Das große Krabbeln…

Alle paar Jahre wiederholt sich an Schulen und Kindergärten das gleiche unliebsame Thema: Man kommt am Morgen mit seiner Brut an der Einrichtung des Vertrauens an und bekommt, kaum hat man einen Fuß aufs Gelände gesetzt, einen Zettel in die eine Hand gedrückt und eine Broschüre in die andere. „Was tun bei Läusebefall?“ steht links und rechts werden Sie dazu aufgefordert, den Kopf Ihres Kindes auf Befall zu inspizieren. Gleichzeitig veranschaulichen Schaubilder, wie so eine Laus aussieht und wo sie am liebsten hockt. Weiter unten können Sie lesen, dass auch die ganz sauberen Kinder Lausejungen oder -mädchen werden können und dass sich so ein Krabbelvieh auch auf gewaschenen Häuptern wohl fühlt. Nichtsdestotrotz beäugen Sie mit Misstrauen die kleinen Schmuddeljungs, die neben Ihnen gerade in ihre Gruppe durchgereicht werden. Die türmen sich doch draußen immer Modder auf den Kopf… Außerdem hat sich da hinten gerade ein Kind am Kopf gekratzt.

Überhaupt: Beim Thema Läuse passiert immer prompt Folgendes: Man verspürt den dringenden Wunsch, was sage ich, den Zwang, sich selbst am Schädel zu schuppern. Es reicht aus, das Wort Laus ganz leise in der Ferne hallen zu hören, um prompt ein Jucken der Kopfhaut zu verspüren. Lassen Sie jedoch bloß die Hände von der Frisur. Zur Wahrung der allgemeinen Ordnung sollten Sie sich um nichts in der Welt an den Kopf packen. Das könnte nämlich  dazu führen, dass Sie und Ihre Brut als die Familie gebrandmarkt werden, die die Läuseinvasion in Gang gebracht hat. Unabhängig davon, ob das nun stimmt oder nicht. Und so einen Ruf wird man verdammt schlecht wieder los, merken Sie sich das.

Ich jedenfalls habe heute Früh nach vorgeschriebener Inspektion die Läusefreiheit meiner Tochter schriftlich bestätigt und harre nun der Dinge, die da kommen werden. Will man den Erfahrungsberichten anderer Eltern Glauben schenken, kann sich so ein Desaster ja mitunter wochenlang hinziehen…

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10 Kommentare zu “Das große Krabbeln…

  1. ladycrooks sagt:

    Danke!

    Ich habe mich gerade beim Lesen instinktiv am Kopf gekratzt… (Ich hoffe jedoch, dass die Kollegen sich nichts dabei gedacht haben, weil bei uns ja keine Laus-Info-Blätter rumliegen…)

    Für die Zukunft werde ich dem Kratzdrang jedoch unter keinen Umständen nachgeben…
    Nichtmal unter Folter!

    Jawoll!

  2. Nach 325 Läusezetteln in 11 Jahren juckt mich bei dem L-Wort nichts mehr. Ein müdes Lächeln, einmal den Kindern die Birne inspiziert und weiter geht`s. Warum auch immer, um uns haben die kleinen posierlichen Tierchen immer einen Bogen gemacht. Ob wir vielleicht nicht lecker genug sind?
    Und was ist, wenn es uns jetzt, wo ich gestrunzt habe, noch nie verlaust gewesen zu sein, die Läusehauptversammlung davon Wind kriegt und uns eine ganze Kompanie auf den Hals hetzt? Herrjeh!

  3. Ich als Kind fand Läuse toll. Man dürfte lange aufbleiben weil irgendwelches giftige Zeug in die Kopfhaut einziehen musste um die unerwünschten Untermieter loszuwerden. „Tod am Nil“ habe ich bis heute als den gruseligsten aller Krimis in Erinnerung…zumindest habe ich mich damals furchtbar gegruselt. Aber ich durfte lange aufbleiben. Und fernsehen.

  4. Inch sagt:

    Das Erstaunliche ist, und ich habe das bei beiden Töchtern beobachtet, dass der alljährliche Läusebefall sofort aufhört, wenn sie zum Gymnasium wechseln.

  5. menzeline sagt:

    Als Kind hatte ich auch mal Läuse … wenn ich mich recht erinnere. Da gab es so eine komische Tinktur, die fürchterlich gerochen hat, die musste mir meine Mutter auf die Kopfhaut auftragen und mit einem speziellen Kamm wurden mir dann die Haare gekämmt.
    Fruchtbar war das.

    Was gibt es heutzutage für Möglichkeiten der Läuseplage zu Leibe zu rücken?

    • Frau Müller sagt:

      Angeblich gibt es mittlerweile Zeugs, das nicht mehr so furchtbar riecht. Eine KiGa-Mutter meinte letztens „Stinkt wie Bier, aber immerhin nicht halb so schlimm wie dieses beißende Zeug, das ich noch kenne.“ Aber der Rest bleibt gleich.

  6. Und? Wie lange ging’s damals rum? Bei uns gilt die Regel: Bei Entdeckung sofort Telefonkette in Gang setzen, damit alle nachsehen können. Hab ich natürlich gleich gemacht, als ich unser Kopfgewimmel bemerkte. Bis heute war mein Sohn aber offiziell der Allereinzige, der sich was eingefangen hatte. Offenbar haben sich die Viecher auf seinem Kopf materialisiert. Wir sind also die Schmuddelfamilie, bei allen anderen kommt das nicht vor. Offenbar. Dass eine Handvoll anderer Kinder am nächsten Tag auch gefehlt haben, lag natürlich an Erkältungen und so. Das finde ich, ehrlich gesagt, ziemlich lausig.

    • Frau Müller sagt:

      Ehrlich gesagt passierte damals irgendwie gar nichts. Anscheinend blieb es bei einem Fund auf einem anonymen Kinderkopf und die Sache war erledigt. Dafür brodelte die Gerüchteküche, wer denn der Läuseträger gewesen sein mochte, umso stärker… 😉

      • Dann hoffe ich mal, dass das hier einen ähnlichen Verlauf nehmen wird. Woher wir die Läuse haben, würde mich auch mal interessieren. Aber die anderen sind ja alle ganz sauber und reinlich. (Und herrjemine, wenn ich nur daran denke, juckt mir schon wieder, obwohl ordnungsgemäß entlaust, der Kopf!)

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