Getrennt… und doch nicht…

Merken Sie sich eines: Die Telekom verlässt man nicht einfach. Die Telekom entscheidet selbst, ob sie verlassen werden will oder nicht.

Wir haben unseren Telefonanbieter gewechselt. So etwas passiert täglich in unserem schönen Land und sollte eigentlich weder Verwunderung noch Hektik auslösen. Und bösartiges Verhalten schon gar nicht. Schließlich sind wir alle erwachsen und können mit Rückschlägen umgehen. Wir schmeißen uns nicht wie Dreijährige auf den Boden und halten so lange die Luft an, bis wir blau anlaufen. Nein. Wir akzeptieren die Tatsachen und leben unser Leben weiter.

Nicht so die Freunde von der Telekom: Erst wollen sie die Kündigung nicht erhalten haben. Die wurde zwar rechtzeitig abgeschickt, verschwand aber wundersamerweise auf dem Postweg. Eine hinterhergeschickte zweite Kündigung mit Rückschein kam dann zwar an, lag aber so lange herum, dass es plötzlich nicht mehr möglich war, uns zum Kündigungstermin auch aus dem Vertrag zu entlassen. Lediglich freundliche Hinweise auf Poststempel, Einlieferungsbeleg und Kenntnisse in fernöstlicher Kampfsportart ließen die Kündigung dann zum anvisierten Termin wirksam werden.

Wie das so üblich ist, nimmt man seine alte Telefonnummer gern zum neuen Anbieter mit. Normalerweise ist das auch kein Problem. Wenn die Verlassene allerdings Telekom heißt, nimmt man gar nichts. Schon gar nicht die Telefonnummer. Böswilliges Verlassen heißt das im Rechtssprech und bedeutet, dass der sich Trennende in fieser Absicht gehandelt hat und deshalb gewisse Anrechte verwirkt. Wäre ja noch schöner, wenn plötzlich jeder kriegt, was er will.

Nun ist die Mitnahme der eigenen Rufnummer bis zu 3 Monate nach Anbieterwechsel nicht nur erlaubt – der alte Anbieter ist sogar dazu verpflichtet, die Nummer an den neuen Anbieter weiterzugeben. Aber die Telekom war zu diesem Zeitpunkt schon beleidigt. Erst hieß es, wir dürfen gar nichts. Dann hieß es, es liegt keine Anfrage vor, die Nummer weiterzugeben. In einem weiteren Gespräch wurde plötzlich behauptet, die Nummer wäre gar nicht geschaltet. Dann war angeblich das Fax kaputt, mit dem der Neue die Rufnummernportierung angefordert hat. Dreimal übrigens. Und ganz am Schluss hieß es rotzfrech, wir seien doch selbst Schuld und wenn wir einfach so abhauen, bleibt die Nummer halt da. Außerdem hätten wir doch selbst gekündigt und somit stillschweigend zugestimmt, dass wir unsere alte Telefonnummer nicht mehr brauchen. Ist doch logisch: Wenn Erwin sich von der Helga trennt, bleibt Schorschi, der Familiendackel ja auch bei der Frau.

Noch während der Trennungsstreitigkeiten mit der Telekom wurde dann die Abteilung Kundenbindung auf uns angesetzt. Die dürfen uns zwar eigentlich nicht anrufen, weil wir ausdrücklich verkündet haben, dass wir aus der Kartei zu streichen sind. Das ist denen aber egal. Merken Sie sich: Die Abteilung Kundenbindung heißt auch deshalb so, weil sie den einmal gewonnenen Ahnungslosen nie wieder loslässt…

Mittlerweile haben wir aus o.g. Grund eine nagelneue Telefonnummer. Die ist schick und lässt sich leicht merken. Die Telekom weigert sich weiterhin, die alte Nummer rauszurücken. Und weil wir nun keinen gültigen Vertrag mehr mit denen haben, gestalten sich Gespräche mit dem Serviceteam entsprechend schwierig. Die Bundesnetzagentur versucht jetzt noch einmal ihr Glück. Lassen wir uns überraschen, ob man dort die Geiselnahme unserer Telefonnummer erfolgreich beenden kann. Wir glauben nicht daran. Aber man soll ja noch Träume haben im Leben…

Neuigkeiten vom 15.02.: Man teilt uns mit, dass wir und unsere Telefonnummer zum 18.02. wieder vereint sein werden. Wir freuen uns und können den Montag kaum erwarten…

Neuigkeiten vom 18.02.: Wir sind wieder erreichbar! Hurra!

Advertisements

13 Kommentare zu “Getrennt… und doch nicht…

  1. tomiron11 sagt:

    Ich danke für Diesen und die vielen Anderen. Auch wenn dem Heutigen ein gewisse Tragik anheim ist…. Ich habe gelacht, danke dafür.

  2. jule1 sagt:

    Guckt mal da: http://frauzehnmalklug.wordpress.com/
    F…comgeschichten vom ALLERFEINSTEN!!!!

  3. Taschentick Vol. 1 sagt:

    Das sind ja mafiöse Strukturen – aber andere sind auch nicht wirklich besser ;-(. Scheinbar haben Sie es sich mit denen aber persönlich verscherzt…
    http://www.theater-erlangen.de/index.php?id=rx78048.

