Müllers Ostern…

Was haben Sie so gemacht an Ostern? Bei uns war wieder einmal der Familienbesuch dran.

Freitag: Wir machen gar nichts und oxidieren faul vor uns hin. Die seelische Vorbereitung auf den Elternbesuch ist uns sehr wichtig.

Samstag: Schwiegermutter missbilligt den mangelnden Umfang von Frau Müllers Bauch. Da hat Schwiegerpapa in der Beschreibung eindeutig übertrieben. Auch die Tatsache, dass sich keine Rückenschmerzen einstellen wollen, wird mit einem Stirnrunzeln quittiert. Frau Müllers Ranzen wird in der Folge nur noch als „Zustand“ bezeichnet.

Sonntag: Oh du fröhliche! Es schneit. Wir schmücken den Tannenbaum und singen Weihnachtslieder, bis uns das mit dem Hoppelhasen wieder einfällt. Das Kind findet derweilen ununterbrochen Süßigkeiten.

 

10Uhr, immer noch Sonntag: Wir sind eingeschneit. Der Nachbar, sonst für die Bedienung der Schneefräse zuständig, hat das gute Stück längst in den Sommerschlaf geschickt und deutet an, man müsse jetzt wohl auf Handarbeit umstellen. Herr Müller und SchwiePa fügen sich ihrem Schicksal und suchen im Schnee nach dem Auto. Schließlich wollen wir auswärts essen gehen fahren.

12Uhr, Sonntag: Herr Müller verbietet es mir, im Gasthof meinen Teller zu fotografieren. Auch das Eis darf ich nicht ablichten und das kalte Buffet schon gar nicht. Aus Trotz bestelle ich das teuerste Gericht auf der Karte, vertue mich aber im Preis und bekomme stattdessen etwas in der Preiskategorie „Ferner liefen“. Schmeckt trotzdem.

15Uhr: Kaum zuhause angekommen, müssen wir weiteressen. Herr Müller löst den Hosenknopf.

16Uhr: Was dachten Sie denn… es schneit immer noch. Wir wagen uns trotzdem zu einem dringend nötigen Verdauungsspaziergang nach draußen. Durch den Winterwald stapfend, wird uns ganz weihnachtlich ums Herz. Wenn da nicht immer wieder diese verwirrenden Ostereier wären…

Montag: Nach dem Frühstück bringen wir uns noch schnell über die Skandale der Fürstenhäuser auf den neusten Stand. Schwiegereltern haben diesbehuflich eine nicht unbeachtliche Bibliothek angelegt.

Wir verbringen den Rest des Tages auf der Autobahn. Das angelesene Wissen über den Klatsch der letzten Wochen hilft uns über die langweiligen Staustunden hinweg.

Je näher wir der Heimat kommen, desto grüner wird die Landschaft. In heimatlichen Gefilden glaubt uns kein Mensch die Sache mit dem Schnee. Wir werden misstrauisch beäugt.

Das Kind bekommt von den Nachbarn Osternester geschenkt. Das Gesamtgewicht der gehorteten Süßigkeiten beläuft sich mittlerweile auf 14 Kilo. Verhungern wird in der nächsten Zeit also vermutlich niemand.

Ostern wäre geschafft… Wir atmen auf.

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6 Kommentare zu “Müllers Ostern…

  1. Juliane sagt:

    Sie Ärmste, das mit dem: „Du fotografierst jetzt aber NICHT Deinen Teller / den Kellner / die Deko!?!“ kenne ich nur zu gut!
    Nicht-Blogger können solche Spaßbremsen sein!
    Setzen Sie sich durch! Spätestens nach dem 3 Restaurantbesuch MIT Tellerknipserei hat Herr Müller sich seinem Schicksal gefügt und hält die Klappe.

    • Frau Müller sagt:

      Ich desensibilisiere Ihn ja schon, indem ich unvermittelt im Supermarkt Dinge ablichte und ihn zwinge, dabei neben mir stehenzubleiben. Bis Jahresmitte ist er so weit fürs Restaurantfoto!

  2. Ich war vor kurzem mit lieben Menschen-allesamt Blogger-in der noddeutschen Großstadt unterwegs…wir waren essen…und jeder hat fotografiert! Den hübschen Kellner, das Essen, den hübschen Kellner, die lustig bunten Getränke, den Kellner… 😉
    Und ich finde ihren Bauch sehr schön!!

  3. Manu sagt:

    Seit ich ein Smartphone habe, traue ich mich auch mal in der Öffentlichkeit irgendwelche unnützen Dinge zu fotografieren… 😉

    LG

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