Binational missverständlich…

Da flattert in letzter Zeit aber reichlich SPAM durch diesen Blog. LowCarb Diäten scheinen ja wieder total im Kommen zu sein. Oder Hartholzfußböden. Nicht zu vergessen ominöse Treffen für Erwachsene… Kommen die am Ende alle aus der gleichen Ecke? Diätende Erwachsene mit Faible für Parkett? Man weiß es nicht…

Wo wir gerade bei Spam sind: Ich habe wieder Zeitung gelesen. Und entdeckt, dass Menschen, die in binationalen Beziehungen leben, den Partner oft gar nicht verstehen. Tja, wem erzählen Sie das. Die binationale Beziehung zwischen Herrn Müller und mir stößt sich ja auch oft schon an der Frage, ob wir wirklich Tupperdosen brauchen und wenn ja, wie viele. Meine Ossigene schreien nämlich nach Vorratshaltung (wir hatten ja nix, damals), während Herr Müller, der aus dem reichen Westen kommt, die Sache wieder ganz anders sieht.

Und überhaupt, die sprachliche Barriere! In Franken sagt man tatsächlich der Butter. Und „Karaasch“, wenn man Garage meint. Da soll ich als Bewohnerin der rauen Seenlandschaften des norddeutschen Flachlandes noch hinterherkommen? Uns wird ja generell eine lange Leitung nachgesagt, wenn es um das Verstehen von Zusammenhängen geht. Was aber lediglich, da kann ich Sie beruhigen, auf einem Missverständnis beruht. Wir Fischköppe sind nicht langsam, wir wägen nur gut ab, bevor wir zu einer Entscheidung kommen. Und wir sind auch nicht unterkühlt, wir haben es nur nicht so mit Nähe…

Ach ja, letztens kommt Herr Müller des Weges und behauptet, wir bräuchten dringend – Obacht jetzt – Mamaladamala! Weil: Hätten wir nicht. Meinen Gesichtsausdruck korrekt interpretierend schickte er dann gleich ein „Allmächd!“ hinterher. Um nicht total blöd dazustehen, habe ich schnell „Zefix!“ gerufen, weil ich das seit Jahren als Ausruf der Zustimmung interpretiere. Das wird hier in der Gegend so oft verwendet, dass es wahrscheinlich „Aber hallo, gerne doch!“ heißt. Ist aber nur so eine Vermutung. Herr Müller guckte dann ganz komisch und sagte etwas, das klang wie „Dann eben nicht…“ Glaube ich zumindest. So ganz genau habe ich das nicht verstanden. Wegen der binationalen Beziehung… Und weil er nuschelt. Auch so was frrrängisches… Da erzähle ich Ihnen dann vielleicht morgen mal was drüber.

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19 Kommentare zu “Binational missverständlich…

  1. meineschreibblockadeundich sagt:

    Wobei ich ja immer finde, die Franken und die Nordländer sind sich – rein temperamentsmäßig gesehen – recht ähnlich.

    Herzlichst
    Marie
    ebenfalls binational (aber das schon so lange, dass sich die Grenzen langsam verwischen)

  2. Mar…me..laden…WAS? Maler? Wieso sollte man Marmelade malen? Kapier ich nicht…und, Frau Müller, wie stehen Sie dazu: Der oder das Gulasch? Wurde hier (einmal Niedersachsen, einmal Meckpomm) heiß diskutiert…

    • Frau Müller sagt:

      Also Artikel sind ja eine linguistische Grauzone, möchte ich meinen. Ich als Mecklenburgerin sagte „das“.
      Und was den/die/das Mamaladamala anbelangt: Sie sind auf einem guten Weg. Zumindest fast… 😉

  3. Catio sagt:

    Die „Franggen“ haben eh eine merkwürdige mundfaule Art, ihren Willen auszudrücken. Folgende Szene in einem Schuhgeschäft, welches ein Franke mit seiner kleinen Tochter betritt: Franke: „Ich hätt´a pa´ Schuh´“ und zeigt auf seine Tochter. Die Verkäuferin ist geneigt zu sagen „Ich auch“, verkneift sich das aber und fragt, auf die Tochter zeigend: „Für sie?“, worauf der Franke nickend entgegnet:“ja, für ihr.“

  4. meineschreibblockadeundich sagt:

    Nun ja, ein Marmeladeneimerchen halt ;). Wobei ich mich na wie vor frage, wo es Marmelade (noch?) in Eimern gibt. Selbst in Franken …

    btw: Das Limo? Der Radio? Als Kind „preußischer“ Eltern hatte man es in Franken nicht leicht, das kann ich versichern!

  5. Einheimischer sagt:

    Hallo Frau Müller,
    um ihre Verwirrung aufzuklären, beim Marmalad“n“amerla hat das N gefehlt.
    Weshalb es auch für Südländer etwas unverständlich war.
    Hoffe es ist jetzt etwas verständlicher, aber wie immer ein schöner Beitrag, weiter so!

  6. Hanne sagt:

    Vielleichd wolln mier Franggn hald, daß uns ned jeder glei verstehd 😉 Hauptsach‘ beim Eikaafn glabbds….http://www.hannas-blog.blogspot.de/2012/04/allmachd.html Allmächd! 🙂

  7. Eule sagt:

    „Zefix“ ist hier – in Ostunterfranken – die Abkürzung für „Gottverdammte Scheiße nochermal nei, ja leckst mich doch am Oarsch, brunsverregg!“ Und: A Mammaladenammala hamma a dahaam! Hoffe, ich konnte zur Aufklärung beitragen.

  8. frauvau sagt:

    Allmächd… ich bin ja auch aus Frrangn, (aber schon über 20 Jahre in Norddeutschland assimiliert) und bin oft in Nörrnberrch.. aber dass man da „der“ Budder sagt hab ich noch nie gehört. Wahrscheinlich gibts da auch noch regionale Unterschiede (ich bin ja Unterfränkin).
    Mit Mamaladamala hätte ich jetzt auch nichts anfangen können, Marmaladnamala ist aber doch ganz klar! Zefix. Ich hatte anfangs ja auch größere Probleme mit den Zeitangaben – wenn ich mich um dreiviertel zwölf mit jemandem treffen wollte, wusste derjenige doch tatsächlich nicht, wann das ist??? Aber wie gesagt, inzwischen hab ich mich angepasst. Aber nur solange ich im Norden bin. Sobald ich bei meiner Freundin in Nürnberg bin, sag ich Grüß Gott und vierteleins und Brödla und Brezn…

  9. Anke sagt:

    Die Saarländer haben auch eher weniger von Grammatik gehört …. 😉 ….. anfangs fiel ich da mit meinem picobello Hochdeutsch von einer Ohnmacht in die nächste…… Hääääää ??? Komme auch von der Mecklenburgischen Seenplatte 😉

  10. Exilsaarländer sagt:

    Kann joh gahrned sinn, dass das Ange kenn Saalänisch vaschdehd

  11. Inch sagt:

    Na, ich war ja mal als junger Mensch in der Altmark. Das ist auch so mehr nördlich. Da hatte ich auch ständig die falsche Wurst im Paket. Ich kann Ihnen sagen!

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