Nicht wir…

Eltern sind zuweilen putzig. Besonders die, die, weil schon in Rente, über zu viel Freizeit verfügen. Wenn dann auch noch Radio- und Fernsehkonsum auf geographische Unkenntnis trifft, kann der Spaß losgehen.

Wird irgendwo in Süddeutschland eine Katze überfahren, können Sie sich sicher sein, dass schwer besorgte Eltern anrufen und fragen werden, ob das unsere Katze war. Fegt ein Wirbelsturm übers Land, wird einen halben Tag später (wenn das Unwetter in den Nachrichten angekommen ist) angefragt, ob man schon mal Spendengelder für den Wiederaufbau des Hauses sammeln soll. Und letztens, als es hieß, im Dorf 300km weiter südlich seien alle Häuser abgedeckt worden und die Keller vollgelaufen – wer hat da besorgt nach dem Wohlbefinden gefragt?

Richtig!

Wir haben uns für diesen Zweck mittlerweile einen Standardsatz zugelegt: „Das war nicht hier, das war ganz woanders. Bayern ist ganz doll groß!“ Aber glauben will man uns deshalb noch lange nicht. Passendes Gegenargument: „Im Radio haben sie aber gesagt…“ oder „Im Fernsehen habe ich aber gesehen…“

Irgendwann in ferner Vergangenheit muss wohl auch mal ein Baum auf einen SMART gefallen sein. Irgendwo in Deutschland. Wir konnten die erschrockenen Anrufer beruhigen: Die von Daimler haben wohl noch ein zweites Auto von der Sorte verkauft…

Advertisements

13 Kommentare zu “Nicht wir…

  1. Ach, was sprechen Sie mir wieder mal aus der Seele. „Kind, da ist ein Kirchturm umgekippt!“ – „Nein, der steht nur schief, und diesen Stadtteil betrete ich nie.“. „Kind, ihr habt ja jetzt gerade Hochwasser!“ – „Ich wohne aber weit genug weg vom Rhein.“ – „Bist du sicher?!“ – „???wtf???“ – „Kind, warst du kürzlich im Stadtarchiv? Weil, das ist ja jetzt eingestürzt!“ – „Ähm…?“

  2. Schön auch, wenn man nur 30 Kilometer auseinander wohnt.
    „Kind, habt ihr Schnee?“
    „Ähm, nein, ihr?“
    „Nein, aber ihr wohnt ja auch oben.“
    Aha, 5 Höhenmeter machen den Unterschied.
    Oder auch:
    „Na, bei euch ist ja bestimmt kühler.“
    Ja. Klar. Ist es. So im Hochgebirge.
    Herrjeh.

    • Frau Müller sagt:

      Das stelle ich mir aber auch praktisch vor: Kind, es hat gerade zu regnen begonnen, der Wind steht Süd-Süd-Ost, Windstärke 3. Mach die Fenster zu, in zehn Minuten regnet es rein.

      • Es gibt da eine ominöse Wetterkante auf halber Strecke. Wenn es da regnet, dann schafft das Wasser es meist nicht mehr bis hierhin. Und umgekehrt.
        Aber man kann sich super bei Gewitter anrufen. Anhand einer komplizierten Formel zur Berechnung der Blitz-Donner-Hier-und-Dort-Komponente lässt sich sekundengenau bestimmen, wann der nächste Blitz ganz sicher bei uns im Dach einschlägt, weil wir bestimmt keinen Blitzableiter haben, und die Blitze angelockt werden, weil drum herum so viele hohe Bäume stehen.

  3. Eule sagt:

    Ich kenne das eher anders herum. Ich werde von der weiter weg wohnenden Verwandtschaft zuverlässig und zackzack über alles informiert, was hier so passiert und völlig an mir vorbei geht. „Haste schon von dem Banküberfall gehört?“ „Schrecklicher Unfall, direkt bei Euch an der Bundesstraße“ usw. Ich frage mich immer, woher die das alle wissen. Ich krieg immer nix mit. Außer, die Verwandtschaft ruft an und sagt’s mir.

  4. eija, irgendwie muss man ja ein Gespräch auch anfangen. ^^

  5. Silberdistel sagt:

    Man kann in der Wahl seiner Eltern nicht vorsichtig genug sein. 😀

Hier Senf dazugeben:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s