Generationenkampf Supermarkt…

Ne, Omma, nich mit mir. Jetz krichse alles zurück. Ich hab nämlich geübt. Ich bin auf den Supermarktbesuch vorbereitet.

Erst fahre ich, weil kurzsichtig, immer wieder mit meinem Wagen in fremder Leute Hacken und beschwere mich dann über die furchtbaren Menschen, die sich hier im Supermarkt herumtreiben. Wiederum achte ich darauf, beim Wagenschieben über den Gang mehrfach abrupt die Richtung zu wechseln oder unvermittelt stehenzubleiben. Direkt vor der Rolltreppe fällt mir außerdem ein, dass ich dringend in meiner Handtasche nach der Lesebrille suchen muss.

Dann blockiere ich, weil ich über Zutatenlisten von Pflaumenmus grüble, mit meinem Wagen den kompletten Gang. Und ich vergesse auch nicht den strafenden Blick und das drohende „Nanana!“, wenn jemand die Frechheit besitzt, den Einkaufswagen anzufassen.

Trauben zähle ich einzeln in die Tüte, weil ich nicht einsehe, für den Strunk Geld zu bezahlen. An der Wursttheke will ich dann über die Zutatenliste für Blutwurst informiert werden, lese diese betont langsam und kaufe dann doch nichts. An der Brottheke meckere ich über den Zustand des „heutigen“ Brotes, kaufe dann aber doch nur eingepackten Kuchen.

Und die 56,63€, die ich an der Kasse bezahlen muss, zähle ich einzeln in 50Cent-Stücken auf den Tresen. Zwischendurch muss ich immer mal wieder innehalten und überlegen, ob ich mich nicht vielleicht verzählt habe. Wer meckert, wird mit generationsklugen Sätzen wie: „Ich bin 108, habe Osteoporose, sieben Urenkel und meinen Cockerspaniel im Krieg verloren.“ wieder auf Spur gebracht.

So, alle Klischees erwähnt?

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12 Kommentare zu “Generationenkampf Supermarkt…

  1. FrDrSeltsam sagt:

    Wenn mal alles nur Klischees wären… :/

  2. Maia Schwan sagt:

    😀
    Ich musste beim letzten Besuch des Supermarktes eine anscheinend fast ertaubte Greisin anschreien (ich hab es natürlich erst in normaler Tonlage versucht) und sie bitten, mal den Weg frei zu machen, da sie den Rollstuhl des Gatten mitten in den total mit Displays zugebauten Gang geparkt hat und mit ihm über die Schokoladensorten diskutiert hat. Hinter ihr bzw. mir bildete sich sehr schnell eine Schlange und ich hatte es eilig 😉
    Der Blick hätte töten können. Vollkommenes Unverständnis von Seiten der Greisin, als wir alle an ihr vorbei gestiefelt sind.

  3. CeKaDo sagt:

    Beifall!

    Wie ich sicher schon irgendwo einschleimend hinweisend erwähnt hatte, gibt es von mir das eine oder andere Buch auf dem Markt (nicht Wochenmarkt, verstehnse). Dort habe ich eine in 2004 verfasste Geschichte über eben diese Situation im Supermarkt veröffentlicht, allerdings mit einem … sagen wir mal … *hüstel* … etwas rigorosen Schluss.

    Diese Geschichte trage ich auf auswählten Lesungen gern vor. Nachdem ich mich vergewissert habe, dass das Publikum durchgehend unter 40 Jahre alt ist und schon fast volltrunken. Dann geht hinterher regelmäßig der Hut herum, in dem das Trinkgeld knistert.

    Darum Beifall! Sie sollten ein Buch schreiben. Könnte Spaß machen. Geld bringt es, entgegen der oben geweckten Hoffnungen, eher wenig ein. Aber Spaß, sagte ich das schon?

  4. Wanderlust sagt:

    Arrgh, im hiesigen Supermarkt treten die Rollator-Girls meist gehäuft auf (Handtaschenräuber! Vergewaltiger! Die Unsicherheit in Kleinstädten generell! Da muss frau zusammenhalten), gern am späten Freitagnachmittag und Samstag Vormittag.
    Welch böse Gedanken mir da durch den Kopf geistern, während ich mit 0,005 kmh hinter den Mädels herschlurfe, darf ich niemals laut aussprechen …

  5. Inch sagt:

    Nee, ich glaube, Sie haben nix vergessen

  6. Ayselein sagt:

    So isses richtig!

    Apropos. Mich ärgert es jedesmal, dass ICH immer jeden vorlasse, der nur ein paar Teile hat (wenn mein Wagen voll ist), aber umgekehrt es NIE der Fall ist. Frechheit!
    Oder sollte ich an der Kasse vielleicht einen ganz bestimmten Dackelblick d’rauf haben?
    Ich greif mal nach eine Packung Milch und und ein paar Tomaten und üb‘ damit vor’m Spiegel.
    (vielleicht sollte ich noch zusätzlich ganz matschige Tomaten nehmen…? *grübel*))

  7. Juliane sagt:

    Einen hab‘ ich noch:
    Nach dem Bezahlen die Ware keinesfalls in den EInkaufswagen zurücklegen, sondern direkt vom Band in die mitgebrachten Nylonbeutel packen.

  8. menzeline sagt:

    Viel möchte ich dazu gar nicht sagen, außer das man vielleicht bedenken sollte, dass wir alle mal alt werden und vielleicht genau das selbe machen.

  9. Sonnine sagt:

    ich glaube, diese Nervensägen waren auch vorher schon so, nur eben jünger. Senioren in Deutschland (Mann wie Frau) sind gerne biestig/aggressiv/belehrend, dass ist mir durch diverse Auslandsaufenthalte aufgefallen – ob das an den Kriegstraumata liegt?

  10. Caramellita sagt:

    Hast Du die Oma bis draußen beobachtet? Als alle außer Sicht waren, hat sie sich vielleicht beeilt und bewegt, wie andere auch?! Es gibt eine coole Altenheim-Kinowerbung, da war es genauso! Draußen wurde die „Omma“ von drei Kollegen begrüßt, von denen einer eine Stopuhr in der Hand hatte und sie war „noch zwei Minuten langsamer“ als ihr Vorgänger :-P!

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