Auf… AUF! …

Wenn das Garagentor nicht aufgeht, kommt das einer mittleren Katastrophe gleich. Frau Müller bekommt prompt Bluthochdruck und eine pochende Ader an der Stirn. Dann kriegt sie einen Anfall und schreit rum. Das will keiner sehen. Am allerwenigsten  Frau Müller selbst.

Ich drücke nochmal den kleinen weißen Knopf, der dafür sorgen soll, dass das Tor mit robustem Knarzen nach oben schwingt. Es passiert: Nichts. Ich ignoriere das Rauschen in den Ohren. Wenn Dinge nicht tun, was sie sollen, ist der Ofen bei mir schnell aus. Nichts mit engelsgleicher Geduld…

Ich renne also zurück ins Haus und suche Öffner Nr. 2. Der ist natürlich nicht da, wo er sein sollte – nämlich am Schlüsselbund für Auto Nr. 2. Möglicherweise liegt er also in Auto Nr. 2, das glücklicherweise auf der Straße steht ( und nicht etwa in der Garage, was zugegeben dämlich wäre). Aber auch weißes Knöpfchen zwei tut nicht, was es soll. Das Tor bleibt zu wie die Grenze vor ’89.

Opa Heinrich erscheint auf der Bildfläche und gibt hilfreiche Tipps. Batterie alle, Kabel durchgefressen, Kabel durchgerottet, billiger Scheißdreck, früher war alles besser. Mit zuckendem Augenlid drücke ich nochmal das Knöpfchen. Wenn das Tor jetzt nicht… das macht, was es eh nicht macht… Gnaaaaa….

Opa Heinrich lässt einen Satz fallen, in dem das Wort Tornotöffner erklingt. Haben wir nicht. Warum? Darum. Bevor Heinrich zu einem lehrreichen Vortrag anhebt (tatsächlich holt er gerade tief Luft), lasse ich einen Brüller hören und trete gegen das Tor. Und siehe da: Die Materie weiß, wie sie zu reagieren hat. Mit einer wütenden kleinen Frau ist nicht zu spaßen. Es knackt bedrohlich und die Tore von Isengard schwingen majestätisch auf. Notöffner, pah! Das ist nur was für kleine Mädchen mit Zöpfen!

Heinrich nennt mich noch schnell die Frau von Rumpelstilzchen (oder Frau Rumpelstilzchen, das bekomme so schnell nicht mit) und entschwindet eilig… Gerade rechtzeitig, bevor ich ihn mit dem Auto umnieten kann…

Und die Moral von der Geschicht: Gewalt ist eine Lösung.

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6 Kommentare zu “Auf… AUF! …

  1. holldrio sagt:

    😉
    Wenn Sie von Auto reden…
    Und „umnieten“…
    Sie meinen doch nicht den fahrenden smarten Kaffeebecher?

    • Frau Müller sagt:

      Der Kaffeebecher ist das Ding, das vor der Garage steht. In der Höhle des Drachen schlummert die Familienkutsche, wie es sich gehört. Mit der kann man auch nieten, wenn es denn sein muss…

  2. the3cats sagt:

    Ach, herrlich! Als wenn ich in einen Spiegel gucke :D. Du bist nicht zufällig Widder als Sternzeichen? 😉 Mit absolut verständnisvollen Grüßen, Silke

  3. skizzenblog sagt:

    ach ja wie immer:
    an …geht nicht!
    an aus an aus an aus an aus an aus an aus an aus an … geht!

  4. Doktor Peh sagt:

    Sie dürfen das nicht, Frau Müller! Sie dürfen nicht ein Garagentor ingenieursmäßig reparieren! Das macht einen ganzen Berufsstand kaputt! (Schließlich müssen die Stahlkappenunfallschuhe doch auch einen Verkaufszweck haben)

  5. Wolfram sagt:

    Wir haben auch keinen Notöffner. Aber eine Tür für Fußgänger. Und eine Sicherung direkt am Rolltorantrieb…

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