besser. Echt! *g*

  7. Anke sagt:

    Kann nicht mitreden…… 😉 … machen fast alles selber, und was mal nicht ganz allein geht, für das gibt es garantiert jemand passendes in der Verwandtschaft ….

  8. Inch sagt:

    Ich habe gerade die Bauarbeiter auf Arbeit UND im Wohnhaus! Da müsste ich einen extra Blog eröffnen für all diese Meisterbetriebe. Und ergänzen würde ich das gern mit Bauleitern, Architekten, nicht zu vergessen die Planer.

  9. Ich glaube ja, dass ihr Dichtungs-Ventil-Betrieb der gleiche ist wie unser Dachfenster-Einbau-Betrieb. Denn auch wie erhielten nach 3 telefonischen und einer persönlichen Anfrage nie einen Rückruf… (geschweigedenn ein neues Dachfenster…)

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