Kampf…

Donnerstage bedeuten beim ALDI ja immer Kampf. Weil es da die ganzen Sachen gibt, die man seit Tagen im Prospekt angeiern durfte.

Merke hier: Die gute Hausfrau plant generalstabsmäßig vor. Eine halbe Stunde vor Ladenöffnung steht sie bereits an vorderster Front. Sie hat festes Schuhwerk und reißunempfindliche Oberbekleidung angelegt. Das Haar ist zu einem strengen Zopf gebunden, das gibt weniger Angriffsfläche, falls es sich um Restbestände zu prügeln gilt. Der Schmuck bleibt zu Hause, auch wegen der Vorbereitung auf etwaige körperliche Auseinandersetzungen. Idealerweise sind Ehegatte und ein bis drei Kinder anwesend, die die Hausfrau beim Kauf wie Monde umkreisen. Das hält Konkurrenz auf Abstand. Diese Hausfrau bekommt, was sie will.

Die schlechte Hausfrau dallert zufällig am Geschäft vorbei, hat gerade nichts Besseres zu tun und beguckt sich etwas die Auslage. Direkte Kaufinteressen bestehen nicht, was sie aber nicht davon abhält, den Laden zehn Minuten nach Öffnung zu betreten. Sie kauft Kaffee und Gummibärchen und erspäht schließlich ein menschliches Knäuel bei der saisonalen Sportbekleidung. Prompt erinnert sie sich, dass sie ja mal wieder joggen könnte und gesellt sich zur Menge. Diese Hausfrau hat ein Baby bei sich und weiß es einzusetzen. Der Ausruf „Oh Gott, quetschen Sie das Kind nicht ein!“ lässt aufhorchen und lenkt für Sekunden die Aufmerksamkeit weg von der Ware. Das nutzt die Hausfrau, um flink wie ein Sperber zuzuschlagen. Und weg ist die letzte Laufhose. Weil es zusätzlich noch super Sitzkissen für den zarten Popo und die neuen Esszimmerstühle gibt, wird auch hier nach dem gleichen Schema vorgegangen. Kind vorschieben, Panik antäuschen und die entstehende Schrecklücke blitzschnell mit der eigenen Person füllen. Sitzkissen raffen (4x blau, die letzten), abziehen. Fertig.

Welche der Hausfrauen ich war, wollen Sie wissen? Also bitte… ich kaufe doch nicht beim Discounter ein…

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6 Kommentare zu “Kampf…

  1. Ulrike sagt:

    Ich tippe trotzdem mal auf Hausfrau Nr. 2 🙂

  2. skizzenblog sagt:

    ach ja, der wöchentliche einkauf düngt auch hier gerne die inspiration:
    http://skizzenblog.clausast.de/sorte/kassenklassiker.html

  3. Die Art von Hausfrau, die das ganze Zeug schon am Abend vorher hat weil man zufällig mit der einen Kassiererin in eine(m/r) Klasse/Strickkurs/Hechelkurs war.

  4. Frau Spätlese sagt:

    Ähem – gibt es das Kind mal zum Ausborgen? Meiner ist schon 14 (!), der eignet sich nicht mehr so gut . . .
    😉 Es grüßt Frau Spätlese.

  5. Cati Basmati sagt:

    Geht das auch so gut beim Kindermodentag? Da ist ja dann öfter als selten eine Horde Mütter mit jeweils eigenem oder für diesen Tag extra ausgeliehem kampferprobten Baby am Kriegsschauplatz und stiehlt somit den Effekt…

    Ich frag für eine Freundin mit Baby 😉

    • Frau Müller sagt:

      Das kommt ganz darauf an, ob es sich bei der eingesetzten Brut um den Erstgeborenen oder einen Zweitling handelt. Mütter, die bereits ein Kind haben, setzen ihren zweiten Nachwuchs mit mehr Nachdruck ein. Jungmamas, die ihr erstes Kind mitbringen, haben da oft noch Scheu, es könnte was kaputt gehen.

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