  4. Ich wechsle nie wieder irgendwas.
    Der Wechsel des Stromanbieters hat mich 2x 200 Ocken gekostet, weil beide Läden plötzlich pleite waren und mit meinen Vorauszahlungen nach Timbuktu abhauten.
    Der Wechsel des Telefonanbieters von A (Telekom) nach B (Freenet) hat mich geschlagene 3 Monate ohne Telefon und Internet daheim verrotten lassen. A zickte rum, B kriegte nichts auf die Reihe. Als ich schließlich Anbieter C (so ein lokales Ding) engagierte, weigerte B sich, die sofortige Kündigung zu bestätigen und A behauptete, in meinem Haus gäbe es gar keine Telefonleitung.
    Über einen Bekannten habe ich die direkte Durchwahl eines Vorstandsmitgliedes von B bekommen und mich mit dem mal nett unterhalten. Danach war alles gar kein Problem mehr. Gleich anderntags wurde mir die Kündigung bei B betätigt, A fand die Leitung wieder und C konnte online gehen.
    Dem ganzen zum Opfer gefallen ist meine heiß geliebte, seit Jahrzehnten mitgeschleppte Telefonnummer. Das ist gemein, weil die neue ellenlang und häßlich ist.
    Aber hey, ich bin wieder mit der Außenwelt verbunden!!

  5. Karin sagt:

    Hier muss ich auch was dazu sagen!
    Am 13.09.12 habe ich bei Arcor über Internet meinen Umzug beauftragt. Ein sehr netter Mitarbeiter hat alles bis zum letzten Punkt aufgenommen. Ein Auftrag existierte auch ( man kann das ja alles verfolgen). 2 Wochen später war der Auftrag storniert (keiner will es gewesen sein).
    Von da an ging der Horror los. Jeder Anruf von mir hat einen neuen Auftrag ausgelöst. In der alten Wohnung wollte man mir dann einen neuen Anschluss legen, obwohl ich ja seit März 2007 Bestandskunde war! Den Telekomtechniker habe ich nicht rein gelassen (Vorschlag von Vodafone). Ich hatte also in der alten Wohnung sozusagen 2 Anschlüsse, obwohl der zweite nie von der Telekom freigeschaltet wurde. Berechnet wurden mir aber beide, obwohl ich vom 27.10.12 bis 12.12.12 keinerlei Anschluss hatte (kein Festnetz u. kein Internet).
    Mein Einschreiben mit Rückschein an die Geschäftsleitung wurde nie direkt beantwortet.
    Von den sinnbefreiten Schreiben bzw. eMails, die in der ganzen Zeit ankamen, rede ich gar nicht erst. Zuletzt war ich in der Deeskalationsabteilung gelandet!
    Ich war mit meinen Nerven völlig am Ende. Ein Umzug als Rentnerin nach 32 Jahren ist ja generell schon eine riesige Herausforderung und dann noch so was!
    Ich rechne schon gar nicht mehr, was ich finanziell eingebüßt habe, denn ich will einfach nur noch meine Ruhe haben.
    Die Telekom kam zum vereinbarten Termin, zwar etwas später als angegeben, und alles war wieder okay!
    So schlimm soll das aber nur bei Arcor-Bestandskunden sein (Datenbankprobleme) sein.
    Tröstet mich aber nicht bei den Werbekosten! Erst die Software und dann die Werbung, aber ich habe ja keine Ahnung.

  6. meineschreibblockadeundich sagt:

    Wie Bill Bryson schon vor Jahren feststellte: You can’t beat the phone company.

    Toller Blog! Und gerade zur rechten Zeit gefunden, um der grauen Trübsal vor den Fenstern etwas entgegenzusetzen.

    Danke für den Lacher des Tages!
    Herzlichst
    Marie

  7. Flohnmobil sagt:

    In mir steigt die Vermutung hoch, dass das Ganze etwas weniger lustig ist, als es im Müller-Blog daherkommt. 😦

  8. Inch sagt:

    Vielleicht sollten Sie einfach die Lösegeldforderung abwarten?

  9. Oh je – danke @Jule an dieser Stelle – wir begingen den Fehler, zu denen zu wechslen. Zwangsläufig, weil am neuen Wohnort kein DSL verfügbar ist. Das Einzige, was in diesem weißen Koch internettechnisch geht, ist LTE der Telekom und so nahm der Ärger seinen Lauf … Vier Monate und die schaffen es nicht, ihren Vertrag zu erfüllen. Noch geht es irgendwie aber der Umzug steht unmittelbar bevor und ab dem 20.2. haben wir dann ein echtes Problem.
    Kann ja keiner ahnen, dass bald vier Monate Vorlauf zu wenig sind …

  10. Exilbayerin sagt:

    Ich sag jetzt besser nicht, dass ich in der Kundenbetreuung arbeite und mit Rufnummernmitnahmen täglich beschäftigt bin – allerdings im Mobilfunkbereich und nicht bei der Telekom. (Ich bitte von Spam/Hass/Beschimpfungs-Mails Abstand zu nehmen, weil ich eine von den Guten bin – behaupt ich einfach mal)…
    Dieses Umspringen mit Kunden hab ich sowas von satt! Ich schließe mich Flohnmobil an und fürchte, dass die Komik erst ein paar Tage später kam…

  11. Silberdistel sagt:

    Oooops, droht uns so etwas jetzt auch noch? Wir befinden uns gerade im Wechsel 🙄 Im Moment befinden wir uns noch in der Friede-Freude-Eierkuchen-Phase. Bin gespannt!

  12. […] die Sache auf sich beruhen zu lassen. Nachdem gestern aber auch hier in den Kommentaren einer von Ihnen auf den gleichen Bock aufgesprungen ist, habe ich beschlossen, dass ich nicht länger schweigen […]

  13. Jerowski sagt:

    Hier die Lösung: Einfach einen Liebesbrief schreiben!
    http://www.dominik-schwarz.net/telekom-kuendigen/

Hier Senf dazugeben:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s