Das Handwerk: Tratsch von nebenan…

Das örtliche Handwerk soll man ja unterstützen. Das stärkt die ansässige Wirtschaft, macht einen unglaublich guten Eindruck und – das ist wohl der wichtigste Punkt – man wird gratis über das derzeit aktuelle Nachbarschaftsgerede informiert. So kürzlich passiert beim Einholen eines Angebots für die längst fällige Erneuerung der häuslichen Fassade.

„Ham Sie das gekauft, das Haus?“ will der Malermeister wissen. Ich bejahe verwirrt.
„Ach Sie war´n das!“ Er grinst stolz.
Waren was?
„Da hat´s ja so ein Gerangel gegeben. Erst war das doch schon verkauft. Und dann sind die abgesprungen, wegen der ganzen… naja…. Und dann… wir haben ja auch mal geguckt, aber nicht für den Preis! Haben Sie dann?“
Bitte was?
Ich muss wohl reichlich irritiert dreinschauen, denn der gerade Fahrt aufgenommen habende Meister hält kurz inne. „Neee, passt schon, der Preis.“ sagt er besänftigend und wird mir bestimmt gleich die Hand tätscheln. „Ist ja nicht so einfach mit den Immobilien heute…“ Er lächelt. Dann zwinkert er.
„Wir haben unser Haus vor acht Jahren…“ beginne ich ernst und sehe nun seinerseits Verwirrung aufziehen. Er guckt mich an. Dann blättert er in seinen Unterlagen.
„Ach soooooo…“ nuschelt er, das letzte Wort künstlich in die Länge ziehend. Er guckt sich nochmal um. Sehen ja auch alle gleich aus, diese Häuser hier… kann schon mal passieren.
„Sie meinen bestimmt den Nachbarn da.“ lächle ich, zeige hinter mich und möchte nun meinerseits tätscheln. Aber dem Meisterling ist das Gespräch schon unangenehm. Er beginnt damit, wichtig um das Haus herumzulaufen und sich Notizen zu machen.
„Jetzt erzählen Sie doch mal!“ laufe ich hinterher. Aber er kneift.
Feigling!
Dann muss ich die nötigen Infos eben woanders ertratschen. Über die Grundinformation verfüge ich ja jetzt.

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3 Kommentare zu “Das Handwerk: Tratsch von nebenan…

  1. Stimmt, kann ich absolut bestätigen. Als wir den örtlichen Schreinermeister hier hatten, wurde endlich das Geheimnis um die Helikopterlandung auf dem Fussballplatz und das ganze Polizeiaufgebot gelöst. Der Herr Schreiner ist bei der örtlichen Feuerwehr und wusste darum bis ins pikante Detail Bescheid und es hat mich nicht mehr als ein aufmunterndes Lächeln gekostet, ihm die Geschichte aus der Nase zu ziehen 🙂

  2. ladycrooks sagt:

    *gg*

    Früher, als ich noch ein Kind war (also irgendwann im letzten Jahrtausend) war die Dorfzentrale die Bäckersfrau. Eine beeindruckende Person! Sie sorgte zuverlässigst dafür, dass der Dorfklatsch sich schnellsmöglich verbreitet. Vor der war nichts sicher, rein gar nichts!

    Also mein Tipp: Versuche es mal beim Bäcker oder benachbarten Friseru (auch immer eine Klatschzentrale)

  3. Inch sagt:

    Hm, die Handwerker, denen ich so begegne, erzählen gar nichts von den Nachbar. Wird sich vielleicht noch ändern, wenn erst in den Wohnungen losgeht. Dann wissen alle meine Nachbarn über mich Bescheid, weil ich dummerweie zuerst dran bin. Och menno, das ist wieder mal si ungerecht.

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