Alles schwer…

Doch, ist nett, dass Sie mich alle über den Zaun hinweg beobachten und hilfreich Angaben über den Abstand meines Mutterbauchs zum Erdboden machen. Und nein, ich werde mich schon nicht überanstrengen. Es sei denn psychisch, weil ich mich so über Sie ärgere.

Gestern und vorgestern musste man das Wetter geradezu ausnutzen. Diesbehuflich hatte ich extra die eine oder andere Stiege Pflanzen erstanden, die ich ganz frühlingshaft in die 25 Kübel setzen wollte, die momenten gut versteckt unter unserer Gartenfichte lagern. Die Säcke Erde trug Herr Müller, weil mittlerweile auch alle Nachbarn spitzgekriegt haben, dass Frau Müller „guter Hoffnung“ ist und mit Argusblick darüber wachen, dass ich auch ja nix hochhebe und von A nach B trage.

Am Samstag wurde also in aller Frühe das Kind in den Garten gescheucht und Muddern ging gleich hinterher, um sich der Primeln zu widmen. Sie glauben allerdings nicht, wie schnell Oma Erna am Zaun erscheinen kann. Trotz Gehhilfe.

„Machen Sie das nicht!“ droht sie mir über den Zaun hinweg. „Sie werden sich noch was tun!“
„Erna,“ gebe ich noch entspannt zurück. „Das einzige, was ich mir tun kann, ist die Finger dreckig zu machen.“ Aber das glaubt sie mir nicht.
„Das muss jetzt alles Ihr Mann machen!“ bekomme ich zu hören.
Ich hebe eine Primel in die Luft „250 Gramm, mit Topf!“ rufe ich. „Das darf ich!“
„Ne, entspannen dürfen Sie, sonst nix!“
„Das entspannt mich!“
„So hören Sie sich aber nicht an!“

Ach was…

Ich könnte es verstehen, wenn man mir den Spaten wegnimmt, mit dem ich versuche, das Gemüsebeet umzugraben. Oder die Axt, mit der ich das Kaminholz für die nächste Saison vorbereite. Aber die kleine Schaufel und die Blümkes werde ich verteidigen. Zur Not mit Gewalt.

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3 Kommentare zu “Alles schwer…

  1. Silberdistel sagt:

    Tun Sie das und verteidigen Sie die kleine Schaufel und die Blümkes, sonst haben Sie am Ende gar keine Freude mehr. Ich erinnere mich noch düster, dass man mir auch alles, aber wirklich alles, entreißen wollte. Das darf man nicht zulassen, sonst kriegt man am Ende ein gnatziges Kind, weil dieser Frust sich bestimmt auf das Kind überträgt 😉
    LG und fröhliche Gartenarberit 😀

  2. Maya sagt:

    Jaaaa solche Nachbarn kenne ich auch. Gute Ratschläge geben und selbst sind Sie nicht besser wenn es um Ihre Dinge geht.
    Mach Du mal dein Ding und entspanne bei dem was Dich glücklich macht.
    LG Maya

  3. menzeline sagt:

    Schwanger zu sein, ist ja keine Krankheit, würde meine Oma gesagt haben, wenn sie noch leben würde.

    Aber davon mal abgesehen, finde ich es natürlich rührend, wie sich Ihre Nachbarn um sie sorgen. Das hat doch was in unserer sonst so gefühlskalten Welt.

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