Schlimme Dinge…

Heute habe ich etwas ganz Schlimmes getan. Ich habe – und wenn Sie schwache Nerven haben, lesen Sie jetzt bitte weg – mein Kind gezwungen zu Basteln!

Unbestätigten Gerüchten zufolge nähert sich nämlich wieder ein Großereignis, in dem wahlweise ein Mann mit weißem Bart vorkommt oder ein blonder Knabe mit lockigem Haar.

Da Nachwuchs im Vorschulalter nun nicht stundenlang auf Stühlen festgehalten werden kann, ohne dass er sich a) daran festklebt oder b) die Tischdecke mit Bastelpapier verwechselt, dosiere ich die Bastelnachmittage derzeit schonend.

Bis Weihnachten müssen alle Omas, Opas, Onkel, Tanten, beste Freunde, Mamas, Papas… anständig beschenkt werden. Was gibt es schließlich Schöneres, als etwas Selbstgebasteltes. Und damit da am Ende wenigstens eine Träne der Rührung zu sehen ist bei der Oma, sollte das Geschenk schon schön sein.

„Nein, das Herz sollst du ausschneiden. Das sieht doof aus, mach´s nochmal. Nochmal! Konzentrier dich! Das üben wir, bis es schön aussieht…“

Noch sind´s ein paar Wochen. Vielleicht schaffen wir es ja, bis dahin etwas Anständiges zu kreieren. Wenn nicht, tue ich an Heiligabend einfach so, als hätten wir nicht seit Wochen gemalt, geklebt und gefaltet. Ich mache mich doch nicht lächerlich, weil das Kind am Ende nur so hässliches Zeug zustande gebracht hat…

 

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16 Kommentare zu “Schlimme Dinge…

  1. Marion sagt:

    Lache mich über den soooo gut geschriebenen Artikel kringelig

  2. Aysenputtel sagt:

    Muss gerade an den Sketch von Anke Engelke, bei „Ladykracher“ denken.
    Da bekommt sie zum Geburtstag von ihrer kleinen Tochter eine selbstgebastelte Ente. Völlig enttäuscht keift sie sie an, mit den Worten:
    „Die ist ja selbstgebastelt…. Sarah, du weisst schon, dass sich die Mama eine Freisprechanlage gewünscht hat?!! Stattdessen schenkst du mir so eine… verkrüppelte…gekrüppelte Ente! Dafür krieg ich ja keine 50 Pfennig auf’m Flohmarkt! Kann die Mama damit telefonieren? Nein! Du gehst jetzt sofort auf’s Zimmer! “ und so ähnlich…

    Also, wenn es eine Ente werden sollte, bitte wenigstens dafür sorgen, dass beide Füße gut zu erkennen sind.

    (Wer sich den Sketch mal ansehen möchte: http://www.myspass.de/myspass/shows/tvshows/ladykracher/Teletussi-(Folge-1)–/429/ , ab 08:55 )

  3. Besonders wertvoll finde ich ja, dass das Kind nicht unnötig für Hässliches gelobt wird, sondern die Meßlatte angemessen hoch gehängt wird…
    Auf diese Weise gibt es sich nämlich Mühe und malt nicht lustlos nur ein paar Kringel (über die der Papa sich ja auch immer schon so freut…)
    🙂

    • fraukopmann sagt:

      genau! und wenn die Eltern dann mal selbst gebasteltes zurückschenken, verstehen die Kinder die Welt nicht mehr 😉 Ich finde es auch wichtig, das den Kinder früh genug nahe gebracht wird was „anständiges“ zu basteln!

  4. ladycrooks sagt:

    *giggel*

    Ich finde das nachahmenswert;-)

    Heute werden Bastelsachen ausgepackt;-)

  5. Inch sagt:

    Klasse! Ich freue mich auch immer über selbst gebasteltes

  6. Filinchen sagt:

    Frau Müller irren: Schlimme Dinge tun Sie der Verwandtschaft an, die gezwungen ist, diese in der Regel scheußlichen visuellen Immissionen heuchelnd zu bewundern und so lange aufzubewahren (möglichst noch an prominenter Stelle), bis die größer gewordenen Kinder sich für diese Art der ästhetischen Umweltverschmutzung anfangen zu schämen.
    Hoffentlich! 😉

    • Frau Müller sagt:

      Unsere Oma fängt neuerdings damit an, den ganzen in der Kindheit gebastelten Kram wieder an uns zurückzuschenken – immer in der Hoffnung, dass wir uns bestimmt darüber freuen.
      Ich bin erschüttert, wie lange man Zeug aufbewahren kann. 😉

  7. Cati Basmati sagt:

    Basteln? Sie sind solche Rabeneltern. Unfollow! Jawoll“

  8. Novemberkind sagt:

    Ich habe mir heute Morgen immer noch letzte Reste Serviettenkleber von meinen Fingern abgezogen….gestern war Adventsbasteln im Hort. Grausig! Viel zu voll, viel zu laut, und viel zu unorganisiert. Es war, als würde eine Horde Arbeitsbienen in den Stock einfliegen, der vorher durch einen Sturm zerstört wurde. Die gebastelten Sachen werden im Dezember auf dem Adventsmarkt verkauft.
    Nach einer mit Servietten „verzierten“ Lichtertüte und einer mit Goldflitter beklebten Spanholz-Schachtel konnte ich meine Tochter bewegen das Weite zu suchen. Zur Strafe klemmte ich mir in der Eile noch schön den Finger in einer Brandschutztür ein. Frohes Fest 😉

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